PA und Mikrofonierung für Laientheater

NeMsY
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Hallo Leute


Ich soll für unsere Laientheatergruppe eine kleine PA zur Unterstützung für die hinteren Ränge zusammenstellen.

Bauliche Situation:
Alter Pfaarsaal der aus einem kleinen Altbau und einem großen Zubau besteht. Die Raumhöhe vom Zubau zum Altbau fällt von ca. 4m Raumhöhe auf ca. 2,5m Raumhöhe ab.
Die Bühne steht im großen Saal und im Altbau sind die hinteren Ränge.
Die ungefähren Maße des Saales:
20m lang x 6m breit (wovon sich die Länge des Saals auf ca. 15m Zubau und 5m Altbau aufteilen)
Die Bühne ist ca. 5x5m groß

Das Problem:
Im Altbau-Bereich gab es schon immer Sprachverständlichkeitsprobleme und deshalb soll eine kleine PA zur Unterstützung für die hinteren Ränge angeschafft werden.

Meine Fragen:
*) Funktioniert das überhaupt so, wie wir uns das vorstellen? Oder wird die Sprachverständlichkeit wegen der Zeitverzögerung darunter sogar noch mehr leiden?
*) Wie soll die Bühne mikrofoniert werden? Mikro mit Kugelcharakteristik mittig von der Bühnendecke? Oder doch eher seitlich Overheads? Grenzflächenmikro?

Danke schon mal für eure Antworten
 
Eigenschaft
 
Bevor man da antworten kann solltest du uns verraten:
- wie viel Budget steht für die PA zur Verfügung?
- wie viel Budget steht für die Mikrofonierung bzw. die Funkstrecken zur Verfügung?

Ansonsten wären die Antworten Nonsens.
 
Die Zeitverzögerung bekommt man mittels Delay in den Griff. Macht die Sache halt etwas teurer.

Problematisch ist aus meiner Sicht der recht große Abstand zwischen Mikrofon und Mund. Dadurch brauchst du eine hohe Verstärkung. Weshalb ich - wenn auch ohne eigene praktische Erfahrung - Kugelcharakteristik ausschließen würde.

Bei Grenzflächen musst du das Problem mit Trittschall lösen. Evtl. gehen 2-4 Kleinmembraner auf Stativen vor der Bühne?
 
... Evtl. gehen 2-4 Kleinmembraner auf Stativen vor der Bühne?

Dann hast Du aber Auslöschungen und Überhöhungen im Frequenzgang wegen der Reflexionen vom Bühnenboden. Daher doch lieber ein paar Grenzflächen, die meisten haben ja eine Moosgummischeibe fest unten angebaut.

Es klingt so einfach - mach mal hinten deutlicher zu verstehen. Ist aber technisch ziemlich aufwendig. Du brauchst:
- ein paar hochwertige Mikros für die Abnahme
- ein kleines Digitalpult oder analog plus Controller - jedenfalls irgendwas, womit Du die Verzögerung erzeugen kannst
- ein oder zwei hochwertige Lautsprecherboxen, welche nicht zu sehr färben

Und dann viel Spass beim Ausrichten und Einstellen der ganzen Geschichte!
 
Ich habe über 15 Jahre eine Laienspielgruppe technisch betreut. Gespielt wird/wurde in einer Turnhalle mit mobiler Bühne, ca. 300 Besucher.

Anfängliche Versuche mit Grenzflächenmikros haben nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Kopfbügelmikros sind teuer, mit Laien problematisch und zerstören die Atmosphäre.

Ich habe dann über der Bühne 8 preiswerte Kondensatormikros im Winkel von 45 Grad abgehangen, versteckt in der Bühnendecke. Die Positionen habe ich dem Stück entsprechend ausgewählt, also dorthin gerichtet, wo sich etwas „abspielt“. Ergänzt wurde das ganze durch zwei kleine Sendermikros, die dann z.B. an der Küchenlampe oder im Blumenstrauß versteckt wurden.

War halt knappes Budget.

Ja und dann, war während den Vorführungen „echtes Abmischen“ gefragt. Heißt die Mikros rein gezogen, wo gesprochen wurde, die anderen runter gezogen.

In der Halle gibt es drei Lautsprecherpositionen, etwa alle 10m mit eigenen Endstufen.
Delays wären theoretisch toll, gab’s/gibt’s aber keine. Abgemischt wurde analog. Hat praktisch funktioniert.
Die Zuschauer haben sich immer für die gute Verständlichkeit bedankt und wollten wissen, wie wir das machen.

Bei einer Saallänge von 20m sollten 2 Lautsprecher bei der Bühne und 2 in der Saalmitte reichen, da es ja „eigentlich“ nur eine Unterstüzungsanlage ist.

Wie gesagt „meine praktischen Erfahrungen“.
 
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Hallo Leute

@Harry
Sorry. Als ich den Thread erstellt, war ich etwas unter Zeitdruck. Also: Budget soll sich insgesamt so um die 1000€ bewegen. Wenn es aber ein paar Hunderter mehr kostet, ist es auch nicht so schlimm.

@bwc
Unsere Bühne ist ebenfalls mobil und nicht fix im Pfaarsaal gebaut. Um die Bühnenelemente zu schonen, rollen wir immer einen dicken Teppichboden aus. Das dämpft schon mal den Trittschall.
Unser Besucherzahl beläuft sich auf 200 Personen pro Aufführung.
Leider haben wir keinen extra Techniker. Der Techniker bin ich (wenn ich nicht gerade auf der Bühne bin). Deshalb sollte die Anlage so einfach wie nur möglich sein.

@drumbaer und @mix4munich
Wegen der Zeitverzögerung: Ich habe vorhin auf einer Website errechnet, dass die Verzögerung im hinteren Bereich bei der Distanz bei ca. 50ms liegen würde.

Beim stöbern von diversen Online-Stores stelle ich mir auch gerade die Frage: Kleinlautsprecher oder Mid-High-Speaker?
 
Ich würde das einem Kleinlautsprecher wie the box pro Achat 104 (mit oder ohne A hintendran) zutrauen.
 
Hallo Leute

Ich soll für unsere Laientheatergruppe eine kleine PA zur Unterstützung für die hinteren Ränge zusammenstellen.

Genau dass habe ich zwei Jahre lang wie folgt realisiert.
Da das Budget knapp war, gab es nur 2 Lautsprecher, einen Mixer, und maximal 4 Kleinmembran Kondensator Mikrofonen.
Ich hatte 2 potente 12" Tops auf Dreibein Stativ, diese habe ich nicht direkt an die Bühne gestellt, sondern ca. 7m in den Raum rein, denn es ging um die hinteren Reihen, die ersten Reihen kamen in den Genuss der Naturstimmen.
Als Mikrofone standen 2x MXL 603 und 2x Rode NT 5 zur Verfügung, davon habe ich 2 Mikrofone in die Bühne gebaut, mal steckte ein im Blumenstrauß auf einem Tisch oder in einer Stehlampe, je nach Stück. Eins hing zentral an der vorderen Bühnenkante, das 4. wurde nicht gebraucht.
Gemixt wurde über ein Allen & Heath Wizard WZ 3 16:2 , wenn man es zur Verfügung hat würde ich jedoch stehts zu was digitalem (Behringer X Air o.ä. ) greifen aufgrund der vielseitigeren EQ Möglichkeiten, wobei das Wizard seinen Job gemacht hat.

Es gibt sicher andere/ bessere Wege dies zu realisieren, allerdings mangelt es oft nicht an Möglichkeiten und Ideen, sondern meist nur an Budget ;-)


Ich würde das einem Kleinlautsprecher wie the box pro Achat 104 (mit oder ohne A hintendran) zutrauen.


Ich würde es denen nicht zutrauen. Bei dem Wirkungsgrad und der Leistung des Lautsprechers, wird es in Kombination mit Kleinmembranern oder Grenzflächen pfeifen , bevor man irgendeine brauchbare Stimme daraus bekommt ;-)

Viele Grüße
cat...
 
Ich würde es denen nicht zutrauen. Bei dem Wirkungsgrad und der Leistung des Lautsprechers, wird es in Kombination mit Kleinmembranern oder Grenzflächen pfeifen , bevor man irgendeine brauchbare Stimme daraus bekommt

Feedback hängt aus meiner Sicht an vielen Parametern wie Frequenzgang, Richtwirkung, Aufstellung, Raum, etc. Aber physikalisch nicht am Wirkungsgrad. Der Wirkungsgrad besagt ausschließlich, wie weit ich den Lautstärkeregler nach rechts drehen muss respektive wie viel der zugeführten Leistung in Wärme statt in Ton umgewandelt werden.

Wenn die Boxen wie in diesem Fall mindestens 15 Meter vor der Bühne und den Mikros stehen sollen und es ja gerade nicht um hohe Lautstärken geht, dann wäre Rückkopplung nicht meine größte Sorge. 6 Zoll oder 8 Zoll PA-Boxen mit einer besseren Richtwirkung könnte ich mir auch gut vorstellen.
 
Feedback hängt aus meiner Sicht an vielen Parametern wie Frequenzgang, Richtwirkung, Aufstellung, Raum, etc.
Schoon richtig und Zustimmung.

Aber physikalisch nicht am Wirkungsgrad.
Das sehe ich allerdings anders.Reintheoretisch hast du schon recht, aber die Praxis ist da doch ein wenig anders. Gerade bei Kisten mit kleinem Wirkungsgrad muss man eben deutlich weiter aufdrehen. Zustimmung soweit. Allerdings kommt man dann sehr schnell in die Feedbacknähe, ohne dass es wirklich besser wird. Warum? Feedback entsteht immer dann, wenn der Verstärkungsfaktor > 1 wird. Wenn man nun ein recht "empfindliches" Mikro oder gar mehrere auf der Bühne hat ist dieser Punkt mit einer Kiste, die einen kleinen Wirkungsgrad hat deutlich schneller erreicht, als mit einer potenteren Kiste. Da bleibt dann der Verstärkungsfaktor eher < 1 mit reichlich Luft nach oben, vor allem dann, wenn die restlichen Parameter optimiert sind.

Back to topic....

Ich würde hier auch, vor allem wenn das Budget eng ist, für 200 Nasen nur Laussprecher als Delayline stellen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, und das gilt generell, dass die Schauspieler auf der Bühne LAUT und deutlich sprechen. Damit deckt man eben schon mal den vorderen Bereich ohne Lautsprecher ab und damit reduziert sich das Feedbackrisiko schon deutlich.

Auch das Abhängen der Bühne mit Mikros ist besser als mir Grenzflächen auf so seine Distanz. Rohrrichtmikrofone sind da eine gute Wahl. Auch reichen hierbei in der Regel 2-3 Stück. Wenn man Ablageflächen wie einen Tisch oder ähnliches hat und da auch was geredet wird, dann könnte man hier Grenzflächen einsetzen oder eben ein Lavalier samt Sender irgendwie verstecken. Gute Idee von den anderen Kollegen und tatsächlich wird das auch so gemacht, um zumindest bei Profiproduktionen eine gewisse Atmosphäre noch mit einzufangen.

Bitte bedenken: Je mehr Mikros vorhanden sind, desto schneller müssen die Finger an den Fadern sein, um nicht genutzte Mikros zu zumachen, aber eben auch nicht ganz zu. Nur so als Tip. Ein Expander/Gate könnte man einsetzen, aber das macht dann oftmals zicken, wenn man damit nicht umgehen kann. Ansonsten wäre das auch eine Anwendung für sogenannte Automatikmixer, unter Vorbehalt.

An Lautsprecher würde ich da kein großes Fass aufmachen. Etwas in der Ecke 8" bis max. 10". Wenn es eine vernüftige Box ist reicht auch eine 6,5" aus.
 
Vielen Dank für eure Antworten. Als Mikrofone werde ich die MXL 603 SPR ins Auge fassen. Als Mischpult würde ich zum Phonic AM 85 greifen. Mehr benötige ich nicht.
Da ich die Boxen aber nicht in den Saal stellen kann (würde Sitzplätze kosten und anderen Zuschauern etwas die Sicht nehmen), müssten die Boxen von der Mauer gehängt werden wo der Saal niedriger wird.
Dazu hätte ich mir die LD SAT 42 W G2 angeschaut. Nur: Handle ich mir, bei Kabellänge von ca. 15m, großartig Störungen ein wenn ich Boxen mit Klemmen und als Kabel diese Zwillingslitzen verwende? Ich weiß, es ist nicht professionell. Aber richtige PA-Boxen auf Ständer wird glaub ich nicht möglich sein.
 
Grund: Mischult ergänzt
Zuletzt bearbeitet:
Nein, 15m sollten kein Problem sein, vor allem da die kleinen Dinger mit 16 Ohm angegeben sind und du ja nicht gerade Basspegel fährst. Wenn der Querschnitt bei 1 - 1,5 mm² liegt ist alles gut. Klingeldraht sollte es also nicht sein. Du kannst aber z.B. jede normale Elektroinstallationsleitung wie NYM 3x1G oder NYM 3x1,5G nutzen dafür nutzen.

Als Endstufe sollte man allerdings nicht in die unterste Schublade greifen, da hier oftmals ein doch vornehmliches Rauschen produziert wird und auch so mancher Lüfter störend ist, sofern die Stufe nicht irgendwo schalldämmend weggesperrt ist. Als Endstufe würde ich hier etwas in der QSC GX3 nehmen. Das reicht dicke für nur Sprache bei den Böxlies.

Beim Delay sollte man gerade bei Theater noch den Haaseffekt mit berücksichtigen, damit man eine Ortung auf die Bühne erhält, denn sonst klingt es ein wenig sagen wir mal komisch, wenn der Ton anstatt von der Bühne aus dem Off kommt.

Bitte bezgl. montieren der Boxen auf die richtige Hardware achten und die Dinger entsprechend sichern. Falls man nicht weiß wie das geht lieber eine Fachfirma beauftragen, denn wenn so ne Kiste runter kommt und eine Person erschlägt wird man seines Lebens nicht mehr froh.
Auf der Homepage sehe ich z.B. nur eine Wandmontagemöglichkeit. Die Boxen werden daher keine Flugpunkte haben und damit ein abhängen nicht ratsam und je nach Vorgabe beim Theater als Spielstätte auch nicht geduldet. Wenn eine Begehung ist, wird man euch das Zeug wieder runter reissen. Also hier die gültigen Vorschriften unbedingt beachten, auch wenn es sich nur um ein Laientheater handelt. Zudem muss der Betreiber des Gebäudes/Saales zustimmen.
 

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