Netzteil Fender Twin Amp ´94

von Bbmajor, 22.03.17.

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  1. Bbmajor

    Bbmajor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.17   #1
    Hallo Forum,

    mein Patient ist ein Fender Twin Amp, der im Laufe der Stunde Betrieb unanständig stark mit 100 Hz brummt.

    Besonders auffällig ist trotz intakter weil erneuerter Gleichrichtung, Siebung und Glättung ein 2V-Sägezahn in der Anodenspannung der Endröhren.
    Magnetische Streuung haben wir ebenfalls ausgeschlossen, indem wir den NT ausgelagert haben.
    Ich vermute, nun am Ende meines Lateins, einen Windungsschluß am NT, der zu einer kleinen Unsymmetrie der Wechselspannung für Ua führt. Die Windungsimpedanzen sind unauffällig.


    Wäre schön, wenn jemand mit technischem Hintergrund seine Gedanken dazu mit mir teilen könnte. Schaltplan und Serviceunterlagen sind vorhanden.

    Danke und viele Grüße
    Thorsten
     
  2. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 22.03.17   #2
    Hi Thorsten,

    ich vermute ihr habt kein Labornetzteil um den Amp einfach mal mit dem Netzteil zu versorgen? - Also die HV aus dem Netzteil zu nehmen.

    1. Ist das Brummen permanent vorhanden oder tritt es sporadisch auf?
    2. Twin mit klassischer PP-Pentoden-Endstufe oder UL-Endstufe?
    3. Elkos neu, intakt, nicht verpolt?
    4. Wie hoch ist die Ub am Gleichtrichter, wie groß der Ruhestrom auf beiden hälften des AÜ?
    5. Wie groß ist der Rdc der beiden Wicklungshälften des AÜ? Wie groß der Spannungsfall auf beiden Hälften im Betrieb?
    6. Brummen auch wenn PI gezogen?

    Viel Erfolg!
    Swen
     
  3. Bbmajor

    Bbmajor Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.17   #3
    Hi Swen, erstmal vielen Dank für Deine Antwort...

    zu 1.: ja, Brummspannung am LS beim Einschalten (kalter Zustand) ca. 40mVeff, nach einer halber Stunde bereits 80mVeff...
    zu 2.: PP-Pentoden
    zu 3.: ja
    zu 4.: habe ich mir leider nicht aufgeschrieben, war aber innerhalb der SM-Angaben, Ruhestrom hatte ich ziemlich runtergedreht, 20mA (?). Auffällig war allerdings, daß der Brumm überproportional nachließ, wenn ich per Stelltrafo die Versorgungsspannung auf ca. 200V senkte.
    zu 5.: hab ich nicht gemessen
    zu 6.: Komischerweise NEIN... Wenn ich den PI ziehe ist Ruhe im Karton.... Weißt Du Näheres??? :-)

    Da fällt mir ein: Der NT wird auch im Ruhebetrieb fies warm, habe nach 20min 55°C gemessen.

    Auffällig ist der 2V-Sägezahn NACH NT-Siebung am MP des AU, der auch hart bleibt, sich also auch nicht durch große C wegbügeln läßt. Daher hatte ich schon auf eine durchlegierte GR-Diode getippt. So etwas ist mir noch nicht untergekommen... ;-)

    Danke für Deine Antwort soweit...
     
  4. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 22.03.17   #4
    Ich würde 2Vpp Brumm an der Mittelanzapfung eines AÜ nicht als außerordentlich viel ansehen. Warum auch - das landet in der Regel nicht an der Last, zumindest nicht in Ruhe.

    Mir schon und da war das normal.

    Zu der Sache mit dem PI: Dass das Ganze einfach ein Brummproblem ist, das durch eine schlechte Röhre kommt (Isolation zur Heizung) oder durch einen Schaltungsfehler (Einstreuungen, defektes Bauteil) hast du ausgeschlossen? Findet eine Aussteuerung der Endröhren statt? Ist diese gleichphasig oder gegenphasig?

    Da du "Patient" schreibst und sich dein Kunde hier schon im Forum zum gleichen Problem geäußert hat (zumindest gehe ich davon aus, denn das wäre sonst schon ein komischer Zufall) gehe ich mal davon aus, dass du das "professionell" machst. Da wundert mich dann auch, dass du kein Labornetzteil hast, mit dem du das Netzteil des Verstärkers ausschließen kannst und dass du hier in einem Forum wegen so einem einfachen Problem um Rat fragen musst.;)
     
  5. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 22.03.17   #5
    Klingt für mich auch alles völlig normal...

    Ich vermute, dass das Brummen nicht aus der Endstufe sondern dem Treiber oder Vorstufe kommt.
    Wie OneStone meine, halte ich auch eine Röhre mit Isolationsproblem an der Heizung o.ä. für denkbar bis wahrscheinlich.
     
  6. dodona

    dodona Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.17   #6
    dabei handelt es sich um das berüchtigte Twin-Oszillieren, welches durch die falsch berechnete Ggenkopplung in der Entstufe zustandekommt. Wende dich diesbezüglich an einen lokalen Elektronikreparaturbetrieb.
     
  7. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 22.03.17   #7
    Genau, weil die alle im Jahr 2017 noch Röhrenverstärker reparieren können. :D

    Oszillieren auf exakt 100 Hz fände ich jetzt ziemlich komisch...
     
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  8. Bbmajor

    Bbmajor Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.17   #8
    Hallo Dodona,

    kannst Du vielleicht noch mehr zu der GK sagen?
    Röhren wurden ALLE gewechselt, ohne Erfolg.

    Nachdem wir ja alle in diesem Thread schon die freundlichen Einlassungen eines Allwissenden ertragen mußten eint uns die Gewissheit über unsere Stümperhaftigkeit.
     
  9. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 22.03.17   #9
    Das Oszillieren ist, mit Verlaub, Unsinn.
    Bisweilen hatte ich noch keinen Twin mit derartigem Problem und oszillieren auf 100Hz ist schon irgendwie komisch.

    Ich vermute, dass es da um den Treiber ein Problem gibt.
     
  10. bluesfreak

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    Erstellt: 22.03.17   #10
    Ich würde mal eine Blick auf die PI Anoden Widerstände werfen (R72/74)..ich hatte in letzter Zeit 3 Amps die hier ein Problem hatten das sich entweder durch Brumm oder durch Verzerrung/Signalverlust bemerkbar machte. Meistens war die "Oberseite" (hier der 10k) defekt oder lag im Sterben...
    Ein weiterer Ansatzpunkt für mich wär die Heizungssymmetrierung mittels der zwei 47 Ohm R108/109, ggf durch ein Hum Balance Poti ersetzen
     
  11. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 22.03.17   #11
    Du schilderst hier ein an sich alltägliches Problem und der andere Thread weist darauf hin, dass du für die Arbeit Geld nimmst ("wechseln lassen"...).
    Dazu tauschst du einfach mal alle möglichen Teile, weil du ein Problem vermutest, ohne das Problem konkret erstmal zu diagnostizieren. In der Welt der Autowerkstätten sind das die Leute, die einfach Teile tauschen, bis das Problem verschwindet, ohne das Problem wirklich analysiert zu haben. Und die Teile darf der Kunde dort dann in der Regel auch zahlen.

    Ich hab sowas immer wieder sowas zu Gesicht bekommen. Und mit sowas meine ich nicht brummende Geräte, sondern "reparierte" Geräte mit massenhaft getauschten Teilen, weil irgendein "Amp-Techniker" keine Ahnung hatte, wo der Fehler liegt und dann einfach mal drauf los getauscht hat - natürlich ohne das Problem zu lösen. Wenn dir mein Beitrag daher süffisant erscheint - geschenkt.

    Die Gegenkopplung kann zu Oszillation führen, ja. Sie kann das auch bei 100 Hz tun, indem sie "PLL spielt" und im grenzstabilen Bereich auf den Netzbrumm aufsynchronisiert. Das kann man innerhalb von 5 Minuten mit einem Oszilloskop ausschließen, indem man:
    - sicherstellt, dass der "Brumm" wirklich netzsynchon ist (phasenstarr)
    - die Gegenkopplung auftrennt und prüft, ob das Störsignal verschwindet
    (- sich sämtliche Verkopplungsknoten der einzelnen Stufen anschaut)

    Siehe oben zum Thema "Teile tauschen ohne Diagnose".

    Wenn man Geräte repariert, die einem nicht selbst gehören, dann sollte man wissen, was man tut. Und das hier liest sich eben nicht so, als wäre das der Fall. Das hier klingt nach ratloser Verzweiflung. Und das ist etwas, was bei der Arbeit an Geräten Dritter nicht auftreten sollte. Zumindest nicht bei einem solchen, permanent vorhandenen Problem.

    Die Betrachtung einiger Signale rund um den Treiber mit einem Oszilloskop würde da ziemlich schnell Klarheit bringen. Auch die Betriebsspannungen und Masseknoten sind interessant. Und die Heizspannung mit Bezug auf die Signalmasse auch...
     
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