My Desert

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Ich würde mich über ehrliches Feedback sehr freuen. Bin mir nicht sicher, ob alle die Thematik verstehen, will aber auch nicht die Interpretation vorgreifen. Entsprechend... bei Verwirrung gerne fragen.

My Desert

Jesus faced his devil after forty days,
You haunt me every time when I can’t sleep at night
Familiar face, familiar voice, always on replay
But you offer nothing, chuckling at my sight

I’m so tired of fighting
I’m too tired to try at all
I am no longer judging
Fuck the writings on the wall
Fuck the writings...


And I would eat stones if you’d let me have them
I would jump down from the temple for release
And I would bow down to all the gods and demons
If they could put my troubled mind at ease
Put my troubled mind at ease (Give me peace, give me peace)
Put my troubled mind at ease (Give me peace, give me peace)


When I was a kid, I was taught magic spells
To fend you and evil sorcery off at sight
Almost scratching out my eyes to see the parallels:
Useless snake-oil in my veins and sleepless nights

And I would eat stones [...]

I will find you in the mirror
So would my mother, all the prophets and the pope
Everything that makes us human
And I tried to fight you off with blackest hope


And I would eat stones [...]
Meine Wüste

Jesus stand nach vierzig Tagen seinem Teufel gegenüber,
Du suchst mich jedes Mal heim, wenn ich nachts nicht schlafen kann.
Vertrautes Gesicht, vertraute Stimme, immer wieder dasselbe.
Aber du hast mir nichts zu bieten, du lachst mich nur aus.

Ich bin es so leid zu kämpfen,
ich bin zu müde, um es überhaupt zu versuchen.
Ich urteile nicht mehr,
Zum Teufel mit den Schriftzeichen an der Wand,
Zum Teufel mit den Schriftzeichen...

Und ich würde Steine essen, wenn du sie mir geben würdest.
Ich würde vom Tempel springen, um Erlösung zu finden.
Und ich würde mich vor allen Göttern und Dämonen verneigen,
wenn sie meinen unruhigen Geist beruhigen könnten.
Beruhige meinen unruhigen Geist (Gib mir Frieden, gib mir Frieden)
Beruhige meinen unruhigen Geist (Gib mir Frieden, gib mir Frieden)


Als Kind lernte ich Zaubersprüche
Um dich und böse Magie auf den ersten Blick abzuwehren
Ich kratzte mir fast die Augen aus, um die Parallelen zu sehen:
Nutzloses Schlangenöl in meinen Adern und schlaflose Nächte

Und ich würde Steine essen [...]

Ich werde dich im Spiegel finden
Genauso wie meine Mutter, alle Propheten und der Papst
Alles, was uns zu Menschen macht
Und ich versuchte, dich mit schwärzester Hoffnung abzuwehren


Und ich würde Steine essen [...]
 
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Moin Eidolon,

hui, da hast du ja mal ein starkes Bild gewählt. Respekt dafür. Passiert nicht alle Tage, dass jemand mit Bibelstellen daher kommt, und es ganz bei der Philosophie belässt.

Eine kleine Anmerkung vorab: Es gibt hier die Regel, dass fremdsprachige Texte immer auch mit ihrer deutschen Übersetzung geliefert werden sollen. Reich' das doch bitte gerne einmal nach. (Ich sehe, das ist erledigt. Danke!)

Ich fang' trotzdem schon mal an. :hat:

Gleich die erste Zeile würde ich eher als "Jesus faced the devil after 40 days" fassen. Er hat ihn ja nicht nur gesehen, sondern musste ihm gegenübertreten und seinem Werben widerstehen. Da ist "saw" viel zu schwach.

Daraus folgt, dass wahrscheinlich auch dein LI (Literarisches Ich) ein stärkeres Verb braucht, um den Zustand zu beschreiben, der ihn/sie (?) in der Schlaflosigkeit ereilt.

"Cackling at my sight" klingt ein bisschen als wäre es dem Reim geschuldet. Und "cackle" ist schon sehr speziell, "giggle" oder "chuckle" fühlen sich in dem Kontext besser an.

Und dann stiftest du in der Bridge doch etwas Verwirrung. Bis dahin liest sich alles wie ein Trauma aus der Vergangenheit. "The writing on the wall" hingegen ist eine Prophezeiung - eine höchst dramatische noch dazu, die den Untergang eines Königreichs ankündigt ('Mene mene tekel u-parsin' / Gezählt, gewogen, geteilt). Da steht deine Geschichte aber gerade gar nicht. Mein Bauchgefühl dazu wäre: Lass den Daniel weg, bleib' bei Matthäus.

Der Refrain fängt saustark an, die ersten drei Zeilen finde ich richtig gut. Du bist wieder bei deinem Matthäus'schen Leitmotiv, alles prima. Die vierte Zeile entgleist dann leider sprachlich ein bisschen, sie wirkt sehr konstruiert. Vielleicht störe ich mich auch nur an dem "actually", das den Fluss stört und seltsam formal wirkt.

Die zweite Strophe verlässt den metaphorischen Beginn. Das ist schade, denn es macht den Text nicht stärker sondern sperriger. Wie das afzulösen ist, müsste ich mal länger drüber grübeln.

Die dritte Strophe - vermutlich eine Art Finale und deshalb kursiv? - fängt wieder stark an. Doch die zweite und vierte Zeile wirken wieder konstruiert. Da darf noch ein bisschen mehr Textfluss und Bildsprache rein.

So weit erst einmal von mir - andere wollen vielleicht auch noch :D Und du musst ja noch die Übersetzung liefern, bitte.

Beste Grüße
Markus
 
Grund: Reaktion auf Edit OT
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Hallo @Eidolon
herzliche willkommen hier im Forum! Kannst Du noch eine deutsche Übersetzung für Deinen Text posten?
Bei englischsprachigen Texten haben wir uns hier darauf geeignet, dass es sinnvoll ist, eine Übersetzung des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin zur Grundlage zu nehmen - weil nicht immer klar ist, ob es sich auf der sprachlichen Ebene um einen Übersetzungsfehler handelt oder um eine bewußte inhaltlich fundierte Aussage.
Bin mir nicht sicher, ob alle die Thematik verstehen, will aber auch nicht die Interpretation vorgreifen.
Genau darum geht es dabei ... :)

x-Riff
 
  • Ersteller
  • #4
Eine kleine Anmerkung vorab: Es gibt hier die Regel, dass fremdsprachige Texte immer auch mit ihrer deutschen Übersetzung geliefert werden sollen. Reich' das doch bitte gerne einmal nach.
Kannst Du noch eine deutsche Übersetzung für Deinen Text posten?
Bei englischsprachigen Texten haben wir uns hier darauf geeignet, dass es sinnvoll ist, eine Übersetzung des jeweiligen Autors bzw. der jeweiligen Autorin zur Grundlage zu nehmen - weil nicht immer klar ist, ob es sich auf der sprachlichen Ebene um einen Übersetzungsfehler handelt oder um eine bewußte inhaltlich fundierte Aussage.

Oh, sorry, das habe ich total übersehen! Direkt nachgetragen.

Gleich die erste Zeile würde ich eher als "Jesus faced the devil after 40 days" fassen. Er hat ihn ja nicht nur gesehen, sondern musste ihm gegenübertreten und seinem Werben widerstehen. Da ist "saw" viel zu schwach.
Das ist absolut wahr, danke für den Hinweis. Ich habe es jetzt mit "faced" übersetzt und war versucht, das selbe Verb einfach für mein LI zu verwenden, allerdings wirkte das faul und trifft auch nicht so das, was ich fühle. Auch wenn es passiv ist, habe ich mich für "You haunt me" entschieden, da wird das "facing" impliziert und gleichzeitig beschreibt es den Geisteszustand besser.

Und dann stiftest du in der Bridge doch etwas Verwirrung. Bis dahin liest sich alles wie ein Trauma aus der Vergangenheit. "The writing on the wall" hingegen ist eine Prophezeiung - eine höchst dramatische noch dazu, die den Untergang eines Königreichs ankündigt ('Mene mene tekel u-parsin' / Gezählt, gewogen, geteilt). Da steht deine Geschichte aber gerade gar nicht. Mein Bauchgefühl dazu wäre: Lass den Daniel weg, bleib' bei Matthäus.
Ja, danke auch hierfür, ich kann die Kritik nachvollziehen.
Ich denke, hier sollte ich den Text in meinen biographischen Kontext stellen, der auch erklärt, was ich mit dem Lied zu verarbeiten versuche. Es ist gar nicht mal so sehr metaphorisch gedacht, da ich fundamentalistisch-christlich aufgewachsen bin und mich v.a. meine Mutter stark geprägt hat und mich stets vor den Gefahren des Satans und all seinen Versuchungen gewarnt hat. In dem Text gebe ich den Kampf gegen etwas, was in mir - und in dem Zusammenhang in uns allen steckt (daher die Bridge: "I will find you in the mirror / So would my mother, all the prophets and the pope"), endlich auf, trotz der - wie du bereits ausgeschildert hast - sehr dramatischen Warnungen. Writings on the Wall als Warnung vor dem, was passiert, wenn ich aufhöre, mich zu widersetzen. Nein, ich widersetze mich nicht länger. Und damit die Überleitung zum Refrain, in der ich konkret ausformuliere, wie weit ich damit sogar gehen würde.

Der Refrain fängt saustark an, die ersten drei Zeilen finde ich richtig gut. Du bist wieder bei deinem Matthäus'schen Leitmotiv, alles prima. Die vierte Zeile entgleist dann leider sprachlich ein bisschen, sie wirkt sehr konstruiert. Vielleicht störe ich mich auch nur an dem "actually", das den Fluss stört und seltsam formal wirkt.

Dankesehr! Ja, das "actually" wirkt sperrig und tatsächlich ist es nicht nötig. Guter Hinweis, habe ich mal entfernt. Darüber hinaus ist die Zeile in ihrer Bedeutung die Kernaussage: All dies würde ich tun, um Frieden zu bekommen. Ich habe den Song zunächst auch "Peace be with you" genannt, fand den Titel aber irgendwie noch kitschiger als "My Desert".

Die zweite Strophe verlässt den metaphorischen Beginn. Das ist schade, denn es macht den Text nicht stärker sondern sperriger. Wie das afzulösen ist, müsste ich mal länger drüber grübeln.

Die dritte Strophe - vermutlich eine Art Finale und deshalb kursiv? - fängt wieder stark an. Doch die zweite und vierte Zeile wirken wieder konstruiert. Da darf noch ein bisschen mehr Textfluss und Bildsprache rein.
Hm. Ich weiß nicht. Findest du, "Magic Spells" sind - im übertragenden Sinne als "Gebete" nicht metaphorisch zu sehen? Oder worauf beziehst du dich genau?
Und bzgl. der Bridge (die zweite, nicht ganz offensichtlich von mir), auf die zweite Zeile bin ich ja bereits eingegangen: Das ist eine gewisse Rechtfertigung von mir. Es ist nichts falsch mit mir. Ich sehe den "Teufel", wenn ich in den Spiegel sehe, weil er in uns allen ist, selbst in meiner Mutter, die uns immer wieder vor ihm gewarnt hat, selbst in den Propheten und dem Papst, die man stereotypisch noch am wenigsten mit teuflischer "Besessenheit" in Verbindung bringen würde. Und in der vierten Zeile drücke ich meine Reue aus, das, was mich - uns - als Menschen ausmacht, in verzweifelter und letztlich toxischer Hoffnung versucht habe, zu bekämpfen.

So, nur, um den Kontext zu liefern, das soll nun keineswegs für eine Beratungsresistenz meinerseits sprechen :) Nur, um meine Absicht mit dem Song zu klären, was ich damit ausdrücken möchte.
Ich danke dir jedenfalls sehr für dein hilfreiches Feedback!
 
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