Ein heiße Diskussion zur Frage
"Akustik-Gitarre - the Sky is the Limit" oder auch: "Welcher Preispunkt ist die Eintrittskarte für den Top-Level!" ... dies vor dem Hintergrund der Diskrepanz zwischen den aufgerufenen Preisen der Top-Liga im Vergleich zum Preispunkt des Gitarrenbauers nebenan.
Dazu habe ich auf der NAMM zwei Gespräche geführt. So richtig wollte sich da keiner festlegen, denn es scheint die "magische Zahl" nicht zu geben. Allerdings haben auch beide Gesprächspartner gesagt, wo bei ihnen der Preispunkt liegt an dem man
ihren "Besten Sound" bekommen kann.
Für Ryan Guitars liegt der Punkt bei 12.000 Dollar. Darüber ist das Holz edler, oder die Verzierung ausgeprägter. Bedeutet auch, dass er zwar teureres Holz verbauen kann, dadurch aber nicht unbedingt mehr Sound rausholt.
Ryan war bewusst nicht in der Sektion der Custom Builder. Aus seiner Sicht sind da viele aufstrebende - und durchaus auch gute - Gitarrenbauer am Werk, die aber für seinen Geschmack etwas zu häufig in innovative Optik und Korpusformen gehen. Auffallen um jeden Preis ...
Bevor es zu den Ryan Produkten geht ... ein Beispiel was er damit meint ...
Zurück zu Ryan Guitars, die ja mit den seitlichen Soundholes durchaus auch nicht ganz der klassischen Welt entsprechen ...
Diese hier auch jeweils in der 35.000 $ Klasse. Diese Preisliga hat bei ihm auch durchaus überwogen ... die klassischen Sound Maschinen ohne Firlefanz waren zwar am Stand (und genau von diesen hat er geredet als er sagte - "der Sound ist mit diesen bereits mein bester Sound"), aber die Kunden die in dieser Liga zugreifen, geben sich im Normalfall nicht mit Sound alleine zufrieden.
Als angesehener Gitarrenbauer hat Ryan Guitars in den meisten Fälle keine Probleme damit, wenn ein Kunde die fertig gebaute Gitarre nicht übernimmt. Alles was sofort verfügbar ist - und nicht völlig "wirre" Ornamente besitzt - wird ihnen aus der Hand gerissen.
Tom Bedell betreibt als Custom Shop Bedell Guitars. Er ist aber auch Chef bei Breedlove und kennt also beide Aspekte. "Shop vs Fabrik".
Für ihn liegt die "magic number" bei ca. 8.000 $. An der Stelle ist er mit der Formung des Sounds fertig. In seinem Arbeitsablauf steht die Dicke (und damit die Fokussierung auf die Resonanzfrequenz) der Gitarre im Vordergrund, um vorhersehbare "Postleitzahlgebiete" (nicht Hausnummern) bei der Definition des Sounds zu erreichen. Da seine Produkte auch bei Händlern vorhanden sind, erleichtert die Dokumentation in +/- 40 Eigenschaften jeder Gitarre den "Nachbau" mit eigenen Appointments. Basierend auf der Seriennummer der angespielten Gitarre, lässt sich für ihn der Sound in groben Zügen nachbauen.
Hier das ausgiebige Gespräch mit ihm ...
View: https://youtu.be/wYEtcdvUyio
Klar ist da auch reichlich Stoff drin um das Thema zu diskutieren. Wenn ihr hier im Thread bitte bei "kurzen Ausflügen" bleibt und das Thema im vorhandenen - oben verlinkten - Thread fortführt, wäre ich euch sehr dankbar.
Gruß
Martin
P.S. Morgen gibt es nur ne kleinere Runde NAMM, da ich Sachen Startseite unterwegs bin ...