Noise/Experimental: Wie in diesem Nischen-Genre Musiker finden?

Ich treffe aber auch nirgends auf Leute, die noch nicht so gesättigt sind und noch auf der Suche nach neuen Freizeitaktivitäten sind.
Ich habe das Musikmachen über 1,5 Jahrzehnte auch an die Kinder delegiert, erst mit Mitte 50 bin ich wieder verstärkt, mit Ensembles, dazu gekommen, und weiter hochfahren wollte ich es wieder als Rentner. Da gibt es noch mehr von... - Die hier, https://www.westwerk.org/passierzettel.html, sind auch nicht mehr ganz jung.
 
Empfindest Du das als oberflächlich und emotional nicht so richtig ansprechend? D.h. Du suchst eine gewisse Verbundenheit und Tiefe mit anderen
So kann man es ausdrücken. Es geht mir eben auch um Freundschaften/Bekanntschaften.

meine Frage war eher, ob Du in erster Linie Lust hättest, selbst auch öfters den Ton anzugeben und Dich nicht unterzuordnen. Dich einfach komplett gehen zu lassen. Z.B. bei Deinem Beispiel hier
View: https://www.youtube.com/watch?v=aGZ1T8b2jas würdest Du als Drummer ja einfach einen Beat spielen, der Unterscheid zu anderen Stils ist nicht so gross, was Deine Aufabe betrifft. Das ist schon ein ziemlicher stilistischer Unterschied z.B. zu den beiden Flötenmädchen.

Ich finde beides interessant.
Ich frage das, weil es ev. gar nicht nur um den expliziten Musikstil geht sondern etwas was Du suchst, was man auch in anderen Stils umsetzen könnte, für die es ev. mehr Mitmusiker gäbe. Es ginge dann mehr um das "wie" als um das "was".
Genau, in der Tat geht es mir mehr um das "wie". Die Musikrichtung ist dann eher nebensächlich, da bin ich wie gesagt ja nicht festgelegt.

Das ist sicher auch mehr geworden. Aber eher absolut, nicht unbedingt in Relation. Die "Konzentration des Musikgeschmacks" bei Spotify etc. bedeutet ja nicht, dass es "das Andere" nicht [mehr] gibt, im Gegenteil. (Das man als Musiker nicht unbedingt davon leben kann, steht auf einem anderen Blatt.)

Ja, aber es scheint zunehmend aus meinm Sichtfeld zu verschwinden, egal wo ich mich aufhalte.

Das Experimental-Ensemble, von dem ich oben schrieb, habe ich über Bandnet gefunden. Das hat über ein Jahr gehalten
Ich HASSE es, wenn sich solche Projekte immer so schnell auflösen, und man sich dann immer wieder etwas Neues suchen muss. Genau das ist ja das Ärgernis, was ich habe. Anlaufversuche gab es ja immer wieder mal, aber erstens nur selten und dann eben immer nur sehr kurzlebig, weil dann i.d.R. immer das Interesse der Anderen weggebrochen ist.
wir haben uns regelmäßig getroffen, und es ist dann durch den Wegzug der beiden Hauptakteurinnen und ein paar andere Unpässlichkeiten auseinandergegangen.
Mit einem Wegzug von jemand anderem hätte ich insofern kein Problem, da ich ja wie gesagt auch mit längeren Anfahrtswegen kein Problem habe. Nehmen wir an, ich würde das Glück haben, hier in Solingen jemanden zu finden, der würde aber dann irgendwann nach Stuttgart ziehen, dann würde ich viel lieber regelmäßig nach Stuttgart fahren (und zwar mit öffentlichen Verkehrsmitteln!!! ich habe kein Auto), als mir wieder etwas Neues suchen zu müssen. Bei der Musiker-Suche im Internet bin ich auch schon vor Jahren x-mal geghostet worden, so z. B. als jemand einen Mitmusiker suchte, aber vergessen hatte, seinen Wohnort anzugeben. Auf Nachfrage mailte er mir, dass er in Aachen wohne "und sich deshalb das Ganze vermutlich erledigt hätte". Ich erwiderte, dass ich kein Problem damit habe, regelmäßig 2-3 Stunden Zugfahrt pro Strecke auf mich zu nehmen. Daraufhin wurde ich geghostet. Eine weitere Anfage kam mal, ob ich zufällig im Main-Taunus-Kreis wohnen würde. Ich antwortete, dass ich in Solingen wohne, aber kein Problem hätte, dort regelmäßig hin zu kommen. Und wieder wurde ich geghostet.

Offenbar denken die anderen, dass mit mir "etwas nicht stimmt", wenn ich für eine solche Freizeitaktivität bereit bin, solche langen Fahrstrecken auf mich zu nehmen, und lehnen mich dann vielleicht bereits deshalb ab. Nach Wuppertal (wo derzeit viele meiner Aktivitäten laufen) brauche ich mit dem ÖPNV auch 1,5 Stunden Minimum. Aber wenn es ein öffentliches Lokal ist, interessiert das die anderen ja "einen Dreck". Aber genau da fängt dann auch die von mir bemängelte Oberflächlichkeit an. Abgesehen von einer (in Relation) eher kurzen Session interessiert sich einfach niemand da für den anderen; es läuft "anonym" ab.
 
Ja wen denn - wenn jeder, dem ich von meinen Aktivitäten erzähle, sagt: "Finde ich langweilig / blöd, interessiert mich nicht"?


Alleine mache ich es ja - unfreiwillig. Online ist jetzt für mich überhaupt nicht spannend; ich möchte es mit echten Menschen aus Fleisch und Blut machen.


Ja doch, genau darum geht's. Aber egal wo ich hinkomme, ist einfach das Interesse nicht da - was sicherlich zu einem großen Teil auch daran liegt, dass ich immer nur auf Leute treffe, die "mitten im Leben" stehen und selbiges bereits mit Beruf, Familie und bereits vorhandenen Freizeitaktivitäten bereits derart ausgefüllt haben, dass für Neues einfach keine Zeit mehr da ist - es sei denn, es handelt sich um Sachen, die in deren "Komfortzone" liegen - dann (und nur dann!) sind sie bereit, sich die Zeit zu nehmen.

Ich treffe aber auch nirgends auf Leute, die noch nicht so gesättigt sind und noch auf der Suche nach neuen Freizeitaktivitäten sind. Heute wachsen ja bereits kleine Kinder selbst in nicht ganz so privilegierten Schichten mit einem derartigen Überangebot an Aktivitäten und Spielzeug auf, dass sie sich kaum noch für Dinge begeistern lassen, wo die Erfolgserlebnisse viel Geduld erfordern. Die schütteln 2-3 Mal eine Rassel, aber verlieren dann sofort das Interesse daran. Aber um etwa mit Maracas z.B. Jazz oder Salsa zu begleiten, ist eben doch mehr Engagement erforderlich. Aber dazu wäre eben ein Verlassen ihrer "Komfortzone" erforderlich.
Nun ja.
Du suchst keine Leute und Orte mehr auf weils eh niemanden gibt der …….

Die Welt da draußen ist nicht innovativ und flexibel genug

Du bemängelst fehlendes Engagement und Bereitschaft etwas zu erlernen. Gleichzeitig möchtest du mit ausgebildeten Künstlern nicht arbeiten weil zu viele Vorgaben dich einschränken

Du möchtest explizit experimentell musizieren weil du davon ausgehst dass dies jeder kann, auch ohne Übung.
Und bist irritiert dass im Samba Kurs keiner mitzieht…

….

Was suchst du denn nun in diesem Tread?


Vielleicht sollte man den Titel einfach ändern in
„Wie finde ich Leute, halte diese bei der Stange und damit Projekte am laufen“


@Hoch
Mir wird das zu jammerig, ich ghoste dich nicht, ich habe dir einiges hingelegt, mehr habe ich nicht, bekunde mein weiteres Desinteresse am sich ergebenen Thema und ziehe mich zurück.
 
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Du bemängelst fehlendes Engagement und Bereitschaft etwas zu erlernen. Gleichzeitig möchtest du mit ausgebildeten Künstlern nicht arbeiten weil zu viele Vorgaben dich einschränken

Naja, das schließt sich ja einander nicht aus. Tatsächlich mache ich einfach die Erfahrung, dass die bereits Ausgebildeten i.d.R. schon genau wissen, was sie wollen und was nicht. Bei den Einsteigern ist es aber ständig so, dass die sich entweder (meistens!) von der Musik wieder komplett abwenden oder aber (seltener) dann auch in die sehr regelbasierten Richtungen gehen.

Du möchtest explizit experimentell musizieren weil du davon ausgehst dass dies jeder kann, auch ohne Übung. Und bist irritiert dass im Samba Kurs keiner mitzieht…
Zumindest was Einstieg anbelangt sehe ich das definitiv so. Irritiert bin ich nicht - frustriert ist der richtige Ausdruck.

Was suchst du denn nun in diesem Tread?
Vielleicht sollte man den Tresdtitel einfach ändern und „Wie finde ich Leute, halte diese bei der Stange und damit Projekte am laufen“

Naja, das "Leute bei der Stange halten" funktioniert ja - aber eben nur in den streng regulierten und professionell organisierten Projekten. Da muss ich die Leute ja auch nicht bei der Stange halten - die kommen da sowieso, auch ohne mich. Diese eher experimentelleren Sachen aber, da mache ich ständig die Erfahrung, dass immer ich der Einzige bin, der weiter machen will.

Sowas in diseser Art spricht mich von der Beschreibung und den Hörproben an. Aber wenn ich bei so einer Band anklopfen würde als (für die) völlig unbekannter Musiker und einfach fragen würde "Kann ich bei Euch mitspielen?" kann ich mir nicht vorstellen, dass das funktioniert..... da ich wie erwähnt, diese Ablehnungen und Ghostings bei derartigen Projekt-Ideen schon unzählige Male hatte. Und diese Enttäuschungen will ich nicht mehr.. Das waren einfach schon viel zu viele in meinem Leben. Bei einem Samba-Kurs der Städtischen Musikschule braucht man nur hinzugehen und das Anmeldeformular aufüllen, und schon ist man "drin". Bei einer öffentlichen Open-Stage ist selbst das nicht erforderlich. Einfach auf die Bühne und los..... Diese Ablehnungs- und Ghosting-Probleme habe ich dort nicht.
 
@Hoch
Du schreibst Sätze, die könnten von mir sein. Ich glaube Du beschreibst eher ein Engagement Problem unabbh. von dem, was man macht. Die meisten erwachsenen Menschen sind nicht experimentell veranlagt, sie haben ein geregeltes Leben und empfinden keinen Nutzen darin, die Komfortzone zu verlassen und etwas mit unbekanntem Ausgang zu machen. So sind halt die meisten Menschen. Wenn man genau andersrum funktioniert wie ich, kann das ziemlich enttäuschend sein.
Das Ghosting von anderen, die Dich nicht mal kennen, würde ich jetzt nicht überbewerten. Ev. hat es sich der andere einfach anders überlegt, das hätte nicht mal was mit Dir zu tun.
 
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@Hoch - ich komme mir gerade vor, wie beim Känguru (nur das letzte Zitat ist von mir, die anderen sind von @Salty ) Ich denke aber, dass es genau so läuft - "Ich habe das und das von euch gesehen und hätte Lust, auch so etwas zu machen. Braucht ihr noch jemanden oder kennt irhr jemanden, oder..." - Etwas mehrheitsfähiger vom Repertoire fand ich die Workshops z.B. der 17 Hippies; als Output eines solchen Workshops war ich dann auch für einige Jahre in einer Band mit ähnlichem Repertoire (die hat es dann in der Corona-Zeit zerlegt, auch durch Umzüge), daraus sind dann wieder weitere Kontakte entstanden.

Und richtig, im Experimentalbereich sind Gleichgesinnte seltener zu finden. Aber: Viele Musiker:innen sind ja vielseitig interessiert. In "meiner" Gemeindeband ist jemand, der auch in einem (Laien-) Philharmonischen Orchester spielt, in der Folk-Band machen ein paar Leute auch Musicals, im Klassikensemble sind Leute, die Bildende Künstler sind oder nebenbei Song-Sachen machen, meine Experimentalleute waren auch mit Blues und anderen Sachen unterwegs.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Das Ghosting von anderen, die Dich nicht mal kennen, würde ich jetzt nicht überbewerten. Ev. hat es sich der andere einfach anders überlegt, das hätte nicht mal was mit Dir zu tun.
+1
 
@Hoch
Du schreibst Sätze, die könnten von mir sein. Ich glaube Du beschreibst eher ein Engagement Problem unabbh. von dem, was man macht.
Unabhängig eben gerade nicht. Wie erwähnt, bei professionell organisierten Musikschul-Angeboten und öffentlichen Sessions läuft es ja.

Die meisten erwachsenen Menschen sind nicht experimentell veranlagt, sie haben ein geregeltes Leben und empfinden keinen Nutzen darin, die Komfortzone zu verlassen und etwas mit unbekanntem Ausgang zu machen. So sind halt die meisten Menschen.
Das Ghosting von anderen, die Dich nicht mal kennen, würde ich jetzt nicht überbewerten. Ev. hat es sich der andere einfach anders überlegt, das hätte nicht mal was mit Dir zu tun.
Dass die meisten nicht so experimentell sind, und keinen Nutzen in den experimentellen Sachen sehen, verstehe ich ja. Was ich aber nicht verstehe, ist, warum es alle Leute ablehnen, egal wen ich frage. Ich hätte ja kein Problem damit, wenn sich zwar weiterhin die meisten Leute nicht dafür begeistern können, irgendjemand aber eben doch.

Ich denke aber, dass es genau so läuft - "Ich habe das und das von euch gesehen und hätte Lust, auch so etwas zu machen. Braucht ihr noch jemanden oder kennt irhr jemanden, oder..."
Und genau sowas hatte ich gehofft, kommt vielleicht von irgend einem der User hier. Es haben ja schon einige Hundert Leute diesen Thread angeklickt. Und ich bin wie gesagt auch zu langen Anfahrten bereit.
 

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