Monitortest und Entscheidungsfindung

von sbuech, 08.12.06.

  1. sbuech

    sbuech Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.12.06   #1
    Hallo!

    Ich möchte mir ein paar aktive Monitore zulegen. Ich weiss, dass Thema nervt wahrscheinlich, da Höreindrücke, Musikempfinden, ... von vielen externen Parametern (z.B. Raumklang, Anordnung) und subjektiven Einflüssen (z.B. Tageszeit, Hörerfahrung von Aufnahmen UND Konzerten) beeinflusst werden. Aber vielleicht findet der eine oder andere hier eine interessante Information und ich erhalte noch einen Rat für meine Entscheidungsliste.

    Schaut man sich in den Foren so um, dann sieht man dass es viele individuelle Lösungen gibt, die sicher alle eine Berechtigung haben, sofern sie der Sache dienen: Erstellen von Tonaufnahmen, welche von den Leuten gerne gehört werden.

    Zur Sache:
    Mein Raum ist 3mx4m mit einer Deckenhöhe von 3,4m: also 40m^3 klein.
    Ich nehme Kammermusik und Kirchenmusik (Barock bis Romantik) mit einem Stereo-Mikrofonpaar auf. Der Monitor soll also im Wesentlichen zum Schneiden dienen, denn zum eigentlichen Mischen habe ich bei einer Stereo-Spur nichts (Ich überlege allerdings auf 4 Spuren zu erweitern, um noch zwei Stützen zu haben).

    Gewappnet mit eigenen Aufnahmen und Referenz CDs (Bach Chormusik, Barocke Kammermusik, Bruns Cello Bach-Suiten, romantische Klaviermusik, Sinfonik, "Percussiver" Jazz) war ich auch schon für mehrere Stunden in einem lokalen Laden und habe einige Boxen zu Gehör bekommen, die eben so vorrätig waren. Dazu muss ich sagen, dass ich vorher nur meine Kopfhörer (AKG K240) und meine Hifi-Anlage mit Regallautsprechern kannte, also keine weitere Monitor-Hörerfahrung!

    Angefangen habe ich mit Adam A7. Der erste Eindruck war toll, klar und präzise, wie mein Kopfhörer nur eben mit einem phantastischen Stereo-Eindruck. Meine eigenen Testaufnahmen unterschiedlicher Mikrofon-Stereo-Aufnahmeverfahren kamen voll zur Geltung. Da hatten die Event TR-5 und KRK RP6? beim Links-Rechts-Vergleich keine Chance. Es war viel weniger zu hören, entweder zu viel mulmiger Bass oder schlechte Mitten. Dann gab es noch ein niedliches Paar K&H O100. Die ließen mich aufhorchen, da sie doch zeigten, dass die Adams schon recht spitz und brilliant in den Höhen sind. Die K&H fand ich viel ausgewogener, runder im Klangbild. Die Firma hat ja auch nicht umsonst einen sehr guten Ruf bei den Toningenieuren. Allerdings vermisste ich die präzisen Bässe der Adams. Der Preis dieser Boxen ist auch über dem gesetzten Limit.
    Noch schwerer viel mir eine Entscheidung im Vergleich zu den EMES Quartz. Die sind auch sehr ausgewogen. Der Kampf zwischen ADAM und EMES war sehr hart und viel von Musikstück zu Musikstück unterschiedlich aus. Während die ADAM manchmal unangenehm schrill sein konnten (z.B. Snare-Drum, Sopran-Gesang), mangelte es den EMES an Präzision und manchmal auch an Detaillreichtum (Alte Musik, Sinfonik). Eigentlich war es am Besten, wenn man beide gleichzeitig Betrieb!! Zum Schluss blieb noch ein kleiner Außenseiter übrig: Genelec 8020. Und ich muss sagen, jetzt wird es verrückt! Diese Dinger sind ja nur ein Drittel so groß und erzeugen im Vergleich einen tollen Raumeindruck! Ich bin begeistert gewesen. Leider merkt man, dass die Bässe nicht so leicht rüberkommen. Das tiefe C ist eben bei rund 65 Hz (bei alter Musik ca. 61Hz). Auch manche Details (Griffbrettgeräusche, Atemgeräusche) waren bei ADAM A7 besser zu hören. Der Unterschied zwischen Genelec und ADAM empfand ich(!) aber nicht so extrem wie bei den EMES. Beide (8020 & A7) sind sehr präzise und geben sehr gut die Höhen wieder. Bei vielen Hörproben war ich mit beiden Boxen sehr zufrieden und tendierte zu den kleineren (und preiswerteren) Genelecs. Allerdings empfand ich mit der Zeit, dass die ADAM A7 schon noch etwas "überlegen" waren. Etwas mehr Klangfülle (Bass...) und damit Raumklangfülle. Klar, die haben auch mehr Leistung, vielleicht waren sie auch lauter eingestellt... Die Genelecs waren etwas undifferenzierter, vor allem im Bass.

    Jetzt zu meinen Gedanken, die im Kopf herumschwirren:

    - Adam A7 kaufen und zu Hause ausprobieren?
    Sind die präzisen Höhen nicht irgendwann nervig/anstrengend? Wie präzise braucht man es denn überhaupt? Eigentlich sind sie doch zu groß für meinen Schreibtisch, und eine Wandhalterung ist doch komliziert und unflexibel. Aber eigentlich ist der insgesamte Eindruck schon toll.

    -Genelec 8020 kaufen und zu Hause ausprobieren?
    Wird der mulmige Bass nicht noch bei meinem halligen kleinen Zimmer verstärkt? Will ich dauerhaft auf die unteren 15 Hz verzichten? Schön klein sind sie (transportabel!), und ein Tisch-Stativ mit ISO-Pod Halter kostet ca. 100 Euros.

    - Genelec 8030 ausprobieren (die sind noch etwas teurer als die A7!)?
    Wie detailreich sind diese im Vergleich zu den A7. Lohnt sich der Mehrpreis von 200 Euros...

    So, jetzt ist es ewig langer Text geworden. Auf Kommentare freut sich,
    Stefan
     
  2. Aloha

    Aloha Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.06   #2
    Hi

    Ich würde dir nur vorschlagen darauf zu achten, welcher Monitor dir Fehler die du vielleicht in den Aufnahmen oder im Mix gemacht hast am besten aufzeigt. Nur so kann man sie ausbessern und beim nächsten mal vermeiden. Das wird besonders wichtig werden wenn du beginnst mit mehreren Mikrofonen zu arbeiten.

    Vergleiche beim probieren eigene Aufnahmen, und vergleichbare professionelle aufnahmen die du gut kennst und die für deine Ohren gut klingen.

    Wenn du dir Favoriten ausgesucht hast und die möglichkeit hast sie zuhause auszuprobieren dann tu das. Wichtig ist auch darauf zu achten wie lange du mit den Monitoren ermüdungsfrei arbeiten kannst. Das kann schon sehr unterschiedlich ausfallen und ist oft auch von person zu person verschieden.
    Ein anderer Punkt ist natürlich die Raumakustik. Mit der dürftest du vielleicht mehr probleme haben als mit der Wiedergabequalität der Monitore. Würfelformen sind da omeißt sehr kritisch. Aber da kann man später noch optimieren. Auf jeden fall würde ich bei dieser abhörposition darauf achten, Monitore ohne alzuhohe Tiefbasswiedergabe auszuwählen.

    schöne Grüße
     
  3. lemursh

    lemursh Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 10.12.06   #3
    Hi

    Ich arbeite oftmals in einem ähnlichen musikalischen Bereich und habe mich damals für Dynaudio BM5A >HIER< nach ausgiebigen Hörtests entschieden. Wenn es das Budget zugelassen hätte dann wären jetzt die AIR6 >HIER< bei mir im Einsatz. Ich kann die nur empfehlen diese noch gegen die ADAM`s antreten zu lassen. Zudem lohnt es sich, falls möglich, in ein höherwertige System, also Mittelklasse und höher, zu investieren, da Du darauf wahrscheinlich, nach der Einhörungsphase, jahrelang damit arbeiten wirst.
     
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