Onlinevertrieb - Sinnvoll oder Abzockerei ?

von Fossi_Louis, 14.08.08.

  1. Fossi_Louis

    Fossi_Louis Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.08   #1
    Wir haben in letzter Zeit bei Myspace öfters sogenannte Freundanfragen von Firmen, die Onlinevertrieb für Bands ohne Label bzw. Plattenvertrag anbieten.
    Hört sich erst einmal gut an, 6,00Euro pro Titel/Jahr.
    Wenn man das auf 10000 Bands hochrechnet, kommt man ganz schnell in den sechsstelligen Bereich an Gebühren, welche die gesamten Bands abdrücken.
    Abzüglich Webhosting und Webseite bauen lassen ein lukratives Geschäft für den Betreiber.
    Darum meine Frage:
    Ist das nur wieder so ein Zug der neuen Zeit, auf den jeder aufspringt, um uns abzuzocken oder bringt das wirklich etwas?
     
  2. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 15.08.08   #2
    "Sinnvoll" ist es erst dann, wenn Ihr damit mehr Einnahmen erzielt, als Ihr an Kosten für den Aggregator aufwenden müsst!

    Ansonsten ist es nicht unbedingt "Abzocke" - aber es grenzt dann daran, wenn man jeder unbekannten Band einen solchen Shop aufschwatzen möchte, die nie im Leben entsprechende Download-Raten für seine Songs erzielen kann.

    TESTEN und einen einigermaßen guten Überblick kann man als Band/Künstler gewinnen, wenn man z.B. einen Teil seiner Songs zunächst zum kostenlosen Download anbietet (vorsicht, falls Ihr GEMA-Mitglieder seid, dann habt Ihr die Verwertung im Regelfalle auch für diese Art der Eigennutzung abgetreten).
    Laden sich eine erhebliche Zahl von Interessenten den oder mehrere Songs kostenlos herunter, dann ist das ein Indiz dafür, dass ein externes und neutrales Interesse besteht. Dann wäre zu überlegen, ob man sich einen Aggregator für ein bezahltes Download sucht. Aber auch hier gilt: erst vergleichen, dann buchen.

    Lädt sich aber kaum jemand Eure kostenlosen Songs aus dem Netz, dann macht auch ein Downloadshop (zunächst) keinen Sinn. Wenn ihr mal bekannter seid und in einem größeren Radius live spielt, wäre diese Art von "Quasi-Marktanalyse" nochmals zu starten.

    lg.
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 15.08.08   #3
    Mir ist nicht ganz klar, was Vertrieb in dem Fall meint.

    Dass man den song dort runterladen kann? Dass man dort die CD/den Titel bestellen kann? In welcher Form? Als Datei oder als materielle CD (gebrannt? on demand?)?
    Werben die aktiv? Wie bekannt sind die als Plattform? Welche Referenzen oder Zahlen können die denn vorweisen für die bereits unter ihren Fittichen stehende Bands? Wieviel Traffic ist auf der WEB-Site?

    Firmen, die im Marketingbereich tätig sind, sollten solche Zahlen vorrätig haben bzw. selbstverständlich zur Verfügung stellen. Wie rockbuerosued schon sagte: Aus Sicht der Band ist das eine Investition in eine Marketingmaßnahme. Die rechnet sich nur, wenn ich dadurch in einen Markt komme, in den ich sonst nicht oder nur vergleichsweise teurer hineinkomme - beziehungsweise wenn die zusätzlichen Verkaufserlöse diesen Aufwand zumindest ausgleichen.

    Ist einem denn selbst überlassen, ob man Preise verlangt für das Downloaden oder den Vertrieb der eigenen songs?

    Die Frage, ob das nun Abzocke ist oder nicht, läßt sich an der Stelle eigentlich gar nicht beantworten. Das kann ein seriöses Angebot sein in dem Sinne, dass die WEB-Site da ist, funktioniert und die angebotenen Dienstleistungen (downloads, Bestellungen) dort auch zu den ausgemachten Konditionen bestehen.
    Die wesentliche Frage, die rockbuerosued auch gestellt hat, ist: ob es sich für einen selbst lohnt.

    x-Riff
     
  4. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 15.08.08   #4
    Onlinevertrieb bedeutet hier nahezu ausschließlich den non-physischen Vertrieb. Also das Bereitstellen von Webspace, Delivery und Payment. Den physischen Vertrieb von Tonträgern tut sich doch heute alleine aus Logisticgründen kaum noch jemand an.

    Und "werben" tun die i.d.R. nicht für die einzelnen Songs oder Pakete. Die meisten bieten auch die Einbindung in die großen Downloadportale mit an. Das ist einerseits sinnvolle Voraussetzung. Andererseits geht der unbekannte Künstler dort auch unter und eine Listung bei Musicload oder iTunes oder... ist gleichsam für die Katz, weil man auch im Dschungel bei der Suche nach einem einzelnen und bestimmten Blatt nie fündig wird.

    Es hängt schlussendlich wieder mit den ÜBLICHEN HAUSAUFGABEN einer Band oder eines Künstlers zusammen. Spielen - spielen spielen und dadurch bekannt werden, um so die Nachfrage zu wecken. Nur dann macht es Sinn, wenn man zur Befriedigung des Bedarfs die verschiedenen Vertriebskanäle bedienen kann.

    Das ist vergleichbar mit der Situation, als Newcomer 10.000 CDs pressen zu lassen, wenn man niemanden hat, der diese abkauft.

    lg.
     
  5. melgyspsy

    melgyspsy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.08   #5
    aus eigener erfahrung kann ich sagen, daß es für ne unbekannte band überhaupt keinen sinn macht, sich auf solchen plattformen zu registrieren.
    wir haben den ganzen quatsch zwar kostenlos bekommen, ändert aber natürlich nichts an der resonanz, die ist nämlich gleich null. das liegt auch einfach daran, dass es wie bereits von meinen vorrednern erwähnt, dafür keinerlei werbung usw. gibt.
    interessant wird es erst ab einem bestimmten bekanntheitsgrad der band und wenn der erreicht ist, hat man meistens eh irgendeinen distributor der das selbst zur verfügung stellt. ich persönlich würde von der kohle lieber nen kasten bier kaufen oder das benzin für den weg zum nächsten gig bezahlen, da haben alle mehr von.
     
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