Nachteile eines Knopfakkordeons gegenüber dem Tastenakkordeon?

  • Ersteller acc2009
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Ich möchte auch niemanden verunsichern. Sollte ich mich lieber zurückhalten?

Wie erwähnt, ich finde diese Diskussion hoch spannend :great:. Allerdings muss man sie auch richtig einordnen. Ich werde ganz bestimmt nicht auf Knopf wechseln.

Das ist das Einzigartige am Akkordeon (abgesehen von elektronischen Instrumenten): man hat eigentlich von der Bedienung völlig unterschiedliche Instrumente, um denselben Klang zu erhalten: Diatonisch, Knopf, Taste, Standardbass, Free-bass etc.

Wenn man einen Klarinettisten, Geiger, Bassisten etc. fragen würde, wieso gerade dieses Instrument, so wäre die Antwort wohl: der Klang. Bei Knopf- oder Tastenakkordeon wird es kompliziert.....

Aber wieso hat eigentlich das Knopfsystem nie auf andere Instrumenten abgefärbt und ist beim Akkordeon geblieben? Gerade bei elektronischen Instrumenten wäre es ja ein Leichtes, so etwas zu bauen (üben könnte man sogar an der Computertastatur, das Layout ist ja ähnlich). Aber abgesehen von ein paar Exoten hat sich das Knopfsystem nicht über das Akkordeon verbreitet.
 
Ich fange mal von hinten an:
Ganz recht, ich möchte wirklich keine Grundsatzdebatte, denn auch die besten Musiker spielen Tasten.
Ich versuche lediglich, die Nachteile als Nachteile zu verstehen oder gegebenenfalls als falsch zu entlarven.
Ich möchte auch niemanden verunsichern. Sollte ich mich lieber zurückhalten?
Nein, bloß keine Zurückhaltung! Ist doch eine sehr anregende Diskussion :)

Ich finde aber, wir sollten hier nicht immer Nachteile und Vorteile vermischen. Ich kenne die Vorteile des Knopfakkordeons gegenüber dem Tastenakkordeon - die sind gravierend und für mich auch so entscheidend, dass ich Knopfakkordeon spiele. Aber wenn wir OT bleiben wollen ... es geht hier um die NACHTEILE, die es doch gewiss auch gibt. Einer hat bereits ein gutes Beispiel gebracht: ein Glissando auf Knopf ist wirklich eine oberpeinliche Angelegenheit, weil es unweigerlich immer irgendwie nach vermindertem Septakkord klingen wird :)

... Es gibt Knopfakkordeons mit nur 3 Reihen. Diese werden in Russland den Kindern in die Hand gedrückt. Sie lernen die drei Fingersätze. Sie brauchen nicht mehr. Das reicht für alle Tonarten. ...
Stimmt im Prinzip - nur ist bei der Beschränkung auf drei 3 Reihen die Flexibilität des Systems verschenkt. Polyphonie auf 3 Reihen? Sehr mühsam bis fast unmöglich, wenn man ein Legato anstrebt.

Schau mal; eine große Terz von C nach E, eine große Terz von F# nach A#, eine große Terz von Ab nach C und schließlich eine große Terz von D nach F# fühlt sich auf Tasten auch jedes mal anders an. Das sind schon 4 verschiedene Griffe gegenüber 2 verschiedenen Griffen für Intervalle auf Knopf. Bei 5 oder 6 Knopfreihen hast Du eine Wahl. Bei drei Reihen nicht.
Lieber Uwe, das ist graue Theorie :)
In der Praxis braucht man am Tasteninstrument kaum einen Gedanken darauf verschwenden, ob da nun eine schwarze Taste dabei ist oder nicht. Die Finger finden den Weg innerhalb einer Tonart automatisch - genügend Routine vorausgesetzt.

Was ist eigentlich mit Ganztonpassagen, Chromatiken, Verminderten und all diesen Spässen? Kommen die in der Musik nicht vor? Die sind auf Knopf leichter, das ist doch nicht zu bestreiten. Deine Theorie fällt sofort zusammen, wenn es nicht mehr um Diatonik geht.
D'accord (eon) ! Hier geht es aber doch nicht um die Vorteile des Knopfakkordeons :)
Davon mal abgesehen kommen Ganztonpassagen in der Literatur relativ selten vor, Debussy & Co spielt man auf dem Akkordeon doch eher nicht. Aber selbst wenn: Ganztonpassagen liegen auf der Klaviertastatur doch super gut, immer 2 weisse und 3 schwarze Tasten oder umgekehrt. Ich finde eine Ganztonleiter über mehrere Oktaven auf Knopf eher schwierig - denn irgendwann sind die 5 Reihen ja mal zu Ende und man muss einen Haken schlagen. Chromatik findet sich natürlich in fast allen Stilen, aber doch nicht so massiv wie diatonische Passagen, höchstens in einigen sehr speziellen Stücken.

Gerade im Jazz bin ich immer wieder heilfroh, dass ich einen 7/#11 einfach greife, ohne nachzudenken in welcher Tonart ich mich befinde oder ob ich jetzt für Obertasten eine andere Stellung brauche. Ich patsche einfach rein und es stimmt! Das geht bei jedem Akkord wenn man 5 Reihen hat.
Ja, wenn es EINER ist, klar. Aber schieb den mal diatonisch hoch, so wie es Jazzpianisten oft machen :)

Irrtum. Du mußt nicht beides berücksichtigen. Wenn Du die Wahl hast, auf welcher Reihe Du spielen willst, fällt die Entscheidung für den Fingersatz weg.
Verstehe ich nicht. Mit der Wahl der Reihe hast Du Dich doch noch nicht für einen bestimmten Finger entschieden. Da geht es dann doch erst weiter, in welcher Reihe spiele ich den nächsten Ton usf. Die Suche nach einem guten Knopffingersatz ist mühsamer als nach einem guten Tastenfingersatz, weil es auf Knopf eben viel mehr Möglichkeiten gibt.

Erklär mir bitte nochmal, wie Du die Lücke gewinnbringend einsetzt. Das ist mir leider noch nicht klar geworden. Wenn Du die als Orientierungshilfe nutzt, gehst du auch ziemlich weit ins Innere der Tastatur und verzichtest auf Stabilität und Hebelwirkung.
Genau, als Orientierungshilfe. Während des Spielens berühren die Finger immerzu alle möglichen Tasten, auch solche Finger, die gerade keine Taste herunterdrücken. Ist so ähnlich wie wenn eine Katze durchs Gras schleicht und die Umgebung dabei mit ihren Barthaaren erfühlt :)

Beim Spielen auf historischen Orgeln kommt man des öfteren an Instrumente, wo in der Tiefe die beiden Töne Cis und Es fehlen. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie einem diese Tasten bei der Orientierung fehlen, wenn die linke Hand einen Sprung abwärts aufs tiefe C oder D ausführen muss. Womit wir zu Deiner nächsten Frage kommen:

Korrekt. Kaum Bedarf. Darf ich fragen, warum Du beides spielst? Hut ab! Vielleicht bist Du wegen der Dualität auf Knopf eben noch nicht so zu hause wie auf Tasten?
Erstens bringt es einfach die Situation als Musikschullehrer mit sich, dass man beides unterrichten können muss. Zweitens spiele ich auch intensiv (Pfeifen-)Orgel und (weniger) Klavier. Auf Knopf bin ich im ersten Semester an der Hochschule umgestiegen (was nun schon über 20 Jahre her ist ...) und seitdem spiele ich auch fast nur auf Knopf (was Akkordeon angeht).

Was Chopin betrifft ... die Wahl der Tonarten hat er meines Wissens eher aus klanglichen Gründen getroffen. Salonmusik in C# klingt einfach frischer als in C.
Tut es das? Dann müßte die Orgel, an welcher ich regelmässig alte Musik spiele, ja besonders frisch klingen - die ist nämlich (original) auf fast 476 Hz gestimmt.


Es gibt einfach Fälle, die auf Tasten leichter sind und Fälle, die auf Knopf leichter sind. Die Vorteile vom Knopfsystem machen sich aber vielleicht erst in schwierigerer Musik bemerkbar.
Ganz meine Meinung :)
Wenn bei Dir eine Quartsextakkordkette in F# einfach so läuft ...
Ehrlich gesagt: ja ... Allerdings: wann spielt man denn schon in Fis-Dur? Stücke in Fis-Dur kann ich an 3 oder 4 Fingern abzählen.

Monte
 
Zuletzt bearbeitet:
... Wenn man einen Klarinettisten, Geiger, Bassisten etc. fragen würde, wieso gerade dieses Instrument, so wäre die Antwort wohl: der Klang. ...
Zu kurz gesprungen... - es gibt bei Klarinetten und und Querflöten sehr wohl verschiedene Griff-Systeme!
 
verschiedene Griff-Systeme
gibt es auch beim Knopfakkordeon. Dass aber ein Knopf- und ein Pianoakkordeon ganz unterschiedlich zu bedienen sind, das sieht sogar ein Laie. Einen so grundlegenden Unterschied sehe ich im Moment bei keinem anderen Instrument.

Für mich sehe ich einen grossen Nachteil des Knopfakkordeons darin, dass die Bedienung an dieses Instrument gebunden ist, wohingegen ich einfach vom Pianoakkordeon auf ein anderes Keyboard wechseln kann.
 
M
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  • Grund: OffTopic
!Ambrosius!
  • Gelöscht von Wil_Riker
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Das sind aber gewaltige Posts!

Da lese ich schon auch einen guten Teil emtionaler Bindung mit raus! Passt auf, dass ihr da keine Fronten aufbaut, wo gar keine sind!

Wenn ich rein technisch über Nachteile beim Kopfakkordeon nachdenke, fallen mir nach wie vor nicht mehr ein als schon weiter oben genannt.

Da sehe ich die Vorteile deutlich überwiegen. Über Orientierung bei Halbtonlücken der schwarzen Tasten kann man streiten. Alleine schon dass da Lücken sind, finde ich bei der Pianotastatur befremdlich und störend. Und nicht mal das halte ich bei Knopfakkordeon für einen Nachteil - alle Convertersysteme laufen im bass auf Knopfsystembasis - und die werden blind bedient! Und es funktioniert! Ein paar Versuche mit Pianotasten auf der Basseite gab es auch schon mal, aber die waren noch niocht mal unter ferner liefen. Von etabliert ganz zu schweigen.

Geht also durchaus mit der Treffsicherheit und drum möchte ich dies auch nicht fürs Knopfakkordeon als Nachteil werten.
Ich hab mal meinen Lehrer gefragt, der grade immerhin mit Akkordeon promoviert, ob er es als Nachteil oder Vorteil sieht, dass er Pianotastatur spielt, lautete seine Antwort: "Hätte ich von Anfang an Knopf gelernt, dann denke ich, dass ich mit Knopf schneller wäre und manche Passagen leichter spielen könnte - aber auf Tastatur sieht es , wenn man es dann auch kann besser aus! Aber Knopf war damals im meiner Umgebung nicht angesagt"

Und das dürfte wohl in unserer Region der Hauptnachteil sein:

Genau wie schon ein paar Posts weiter oben erwähnt, das Problem bei uns ist, dass für Knopf kaum Lehrer zu finden sind, gute noch weniger. So hat sich bei mir seinerzeit die Debatte überhaupt nicht gestellt, welches System ich lerne - es gab nur Lehrer für Pianoakkordion.
Da brauchte man noch nicht mal drüber debattieren, ob B, C, oder B-Griff gestuft besser ist - das war dort überhaupt nicht existent! Und auch keine Instrumente in der Ausführung! null, nix, nada!

Das sieht in Frankreich oder Russland gleich ganz anders aus, aber hier ist es eben so und das ist ein Nachteil des Knopfakkordeons hier bei uns in unserer Region. Das spiegelt sich auch in der Instumentenauswahl im Musikaliengeschäft wieder. So richtig durch die ganzen Marken kann man sich da in aller Regel nicht durch probieren um sein Instrument zu finden, die Auswahl ist deutlich eingeschränkt.

Wer es ich zutraut, umzulernen und die damit verbunde Mühsal auf sich nimmt - Hut ab! :great: Ich meinerseits mach den Umstieg nicht mehr. Hab ich schon so Probleme mit meinem Spiel mehr als genug, da muss ich es mir nicht auch noch schwerer machen, in dem ich mit einem mir völlig fremden System spiele.:redface:

Gruß, maxito
 
Einer hat bereits ein gutes Beispiel gebracht: ein Glissando auf Knopf ist wirklich eine oberpeinliche Angelegenheit, weil es unweigerlich immer irgendwie nach vermindertem Septakkord klingen wird :)
Das muss ich doch mal revidieren - man muss nur wissen, wie man auf Knopf ein chromatisches Glissando spielt: 2., 3. und 4. Finger gleiten gleichzeitig (jeder auf einer Grundreihe). Sie liegen dabei horizontal nebeneinander, so dass sie beim Gleiten die Töne der diagonalen Reihen nacheinander niederdrücken (c-cis-d usw.);)
 
Hallo Maxito,

Da lese ich schon auch einen guten Teil emtionaler Bindung mit raus! Passt auf, dass ihr da keine Fronten aufbaut, wo gar keine sind!
Ach was, die Gefahr sehe ich hier nicht. Wir plaudern doch nur nett :)

Über Orientierung bei Halbtonlücken der schwarzen Tasten kann man streiten.
Wie findest Du denn die Tasten in hoher Lage, etwa schauen? Da Tasten nicht wie Knöpfe markiert sind, kann man überhaupt nur an den Lücken erfühlen, wo man sich befindet. Okay, einer meiner pfiffigen Schüler hatte sich mal einen Fahradspiegel an sein Akkordeon geschraubt, um besser sehen zu können ... :)

Alleine schon dass da Lücken sind, finde ich bei der Pianotastatur befremdlich und störend.
Hm, die Klaviertastatur hat aber eine beindruckende, lange Geschichte hinter sich. Haben die Musiker und Instrumentenbauer denn alle jahrhundertelang geirrt?

Und nicht mal das halte ich bei Knopfakkordeon für einen Nachteil - alle Convertersysteme laufen im bass auf Knopfsystembasis - und die werden blind bedient! Und es funktioniert!
Das stimmt! Allerdings handelt es sich links um kleinere Knöpfe, die Systeme mit grossen Knöpfen haben sich ja bekanntlich nicht durchgesetzt. Spielt man denn links mit der gleichen Virtuosität wie rechts? Aus diversen Gründen natürlich nicht. Insofern hinkt der Vergleich. Wenn man links sehr grosse Sprünge machen muss, sieht es mit der Treffsicherheit nämlich nicht mehr so toll aus. Polyphone Sachen links sind auch relativ schwierig, jedenfalls ungleich schwerer als rechts.

Ich hab mal meinen Lehrer gefragt, der grade immerhin mit Akkordeon promoviert, ob er es als Nachteil oder Vorteil sieht, dass er Pianotastatur spielt, lautete seine Antwort: "Hätte ich von Anfang an Knopf gelernt, dann denke ich, dass ich mit Knopf schneller wäre und manche Passagen leichter spielen könnte - aber auf Tastatur sieht es , wenn man es dann auch kann besser aus!
Ehrlich? Ich finde, Knopf sieht viel besser aus, ist rein optisch einfach ein in sich stimmiges Instrument. Tastenakkordeon ... hm, rechts eine zusammengequetschte Cembalotastatur und links kleine Knöpfe ... Das kann man eigentlich nur mögen, wenn man da reingewachsen ist.

---------- Post hinzugefügt um 19:31:41 ---------- Letzter Beitrag war um 19:30:21 ----------

Das muss ich doch mal revidieren - man muss nur wissen, wie man auf Knopf ein chromatisches Glissando spielt: 2., 3. und 4. Finger gleiten gleichzeitig (jeder auf einer Grundreihe). Sie liegen dabei horizontal nebeneinander, so dass sie beim Gleiten die Töne der diagonalen Reihen nacheinander niederdrücken (c-cis-d usw.);)
Super!!! Kannst Du mal ein Klangbeispiel hochladen?

Monte
 
Kann ich bei Gelegenheit mal machen.
 
Wie findest Du denn die Tasten in hoher Lage, etwa schauen?

Mitunter schon, versuche aber den Sprung ins bewegungsmotorische Gedächtnis einzuprägen und wenn man guten Spielern zuschaut, dann machen die oft größere Sprünge wirklich blind - also übers motorische Gedächtnis.
Und bei den Knopfakkordeonen hast du ja auch Markierungen für die Feinorientierung - wenn du schon mal grob in die fasche Ebene gesprungen bsit, hilft dir das auf beiden Systemen nix. Und nachschauen kannst du, wenn du Zeit dafür hast. Wenn es schnell gehen muss, muss auc der Sprung zeimlich gut sitzen, sonst hört man die "Suchlücke" .

Auch da ist m.M.n. das Knopfsystem im Vorteil - in Wechsel über zwei Oktaven kann man fast noch greifen - da muss man noch nicht mal springen. Lettzlich bleibt es für mich dabei- vom Spielsystem her finde ich bei Knopfakkordeonen nicht viel, was nachteilig ist.

Hm, die Klaviertastatur hat aber eine beindruckende, lange Geschichte hinter sich. Haben die Musiker und Instrumentenbauer denn alle jahrhundertelang geirrt?

Möchte ich mal nicht ausschließen! Nur weil es schon lange so gemacht wird, heißt das nicht, dass es besser ist als ein anderes System. Manches lässt sich einfach deshalb nicht mehr ändern, weil es schon zu weit verbreitet ist. (siehe VHS versus Video 2000 seinerzeit)

Einen "kleinen" Nachteil sehe ich bei Knopf noch bei Cassotto-Konstruktionen. Dadurch dass die Knopfinstrumente oftmals etwas kompakter bei gleichzeitig größerem Tonumfang sind, als Pianotastaturen, werden zwei Chöre auf drei Stimmstockreihen verteilt - so gibt es z.B. Knopfmorinos, die dann dadurch drei Reihen Stimmstöcke im Cassottoschacht haben (obwohl es nur 2 Chöre sind) Dadurch wird der Cassottoschacht zwangsläufig weiter. Und je weiter der Schacht wird, desto schwächer wird die Wirkung des Cassottos. Demzufolge wird es schwieriger einen so ausgeprägten Cassottosound mit großen Knopfinstrumenten zu erzeugen, wie bei Pianotastaturen. (was nicht unbedingt negativ in bezug auf das klangliche Ergebnis sein muss - nur so ausgeprägt wird halt schwieriger)

gruß, maxito
 
Hallo nochmal
ich war heute leider nicht zu hause und eigentlich möchte ich auch nicht weiter streiten.
Ich finde aber, wir sollten hier nicht immer Nachteile und Vorteile vermischen.
Ich wollte nur die von Dir genannten Dinge nicht als Nachteile im Raum stehen lassen - insbesondere die Sache mit der Linearität.

nur ist bei der Beschränkung auf drei 3 Reihen die Flexibilität des Systems verschenkt.
Ich habe mal einige der genannten Problematiken anschaulich gemacht.
http://vimeo.com/19303453 (ist heute erst ab ca. 23.00 Uhr verfügbar - die Freischaltung vom Amt dauert 2 Stunden)

Ab der 30. Sekunde seht ihr, wie Durakkorde diatonisch verschoben werden. Es gibt in dem Zusammenhang harmonisch 3 Typen von Quartsextakkorden. Dur, Moll und ein verminderter. Durch die Disziplin, auf drei Reihen zu bleiben, muß ich die Dur und Moll Akkorde auf 2 verschiedene Weisen greifen. (Das müßte ich natürlich nicht unbedingt - ich könnte unter Ausnutzung von 4 Reihen bei exakt 3 Griffen bleiben!!!) Durch diese Disziplin wird es aber möglich 1. im vorderen Bereich zu bleiben. Ich könnte also Hilfsreihen beim Bau des Akkordeons weglassen und habe eine sehr stabile Lage. 2. kann man dann - wie zu sehen ist - dann doch unter Benutzung aller Reihen in allen Tonarten den selben Spass machen. 5 Akkorde gelernt und dann Gehirn "ausgeschaltet" - ein für allemal in allen Tonarten.
Polyphonie auf 3 Reihen? Sehr mühsam bis fast unmöglich, wenn man ein Legato anstrebt.

Ab 1:26 habe ich einen kurzen Teil aus einer Bach Fuge BWV 552 ausgegraben (gehört auch nicht mehr in mein Repertoire) Dort glaube ich das Achtelthema einigermaßen Legato gespielt zu haben. Ja, ich benutze 5 Reihen, aber über große Strecken auch nur 3 Reihen. Auch hier sehe ich keinen Nachteil gegenüber Tasten. Es ist zwar für Orgel geschrieben, aber ob dort ein Legato einfacher ist?
In der Praxis braucht man am Tasteninstrument kaum einen Gedanken darauf verschwenden, ob da nun eine schwarze Taste dabei ist oder nicht. Die Finger finden den Weg innerhalb einer Tonart automatisch - genügend Routine vorausgesetzt
Beim Knopf brauchst Du aber nicht einmal Routine! Große Terzen sind klar immer gleich. Wo hat Knopf da den Nachteil? Ab 1:10 seht ihr wie Terzen gespielt werden können.


Davon mal abgesehen kommen Ganztonpassagen in der Literatur relativ selten vor, Debussy & Co spielt man auf dem Akkordeon doch eher nicht. Aber selbst wenn: Ganztonpassagen liegen auf der Klaviertastatur doch super gut, immer 2 weisse und 3 schwarze Tasten oder umgekehrt. Ich finde eine Ganztonleiter über mehrere Oktaven auf Knopf eher schwierig - denn irgendwann sind die 5 Reihen ja mal zu Ende und man muss einen Haken schlagen. Chromatik findet sich natürlich in fast allen Stilen, aber doch nicht so massiv wie diatonische Passagen, höchstens in einigen sehr speziellen Stücken.

Das lasse ich mal so stehen. Wie Musik strukturiert ist, führt jetzt wirklich zu weit. Aber zur zur Ganztonleiter: Das Video beginnt mit einigen Skalen und Akordbrechungen. Schaut bitte, wie es wirklich aussieht.

Ja, wenn es EINER ist, klar. Aber schieb den mal diatonisch hoch, so wie es Jazzpianisten oft machen :)

Ok - 48. Sekunde

Verstehe ich nicht. Mit der Wahl der Reihe hast Du Dich doch noch nicht für einen bestimmten Finger entschieden. Da geht es dann doch erst weiter, in welcher Reihe spiele ich den nächsten Ton usf. Die Suche nach einem guten Knopffingersatz ist mühsamer als nach einem guten Tastenfingersatz, weil es auf Knopf eben viel mehr Möglichkeiten gibt.

Siehe oben, wenn Du 3 Reihen benutzt hast Du ähnlich eingeschränkte Wahlmöglichkeiten für den Fingersatz, wie bei Tasten, dafür aber ein sicheres Gefühl.

Beim Spielen auf historischen Orgeln kommt man des öfteren an Instrumente, wo in der Tiefe die beiden Töne Cis und Es fehlen. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie einem diese Tasten bei der Orientierung fehlen, wenn die linke Hand einen Sprung abwärts aufs tiefe C oder D ausführen muss.

Verstehe. Aber ist es nicht furchtbar fummelig, wenn Du Dich an den Tasten entlangfühlst? Ist ja fast wie ein Blinder, der sich an der Wand festhalten muß. Wie gesagt, durch die Stufen im Knopf und durch die generell kleineren Abstände hat man das nicht nötig. Wenn die Sprünge wirklich mal über 2 Oktaven hinausgehen, muß ich auch einen kurzen Blick aufs Manual werfen. Alles andere "überblickt" man einfach durch Erfahrungswerte in der Handspannung.

Tut es das? Dann müßte die Orgel, an welcher ich regelmässig alte Musik spiele, ja besonders frisch klingen - die ist nämlich (original) auf fast 476 Hz gestimmt.

Wieder OT aber trotzdem kurz: Der Kammerton wurde nach oben korrigiert um ein energiereicheren, frischeren Klang zu haben. Ich höre bei vielen Instrumenten Tonarten in Farben, das ist nocheinmal anders als absolut zu hören. Cis hat einen anderen Charakter als C - ganz klar. Wenn C aber einfach höher gestimmt wird, bleibt der C Klangcharakter erhalten. Grausames Erlebnis für mich!
Einer hat bereits ein gutes Beispiel gebracht: ein Glissando auf Knopf ist wirklich eine oberpeinliche Angelegenheit, weil es unweigerlich immer irgendwie nach vermindertem Septakkord klingen wird :)

Glissando ist nur peinlicher, wenn man ein diatonisches Glissando auf weissen Tasten braucht. Sobald ein Vorzeichen dabei sein soll geht es auf Tasten auch nicht mehr.
Ein klein Terzglissando ist auf Tasten dafür peinlich. Ein kurzes chromatisches Glissando geht auch auf Knopf. Das kann ja mal der waldgyst zeigen...
 
Hallo Leute,

bevor hier die Stimmung hochkocht: Es geht nicht darum, sich gegenseitig zu missionieren (eine ähnliche ausschweifende Diskussion haben wir bereits in dem oben in Beitrag #6 verlinkten Thread geführt).
Vermutlich ist diese Diskussion generell höchst akademisch, denn wenn man im Kindesalter beginnt, Akkordeon zu lernen, fällt die Entscheidung, ob Taste oder Knopf, sicher aufgrund anderer Punkte...
 
Das sind aber gewaltige Posts!
...
Und das dürfte wohl in unserer Region der Hauptnachteil sein:

Genau wie schon ein paar Posts weiter oben erwähnt, das Problem bei uns ist, dass für Knopf kaum Lehrer zu finden sind, gute noch weniger. So hat sich bei mir seinerzeit die Debatte überhaupt nicht gestellt, welches System ich lerne - es gab nur Lehrer für Pianoakkordion.
Da brauchte man noch nicht mal drüber debattieren, ob B, C, oder B-Griff gestuft besser ist - das war dort überhaupt nicht existent! Und auch keine Instrumente in der Ausführung! null, nix, nada!
...
Gruß, maxito

Hallo maxito,

wir hatten in den 50er-70er Jahren einen Lehrer im Verein, der selbst Knopf spielte. Er hatte in den 70ern nur Piano-Schüler (darunter ich) und alle Anfänger-Leihinstrumente waren Piano. Die letzen Knopf-Schüler wurden von ihm in den 50er Jahren unterreichtet: Umsteiger von der diatonischen Club Harmonika auf chromatisch Knopf (die sind jetzt alle zwischen 70 und 80). Im anderen Verein haben wir seit ein paar Jahren 2 russische Lehrer, die natürlich beide nur (!) Knopf spielen - sie haben nur Piano-Schüler und wieder gibt es nur Piano-Anfänger-Leihinstrumente.

Ein Bekannter - Sohn von Akk-Lehrer-Ehepaar - hat in den 60er/70er Piano gelernt obwohl beide Eltern Knopf spielen und unterrichten.

Trotzdem bin ich nach fast 20 Jahren Piano auf Knopf umgestiegen und spiele immer noch ständig beide Systeme im Wechsel.

Viele Grüße... Peter :)
 
Hallo nochmal
ich war heute leider nicht zu hause und eigentlich möchte ich auch nicht weiter streiten.
Dafür legst Du Dich aber ganz gut ins Zeug ...
Ich habe es bisher nicht als Streit angesehen.

Ich wollte nur die von Dir genannten Dinge nicht als Nachteile im Raum stehen lassen - insbesondere die Sache mit der Linearität.
Fakt ist, dass das übliche Knopfakkordeon 5 Reihen hat, da kann man beim besten Willen nicht von Linearität sprechen.

Ich habe mal einige der genannten Problematiken anschaulich gemacht.
http://vimeo.com/19303453 (ist heute erst ab ca. 23.00 Uhr verfügbar - die Freischaltung vom Amt dauert 2 Stunden)
Ich habe es mir angeschaut, vielen Dank für die Mühe!

Bei der Ganztonleiter wechselst Du ständig zwischen den beiden Griffmöglichkeiten für den Ganztonschritt hin und her - viel anderes bleibt ja auch nicht übrig. Es widerspricht aber einfach der Aussage, dass ein Intervall immer mit demselben Griff gespielt werden kann.

Deine diatonischen Akkordketten zeigen sehr anschaulich die Schwächen des Knopfsystems. Einzelne Finger müssen kompliziert nach hinten gekrümmt und wieder nach vorne gezogen werden. Auf der Klaviertastatur bleiben die Finger in etwa in einer Ebene ... das ist eben die Sache mit der Linearität. Du machst das übrigens technisch brilliant, Kompliment!

Die grösseren Akkorde verschiebst Du allerdings nicht diatonisch, sondern lässt den Griff und damit die Akkordstruktur einfach gleich. Das ist natürlich eine der großen Stärken des Knopfsystems und geht tatsächlich kinderleicht. Geht das auch so einfach diatonisch? Ich hätte da durchaus Probleme mit.

Zu BWV 552: natürlich sollte man Bach nicht legato spielen, aber darum ging es hier ja nicht. Du wolltest polyphones Legatospiel auf 3 Reihen demonstrieren. Na ja, Du benutzt schon konsequent 5 Reihen, wie man sehen kann. Und mit Legato hat das nicht viel zu tun. Was willst Du damit also beweisen?

Wieder OT aber trotzdem kurz: Der Kammerton wurde nach oben korrigiert um ein energiereicheren, frischeren Klang zu haben. Ich höre bei vielen Instrumenten Tonarten in Farben, das ist nocheinmal anders als absolut zu hören. Cis hat einen anderen Charakter als C - ganz klar. Wenn C aber einfach höher gestimmt wird, bleibt der C Klangcharakter erhalten. Grausames Erlebnis für mich!
Die Orgeln im Barock standen häufig einen halben Ton höher als normal, dafür war der Kammerton extrem niedrig. Die Gründe dafür sind vielfältig, gehören allerdings wirklich nicht hier her (es ging aber keineswegs um einen "energiereicheren, frischeren Klang"). Cis-Dur und C-Dur sind bei gleichstufiger Temperatur völlig identisch, mal abgesehen von der Tonhöhe, die ja ziemlich variabel ist. Tonarten können nur dann unterschiedliche Charaktere besitzen, wenn eine ungleichstufige Temperatur gelegt wird.

Monte
 
So, nun noch mal mein Senf von unakademischer Seite ;):

Ich spiele ja seit 15 Jahren C-Griff gestuft Knopfakkordeon mit MII.
Vorher hatte ich ein paar lustige Jahre mit dem Piano-Akkordeon, als Kind mal 4 Jahre Klavierunterricht und etwas Kirchenorgelerfahrung. Das nur zu dem Hintergrund, vor dem ich schreibe.

Der größte Nachteil des Knopfakkordeons ist wirklich, daß man aufgrund der größeren Variabilität beim Fingersatz nicht so leicht vom Blatt spielen kann. Spielt man einigermaßen passabel, geht das aber bei Liedbegleitung und Stücken auf Niveaus, die man sehr gut beherrscht, finde ich.
Die Variabilität des Fingersatzes hat dann beim Erarbeiten und Ausarbeiten von einzelnen Stücken dann aber auch wieder ganz große Vorteile. Man kann damit auch gut Merkwürdigkeiten der eigenen Hand ausgleichen. Das geht mit Knöpfen besser als mit der Piano-Tastatur.

Verstärktes Klappern ist auch bei total "ausgenudelten", alten Knopfmanualen echt nicht so das Problem. Meine Morino Artiste VI D ist alt und total "ausgenudelt" und läßt sich prima spielen. Sie ist so leichtgängig, whow. Das einzige, was mich etwas nervt, ist ihr recht großer Knopfhub. Irgendwann laß ich den aber noch mal etwas verkleinern und vor allem auf allen Knöpfen gleichmäßig machen. Zu klein sollte er nämlich auch nicht sein, da man so gezwungen ist, die Knöpfe sehr präzise senkrecht von oben zu treffen und das macht dann einen schön knackigen Ton. (gibt es hier auch irgendwo einen thread, der das gut beschreibt)

Wenn man sich in der Vielzahl von Knöpfen verpackt, dann verpackt man sich durchaus auch total gründlich. Die Feststellung kann ich teilen. Oder man touchiert versehentlich leicht einen Nachbarknopf und hat dann ein unsauberes Spiel. Allerdings sind Verspieler auf Piano-Tastaturen auch Mist. Da passieren dann andere Dinge, aber sie passieren auch.

Dann ist die geringe Verbreitung von Knopfakkordeons in Deutschland sicher ein Problem. Aber das ist ja kein Nachteil des Knopfakkordeons an sich.

C-Griff war für mich als Umsteigerin von der Piano-Taste damals sehr gut zu bewältigen - ich habe das zunächst als "Piano im Zick Zack" empfunden und die Akkorde dann auch ein wenig so griffbildmäßig wie Gitarren-Akkorde.
Irgendwann hat der Kopf dann komplett umgeschaltet und ich konnte genau so gut in C-Knopfmanual denken wie vorher in Pianotastatur. Mittlerweile geht ersteres sogar besser. Wobei komplexe Akkorde, die man musiktheroretisch erstmal mental verinnerlichen muß, auf dem Piano sehr übersichtlich zusammenzustellen und gut zu verinnerlichen sind. Aber der Unterschied ist kein besonders gravierender Nachteil des Knopfmanuals, wie ich finde.

So vertikal vor dem Körper finde ich Knopfmanuale ergonomischer (für meine kurzen Finger sind sie es auch btw.), horizontal bevorzuge ich dann doch Piano-Tasten. Sowas wie diese C-Griff-E-Orgeln stelle ich mir total unpraktisch vor.

Der allergrößte Nachteil von Knopfakkordeons vor allem hier in Deutschland ist der, daß man immer ganz schnell in Debatten mit Pianoakkordeonspielern verwickelt ist, die einen mit lauter Rechfertigungsdrang zutexten. :D
(Das ist kein Hieb gegen Foristen hier, denke da eher an ein paar Begebenheiten in RL. ;) )

viele Grüße
Thuja
 
Fakt ist, dass das übliche Knopfakkordeon 5 Reihen hat, da kann man beim besten Willen nicht von Linearität sprechen.

Gut.

Bei der Ganztonleiter wechselst Du ständig zwischen den beiden Griffmöglichkeiten für den Ganztonschritt hin und her - viel anderes bleibt ja auch nicht übrig. Es widerspricht aber einfach der Aussage, dass ein Intervall immer mit demselben Griff gespielt werden kann.

Das ist doch höchstens vergleichbar mit dem Untersatz des Daumens ...

Deine diatonischen Akkordketten zeigen sehr anschaulich die Schwächen des Knopfsystems. Einzelne Finger müssen kompliziert nach hinten gekrümmt und wieder nach vorne gezogen werden. Auf der Klaviertastatur bleiben die Finger in etwa in einer Ebene ... das ist eben die Sache mit der Linearität.

Ich habe doch ausführlich geschrieben, dass es auch anders geht. Der Grund für diese Spielweise war das Aufzeigen der simplen Transponierung. Wenn ich alle Reihen benutze, brauche ich nicht nach hinten sondern die Finger bleiben gerade.
Ich werde an dieser Stelle aufgeben und keine weiteren Versuche unternehmen. Ich denke, alles ist gesagt.

Die grösseren Akkorde verschiebst Du allerdings nicht diatonisch, sondern lässt den Griff und damit die Akkordstruktur einfach gleich ... Geht das auch so einfach diatonisch? Ich hätte da durchaus Probleme mit.

Ein #11 ist ein #11. Wenn ich den verändere, ist es kein #11 mehr. Schick mir mal Noten von dem, was Du meinst.

Zu BWV 552: natürlich sollte man Bach nicht legato spielen, aber darum ging es hier ja nicht. Du wolltest polyphones Legatospiel auf 3 Reihen demonstrieren. Na ja, Du benutzt schon konsequent 5 Reihen, wie man sehen kann. Und mit Legato hat das nicht viel zu tun. Was willst Du damit also beweisen?

heul. Bach sollte man nicht legato spielen? Ich soll aber Polyphonie im legato auf drei Reihen zeigen?
Meine Achtelkette ist nicht legato?
Ich bin überfordert.

Cis-Dur und C-Dur sind bei gleichstufiger Temperatur völlig identisch, mal abgesehen von der Tonhöhe, die ja ziemlich variabel ist. Tonarten können nur dann unterschiedliche Charaktere besitzen, wenn eine ungleichstufige Temperatur gelegt wird.

Ich verstehe leider nichts von dem, was Du sagst - gehe aber mal davon aus, dass wir verschiedene Dinge meinen. Du meinst die Farbe, die der Stimmung zugrunde liegt. Ich meine aber die Farbe, die eine temperierte Tonart hat.
Ich kann Tonarten auf vielen Instrumenten aufgrund ihrer Farbe erkennen, auch wenn das Instrument unsauber gestimmt ist. Da steht A Dur als frischeste Farbe. C Dur als billig und E Dur als kernig usw.
Chopin hat Cis Dur mit Sicherheit wegen seiner klanglichen Wirkung benutzt, nicht weil es sich auf Tasten leichter spielt - wie Du sagst.

Ich werd mich mal zurückziehen. Es ist zwar immernoch anregend, aber ich glaube, wir werden uns trotzdem nicht einig.
Vielleicht liege ich auch wirklich falsch, weil ich die Schwächen von Knopf nicht mehr bemerke und es kann mir eigentlich auch egal sein. :)
 
Ich habe doch ausführlich geschrieben, dass es auch anders geht. Der Grund für diese Spielweise war das Aufzeigen der simplen Transponierung. Wenn ich alle Reihen benutze, brauche ich nicht nach hinten sondern die Finger bleiben gerade.
Dann handelst Du Dir aber andere Probleme ein, nämlich weitere Wege für die Finger. Um bei Deinen Quartsextakkorden zu bleiben: spielt man c-f-a mit 1-3-5 und dann d-g-h ebenfalls mit 1-3-5, muss man über eine Reihe hinwegspringen, geht also einen indirekten Weg, der meistens gefährlicher ist als der direkte Weg. Dichter ist natürlich d-g-h mit 2-3-4, wobei der 3. Finger eben zurückgezogen wird.

Ein #11 ist ein #11. Wenn ich den verändere, ist es kein #11 mehr. Schick mir mal Noten von dem, was Du meinst.
Ich meinte ganz einfach die simple Jazzklavier-Technik, eine Melodie in der Oberstimme mit Akkordeon zu unterlegen, die alle dieselbe diatonsiche Struktur haben. Also am Beispiel einer Tonleiter etwa:

d-f-a-c / e-g-h-d / f-a-c-e usw.
oder
e-g-a-c / f-a-h-d / g-h-c-e usw.

um es einfach zu halten. Natürlich geht das auf Knopf, keine Frage. Aber es ist eindeutig schwieriger als auf Tasten - ging es nicht mal darum in diesem Thread?

Meine Achtelkette ist nicht legato?
Doch :)
Aber die Gegenstimme doch sicher nicht ...

Ich verstehe leider nichts von dem, was Du sagst - gehe aber mal davon aus, dass wir verschiedene Dinge meinen. Du meinst die Farbe, die der Stimmung zugrunde liegt. Ich meine aber die Farbe, die eine temperierte Tonart hat.
Ich kann Tonarten auf vielen Instrumenten aufgrund ihrer Farbe erkennen, auch wenn das Instrument unsauber gestimmt ist. Da steht A Dur als frischeste Farbe. C Dur als billig und E Dur als kernig usw.
Ich meine die Farbe, die durch die Temperierung entsteht, nämlich durch unterschiedlich grosse Terzen, Quinten, Sekunden ... Du meinst wohl eher die Farbe, die durch instrumentenspezifische Dinge entsteht, also z.B. ob ein Streicher eine leere Saite spielt, wieviele Klappen auf einem Blasinstrument geöffnet sind etc. Diese Aspekte kann man bei Tasteninstrumenten aber weitgehend unter den Tisch fallen lassen. Lustig finde ich Deine Empfindung von C-Dur als "billig". C-Dur klingt auf alten Orgeln in mitteltönigeer Temperatur in der Regel am allerschönsten, weil es dort die reinsten Akkorde gibt (ganz rein geht ja nicht). Entferntere Tonarten bekommen dann u.U. einen sehr herben Charakter, manche Dreikläge sind gar nicht zu benutzen. In der gleichstufigen Temperatur klingt jeder Durdreiklang eben gleich gut bzw. schlecht (weil die Intervallverhältnisse identisch sind).

Chopin hat Cis Dur mit Sicherheit wegen seiner klanglichen Wirkung benutzt, nicht weil es sich auf Tasten leichter spielt - wie Du sagst.
Einigen wir uns darauf, dass Chopin Tonarten mit vielen Vorzeichen bevorzugt hat. Warum auch immer. In C-Dur gibt es kaum was von ihm, da fällt einem allerdings sofort die C-Dur Etüde an ... asig schwer :)

Monte
 
Um die Finger bei Quartsextakkordeon gerade zu halten, geht es so: c f a 1 2 4 und d g h 1 2 4 usw.

Bei Deinem Beispiel Jazzklavier läuft es wiederum auf diatonisches Verschieben auf weissen Tasten hinaus. Das hat nichts mit #11 zu tun und betrifft lediglich die Sache, wie schön das Glissando auf weissen Tasten funktioniert.
Sobald nicht mehr C Dur gefragt ist, hast du genau die gleiche technische Eierei und mußt zudem viel mehr mit Vorzeichen im Kopf hantieren als bei Knopf.
 
Zuletzt bearbeitet:
Apropos klappern, nochmal - das können Pianoakkordeons auch ganz gut. Wer mal Petar Ralchev live gesehen hat, weiß, was ich meine. Schreibmaschine inklusive, sozusagen:
http://www.youtube.com/watch?v=4jouQzCW5rY

Danke für den Link - trotz des Klapperns - das ist wunderbar was Ralchev da macht. Das Klappern habe ich im Laufe des Videos schon gar nicht mehr wahrgenommen.
Meine Instrumente klappern da nicht annähernd so laut - und meine große Weltmeister habe ich selber im Laufe der Zeit auch ganz schön "runtergespielt" und niemals in der Hinsicht in Wartung gehabt. Die Knöpfe bekommen im Laufe der Zeit halt ein wenig mehr Spiel nach rechts und links, aber das wird durch die Vertrautheit mit dem Instrument mehr als aufgewogen.
Das Vertrautsein, das "Innigsein" mit den eigenen Instrumenten ist imho ohnehin der ausschlaggebenste Faktor, da werden Vor- und Nachteile zu durchaus subjektiv gefärbten Faktoren.

Was da wirklich zu diskutieren wäre, ist die Frage welches Griffsystem sich für welche Musik besser eignet - meist auch daran schon zu erkennen, welche Musik auf welchem Griffsystem entstanden ist.
Musette "liegt" meistens total gut für C-Griff, Vossen dagegen hat seine Stücke auf dem Pianoakkordeon geschrieben und meinem Verständnis von Pianotastaturen nach merkt man das auch - klar geht das mit C-Griff, fühlt sich nur nicht so organisch an.
Was Balkan-Musik, entwickelt auf B-Griff oder Pianotaste, angeht, bist Du waldgyst, ja Fachmann - und Deine Argumente aus anderen threads leuchten mir da total ein.
Für C-Griff ist das nicht so angenehm bis deutlich unangenehm zu spielen, spiegelverkehrt in B oder das "sliden" zu den Halbtönen auf der Pianotastatur kann ich mir das wesentlich besser vorstellen.

viele Grüße
Thuja
 

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