Neuer Text von mir: Nie wieder aufwachen

von Izelion, 20.08.16.

  1. Izelion

    Izelion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.16   #1
    Hallo liebe Leser,

    nach einer längeren Pause wollte ich mal mit einem neuen Text zurück melden. Die letzte Zeit war sehr hart für mich, meine über alles geiebte Frau ist zum 3. Mal an Krebs erkrant, die Terroanschläge dieser Welt und die Selbstmordattentate brachten mich immer wieder dazu dieses Leben zu hinterfragen. Und da in dieser Zeit auch immer mal wieder der Gedanke an den Freitod aufkamen, habe ih diese Zeilen verfasst. Der Song trägt den Titel, :" Nie wieder aufwachen"

    Ich gehe alleine,
    durch die Dunkelheit,
    die Welt leuchtet schwarz,
    in der heutigen Zeit,
    wo sind unsere Träume,
    und unsere Ideen,
    ich will und kann das,
    alles nicht mehr verstehen,

    Wir sollen Leben,
    und das ohne Angst,
    du kannst dir einreden
    was du Leben nicht kannst,
    wir sind nicht mehr frei,
    wenn wir es denn jemals waren,
    ich mag die Welt jetzt schon nicht mehr
    wie wird es sein in 10 Jahren?


    Ich will einfach nur schlafen gehen,
    und nie wieder aufwachen,
    ich will nie wieder aufstehen,
    die Augen nie wieder aufmachen.
    Ich will einfach nur schlafen gehen,
    und nie wieder aufwachen,
    nie mehr diese Bilder sehen,
    die Augen nie wieder aufmachen.

    Werft mir vor das ich wegsehe,
    wenn Ihr glaubt das es so ist,
    doch habt Ihr nicht auch das Gefühl,
    des es euch zerfrisst,
    Keinen Fußball mehr live erleben,
    kein Shopping gehen,
    ohne die Ständige Angst
    in dein Ende zu gehen.

    Ich will einfach nur schlafen gehen,
    und nie wieder aufwachen,
    ich will nie wieder aufstehen,
    die Augen nie wieder aufmachen.
    Ich will einfach nur schlafen gehen,
    und nie wieder aufwachen,
    nie mehr diese Bilder sehen,
    die Augen nie wieder aufmachen.

    Terror Hass und Angst,
    die Freiheit ist zu Ende,
    das Leben so wie wir es kannten,
    es ist vorbei,
    Das mulmige Gefühl,
    das überall jemand sein könnte,
    die Bilder die tief eingebrannten
    sind überall dabei

    Ich will einfach nur schlafen gehen,
    und nie wieder aufwachen,
    ich will nie wieder aufstehen,
    die Augen nie wieder aufmachen.
    Ich will einfach nur schlafen gehen,
    und nie wieder aufwachen,
    nie mehr diese Bilder sehen,
    die Augen nie wieder aufmachen.

    (c) 2016 Lyriks by Roland Born
     
  2. Rake5000

    Rake5000 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.16   #2
    Dazu fällt mir folgendes ein. Die Probleme der Welt sind nicht deine. Kümmer dich um die Probleme deines unmittelbaren Umfelds, nicht die der Welt.
    Aus deinem Text spricht Weltschmerz. Leg ihn ab, das ist nicht deine Baustelle.
    Aus deinem Text spricht Angst vor Terror. Der viel besprochene Terror ist keine relevante Gefahr, auch wenn es überall suggeriert wird. Die Fahrt ins Stadion ist viel gefährlicher als die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Anschlags zu werden.
    Sei für deine Frau da. Sei gut zu ihr - und zu dir selbst!
    Ich Frage mich immer wieder, woher Menschen den Eindruck haben, heute wäre es auf der Welt schlimmer als "früher". Nie zuvor lebten so viele Menschen in Frieden und Freiheit wie heute. Nie war das Bildungsniveau besser, nie die Verfügbarkeit von Informationen. Krieg, Terror, Verfolgung, schreckliche Gewalt, Ünterdrückung hat es zu allen Zeiten auf der ganzen Welt gegeben, in unbeschreiblich größerem Ausmaß als heute. Die Situation war nie besser als heute. Sie ist heute transparenter, keineswegs schlimmer.
    Dass du deine Gefühle in Songs verarbeitest ist gut.
    Mach damit weiter.
    Die Welt ist ganz schön riesig. Du bist nur einer von Milliarden und den meisten geht es nun mal dreckig. Dich deswegen fertig zu machen, macht es nicht besser. erlaube Dir selbst, unbeschwert und glücklich zu sein.
    Dein Text ist übrigens gut geschrieben, du hast Talent.
    Dir und deiner Frau von Herzen alles Gute.
     
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  3. Izelion

    Izelion Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.16   #3
    Danke für deine ehrlichen Worte. Ja, die Probleme dieser Welt sind nicht meine. Aber sie gehen uns alle an, auch wenn wir Sie nicht ändern können. Danke auch für deine guten Wünsche. Schönes Wochenende

    lg Roland
     
  4. sweetlizzard

    sweetlizzard Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.08.16   #4
    @Rake5000
    Da hast Du aber in diesem Zusammenhang mal ein paar weise Worte ausgesprochen!
    Ja- vor allem unsere Wahrnehmung hat sich durch die heutige mediale Transparenz sehr verändert.

    @Izelion
    Puh-heftig-vor allem unter dem Hintergrund Deiner persönlichen Eindrücke.
    Aber irgendwie hat Rake5000 schon recht-vielleicht würde ein bißchen weniger allegemeiner Weltschmerz und stattdessen mehr die intimere Auseinandersetzung mit einem Thema der Sache eher gerecht?
    Ansonsten find ich den Ansatz ziemlich gut;)
    Auch ich wünsche Euch beiden Kraft für die bevorstehende Zeit.
     
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  5. Izelion

    Izelion Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.08.16   #5
    @sweetlizzard
    @Rake5000

    Vielleicht habe ich da wirklich etwas zu dick aufgetragen. Nie wieder aufwachen wäre im alleinigen Zusammenhang mit der Krankheit meiner Frau aber auch das falsche Signal. Den was das angeht, möchte ich immer Hellwach sein und Hilfestellung geben wo es geht. Deshalb habe ich diese Geschichte in einem anderen Text thematisiert. Dieser Text ist aber nicht als „klassischer“ Songtext gedacht, da es hier keinen Refrain gibt. Er trägt den Titel „Krebskriegerin“ und ich habe Ihn gerade in dieser Rubrik veröffentlicht

    Lg Roland
     
  6. x-Riff

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    Erstellt: 22.08.16   #6
    Hi Izelion,
    mir sind in Deinem Text auch zu viele Themen drin. Den Titel und den Refrain finde ich klasse - ein bestimmtes Gefühl finde ich dabei sehr gut getroffen.

    Vielleicht ist es auch ganz gut, sich noch mal mit dem Lyrischen Ich zu beschäftigen: Die Kraft und Stärke des LY liegt darin, dass es autobiographische Züge, eigene Gedanken und Gefühle enthalten kann, aber nicht muss. Bei Dir und dem Text scheint das gerade 1:1 zu sein, wenn auch natürlich schon "verdichtet".

    Was unterschiedliche Thematiken angeht: Das geht schon und ist eine Art Klassiker in Gedichten und Songtexten: Der monday ist nicht nur ein übler Tag, weil man wieder zur Arbeit muss - er ist auch stormy. Dem Helden geht es schlecht und die Sonne verdunkelt sich oder es fängt an zu regnen. Also im Sinne der Assoziationen, der Bilder, des Zusammenflusses von innerer und äußerer Welt gibt es alle möglichen Zusammenhänge und die werden auch gerne genutzt. Die Anforderung liegt eher darin, "eigene" oder "unverbrauchte" Bilder und Assoziationen zu finden (wenn einem etwas an Originalität liegt) - und es bei diesen Bildern und Assoziationen zu belassen: das heißt: nicht zu begründen, warum der Terror so schrecklich ist oder warum es Krieg gibt oder so etwas, sondern eher in der Richtung: das Lyrische Ich geht durch die Stadt und sieht ein Plakat, das zur Mobilisierung aufruft oder hört eine Ansage auf dem Bahnhof, dass man seinen Koffer nicht unbewacht auf dem Gleis stehen lassen soll ...

    Herzliche Grüße und Euch viel Kraft, Stärke, Offenheit und Mut!

    x-Riff
     
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  7. Izelion

    Izelion Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.08.16   #7
    Hallo X-Riff

    danke für deine Rückmeldung. Leider habe ich für die Musik und dem Schreiben auf Grund der Situation wenig Zeit. Ich habe zig Ideen im Kopf und dann ertappe ich mich manchmal auch selber dabei Zuviel in einen Text unterbringen zu wollen.

    Was die Stimmung angeht, hier bin ich nicht grundsätzlich auf Montage angewiesen. Es kommt darauf an in welcher Situation (Stimmungslage) ich zur Gitarre greife, denn dann fallen mir die Zeilen am besten ein. Und im Moment ist die Grundstimmung halt ehr dunkel als hell ;-)

    Den Hinweis mit den unverbrauchten Bildern werde ich mir auf jeden fall mal zu Herzen nehmen. Wo bei es immer schwieriger werden wird solche Bilder zu finden. Den in den literarischen Werken verschleiert schon Zuviel Nebel den Blick auf den Mond ;-)

    Gruß Roland
     
  8. Shoto

    Shoto Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.08.16   #8
    Dem kann ich aus meiner persönlichen Sicht so nicht zustimmen. Für mich macht Izelion hier einen Querschnitt durch sein derzeitiges Seelenleben. Ich nehme ihm bei dem Text ab, dass ihn das alles beschäftigt und die Summe dieser Gedanken letztendlich in diesen starken, sehr extremen Wunsch im Refrain münden. Ob die Welt rational tatsächlich so schlecht ist spielt hier ansich auch keine Rolle, weil es hier nicht um eine objektive Darstellung des Zeitgeschehens geht, sondern darum wie der Autor die Welt durch seine aktuelle persönliche Situation empfindet.

    Lange Rede kurzer Sinn: Gefällt mir gut, wirkt auf mich authentisch und in der Stimmung schlüssig. Der Refrain ist aus meiner Sicht das Prunkstück, die Strophen kann ich mir gerade musikalisch nicht konkret vorstellen, aber das kann auch an mangelnder Vorstellungskraft meinerseits liegen :)

    Ich hoffe die Freitodgedanken sind in weite ferne gerückt und du schreibst dir deine Last lieber von der Seele, das machst du nämlich gut! Gute Besserung für deine Frau und hoffentlich baldige Aufhellung deiner Stimmung wünscht

    Shoto
     
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  9. Izelion

    Izelion Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.08.16   #9
    Hallo Shoto,

    freut mich das dir mein Text gefällt. Was die musikalische Vorstellung des Textes angeht, so habe ich eine klare Vorstellen der Melodie. Leider kann ich diese musikalisch nicht umsetzten, da fehlt es mir doch leider weiter. Ich kann ein paar Akkorde auf der Gitarre aber das war es dann auch leider schon.

    Bisher konnte ich noch niemanden finde der meine Texte mit mir in Zusammenarbeit vertonen möchte.

    Was den Inhalt angeht: Im Prinzip hast du schon ein Stück weit recht. Wenn es einem mies geht, dann zieht man alles schlechte heran, ich kann aber die Kritik durchaus nachvollzeihen wenn man die angeschnittenen Themen als Zuviel erachtet.

    Meine Texte bauen sich meistens so auf, das mir der Refrain zuerst einfällt, und dann schreibe ich den Text drum herum. Zumindest bei meinen Songs ist das gängige Praxis. Bei meinen Gedichten läuft das anders, da bau ichich Strophe für Strophe auf.

    lg Roland
     
  10. Shoto

    Shoto Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.08.16   #10
    Das kann ich definitiv auch verstehen, ich wollte damit nur aufzeigen, dass es zumindest mal eine Person gibt, der die vielen angeschnittenen Themen als Teil des Ganzen sinnvoll und schlüssig erscheinen.

    Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber auch wenn man wenige, vermuttlich hauptsächlich offene, Akkorde beherrscht kann man interessante (Grund-) Melodien z.B. durch Einsatz des Kapodasters entwickeln.

    Viele Grüße

    Shoto
     
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  11. Primut

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    Erstellt: 23.08.16   #11
    Warum bitte sollte man den persönlichen "Weltschmerz" nicht künstlerische ausdrücken? Auch wenn hier wohl - wie du festgestellt hast - tatsächlich wohl eher die persönlichen Probleme als die Weltprobleme die Ursache der Schmerzen sind und die Weltprobleme sie nur zu bestätigen scheinen.

    Ich finde den Text richtig gut ausbaufähig. :great:

    Für eine ausführliche Textanalyse fehlt mr leider die Zeit, nur einige kurze Bemerkungen:
    Du spricht mal vom Ich und mal vom Wir: "Ich gehe alleine..." "Wir sollen Leben..."
    Das ist für mich nicht stimmig, für wen will das Lyrische Ich bzw. willst du in dem Text sprechen?
    Ich persönlich mag es nicht, wenn der Text vom Wir spricht, weil er damit mich als Zuhörer miteinbezieht, auch wenn ich ganz anderer Meinung bin:
    Konkret: Ich soll eben nicht leben! Ich will leben und genau darum lebe ich! Will sagen: Ich reagiere etwas sensibel, wenn mich jemand durch ein Wir, welches nicht weiter abgegrenzt ist, vereinahmt. Du könntest mit dem Wir ja auch beispielseise nur dich und deine Frau gemeint haben, hast es aber eben nicht so nicht ausgedrückt.

    Auf der anderen Seite mag ich ebenso nicht solch eine sehr direkte Sprache, weil damit die Assoziationen des Zuhörers eingeschränkt werden.
    @x-Riff hat es ja schon angedeutet: Verwende Bilder, Metaphern, Allegorien. Damit kann der Zuhörer dann mittels eigener Assoziationen ein eigenes Bild und eine eigene Verbindung zum Text herstellen.

    Schau dir mal als Anregung von Bob Dylan den Song: "A Hard Rain's a-Gonna Fall" an, ist sicher schwer das zu toppen (wäre dann die hohe Schule), geht aber letztlich auch um die "Weltschmerzthematik" allerdings eben durch sehr spezielle Bilder dargestellt.

    "Ich will einfach nur schlafen gehen..."

    Warum? Da gibt es ja einige Möglichkeiten:
    - um dich zu regenerieren, neue Kraft zu schöpfen
    - um abzuschalten und vor den Herausforderungen der Welt wegzurennen
    - um eine bessere, alternative Welt im Traum aufzubauen
    .....

    Tendenziell finde ich es ja gut, wenn im Text ein Spannungsbogen, ein Klimax vorhanden ist mit dem Höhepunkt kurz vor Schluss, könnte man also überlegen ob und wie sich das bei der Beschreibung von Schmerzgefühlen umsetzten lässt und ob es dann eine Auflösung geben soll oder nicht.
     
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