... und wieder ein Thema mit dem ich nichts anfangen kann. Soweit ich weiß gibt es da 0.40, 0.45, und 0.50er Saiten. Was denkst du wieviel ich investieren sollte, damit ich etwas hochwertiges bekommen und welche Stärke soll ich nehmen?...
macht nichts, das wird einem ja nicht in die Wiege gelegt...

speziell bei einem Fender Bass sind die Saiten (imho) das A&O, kommen gleich nach dem Hals und noch vor den PUs
die haben den stärksten Einfluss auf das, was man letztlich hört
die Strategie in Kurzform - Teil A:
Der Hals definiert Ansprechverhalten und Schub, was da nicht kommt, bringt keine Technik der Welt hinein
Logischerweise ist ein Hals ohne Saiten nutzlos... beides bildet ein Gespann und ist aufeinander angewiesen
Dabei sind Masse und Spannung die bestimmenden Komponenten
dummerweise ist das eine recht individuelle Geschichte, für das Optimum muss man ggf recht lange suchen
(was aber nicht heisst, dass man mit etwas weniger nicht auch anständig spielen kann)
Das zweite Gespann ist das 'magnetische Team': Saitenlegierung - Pickup(spulen) und Magnete
Damit wird die Klangfarbe beeinflusst, insofern hänge ich mal die Oberfläche 'round/flat' mit dran.
Echte Brillianzen gibt's nur mit Rounds, aber Flats sind durchaus
nicht höhenarm
(kA wo dieses 'dumpf' Gerede herstammt)
Den Korpus sehe ich in erster Linie als 'Filter' des bisher genannten, er modifiziert die Summe.
Auch hier ist das Holzstück nicht allein, sondern bildet ein Team mit der Brücke, das Hals und Saite 'zuarbeitet'
Eine fest monierte, massive Brücke wird 'besser' übertragen, entzieht aber andererseits 'Schwung' und Definition.
Das führt zu der paradoxen Situation, das Leos 'Schrottwinkel' ein nahezu ideales Mittelding bildet.
Es wird zwar gut übertragen, aber eben weit weg von physikalisch perfekt.
Der Charakter der Bässe ist davon stark beeinflusst.
Teil B, im Laden:
für einen 'Anfänger' ist das natürlich kaum umzusetzen, da fehlt einfach die Hörerfahrung.
Auch wenn das eine stark subjektiv geprägte Darstellung ist, dürfte sie im Kern in etwa passen.
(die Gewichtung der Punkte mag jeder individuell halten)
Weder Werk noch Verkauf können ideal eingestellte Instrumente anbieten (in dieser Preisklasse).
Neben dem zeitlichen Aufwand ist das sowieso hochgradig spielerabhängig, macht also wenig Sinn.
Beim Anspielen versucht man, die Komponenten für Abweichungen vom 'Klangideal' zu lokalisieren.
Der Grad der Abweichung beeinflusst dann die Kaufentscheidung.
Ein Bass kann am Amp shice klingen, spricht aber über's gesamte Griffbrett sehr gleichmässig und impulsiv an.
Eine 'stärkere' Saite würde Abhilfe schaffen.
Jemand mag Finger-Funk à la Tower of Power, der Bass klingt gut, hat aber endlos Sustain und eine massive Brücke.
ein schlichter Blechwinkel dürfte das Problem lösen.
so in etwa...
Die Fender Instrumente
sind Baukästen, Leo hat sie so konzipiert, damit sie günstig zu fertigen sind

(ist also keine Schande, da was umzuschrauben - und definitiv kein Hexenwerk)
Nachtrag Saitenpreis:
gute Saiten sind nicht billig, zahlen sich auf Dauer aber aus. Speziell Flats.
Ich habe zB immer noch den ersten Satz LaBella 760FM im Einsatz (der hat schon 6 verschieden Bässe erlebt)
Mit 65 Euro wohl das teuerste im Standard-Angebot.
Auf einer (vielgespielten) Akustischen habe ich d'Addario Chromes seit über 3 Jahren, die werden nicht älter

Flats kann man wiederverkaufen, Rounds nicht. Da will jeder die Neu-Brillianzen.
cheers, Tom