Modulation- Fragen

von reiserso, 18.10.06.

  1. reiserso

    reiserso Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.10.06   #1
    Hi Leute , habe mal Fragen zur Modulation. Ich habe nicht den Anspruch, die Möglichkeiten bis in die letzten Tiefen der Musiktheorie zu verstehen, habe aber zu dem von mir gelesenen Text einige Fragen.

    Das habe ich bisher kapiert: Einfach gesagt ist Modulation der Wechsel in eine andere Tonart nach bestimmten Regeln.In der Regel wechselt man zur Tonika, die dann nochmal mit Dominante oder Subdominante bestätigt wird.

    Bei folgenden Beispielen ist mir nicht ganz klar , was da passiert:

    1.) Modulation durch Sprung in die neue Dominante über Quartenzirkel (z.B. C nach Db)
    C nach Eb ( Subdominante 3. Grades Ausgangstonart und Dom. 2 Grades Zieltonart), nach Ab7 ( Dom.7 Zieltonart) nach Db ( Tonika zieltonart) nach Gb ( Subd. Zieltonart)

    Sorry, aber gerade ist mir der Verlauf der Tonarten und Funktionen nicht so ganz klar


    2.) Modulation über Obermediante ( C nach e moll)
    C nach E7 (obermediante, klar), am ( 6. Stufe Ausgangstonart , 4 Stufe Zieltonart , Subdominante,) hm ( Dominante ) , em, H

    Fragen: Warum wird hier über die 6. Stufe gegangen ? Weil es ein gemeinsamer Akkord beider Tonarten ist ? Warum kommt erst die 5. Stufe und dann die Tonika ? Warum nochmal die Bestätigung der Tonika, diemal aber mit der Dur Dominante ?


    3.) Modulation über Variantklang der 6 Stufe ( C nach D)C ( Tonika) nach G ( Dominante) nach a-moll ( 6. Stufe C-Dur,5. moll Zieltonart)nach A7 (6. Stufe Variantklang Ausgangstonart, 5. Stufe Zieltonart) nach D ( Tonika Zieltonart).

    Fragen :Eigentlich so ähnlich wie oben , muss es die 6. Stufe sein ? Muss sich aus dem Variantklang dann eine Subdominante oder Dominante der Zieltonart ergeben oder kann es auch eine beliebige andere Stufe sein ?

    4.) Modulation über Enharmonik ( cm nach cism)

    cm ( Tonika Ausgangstonart) nach c verm. ( verm. Tonika) nach cism (Tonika Zieltonart) nach Gis ( Dominante Zieltonart)

    Fragen: Kanngerade mit dem Begriff Enharmonik nicht so viel anfangen? Die Bedeutung von c verm. in diesem Kontext ist mir auch nicht so ganz klar .


    Tja, viele Fragen, vielleicht kann mir die Eine oder Andere beantwortet werden.
    Danke erstmal.
     
  2. Mr.Spinalzo

    Mr.Spinalzo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.06   #2
    Hallo reiserso,
    Also ich versuche es mal.( Wenn ich es jetzt richtig interpretiere)
    Zu 1:Vom Quintenzirkel ausgehend ist, wie ja schon treffend bemerkt, Eb die Subdominante 3Grades.
    Jetzt dreh mal den Quintenzirkel um 180 grad. Gb-Db-Ab-Eb-Bb.Es verlagert sich also alles nach rechts.
    Db soll die neue Tonika werden . Von hier aus gesehen ist Eb tatsächlich die Dominante 2. Grades
    Ab wäre dann die Dominante und Gb halt die Subdominante.
    Zur Funktion: Du hast die Tonart von C nach Db gewechselt in dem du die Subdominante 3. Grades als Dominante 2 Grades abgestempelt hast, und durch einen Subdominantsprung auf die Dominanten 1.Grades (V) gelangen konntest.Ein Subdominantsprung weiter und du bist auf der Tonika.


    So ich muß Arbeiten schnell noch zu 4.Enharmonische Verwechslung - Wikipedia


    Ach so noch etwas, da steht ja am Ende ein Gb, also noch ein Subdominantsprung.:D

    Hmm:D im grunde sind es halt alles Subhopser.:rolleyes:

    Mal aus reiner Interesse, aus welcher Quelle stammen deine Fragen.:)
     
  3. yamakid

    yamakid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.11.06   #3
    Es macht schon einen Unterschied, ob Dich die Fragen theoretisch interessieren, oder ob Du einfach nach praktischen Wegen zum Komponieren suchst. Im ersten Fall kommt man halt nicht um die komplizierten Betrachtungen und Umdeutungen herum, wie Du sie ja schon skizziert hast (dazu unten mehr).

    Im zweiten Fall geht alles viel einfacher: Im Grunde ist das Gehör heute so sehr an Modulationen gewöhnt, dass die komplizierten Methoden aus den klassischen Lehrbüchern eigentlich nicht mehr nötig sind. Man kann - je nach Stil - meist einfach über eine kleine Brücke von 1-2 Akkorden sofort dorthin springen, wo man landen will. Die Melodie(n) müssen das allerdings gut zusammen halten.

    Da gäbe es zwei Lesarten:

    T - (DD - D - T - S)[N] in C gelesen

    DG - DD - D - T - S in Db gelesen

    wobei die erste alles in Klammern auf Db bezieht (der Akkord N dahiner, der Neapolitaner in C, ist das worauf sich die Klammer bezieht: Db bzw. C#, da er in eckigen Klammern steht, ist er nicht zu hören, sondern nur gedacht)

    Der zweite Weg erscheint mir einfacher: Alles in Db gelesen, d.h. die "Modulation" hat längst stattgefunden, der Akkord C is eigentlich schon DG der Zieltonart, nicht mehr die T. Allerdings ist DG (Dominantgegenklang) schon ein schräger Geselle, der normalerwiese nicht direkt zur Tonart zugehörig empfunden wird.

    Dein erwähnter DDD (3. Grades) ist mir schleierhaft, denn so ganz allein in weiter Flur macht diese Lesart keinen Sinn, in Ketten DDD - DD - D ist das üblicher.

    Übrigens sagen die Akkorde allein nicht viel. Es sind doch eher die Melodien dazu (bzw. die für Alle Instrumente eingesetzten Skalen), die darauf hinweisen, ob eine Modulation bereits stattgefunden hat oder nicht.

    Auch hier gibt es viele Lesarten, welche sinnvoll ist, hängt vom Zusammenhang mit den Melodien und Motiven ab (auch wichtig: der Rhythmus).

    T - (T - s - d - t - D - t)[Dp]
    T - DP - Sg - Dg - Dp (D - t)[Dp]

    Im Grunde sind diese theoretischen Texte (würde mich mal interessieren aus welchem Du das hast) ohne ein konkretes Musikbeispiel nutzlos. Allein anhand einer Aneinanderreihung von Akkorden kann man viel zu wenig herauslesen.

    Ich habe manchmal den Verdacht, dass sich die Musikgelehrten da ziemlich wichtig machen. Ich spiele seit kurzem mit Harmony Navigator herum und da sind mir viele Zusammenhänge klar geworden, die ich vorher extrem komplex fand. Über tausend Ecken ist doch irgendwie alles miteinander verbunden und man kann das eben kompliziert machen oder einfach.

    Wenn Du komponieren willst, solltest Du dich bloß nicht verrückt machen lassen. Letzten Endes entscheidet das Gehör.

    Good luck!
     
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