Ist das so? Gibt es dafür irgendeinen Beleg?
Das Beispiel bezog sich ja auf rare Vintage-Gitarren, wie ne 59er Strat. Da ist mit Sicherheit die Gewinnspanne deutlich größer, weil das Angebot die Nachfrage nicht ansatzweise befriedigen kann.. Wenn du da letztes Jahr eine 59er Strat verkauft hast und dieses Jahr zwei, kann das schon ne Umsatzsteigerung im zweistelligen Bereich sein.
Denn wie viele solcher Instrumente sind im Jahr auf dem weltweiten Markt? Vielleicht einige Dutzend.
Demgegenüber steht eine ganze Reihe an Sammlern, die bereit sind Geld zu investieren. Wenn du bei TFOA guckst: Die wirklich raren, gut erhaltenen Gitarren sind im Normalfall innerhalb weniger Tage verkauft.
Generell ist das aber ein überschaubarer Markt, der hier nicht wirklich im Kontext eine große Rolle spielt. Thema des Threads ist ja, ob die Musikkultur ausstirbt, weil die Läden aussterben. Und da ist der Laden, der sich auf High-End-Vintage-Instrumente spezialisiert hat eher nebensächlich.
Dann kommt dazu das vor allem junge Leute heute immer weniger nach etwas suchen. Sie fragen eine KI die ihnen sagt was sie essen sollen, was sie hören sollen, welchen Filme sie schauen sollen. Was für Musik du dann machst ist zweitrangig.
Das empfinde ich als extreme Verallgemeinerung und behaupte dass du das in keiner Weise einschätzen kannst.
Als Lehrer, der im Jahr über 600 Schüler im Fach Musik unterrichtet wäre meine persönliche Erfahrung: Die Jugendlichen haben mit Sicherheit einen anderen Musik-Geschmack als vor 10 Jahren und erst recht als vor 50 Jahren, aber das Interesse selbst Musik zu machen ist nach wie vor relativ hoch. Viele haben aber einfach die Möglichkeiten nicht oder werden von den Eltern nicht entsprechend gefördert. Aber "echte" Musik auf "echten" Instrumenten ist für die Kids auch heute noch etwas vollkommen anderes und Höherwertiges als der KI-Jamtrack, der in 10 Sekunden ausgespuckt wurde.
Und natürlich lässt sich das nicht so verallgemeinern. Es gibt natürlich auch Kids die keinerlei Interesse am Musikmachen haben. Genau wie früher.
Ich wüsste nicht, dass es da aktuelle Studien gibt, die belegen, dass Jugendliche heutzutage weniger Interesse an Musik haben und wenn ja, woran das liegt.
In meiner aktiven Zeit als Profimusiker gab es hier drei dutzend Musikclubs. Davon ist heute keiner mehr übrig.
Ich schätze dich schon als etwas älteres Semester ein und gehe davon aus, dass du von einer Zeit redest, die 20-30 Jahre her ist.
Damals war der Stellenwert solcher Musikclubs mit Sicherheit höher. Alleine durch das geringere Angebot an Alternativen.
Und Corona hat vielen kleine Szeneläden der Garaus gemacht.
Ich würde trotzdem sagen, dass hier eher eine Diversifizierung der Interessen die Ursache ist, als dass Leute der Musik generell weniger Wert beimessen.
Aber ich muss heutzutage halt echt gucken, wie ich meine Zeit investiere. Das war früher aufgrund geringerer Möglichkeiten deutlich einfacher.
P.S. Mod liest mit, seid artig!