Neuen Proberaum optimal dämmen/präparieren - Tipps?

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My Noir Spirit
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Hi!

Meine Band und ich, wir haben am Samstag einen neuen Proberaum bezogen. Kurz zum Raum:

- Der Raum ist Teil des Geländes einer stillgelegten Spedition.
- Der Raum steht ziemlich frei, links und rechts vom Raum ist Luft, da er in einer Art Turm steht. Unter dem Raum ist eine nicht genutzte Werkstatt, über dem Raum ein Dachboden, hinter dem Raum ein nicht genutzter Raum. Es muss also nicht die Lautstärke nach außen gedämmt werden.
- Alle vier Wände und der Boden sind aus Beton, die Decke aus Holz. Zwei Holzpfeiler stehen mittig im Raum.
- Zwei Fenster (jeweils ca. anderthalb Meter hoch) und eine Glastür mit Sicherheitsglas gibt es.
- Der Raum hat die Maße 6,5 mal 5 Meter und ist ca. 2,5-3 Meter hoch.

Wir spielen in der Besetzung Drums, Bass, Gitarre und Keys/Synths. Richtung Ambient, Post Rock, aber auch Metal. Soll also sowohl knallen als auch gefühvolle, ruhige Momente bieten. Derzeit steht bislang nur das Drumset und wurd heute mal mit Gitarre kombiniert. Fazit ist: Im Raum herrscht leichter Hall bzw Echo, ansonsten ist der Raum klangtechnisch okay, aber nicht optimal.

Frage an euch nun: Wie kann man das Ganze optimieren? Unsere bisherigen Ideen sind:
- Latten an die Wände bohren und befestigen, zwischen den Latten Glaswolle oder Steinwolle und dann mit Teppich das Ganze bespannen. Eines der zwei Fenster steht hinter einer Sitzecke, das würden wir ebenfalls so abdämmen, das zweite nicht, da wir auch mal lüften wollen. Auf dem Boden wollen wir dickere Teppiche auslegen.

Kann man das optimieren? Die Decke vll bearbeiten?

Ich danke euch für eure Tipps!
 
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Christopher85
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Also ich bin da zwar kein Profi,
hab mich aber damals für unseren Proberaum auch viel informiert.
Was du beschrieben hast, also in etwas Abstand zur Wand Teppich und dazwisch Glaswolle oder Steinwolle dient eher der Schallisolierung nach aussen. Ich würde zwar den Teppich an die Wand hängen, aber nicht überall und die Wolle kannst du dir sparen - Die ist eh ne ziemliche Sauerei und auch nicht ganz gesund). Besser wär natürlich ein paar der Richrigen Akkustikschaumstoffe, aber die sind relativ teuer.
Wir haben bei uns an die Wände die Polster der Bänke unserer Kirche gehängt (Da ist der Raum). Das vereinzelt und in der Ecke des Schlagzeugs besonders viel. Es sind also ca 2/3 der Wände noch blank und es gibt keine Hall etc. mehr. War lange Zeit zufrieden damit. Mittlerweile klingts mir sogar etwas zu dumpf.

MfG
Christopher
 
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My Noir Spirit
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Danke Christopher! Sind schon einige gute Tipps dabei.

Hab gerade gesehen, dass ich das Thema im falschen Bereich eröffnet habe. Ist ein Mod so nett und verschiebt es zu "Raumakustik"? Würd da mehr bringen.
 
Kehrblech
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Hi,
Normalerweise langt es wenn man Teppiche auf dem Boden verlegt und die Stellen an den Wänden "verhängt", die direkt gegenüber der Lautsprecher sind, dann wirds auch nicht zu dumpf. An der Decke braucht man eigentlich nichts zu machen, möglich wäre aber noch direkt über dem Schlagzeug die Decke zu verhängen, wegen der Becken. Meistens reichen wirklich alte Teppiche dafür...
edit: eure Decke ist ja sehr hoch. War noch nie in einem so hohen Proberaum, einfach mal ausprobieren, wie es klingt. Könnte sein, dass ihr die Decke sonst etwas abhängen müsst.

Was im Proberaum aber neben der Dämpfung mindestens genauso wichtig ist: Die Instrumente vernünftig positionieren! Und nicht zu laut proben. Meistens ist dabei der Drummer "die Wurzel des Übels" ;)...
Gruß, Blech
 
4feetsmaller
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Kann man das optimieren? Die Decke vll bearbeiten?

Die Decke, wenn sie aus Holz ist, würde ich erstmal so lassen. Das schlimmere übel sind die Beton Wände.

Christopher85 schrieb:
Was du beschrieben hast, also in etwas Abstand zur Wand Teppich und dazwisch Glaswolle oder Steinwolle dient eher der Schallisolierung nach aussen. Ich würde zwar den Teppich an die Wand hängen, aber nicht überall und die Wolle kannst du dir sparen - Die ist eh ne ziemliche Sauerei und auch nicht ganz gesund). Besser wär natürlich ein paar der Richrigen Akkustikschaumstoffe, aber die sind relativ teuer.

Das ist nicht korrekt. Es bringt sehr wohl was, wenn man einen Kasten an der Wand mit Steinwolle befüllt und anschließend mit Malerfolie und Stoff/Teppich bespannt. In diesem Fall spricht man von einen Breitbandabsorber, der je nach Material und Einbautiefe ein großen Frequenzbereich schlugt. Der Akustikschaum/Pyramidenschaum bringt dahingehend nicht so viel Erfolg und ist auch bei weiten kostenintensiver als die eigene Konstruktion.

Auch das Steinwolle gesundheitsschädlich ist, halte ich für übertrieben und nicht tragbar. Es gibt da die KMF-Verbotsverordnung, wo Mineralwolle bestimmt Kriterien erfüllen muss. Dennoch rate ich dazu, dass man Steinwolle unter freien Himmel schneidet und dabei langärmlige Kleidung trägt. Handschuhe und Schutzbrille sollten diesbezüglich auch einen gewissen Schutz bieten. ;)

Kehrblech schrieb:
Normalerweise langt es wenn man Teppiche auf dem Boden verlegt und die Stellen an den Wänden "verhängt", die direkt gegenüber der Lautsprecher sind, dann wirds auch nicht zu dumpf.

Wollen wir wetten das es Dumpf klingen wird? ;) Teppich oder Stoffe schlugen doch vorwiegend nur den Höhenbereich weg. Nun gut, die Höhen sind dann weg, aber was ist mit den langwelligen Frequenzen (Bass-Mitten)? Richtig, die sind noch schön Präsent und werden natürlich gegenüber den Höhen dominieren. Fazit: Es klingt dumpf.

Grüße, Danny.
 
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Mahlzeit. Es geht nun um unsere Decke, die aus Holz ist.

Meine Idee hierzu war: Bühnenmolton in locker gespannten Bahnen ans Holz tackern. Sollte funktionieren, oder?

Was kostet mich Bühnenmolton beim Stoffhändler?
 
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Kennt keiner den ungefähren Kurs?
 
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Ich würde die Decke trotzdem so lassen. Wenn ihr euch intensiv um 2 (nicht gegenüberliegende) Wände kümmert, solltet ihr das Hauptproblem gelöst haben. Eine Holzdecke kann je nach Konstruktion auch positiv für die Akustik ausfallen.
 
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So, wir sind nun fertig und mit dem Sound zufrieden. Es ist nun folgendermaßen:

- Der gesamte Boden ist mit Teppich-Kunstrasen ausgelegt.
- Die Drums stehen auf einem Podest aus Europaletten, welches mit Spanplatten beschlagen und Teppich/Kunstrasen überzogen ist.
- Hinter dem Drumset hängt ein Breitbandabsorber. Selbiges gegenüber, spricht links neben der Tür. Das heißt, wenn man rein kommt hängt links ein Absorber und genau gegenüber der Tür hinter dem Drumset, was wiederrum der Punkt ist zu dem beide PA-Boxen ausgerichtet sind.
- Zwei weitere Absorber hängen an einer der Seitenwände, gegenüber dieser Wand ist eine Sitzecke mit gepolsterten Möbeln und Fenstern.
- Die Decke haben wir nicht bearbeitet, Holz wird so gelassen.

Wir sind mit dem Resultat zufrieden. Investiert haben wir ca. 20€ pro Absorber, 35€ für den Kunstrasen und 50 Euro für diverse zugeschnittene Bretter (nicht nur fürs Drumset, auch für Regale etc).

Würde schätzen Renovierungskosten für die Raumakustik liegen bei ca. 150 Euro inkl Materialien und Zubehör.
 

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