Noten für Keyboarder in einer Band

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Matze2012
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Hallo zusammen,

ich spiele seit einigen Wochen als Keyboarder in einer Band. Ich komme ursprünglich vom Klavier, bin also das Abspielen von Noten gewohnt. Mein Problem ist jetzt, dass ich häufig keine "Begleitnoten" finde, also wo beide Hände Begleitung spielen. Also bleibt mir meist nichts anderes übrig als die Akkorde zu spielen, was sich eher langweilig anhört. :bad: Ich versuche, zwar aus den Songs rauszuhören, was der Keyboarder spielt, aber das fällt mir recht schwer. Wie macht Ihr das denn? Könnt Ihr mir schlaue Websites, Software oder sonstiges sagen, was mir hilft? Das beste, was ich gefunden habe, ist musicnotes.com. Allerdings gibt es auch hier viele Songs gar nicht oder nur mit Melodie. Danke Euch!

Der Matze
 
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Philipp Grey
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Google mal my piano blogspot.

Ansonsten schau dir einfach Seiten an auf denen gezeigt wird wie man kreativ begleitet, beim covern sollte man
immer eine persönliche Note reinbringen.
Wenn du das Notenspiel gewöhnt bist und umsteigen willst fang am besten mit Akkordspiel an.
Unterschiedliche Rythmik macht viel aus, dann kannst du auch einfache Melodien mit Akkordtönen machen,
eine Pentatonik verwendet wird auch klappen.
 
cwtoons
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Hallo,

das Problem kenne ich. Das war bei mir früher in meinen Bandzeiten genauso.

Die Lösung liegt, wenn man nach hartnäckigem Recherchieren im Netz nix Vernünftiges findet, nur darin, dass man sich die Keyboardtracks der Stücke, die man spielen will/muss, heraushört. Gelegentlich helfen einem auch Kollegen. Nützlich ist natürlich auch Youtube.

die Akkorde zu spielen, was sich eher langweilig anhört.
Stimmt, klingt oft nicht so toll. Aber man darf nicht den Fehler machen, eine Keyboardspur einer Rocknummer mit einem auskomponierten klassischen Stück zu vergleichen. Das ist etwas ganz anderes und wurde für einen ganz anderen Zweck geschaffen.

Ein übergroßer pianistisch/technischer Anspruch hat, von Ausnahmen abgesehen, in der Pomusik eigentlich nix verloren. Da geht es hauptsächlich um Groove und Effekte, um die musikalische "Anmache".
Wer pianistisch vorankommen will, muss, oder besser, sollte Klassik spielen, wer Fun, Action und Spaß sucht, ist in der Popmusik richtig.

Bei mir war ´s immer beides....

CW
 
HaraldS
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Die Lösung liegt, wenn man nach hartnäckigem Recherchieren im Netz nix Vernünftiges findet, nur darin, dass man sich die Keyboardtracks der Stücke, die man spielen will/muss, heraushört. Gelegentlich helfen einem auch Kollegen. Nützlich ist natürlich auch Youtube.

Es gibt noch eine weitere Methode, die wesentlich zielführender ist, als alle von dir genannten: Unterricht. Zumindest, wenn er bei einem Lehrer stattfindet, der das auch beherrscht und vermitteln kann. Wenn das der Fall ist, ist die Methode allen anderen genannten IMHO überlegen.

Harald
 
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Unterricht. Zumindest, wenn er bei einem Lehrer stattfindet, der das auch beherrscht
Theoretisch schon, kann sein.

Wenn jedoch jemand, wie der Threadersteller, anscheinend anständig Klavier spielen kann, braucht er für Pop- oder Rockmusik in einer Band keinen Lehrer mehr. Der beste Lehrer sind da die eigene längst erworbene Fähigkeit und die eigenen Ohren.

CW
 
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Theoretisch schon, kann sein. Wenn jedoch jemand, wie der Threadersteller, anscheinend anständig Klavier spielen kann, braucht er für Pop- oder Rockmusik in einer Band keinen Lehrer mehr.

Der Satz ist zwar in sich richtig, doch darauf bezog sich meine Antwort nicht. Sondern sie bezieht sich auf das, wonach Matze2012 fragte: eine Hilfestellung zu bekommen, was man als Keyboarder in einer Band spielen kann. Dabei kann ein Außenstehender extrem hilfreich sein. Viele Songs bestehen ja aus mehreren Keyboardspuren, also ist Klavierspielen - das Reproduzieren des Klavierparts - oft nur ein Nebenschauplatz. Im Wesentlichen besteht die Arbeit beim Covern ja darin, Herauszuhören, Entscheidungen über das Arrangement zu treffen, und dann die beste Umsetzmöglichkeiten auf den eigenen Instrumenten zu finden.

Du deutest es ja auch selbst an: "Gelegentlich helfen einem auch Kollegen.". Mit einem Lehrer hat man dann eben nicht nur gelegentlich, sondern systematisch und oft die Situation, das Heraushören, Arrangieren, Einrichten der Keyboards und das Spielen konkreter Stücke zu üben und zu lernen. Weil so ein Unterricht im Idealfall direkt bei den Fähigkeiten des Schülers ansetzt, halte ich den Ansatz grundsätzlich für schneller und zielführender. Vor allem, weil man da Konzepte und Strategien lernt, und nicht nur Endergebnisse nachmacht.

Harald
 
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Wenn jedoch jemand, wie der Threadersteller, anscheinend anständig Klavier spielen kann, braucht er für Pop- oder Rockmusik in einer Band keinen Lehrer mehr. Der beste Lehrer sind da die eigene längst erworbene Fähigkeit und die eigenen Ohren.
Den Satz kann ich so auch nicht unterschreiben. "Anständig Klavierspielen können" kann heißen (und hier z.B. auch): die Technik beherrschen und Noten lesen, möglicherweise sogar "fließend" vom Blatt spielen - letzteres habe ich z.B. nie gekonnt.
Selbstständig arrangieren, nach Leadsheets spielen (das wiederum kann ich), improvisieren etc. sind Dinge, die man - je nach Lehrer - im Klavierunterricht mitunter 10 Jahre und länger umschiffen kann und davon einfach nichts mitkriegt. Dazu gehören eben auch Dinge wie Harmonielehre, Voicings, Skalen - und für's Bandspiel z.T. auch ganz andere Techniken, z.B. was die (Un-)abhängigkeit der beiden Hände bzw. deren Aufgaben anbelangt - das wiederum kommt drauf an, wie weit man im "klassischen" Klavierunterricht gekommen ist und welche Literatur man da gespielt hat.

Sich einen Lehrer zu nehmen halte ich auch für die beste Idee. Nur eben vielleicht keinen "Klavierlehrer" im landläufigen Sinne, sondern einen mit Schwerpunkt Jazz oder Pop. Jazz deswegen (auch wenn man gar nicht explizit in die Richtung möchte), weil Jazzunterricht genau die fehlenden Komponenten enthält, und die Lehrer es oft gewöhnt sind, mit Schülern bereits auf einem relativ hohen spieltechnischen Niveau anzufangen (also nicht mit Anfängern, die erst noch die Grundhaltung und das Notenlesen erlernen müssen). Mit so einem Lehrer kann man sich meist auch auf einen eher Poplastigen Schwerpunkt in der Literatur einigen - wenn nicht, gehört er wahrscheinlich zur Spezies der Jazzpuristen und wäre demnach für diesen Fall ungeeignet ;)

Was auch helfen kann (je nach Vorkenntnissen in der Musiktheorie) sind Workshops im Bereich Pop / Jazz / Arrangement, die von Arbeitsgemeinschaften und Musik(hoch)schulen allerorten angeboten werden. Da kann man dann an einem Wochende oder über einige Wochen schon einiges lernen - zwar nicht die Harmonielehre von Grund auf, aber wenn man da schon ein bisschen beschlagen ist und "nur" noch Ansätze für die Praxis braucht, ist das oft ein guter Einstieg. Die Dozenten dieser Workshops kann man übrigens im Anschluss oft auch als Instrumentallehrer buchen.

Wenn es Workshops mit mehreren Dozenten und für alle Instrumentengattungen sind, kann man idealerweise auch gleich in einem Bandkontext mit gleichgesinnten Drummern, Sängern, Gitarristen etc. das erlernte anwenden und in der Praxis üben.

Ich habe mal willkürlich bei Google ein Beispiel rausgegriffen: http://www.rock-pop-and-more.de/index.php?id=5 Solche Angebote gibt es quer durch die Republik mit leicht unterschiedlichen Schwerpunkten: mal für Jugendliche, mal für alle, eher in Richtung Pop oder Rock oder Jazz oder oder oder.

Wenn du (Matze) mal sagst, aus welcher Ecke du stammst, können dir die ortskundigen vielleicht genaueres sagen.
 
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Du hast mich zitiert und bist in dem Punkt anderer Meinung. Das geht selbstverständlich in Ordnung.

Mein zitiertes Statement ging jedoch noch weiter:
Der beste Lehrer sind da die eigene längst erworbene Fähigkeit und die eigenen Ohren.
Ich hatt mehrere Jahr klassischen Klavierunterricht, ehe ich anfing, Rock und auch Jazz zu spielen. Beigebracht hat ´s mir keiner, und schon gar nicht kam ich auf die Idee, jemandenden nach Keyboardstimmen für Rockbands zu fragen. Die Vorbilder waren ja da und gelegentlich spielten sie auch in meiner Stadt. So wurden sie meine Lehrer, Jimmy Smith, Brian Auger, Jon Lord, Keith Emerson und andere, Rick van der Linden z.B.
Ich wollte nicht sagen, Lehrer wären überflüssig. Das sind sie, wenn sie ihr Handwerk verstehen, sicher nicht. Aber ich wollte zum Ausdruck bringen, dass Selbstvertrauen und Hören mindestens genauso wichtig sind wie Unterricht, meiner Ansicht nach sogar wichtiger.

Viel Erfolg,
CW
 
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Mein zitiertes Statement ging jedoch noch weiter:

Ich hatt mehrere Jahr klassischen Klavierunterricht, ehe ich anfing, Rock und auch Jazz zu spielen. Beigebracht hat ´s mir keiner, und schon gar nicht kam ich auf die Idee, jemandenden nach Keyboardstimmen für Rockbands zu fragen. Die Vorbilder waren ja da und gelegentlich spielten sie auch in meiner Stadt. So wurden sie meine Lehrer, Jimmy Smith, Brian Auger, Jon Lord, Keith Emerson und andere, Rick van der Linden z.B.
Ich wollte nicht sagen, Lehrer wären überflüssig. Das sind sie, wenn sie ihr Handwerk verstehen, sicher nicht. Aber ich wollte zum Ausdruck bringen, dass Selbstvertrauen und Hören mindestens genauso wichtig sind wie Unterricht, meiner Ansicht nach sogar wichtiger.
Das ist auch alles richtig. Nur: das mit dem Hören muss man auch trainieren - also speziell das selektive Hören einzelner Stimmen aus einem fertigen Mix. Zusätzlich zum Training kommt man ohne fundamentale Kenntnisse in Harmonielehre und typische Songstrukturen nicht sehr weit - oder braucht sehr viel Zeit. All das kann man natürlich auch autodidaktisch lernen.

Es ist aber sowohl eine Frage dessen, was man im Unterricht, den man ggf. hatte, alles gelernt hat, eine Frage des persönlichen Talents und auch des Typs, ob man dann als Autodidakt schnell, langsam oder gar nicht zurecht kommt. Das gilt im übrigen nicht nur hier, sondern generell für das Thema "lernen".

Ich vermute mal, du hast in deinem klassischen Klavierunterricht wahrscheinlich durchaus auch Harmonielehre "gemacht" - sobald einmal eine gewisse Kritische Masse da ist, geht das Selbstlernen dann wirklich gut. Das andere Extrem wäre ein technisch brillanter Klavierspieler, der perfekt vom Blatt spielt, dir aber nicht sagen kann, dass das a-c-e-g, was er spielt ein Am7 ist. So einem wird sicher etwas "Starthilfe" ganz gut tun. Ich sage ja nicht, dass der Lehrer einen dann sein ganzes Leben durch die Bandarbeit begleiten soll.

So, wie ich die Ausgangsfrage verstehe, klingt das für mich so, als täte ein bisschen Unterricht (ggf. wirklich nur ein Workshop) gar nicht so schlecht.

Den Rest deiner Aussage hätte ich im Zitat streichen sollen, als ich sagte "kann ich nicht unterschreiben". Aber so allgemein, wie du das sagst:
Wenn jedoch jemand, wie der Threadersteller, anscheinend anständig Klavier spielen kann, braucht er für Pop- oder Rockmusik in einer Band keinen Lehrer mehr.
stimmt das einfach nicht. Es gibt Leute, die brauchen nach langjährigem Klavierunterricht dafür keinen Lehrer mehr - es gibt Leute, die ihn zwar vielleicht nicht unbedingt brauchen, denen er aber dennoch gut tut - es gibt Leute, die werden trotz brillanter vom-Blatt-Spielerei (wo ich vor Neid erblassen könnte) auch in Jahren keine Bandmusiker, ohne sich unterrichten zu lassen.

Glaub mir, ich kenne Beispiele für alle drei Fälle - nicht nur beim Klavier, sondern auch in anderen Instrumentengruppen. Und da sind die, die als Bandmusiker aus sonstigen Gründen überhaupt nicht taugen, gar nicht dabei.
 
Inge A. Lotti
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Hallo Matze,

meiner Meinung nach ist das Heraushören von Keyboardstimmen unerlässlich, wenn man in einer Rockband spielt. Ob ein Lehrer hilfreich ist, das zu lernen, kann ich nicht einschätzen - ich habe keinen gebraucht. Im Klavierunterricht vor mehr als 30 Jahren bei wechselnden alten Damen hatte ich sowas nicht.

Ich habe damit angefangen, einzelne Stimmen von mehrstimmigen Chorstücken herauszuhören, indem ich jede Stimme einzeln stückweise mitgesungen, anschließend auf dem Klavier nachgespielt und schließlich aufgeschrieben habe. Genauso habe ich das später mit Keyboardstimmen gemacht. Meist kommt es nicht darauf an, 100%ig dasselbe zu spielen wie der Original-Keyboarder. Ich höre mir in der Regel typische Phrasen, Rhythmen usw. heraus und unterlege das Ganze dann mit den restlichen Tönen der Harmonie. Das mache ich nicht nur für die Stücke meiner Band, sondern für alles, was mir gefällt und spielenswert erscheint - Übung macht den Meister. Die Harmonien findet man oft im Internet (die müssen aber nicht immer stimmen). Die andere Variante wäre, die Basslinie rauszuschreiben - der Bass spielt häufig den Grundton und ggf. weitere Töne der Harmonie.

Grüße und viel Erfolg!
Inge
 
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xavier
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Es gibt viele How-to-Tutorials auch auf Youtube wo erklärt wird wie Keyboardparts zu spielen sind. Beispielhaft: http://www.youtube.com/watch?v=uzbGcOwK-lU&list=UUQSIiN6-34CSsk3f-K9moIg&index=2&feature=plcp

Gerne nehme ich auch Midifiles zu Hilfe, aus denen man sogar die Noten rausziehen kann (z.B. mit Finale Notepad - http://www.computerbild.de/download/Finale-NotePad-2008-3200828.html)
Meistens reicht aber auch ein Midiplayer wie z.B. http://www.vanbasco.com/ bei dem man sich ander der Pianoroll orientieren kann.

Die Zeitschrift Keyboards bietet Jam-Playalongs an inkl. Noten /Leadsheets in den Heften - http://www1.keyboards.de/playalongs/jam-store.php

Um was für Songs geht es denn bei denen du Schwierigkeiten hast?
 
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Starship85
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Also Klavier und Keyboard (>>Orgel,Synthesizer,Workstation,etc) sind ja erstmal zwei grundauf verschiedene Dinge. Beim Klavier ist es äußerst hilfreich gut mit Noten zurechtzukommen.> Beim Synthesizer oder der Orgel ist dies jedoch relativ unbrauchbar, da man hier auf seine Ohren und sein Improvisationsvermögen gestellt ist. Da hilft eigentlich eines genau am ehesten. >>Üben. Nimm dir Songs vor, spiel sie ab und hör sie so oft, bis du die einzelnen Parts genau kennst. Dann versuche sie nachzuspielen. Ich glaube ,dass das größte Problem beim genauen kennen des Songs liegt. Evtl. ist es auch wichtig Sounds zu programmieren >>also sie nach dem Gehör anzupassen. Das sind aber Dinge, die man selber lernen muss. Aber nichtsdestotrotz fängt ja da der Spaß mit dem Keyboard erst an! ;)

Gruß
 
Distance
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Also Klavier und Keyboard (>>Orgel,Synthesizer,Workstation,etc) sind ja erstmal zwei grundauf verschiedene Dinge. Beim Klavier ist es äußerst hilfreich gut mit Noten zurechtzukommen.> Beim Synthesizer oder der Orgel ist dies jedoch relativ unbrauchbar, da man hier auf seine Ohren und sein Improvisationsvermögen gestellt ist.
Ob man nach Noten spielt oder nicht hängt viel mehr vom Musikstil und der Besetzung der Gruppe (sofern vorhanden) ab.
Insofern treten zwar beim Klavier relativ häufig Noten auf, aber nicht, weil Noten beim Klavier besonders hilfreich sind, sondern weil Noten in der Klassik sehr viel zum Einsatz kommen - und die wird nunmal zumeist auf dem Klavier gespielt. Gleichzeitig wird aber auf Klavieren genauso auch Jazz gespielt, für den zumeist Leadsheets oder gar keine Noten zum Einsatz kommen. Und natürlich noch vieles mehr.
Umgekehrt wird auch ein Schuh draus: Manche Coverbands haben ein so großes Programm, dass man es kaum auswendig lernen kann, und einige spielen dann tatsächlich auch live nach Noten. Ich nehme auch an, dass auf Orgeln (z.B. in der Kirche) häufig nach Noten gespielt wird.

Eine Abhängigkeit vom Instrument ist also nicht wirklich vorhanden. Ich behaupte außerdem, dass die Fähigkeit, nach Noten zu spielen, niemals schaden kann. Im Zweifel nutzt man sie eben einfach nicht.

Da hilft eigentlich eines genau am ehesten. >>Üben. Nimm dir Songs vor, spiel sie ab und hör sie so oft, bis du die einzelnen Parts genau kennst. Dann versuche sie nachzuspielen. Ich glaube ,dass das größte Problem beim genauen kennen des Songs liegt.
Für jemanden, der gewohnt ist, nach Noten zu spielen, ist es unter Umständen deutlich einfach, den Song schlichtweg rauszuschreiben. Das erfordert zwar auch Übung, ist aber möglicherweise einfacher als den Song quasi auswendig zu lernen und dann aus der Erinnerung heraus zu reproduzieren.
 
Martman
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Trotzdem ist das 100%ige Übertragen von Piano-Notation in Verbindung mit allem vom Piano Gewohnten auf Rock-/Popmusik, gerade wenn Synthesizer zum Einsatz kommen, schwierig. Noch schwieriger ist es, da einen Konsens zu finden, der eine möglichst gute Reproduktion des Originals bei gleichzeitiger Spielbarkeit für einen Konzertpianisten darstellt. Denn je aufwendiger ein Stück ist, a) desto weniger ist es möglich, das Originalarrangement wie Piano zu notieren, und b) desto weniger ist es möglich, einen für so ziemlich alle Pianisten/Keyboarder zufriedenstellenden Kompromiß zu finden.

Mein Lieblingsbeispiel für wahnwitzige Tastenarrangements ist das Synthesizersolo von Rosanna von Toto. Jetzt lassen wir darauf mal jemanden los, der sonst nur Konzertpianist ist, der es also von daher schon gewohnt ist, 1:1-Repliken spielen zu können. Auch wenn mir studierte Pianovirtuosen dafür an die Gurgel gehen werden - nichtsdestotrotz hat ein Piano nicht die klanglichen Möglichkeiten der Synthesizerburg von David Paich.

Das fängt schon damit an, daß ein Piano genau 1 Sound hat. Klangumschaltung kann also nicht notiert werden. Abgesehen davon ist das in diesem Fall auch nicht unbedingt sinnvoll. Ebensowenig sinnvoll ist die Notation unterschiedlicher Klänge in einer Zeile - das wird bei klassischen Orchesterarrangements auch nicht gemacht. Somit müßte man dem ausschließlich vom Blatt spielenden Pianisten eine Partitur hinstellen mit folgenden Stimmen:
  • Choruslead am Anfang
  • Abwärts perlender Sound (das Delay wird ausnotiert, ein Piano hat kein Delay)
  • Zweiter Leadsound
  • Bläser (mit allen Phrasierungsmitteln so ausnotiert, daß jemand, der nur Piano kennt, so spielt, wie ein in solchen Dingen versierter Keyboarder es schon aus Gefühl tun würde)
  • Akkordsound (Problem: Piano-Notierung kennt keinen Pitchbend)
  • Zusatzsound fürs Glissando am Ende
Natürlich jeweils mit Violin- und Baßschlüssel, so notiert, wie die Tonhöhen auf einem Piano gespielt werden müßten, und mit vollem Fingersatz. Die volle Keyboardpartitur hätte zusätzlich Hammond und Piano. Also zehn Notenzeilen - elf, wenn das nicht gespielte Baßpedal der Hammond der Vollständigkeit halber (aber zur Verwirrung des Pianisten) mit ganzen Pausen mit niedergeschrieben wird. Das macht die Sache zwar nicht spielbarer, aber für den Pianisten verständlicher.

Bestimmte Sachen lassen sich auch schon prinzipbedingt nicht notieren. Etwa Jon Lords Hammond-Parts bei Deep Purple. Da war nichts auskomponiert. Trotzdem tauchen hier immer wieder Leute auf, die 1:1-Transkriptionen von Deep-Purple-Orgelparts suchen. Viel Spaß bei Songs wie Black Night oder Hush. Oder Synthesizersoli, die musikalische Antithese zum zweihändigen klassischen Piano. Da wird an Bedienelementen an einem Synthesizer auf eine Art und Weise herumgedreht, für die die klassische Notation nie erweitert wurde, die also gar nicht klassisch notierbar sind. Etwa Don't Kill It Carol von Manfred Mann's Earth Band (Pitch Bend, Cutoff, Sustain der Filterhüllkurve, Detune des zweiten Oszillators) oder Lucky Man von Emerson, Lake & Palmer (Portamentozeit und am Ende das Überblenden auf den zweiten Signalweg mit anderen Filtereinstellungen, Chorus und evtl. Reverb).

Und das war bis jetzt nur Rockmusik. Wie macht man das mit synthesizerlastigem Pop, Dance oder Electro? Wie würde man Sequenzen notieren, die nun wirklich niemand händisch einhacken würde, also das eventuelle händische Um-/Durchschalten von Sequenzen? Falls sie ausnotiert werden, sollten dann Giorgio-Moroder-Sechzehntel-Delays als solche namentlich erwähnt und gar nicht notiert, in derselben Zeile mitnotiert, als Ghost Notes notiert oder in einem separaten System notiert werden? Oder wie bitte notiert man Dubstep-Wobbles für einen Pianisten, der noch nie in seinem Leben an einem Musikinstrument irgendeine Form von Automation benutzt hat?

Der Sound ist nämlich auch so eine Sache. Praktisch die komplette klangliche Bandbreite eines Pianos mit Ausnahme des Deckels kann notiert werden. Somit ist ein Pianist es gewohnt, alles, was er am Instrument machen kann, in den Noten wiederzufinden. Und zwar standardisiert, daß er es auf so ziemlich jedem akustischen Piano auf dieser Welt 1:1 anwenden kann. Aber schon für eine Hammond-Zugriegelorgel existieren solche Notationsangaben nicht, so standardisiert hier die Bedienung auch ist. Und es gibt durchaus Songs, bei denen im vollen Spiel die Zugriegel manipuliert werden, etwa Jingo von Santana oder die Live-Version von No Woman, No Cry von Bob Marley & The Wailers. Aber selbst Leslie slow/fast/brake kann nicht klassisch notiert werden. Für Synthesizer wiederum existieren nicht nur keinerlei klassische Notationsmittel, geschweige denn, daß ein Pianist diese ohne weiteres lesen könnte, sie wären auch zu weit mehr als 90% im Grunde jeweils nur auf ein einziges konkretes Modell anwendbar, mitunter sogar eingeschränkt auf Bauserien. Bei einem Parametergrab wie einer Fullsize-Workstation sieht es dann noch düsterer aus.


Martman
 
HaraldS
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Trotzdem ist das 100%ige Übertragen von Piano-Notation in Verbindung mit allem vom Piano Gewohnten auf Rock-/Popmusik, gerade wenn Synthesizer zum Einsatz kommen, schwierig. Noch schwieriger ist es, da einen Konsens zu finden, der eine möglichst gute Reproduktion des Originals bei gleichzeitiger Spielbarkeit für einen Konzertpianisten darstellt.

Deine Ausführungen finde ich sehr interessant, weil sie von viel Detailkenntnis zeugen und du dir eine Menge Gedanken machst. Andererseits stellst du die Extreme zweier Welten gegenüber (ein ausgefeiltes Toto-Synth-Solo und einen rein klassisch denkenden Pianisten), und hast dann am Ende Noten mit zehn und mehr Systemen gleichzeitig. Letztlich zeigst du dadurch, dass die Kombination der Extreme zweier Welten widersinnig ist und nicht praktikabel funktionieren kann. Schon gar nicht auf der Bühne unter Live-Bedingungen.

Da ist es gut, dass der durchschnittliche Live-Keyboarder weder ein rein klassisch ausgebildeter Spieler ist (und wenn er's ist, wird er nach der ersten Probe umdenken lernen müssen), noch im Regelfall mit dem Anspruch maximaler Authentizität auf die Bühne geht. Die Praxis spielt sich glücklicherweise zwischen den Extremen ab - denn, wie du ja auch gezeigt hast, führen extreme einseitige Haltungen in der Kombination zu Widersprüchen. Deswegen macht es, wenn man praxistauglich Musik machen will, keinen Sinn, in Extrempositionen zu verharren.

Ich spiele Keyboards in prof.Musicals und habe da ständig damit zu tun, wie Noten dort aussehen. Da geht es halt nicht um eine Transkription eines Chart-Titels, es ist also eine etwas andere Ausgangslage als beim Threadersteller. Aber es geht darum, mit welchen Taktiken Keyboards möglichst praxistauglich, eindeutig und betriebssicher notiert werden können.

Grundsätzlich ist ja die gegriffene Tonhöhe von der klingenden unabhängig, im Gegensatz zum Klavier. Sounds können Oktavtranspositionen beinhalten, und dann ist der Arrangeur bzw. Notensetzer schon in der Situation entscheiden zu müssen, ob denn nun die gegriffene oder die klingende Tonhöhe aufgeschrieben wird. Meist macht es mehr Sinn, die gegriffene Tonhöhe zu notieren, weil der Spieler i.d.R. bei einer gesehenen Note in erster Linie eine gegriffene Taste assoziiert. Wenn die klingende Tonhöhe aufgeschrieben würde, müsste der Spieler ja die Oktavtranspositionen auswendig kennen, um die zu greifende Taste zu folgern. Das wäre Quatsch. Also wird die zu greifende Tonhöhe notiert, und schon ist das Keyboard ein transponierendes Instrument wie viele andere Orchesterinstrumente auch.

Die nächste Überlegung ist, wie man mehrere Tastaturen notiert. Ich habe schon Spielanweisungen gesehen wie "oben", "unten", "XP-80" oder "Piano" - das kann klappen, aber wenn der erste Ersatzspieler die Begriffe sieht, muss er erstmal zuordnen. Man könnte auch von einer Klavierakkolade das obere Notensystem fürs obere Keyboard nehmen, das untere fürs untere. Dann ist aber immer noch nicht klar, welche Hand auf welchem Keyboard spielt - dazu braucht man weitere Anweisungen: "l.H." und "r.H.". Auch wenn beide Hände hin- und herspringen, oder wenn zwischendurch Klavier auf dem unteren Keyboard mit beiden Händen (also l.H. im Baßschlüssel) gespielt werden soll, stößt das System an seine Grenzen. Dann können 4 Systeme, also zwei Klavierakkoladen, durchaus Sinn machen. So komplizierte Situationen kommen aber kaum vor. Ich habe auch schon Farben gesehen: roter Textmarker für unten, grüner Textmarker für oben.

Martman schreibt noch, dass es keine standardisierte Notation für Parameteränderungen gibt. Klar, das stimmt, aber da kann man sich was einfallen lassen, um es eben doch möglich zu machen: Wellenlinien wie für Triller für Modwheel-Bewegungen, Glissando-Linien für Pitch-Bend, und eben Textanweisungen für alles mögliche. Hier ist die Frage vor allem, wie genau etwas notiert werden soll bzw. muss: wenn man Livemusiker beschäftigt, will man ja keine maschinelle Genauigkeit als Resultat haben. Die Musiker wollen und sollen einen Entscheidungsspielraum für die konkrete Ausführung des Parts haben.

Noten sind ja nur oberflächlich genau bzw. sind nur oberflächlich enge Vorgaben: in Wahrheit stellen sie einen Handlungsspielraum dar. Und gerade bei solchen schwer notierbaren Instrumenten wie Keyboard ist der Entscheidungsspielraum dann eben schon mal groß.

Harald
 
gmaj7
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Hallo Matze,

im Prinzip solltest Du einen Weg suchen, wie man songdiendlich einen Song an den Keyboards begleitet. Wenn Du sehr gut vom Blatt spielen kannst, ist das schon mal viel wert, da Rhythmusgefühl, Fingerfertigkeit und Grundmusikalität bei Dir nicht das Problem darstellen.

Jetzt brauchst Du Hilfestellung dabei, richtig zu begleiten, was in den meisten Fällen heißt: einen passenden Sound finden und gut passende Riffs, Pattern spielen.
Mir haben im Prinzip folgende Sachen geholfen:
- Ein Klavierlehrer, der sich mit Popmusik sehr gut auskennt, und sofort jede Linie heraushört und den passenden Klang und und die Spielweise erkären kann.
- Midi-Files, bei denen man einzelne Parts laufen lassen kann, um sie besser zu hören. (Mann kann sich auch die Noten anzeigen lassen
- Literatur, in der wichtige Patterns, also Musikstilspezifische Begleitmuster gezeigt werden. Auch mein Klavierlehrer gibt mir hierbei immer wieder Hilfestellung
- Tutorials im Internet: Für viele Songs werden schwierige Keyboarstellen genaustens erklärt. Auch den Martmann genannten Rossana-Teil ;-)
- Und: Musik aufmerksam hören. Was spielt der Keyboarder für Klänge, was für Noten, welche Akkorde

Mit der Zeit lernt man nicht nur, was in einen Song passt, sondern auch wie einzelne Klänge gespielt werden. Mit einer Orgel spielt man völlig andere Riffs als mit einem Klavier oder einem Leadsynth.

Und nicht jedes Detail eines Songs muss man 1 zu 1 nachspielen, damit er gut klingt.
 

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