Neutrik XLR Buchsen - Rückhaltefeder?

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Nachdem ich gerade wieder einmal das Problem hatte, dass ein XLR Stecker in einer Buchse im Pult (X32) stecken geblieben ist, wo die Verriegelung versagt hat, möchte ich mir jetzt eine Rackblende bauen, und zwar mit XLR Buchsen ohne Verriegelung. Keine Ahnung, warum in einem Pult XLR Buchsen mit Verriegelung verbaut werden. Meine Allen & Heath Pulte haben das alle nicht, das X32 allerdings schon.
Jetzt bin ich auf der Suche nach Einbaubuchsen ohne Verriegelung. Scheint es irgendwie nicht zu geben. Dabei frage ich mich, was in den A&H Pulten verbaut ist?
Jetzt bin ich bei Neutrik über Buchse gestolpert, die mit der -0 Endung. Dort heißt es "Verriegelung über Rückhaltefeder, kein Push". Also doch Verriegelung, nur anders? Wie muss ich mir das vorstellen? Kann mir da das gleiche passieren wie bei den Buchsen mit der Push-Feder?
 
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Das erste Problem ist, dass in Geräten Chassisbuchsen stecken und in Rackblenden D-Norm. Die Chassisbuchsen gibt es ohne Verriegelung.

http://www.neutrik.de/de-de/xlr/aa-serie/nc3faah-0

Und die Rückhaltefeder ist eine kraftschlüssige Verbindung, während die normale Verriegelung eine formschlüssige Verbindung darstellt. D. h., dass der Stecker bei der Rückhaltefeder durch Reibung in der Buchse bleibt und mit etwas Kraftaufwand einfach herausgezogen werden kann. Grundsätzlich sollte es dabei also keine Probleme mit feststeckenden Steckern geben, aber ausgeschlossen ist das nie.
 
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Die einzige Buchse für D-Norm ist wohl NC3FD-LX-0 gibts aber nicht bei Thomann.
Die Verriegelung ist eine federnde Rastnase (aber genau so was ist auch in den besseren Mischpultbuchsen auch drin).
Irgendwo gab es mal einen Thread hier, wo das Thema mit den festsitzenden Steckern aufkam, und die Empfehlung dort war, Stecker ohne komplett durchgängiges Loch für die Rastung zu verwenden.

Gruß
Christoph
 
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Du meinst vermutlich NC3MXX anstelle NC3MX, wie hier von eotsskleet vorgeschlagen. Ist auch noch eine Überlegung, dass ich mir, bevor ich mir eine Rackblende baue, meine Stagebox mit diesen Steckern umrüste (wenn sie solche Stecker eh noch nicht dran hat), und alle gehen dann halt in die Stagebox. Damit wäre zumindest schon mal das Pult geschützt. Schon doof, dass man so einen Aufwand betreiben muss, um solch eventuell auftretenden Problemen vorzubeugen. Kein Mensch braucht XLR Verriegelungen, außer vielleicht am Mikrofon, am Instrument, vielleicht noch an einer Box oder bei DMX Verbindungen. wenn die Garantie abgelaufen ist, werde ich alle Verriegelungen entfernen ;)
 
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Ich weiß dieser Thread ist schon älter.
Ich hab nun das gleiche Problem.
Im Proberaum nutzen wir seit Mai ein Presonus Series 3 24r (rack version)
Nun ist ein Kabel defekt.
Wir bekommen es aber nicht aus der Buchse.
Drück ich den kleinen Hebel zum entriegeln hab ich kaum Widerstand.
Fast als ob die Feder nicht richtig ist.

Jmd n tipp wie ich das Kabel raus bekomme??

Ist noch Garantie drauf aber deswegen extra einschicken??!

Lg
Haumiblau
 
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Hmmm ... wird schwierig.
Die Innereien des Kabels bekommt man raus, indem man die Zugentlastung abschraubt und das innere Steckerteil mit dem Kabel rauszieht.
Leider kommt man dann aber immer noch so gut wie gar nicht an die Verriegelung.
Aber so könnte man das Kabel abmachen vor dem Einschicken, ohne es abschneiden zu müssen.
 
dr_rollo
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Ich hatte das Kabel nicht aus der Buchse meines X32 herausbekommen. Da half auch kein Aufschrauben des Steckergehäuses. Hab's dann eingeschickt. Netterweise hat Thomann das irgendwie über Garantie abwickeln könne, obwohl das nichts mit Garantie zu tun hat. Es gibt halt problematischere XLR-Stecker und welche, bei denen das weniger passiert. Eine Ausführung der Stecker hat tatsächlich einen Schlitz im Gehäuse, wo sich die Verriegelung eher verhaken kann. Die wollte ich eigentlich generell vermeiden, bekomme das aber nicht wirklich durchgesetzt. Seitdem stecke und entkabele ich immer selber. Der sicherere Weg ist allerdings, wenn man ne XLR-Patchbay verwendet, die von vorneherein mit Buchsen ohne Verriegelung ausgestattet, oder wie ich es mittlerweile nach und nach umsetze, auf der Bühne mit Stageboxen hantieren. Zumindest von Behringer gibt's die mit Kombibuchsen, die sowieso keine Verriegelung haben. Das hat auch den Nebeneffekt, dass deutlich weniger Meter Kabel auf der Bühne verlegt werden müssen.
 
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Danke für die schnellen antworten erst mal.
Thread is ja schon älter

Das kabel hab ich ab bekommen.
„Nur“ das äußere Gehäuse des Steckers ist noch in der Buchse.
Aber wir bekommen es nicht heraus.

Meiner Meinung nach ist das aber schon ein Garantiefall.

Antwort von Thomann bisher
Die möchten Fotos haben.
Naja
Drauf sehen kann man nicht wirklich was.
Hoffentlich ist das Gerät dann nicht zu lange weg.

LG
Haumi
 
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Warum sollte das ein Garantiefall sein? Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber so was passiert eigentlich nur, wenn man zu viel Gewalt angewendet hat, oder die Feder nicht sauber reingedrückt, und dann den Stecker gezogen, wo sich dann die Feder verbiegt, verkantet und dann hast Du den Salat. Zum Glück ist Thomann relativ kulant, was Garantiefälle angeht.
Auf zwei Wochen würde ich mich schon einstellen. Thomann repariert so etwas üblicherweise nicht selber, sondern die schicken es ein. Mein Behringer wurde von Thomann nach England geschickt, von dem Service dort wieder zurück zu Thomann und dann zu mir. Und da war das mit zwei Wochen schon ziemlich zügig, wie ich finde.

Ähnlich ist es mir mit einem Keyboard gegangen, nur dass in diesem Fall die Werkstatt in Deutschland ist. Beim zweiten Mal bin ich da direkt selber hingefahren, weil's schneller gehen musste.
 
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Warum sollte das ein Garantiefall sein? Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber so was passiert eigentlich nur, wenn man zu viel Gewalt angewendet hat, oder die Feder nicht sauber reingedrückt, und dann den Stecker gezogen, wo sich dann die Feder verbiegt, verkantet und dann hast Du den Salat.

Richtig! Und in den meisten Fällen liegt es am Stecker selber, wenn man zu billige oder zu alte benutzt. Bei mir kommen nur Neutrik-Stecker in mein X32 und damit ist mir so etwas noch nie passiert.
 
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In meinem Fall war es zum einen ein billiger Stecker und dazu mit unserem 120kg Sänger noch ein Grobmotoriker ;)
 
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Grobmotorik kann ich ausschließen da ich es war

Billiger stecker kommt da eher hin.
Noch nie gedanken drüber gemacht
 
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Zur Information.

Mitte August zu Thomann geschickt.
Mitte September wieder bekommen.
Buche wurde vom Hersteller gewechselt.

Kosten
Null Euro.

Weder Versand noch Reparatur


Danke Thomann
 
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Und schon wieder das selbe Problem mit dem X32, das ich schon mal hatte. Ist das eine X32 Krankheit?
@tombulli, @Mfk0815 - Ihr nutzt doch auch schon länger X32 Konsolen, habt Ihr das schon mal erlebt? Ich hab das jetzt gleich bei zwei Buchsen, aus der einen hab ich den Stecker so gerade noch herausbekommen. Wenn man normalerweise die Push-verriegelung drückt, federt die wieder heraus. Nun bleibt sie drinnen. Ich möchte das Gerät nicht schon wieder einschicken, denke auch nicht, dass die das wieder auf Kulanz machen würden, wobei es mir jetzt nicht auf die Reparaturkosten ankäme. Ich finde es ja nachwievor völlig unnötig, dass die XLR Buchsen im Pult eine Verriegelung haben, ist aber nun mal so. Wenn ich Buchsen in einem Patchfeld verbaue, reiße ich die Rückhaltefedern immer heraus, das kann ich hier nicht, oder nur schwer, möchte auch keine Gewalt anwenden.
Problem: Hat jemand noch ne Idee oder nen Trick, wie man den XLR Stecker herausbekommt, ohne das Pult zu zerlegen?
In die Buchse, wo ich den Stecker noch rausbekommen habe, wage ich es vorsichtshalber nicht, noch mal einen reinzutun.
Ich neige fast schon dazu, das Pult in die lokale Werkstatt zu geben, damit die mir alle Federn entfernen, weiß nicht was die davon halten, und ob die das tun. Garantie ist ja nicht mehr drauf, spielt also keine Rolle mehr.
 
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also das kommt schon vor - mir ist es allerdings in meiner X32-Zeit nie passiert, wohl auch, weil die relativ kurz war, denn ich bin dann recht schnell auf ein M32 umgestiegen mit einer DL32 und seit 3 Jahren nutze ich mein X32 nur noch zu Schulungszwecken, aber nur über eine Dantekarte, dh ich stecke da keine Inputs rein.

Was du nun probieren kannst, ist mit einem dünnen (aber stabilen) Blech den Verschluss zu öffnen. Für die Zukunft könntest du entweder nur XLR-Stecker nutzen, die keine Verriegelung haben (also dieser kleine Schlitz fehlt) oder diesen Schlitz mit einem guten Isolierband (nicht den Müll aus dem Baumarkt) zu verschließen. Das Band darfst du dann aber nur einmal um den Stecker kleben, weil der sonst nicht mehr in die Buchse passt.
 
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Ich habe auch recht schnell die lokalen Inputs nicht mehr gebraucht da ich mir bald Stageboxen zugelegt habe. Zuerst die S16 und dann irgendwann die DL32. Aber Probleme hatte ich nicht mal mit einem abgerockten Multicore eines örtlichen Verleihers, bei dem die Stecker schon recht ordentlich gelitten haben. Allerdings verwende ich nicht erst seit dem X32 ziemlich flächendeckend diese Stecker
Ich finde die neigen um einiges weniger zum feststecken da sie auch viel robuster sind.
 
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Mann könnte auch bei den Steckern den vorderen Steg entfernen.
 
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Ich hab den Stecker jetzt raus, und zwar mit vorsichtiger Gewaltanwendung:
  1. die Zugentlastung am Stecker abgeschraubt, so dass man den Stecker aus der Buchse bekommt, dann bleibt noch das XLR-Steckergehäuse in der Buchse
  2. Mit einer Wasserpumpenzange das Steckergehäuse gefasst und vorsichtig gedreht, und schwupp ist das Gehäuse raus.
Damit ist aber das Problem nicht behoben, weil die Verriegelung immer noch intakt ist, beim nächsten Stecker wieder einrastet und ich wieder den Stecker nicht herausbekomme.

Daraufhin hab ich mich mal mit der Mimik der Verriegelung auseinandergesetzt, um zu verstehen, wie sie funktioniert.
Auf der Buchse sitzt eine Feder, wie man hier sieht:
XLR2.jpg

Wenn man einen Stecker in die Buchse steckt, drückt dieser die Feder herunter, die dann mit der Spitze in der Aussparung des Steckergehäuses einrastet.
XLR3.jpg
XLR4.jpg

Der Push Hebel hat am Ende zwei Zacken, die die Feder hinten herunterdrücken, so dass der Stecker wieder freigegeben wird. Ich hab das mal versucht schematisch zu fotografieren. Der grüne Pfeil zeigt auf den Teil der Feder, der das Steckergehäuse hält, und der heruntergedrückt werden muss, um den Stecker wieder freizubekommen.
XLR.jpg

Was nun genau passiert ist, wenn so eine Verriegelung nicht mehr will, kann ich vermutlich erst feststellen, wenn ich die Buchse ausgebaut habe. Entweder ist die Feder im hinteren Teil abgebrochen oder die Zacken hinten an dem Hebel, denn ich habe keinen Widerstand mehr, wenn ich den Pushhebel drücke.

Um das Problem grundsätzlich zu umgehen, also die Verriegelung zu entfernen nutzt es nicht den Pushhebel herauszunehmen, im Gegenteil, damit würde man ja nur die Entriegelungsmöglichkeit komplett zu nichte machen, soweit sie denn noch funktioniert. Man muss die Feder von der Buchse entfenen, die mit dem Gehäuse fest verbunden ist, also abkneifen oder sägen. Das blöde ist, dass man dafür die Buchse ausbauen und demontieren muss. Und wenn die jetzt noch auf einer Platine sitzen, ist das richtig mit Aufwand verbunden.
Die Alternative von @Rockopa, also den Steg aus dem XLR-Stecker vorne mit einem Seitenschneider heraustrennen - hab ich das richtig verstanden? - ist natürlich auch eine Option. Das muss man dann aber für alle seine XLR Kabel machen, und sobald mal ein Fremdkabel in's Spiel kommt, stehst Du wieder da. Stageboxen wären eine Alternative, aber da fragt man sich natürlich, warum das Pult Buchsen vorhält :rolleyes:

Nach dem mir das am X32 einmal vor ca. 5 Jahren passiert war, seit dem nie wieder. Bestimmt bei über 100 Gigs im Einsatz gewesen. Jetzt hatte ich letzte Woche einen Gig, wo ich das Pult mit hatte, wobei ich sogar eine Stagebox genutzt hatte, lediglich drei XLR Kabel gingen direkt in's Pult. Ich weiß nicht, was derjenige gemacht hat, um die Kabel beim Abbau auszustöpseln, eigentlich kein Grobmotoriker. Vielleicht die Verriegelung komplett übersehen, und gleich zu stark an den Steckern gejackelt. Zwei Buchsen sind jetzt auf jeden Fall im Eimer, die ich reparieren oder austauschen muss. Nur wenn ich eh gerade dabei bin, werde ich mir am besten gleich was für die anderen Buchsen überlegen.
Gestern eine Open Stage mit einem A&H Pult bestritten, das hat Buchsen ohne Verriegelung. Ist auch vernünftig, denn die braucht niemand am Pult.
 
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XLR-Verriegelung - Fluch und (oder) Segen?


Wollte gerade einen neuen Thread anfangen, aber dann hab ich mich an diesen erinnert und knüpfe hier an, weil es thematisch passt.
Wie gestern hier schon kurz geschrieben, hab ich mich endlich an den Austausch der defekten Buchsen in meinem X32 Producer gemacht. Hat geklappt, aber ich wollte der Ursache etwas näher auf den Grund gehen, warum so etwas überhaupt passiert.
Eine Verriegelung von XLR Buchsen mag eine gute Sache sein, für mich ist sie in den meisten Anwendungsfällen überflüssig. Schutz gegen versehentliches Herausziehen des Steckers? An einem Mikrofon mag das seine Berechtigung haben, in den meisten anderen Fällen wäre mir diese quasi 'Sollbruchstelle' lieber, bevor mir jemand ein Gerät herunterreißt, weil er versehentlich über's Kabel stolpert. Gerade bei den Anschlüsse direkt am Pult finde ich eine Verriegelung kontraproduktiv. Aber es ist nun mal wie es ist, und ehrlich, im Normallfall auch kein Problem, wenn man es konsequent richtig macht, und beim Herausziehen des Steckers den Verriegelungshebel betätigt. Ich bin wie in #14 geschrieben leider Opfer eines Falls geworden, wo jemand noch nie etwas von einer Verriegelung gehört hat. Das Problem, wenn man am Stecker zieht, ohne den Hebel zu drücken, verbiegt sich sehr schnell die Feder in der Buchse, was dann dazu führt, dass die Entriegelung über den Hebel nicht mehr funktioniert, der Stecker festsitzt und man nur noch die Buchse tauschen kann.
Da ich nirgends im Netz eine Querschnitts-Zeichnung einer XLR Buchse gefunden hab, wo auch dieser Entriegelungsmechanismus abgebildet war, nicht mal bei Neutrik, hab ich's mal eben selber skizziert, auf Grundlage einer Neutrik-Schematics:
1655041708208.png

Ich denke, man erkennt den blauen Hebel. In grün hab ich den Federstahl gezeichnet. Der grüne Zacken ist derjenige, der in die innere Kerbe des Steckers greift, bzw in den bei älteren Steckern vorhandenen Schlitz. Es sind nur 10tel Millimeter, die der Federstahl heruntergedrückt werden muss, um die Verriegelung zu lösen. Wenn man nun den Stecker mit Gewalt aus der Buchse zieht, verbiegt sich der Federstahl, was ich hier versucht habe, zu skizzieren:
1655041833527.png

Als erstes merkt man, dass der Hebel aufgrund des verbogenen Federstahls keinen Widerstand mehr hat. Die Zacken sitzen aber trotzdem noch hinter der inneren Kante des Steckers was ihn weiter festhält.
Optionen:
  1. Das Gerät öffnen, dass Du von hinten an die Buchse herankommst und dann die Feder mit einem spitzen Gegenstand herunterdrücken kannst.
  2. Du kannst den Stecker öffnen und das innere herausziehen, so dass nur noch die Steckerhülle in der Buchse sitzt. Mit ein bisschen Glück kannst jetzt ggf. mit einen dünnen Blechstreifen die Zacken herunterdrücken. Ich hab das mal versucht zu simulieren, und das ist extrem fummelig. Je breiter der Blechstreifen, um so schwerer ist es, damit reinzukommen, je schmaler, um so weniger stabil ist er, um die Zacken herunterzudrücken.
Und selbst, wenn Du den Stecker herausbekommst, kommst Du nicht drumherum, die Buchsen zu tauschen. Den Verriegelungsmechanismus bekommt man nicht wieder intakt. Da es sich um Federstahl handelt, ist ein Zurückbiegen, selbst wenn man da heran kommen würde im Prinzip nicht möglich.
Bei den beiden defekten Buchsen konnte ich relativ einfach den Federstahl mit einer Spitzzange nach hinten entfernen. Bei einer der neuen Buchse war dies nur mit erhöhter Gewalt möglich, sonst hatte ich schon fast darüber nachgedacht, das proaktiv bei allen Buchsen vorzunehmen, um einen etwaigen erneuten Problem gleich vorzubeugen, oder nächstes Mal gleich Buchsen ohne Verriegelung zu nehmen, die gibt es nämlich!
 
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