Beschallung eines Gewölbes

von Renraku, 07.07.07.

  1. Renraku

    Renraku Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.07   #1
    Ich beschäftige mich zur Zeit mit der Beschallung von einem Gewölbekeller in dem öfters Parties und Konzerte verschiedenster Stilrichtung stattfinden. Der Raum ist ein länglicher Tunnel mit ca. 5m mal 15m Grundfläche, in dem es ohne Ende hallt. In der Mitte ist der Raum knapp über 4m hoch. Am einen Ende befindet sich die Bühne, am anderen eine Theke sowie die Treppe.

    Man kann es natürlich ganz klassisch lösen: Frontal von der Bühne aus beschallen mit zwei Subs und zwei 3W-Fullrange-Boxen. Nachteile sind dabei, dass besonders die Zuschauer hinten nur noch wenig Primärschall abbekommen, dass der Lautstärkepegel nach hinten rapide abnimmt (vorne zu laut und hinten noch zu leise) und dass der Sound besonders durch das Gewölbe sehr "vermatscht". Dafür kann man sich allerdings recht teure und damit etwas bessere Boxen leisten.

    Der alternative Plan lautet wie folgt:
    Man nehme 6 oder 8 kleinere Boxen wie z.B. die günstige 2 Wege JBL CONTROL 28 und hänge sie quer unter die Decke. D.h. jeweils 2 parallel zur Bühne angefangen bei 0m(Entfernung zur Bühne) dann bei 2,5m, 5m und die letzten Beiden bei ca. 10m (in Richtung Bühne über die Theke aus Rücksicht auf den Service). Dann sollte allerdings ein kurzes Delay eingeschaltet werden (von vorne nach hinten größer werdend, Haas-Effekt). Natürlich braucht man immer noch die Subs vorne bei der Bühne. Die Frage ist nun ob die CONTROL in Sachen Klangqualität nicht weit hinter MRX 515 und Ähnlichem zurückbleiben. Wenn nicht, dann kann so ein wesentlich klarerer und gleichmäßigerer Sound mit mehr Primärschall erreicht werden. Die Leistung sollte auch für die von Metallbands leider bevorzugte sehr hohe Lautstärke reichen ohne das die Boxen clippen oder stark verzerren.

    Eignen sich die CONTROL auch als passive Monitore?

    Was ist eure Meinung?
    Was sind Alternativen?
    Was für Boxen empfehlt ihr aus Erfahrung damit ich weiß welche ich probehören brauch?

    Großes Danke an Jeden der mir weiterhelfen kann!
     
  2. niethitwo

    niethitwo Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.07.07   #2
    ich denke: vergiss es, da musst du erst mal die raumkustik verbessern, sonst bekommst du kein passables ergebnis.


    noch mehr boxen sind in nem normalen raum ok, in einem extrem halligen können sie allerdings auch jede menge kaputt machen, je nachdem wie gut sie eingeplant sind (messung, simulation).

    da können dir aber andere leute besser helfen, wie man das akustisch in den griff bekommt.
     
  3. Renraku

    Renraku Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.07   #3
    Bei der Lösung mit mehreren Lautsprechern kann man auch die Decke zwischen den einzelnen Boxenpaaren problemlos mit schwerem Stoff abhängen. Über weitere Schalldämmung in dem Raum wie Dämmmatten an den beiden Endwänden diskutieren wir noch. Es gibt auch noch einige größere Lüftungsnischen die man nutzen könnte um den Schall zu schlucken.
    Es geht hier erstmal primär darum, zu klären was grundsätzlich das bessere Konzept für diesen Raum ist.
     
  4. cyril

    cyril Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.07   #4
    Beschallung eines Gewölbes
    In solchen Räumen muß stark gedämpft werden. Wichtig dabei ist: Die absorbierenden Matrerialien müssen möglichst im Raum hängen oder sonstwie angebracht sein. Material an den Wänden nützt nicht allzuviel. Schon die Forderung, die Absorber vielleicht 50cm von der Wand oder Decke wegzukriegen ist schon happig, aber es muß so oder irgendwie ähnlich sein. An den Wänden ist die Bewegung der Teilchen = 0, im Raum erreichen die Luftmoleküle ihre höchsten Geschwindigkeiten und können so die meiste Energie an die Absorber abgeben. Aber, es ist immer dasselbe: Da, wo die Absorber am wirksamsten sind, stören sie am meisten. Es muß aber trotzdem irgenwas geschehen.
    Wenn dieser Schritt vollzogen ist, kann man mit eng abstrahlenden Lautsprechern arbeiten. Die Delayline könnte aber trotzdem noch nötig sein. Nur kann man das vorher nicht wissen.
    Später, wenn der Raum bedämft ist, sollte man vielleicht mal bei einem PA-Verleiher anfragen und sich für einen Tag mal Boxen mit scharf konturiertem Abstrahlmuster leihen. Das kostet zwar einiges, kann aber Klarheit bringen.
    Die Boxen sollten nicht nur auf dem Papier eng abstrahlen, sondern auch in der Wirklichkeit. Dazu sind Geräte mit recht großen Hörnern besser als welche mit kleinen, aber die mit den großen sind meist auch ziemlich teuer. Es gibt solche koaxialen "Horn in Horn" Konstruktionen, die könnten evtl helfen.
    Aber das ist noch Futurologie, erstmal an die Raumakustik!
     
  5. Renraku

    Renraku Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.07   #5
    thx das hilft!

    Delayline kommt auf jeden Fall rein, denn es wirkt schon ziemlich seltsam wenn die Band vor dir spielt, aber der Klang von hinten kommt. Also kurzes Delay rein und schon kommt die Musik von vorn ;)
     
  6. cyril

    cyril Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.07   #6
    Wahrscheinlich wird tatsächlich eine Delayline notwendig sein. Aber, warte doch erstmal ab. Ein gedämpfter Raum hat akustisch keine Ähnlichkeit mehr mit dem Roh-Raum. Erst nach der Bedämpfung planen, alles andere ist wie schon gesagt, Hellseherei.
    Es wäre am günstigsten, wenn die ganze Sache auf eine klassische "Portal"-Beschallung hinausliefe. Also links und rechts oben über der Bühnenvorderkante jeweils eine Box, die nach innen und unten strahlt. Das ist grundsätzlich die beste Lösung für alles. Da, wo diese Lösung nicht funktioniert, sollte man aber trotzdem immer so dicht wie möglich an diesem Hintergrundgedanken bleiben. Mit den beiden L/R-Boxen stecht ihr so tief wie möglich in den Raum, und nur da, wo überhaupt nichts anderes mehr geht, fangen die Delays an.
     
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