Perspektiven als Gitarrist

  • Ersteller saschaa
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1zu1 wie bei mir. Hab sogar eine künstlerische Ausbildung gemacht. Um Andy Warhol zu sein, muss man nicht gut malen können, sondern sich verkaufen können. Wenn man es nicht drauf hat, wird dir dein Talent nicht weiterhelfen.
Ohne das böse zu meinen....jemand der sich gut verkaufen kann, würde nicht in einem Forum nachfragen wie die Chancen stehen. Da gehört ein gewisses Selbstvertrauen und die damit verbunden Ausstrahlung dazu.
Und ja sich verkaufen können zählt "manchmal" mehr als was man kann.
 
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@ Marschjus da triffst du des Pudels Kern...!!Ich habe mich bei Sessions oft gefragt warum die Leute nicht klatschen ...oder nur zögernd...wenn ich spiele obwohl ich sehr zufrieden mit dem war,was ich gespielt hatte(das bin ich selten,bin sehr selbstkritisch).Dann kommt irgendein Anfänger spielt ein paar Blueslicks...nicht besonders gut und die Leute applaudieren.Bis ich draufkam,daß ich immer sehr konzentriert schaue beim Spielen.Die nächsten Male hab ich versucht entspannt und lustig zu schauen und die Leute haben bei jedem Scheiß applaudiert,egal wie ich gespielt habe.
 
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Lass mich raten, Du bist noch keine 20, das würde zumindest meinen Eindruck bestätigen, dass Die einiges an Erfahrung fehlt, und Du Dich auch stark auf Youtube konzentrierst.
Ich denke, Du hast schon ein paar wichtige Dinge erkannt, dass es nicht nur auf Fähigkeit ankommt, sondern vielmehr auch darauf, sich verkaufen zu können. Beides können wir bei Dir aufgrund Deiner Beiträge hier schwer einschätzen.
Der David Gered, der bekannter Geigenspieler, in Deutschland ist sicher nicht deswegen berühmt geworden, weil er der bester ist.
Siehst Du so aus wie David Garrett, bzw hast Du eine vergleichbare Ausstrahlung? Auch wenn's natürlich wieder chauvi-mäßig rüberkommt, es ist sicherlich statistisch nachweisbar, dass die Klickzahlen bei Channels von jungen hübschen Mädels, die viel Haut zeigen, von Haus aus schon höher sind, egal, was sie auf YT posten.

Ein wahrer Satz von MrC, dass es
...noch nie so einfach gewesen [ist], Musik zu machen (bezahlbare Technik, Unterricht, Video-Tuotrials, ...), also machen sehr viele Leute Musik. Die Nachfrage nach Musik geht eher zurück, und die Bereitschaft, für Musik etwas zu bezahlen, sowieso. Laut dem Gesetz von Angebot und Nachfrage sind das keine guten Voraussetzungen, um mit Musik Geld verdienen zu können ... und zwar in allen drei oben genannten Kategorien ...
Trifft bei Dir ja anscheinend auch zu:
Ich habe eigentlich schon alle nötigen Programme. Nur das Know-How fehlt. Aber kann man sich aneignen :)
Als ich mit Musik angefangen habe, spielten wir auf billigsten Gitarren und selbstgebauten Verstärkern. Eine Gesangsanlage, um überhaupt aufzutreten, war absoluter Luxus. Aufnahmen waren nur auf einem CompactCassetten-Recorder möglich, maximal auf einer 2-Spur Bandmaschine. Die ersten Mehrspur-Recorder kosteten damals ein Vermögen. Multitrack-Recording in Studio-Qualität ist heute fast mit Null-Budget möglich, den vorhanden Rechner/Laptop/iPad vorausgesetzt. Nur reicht es nicht, wenn man sagt: Die Technik ist vorhanden, jetzt muss ich nur noch lernen damit umzugehen, und Gitarrespielen lernen, bzw. meine Kenntnisse ausbauen.

Es gibt natürlich viele qualifizierter Musiker/Gitarristen. Aber ich sag das so, es gibt kaum jemanden aus berühmten Bands, die Musik studiert haben.
Das kann man so nicht stehen lassen. Zwar haben weder Musiker wie z.B. Keith Richard noch The Edge Musik studiert, aber sie haben alle einen sehr langen Weg gehen müssen, bis sie davon mehr recht als schlecht leben konnten, und bis sie dann endlich Berühmtheitstatus erlangt haben.

Man darf halt nie aufgeben. Das ist das wichtigste.
...ist eine Floskel, und ob's in diesem Fall das wichtigste ist, lass ich mal dahin gestellt, zumindest wird das Durchhaltevermögen alleine nicht zum Ziel führen.
Ein bisschen Realitätsbewusstesein wär nicht fehl am Platz, natürlich auch das Beobachten des Marktes, dann ein gewisses Maß an Kreativität und nicht zuletzt die Vermarktung.
 
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... ob der eingeschlagene Weg nun ein Erfolg wird, noch reicht für Pleten,Pech und Pannen oder Science of Stupids, oder nicht mehr erwähnenswert bis ein totaler Absturz ist, wird man sich erst in ferner Zukunft anhören können. Bis dahin gilt es, die Erwartungen zu zähmen.

Eine künstlerische Ausbildung, Studium, Musikvereinsmitgliedschaften, ... sind kein Garant für Erfolg, genausowenig wie sie einem zum Versager abstempeln. Es soll Studierte geben, die haben nach einem Studium aus unterschiedlichsten Gründen weniger mit Musik zu tun, als langjährige aktive Musiker, die nachträglich von einer Universität oder Akademie aufgrund ihrer Leistungen geehrt wurden.

Das Musikbusiness ist in den vergangenen 100 Jahren riesig geworden. In einigen Bereichen ist ein Sättigungspunkt längst überschritten. "Sex sells !" gilt nur eingeschränkt. Sich selbst zu verkaufen kann man lernen. So wie man die Kommunikation mit einem Publikum lernen kann. Was erreicht wird, ist ein Ohr, ein Gespür für die Situation. Fehlinterpretationen können die Sache verflixt kompliziert machen. Aber solang weder das Ohr existiert noch die Situation stabil ist, bliebe es bei reinen Spekulationen.

Realitätsbewusstsein kann die Kreativität zu einer Dartscheibe machen. Die Pfeilwürfe als Sinnbild für Anstrengungen enden nicht länger im Nirvana einer Wand sondern erzielen Treffer auf einem Rot-Schwarz-Grün-Feld. Das nachgehen, die kurzzeitige Erhöhung, erlaubt ein Wechsel in den Meta-Bereich. Was wurde geleistet, was ist zu ändern. Bis es erneut gilt, das Ziel zu erreichen. Und nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Bis zu einem gewissen Grad ähneln sich die unterschiedlichsten Interessengebiete. Du orientierst dich an Warhol, andere an van Gerwen oder Kasparov. Schach kann jeder spielen. Von der Eröffnung bis zum Endspiel sind viele mögliche Teilerfolge und -niederlagen drin. Qualitäts- und Quantitätsbewusstsein sind stets Garant für eine geordnete Sicht der Dinge. Solange du nicht versuchst aus Warhol einen Rockmusiker zu machen, hat deine Zukunft gewiss noch Interessantes zu bieten. Das viele Wege inzwischen unerreichbar sind, es wird keinen zweiten Keith Richards geben, bedeutet doch nicht Langeweile oder Furcht vor dem Unbekannten, sondern eben auch geforderte Kreativität.

Salute
 
Zwar haben weder Musiker wie z.B. Keith Richard noch The Edge Musik studiert, aber sie haben alle einen sehr langen Weg gehen müssen, bis sie davon mehr recht als schlecht leben konnten, und bis sie dann endlich Berühmtheitstatus erlangt haben.
Naja, das ging bei einigen anderen wohl deutlich schneller. David Gilmour ist Jahrgang 1946 und war beim Eintritt bei Pink Floyd 1968 22 Jahre alt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er danach noch irgendwie Unterricht genommen hat in Gesang oder Gitarre. OK, ein großer Sänger ist er nicht, aber schon ein wegweisender Gitarrist. Ich habe bisher nicht wirklich verstanden, wie das geht, als damaliger Student und Hobbymusiker innerhalb kürzester Zeit Frontman, Autor und Multimillionär einer der berühmtesten Rockbands der Geschichte zu werden. Irgendwie war früher doch wohl alles besser.

Keep on rockin`
 
Ist wie mit start ups :D Die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt. Wenn du Glück hast spricht deine Musik massig Leute an und dann wirds auch ganz flott gehen. Dafür muss man nicht mal die beste Technik haben, man braucht einfach nur jemand der bereit ist zu zahlen. Witzigerweise wurde das echt mal ausgewertet und das timing vom start up war wichtiger als alle anderen Faktoren bei der Studie und es macht auch Sinn. Ohne das es ein massives Verlangen nach deinem Produkt gibt, wird nicht viel passieren. Egal wie gut und hochkarätig Produkt und Idee sind.

Ich erinnere mich noch wie früher apple uncool war und keiner einen Mac wollte. Jetzt rennen alle mit Iphone rum, weil es Lifestyle geworden ist und die Kundschaft ist bereit massig Geld für den Trend zu zahlen. Wenn ich mir dann Kartenpreise für Konzerte von Guns and Roses, Rolling Stones, Scorpions, etc. anschaue, merke ich das die Zuhörer dort auch bereit sind 100 Euro und weit mehr zu zahlen. Teils sogar noch viel mehr, wenn paar Extra dabei sind. Wenn die Leute alle sagen würden das ist nur 20 Euro maximal wert, würde das Gehalt auch ganz schnell anders aussehen. Um aufs Iphone zurück zu kommen: Hier kann man ja vergleichen was die Austattung der Bauteile bei anderen Herstellern kostet. Das was drüber raus geht, zahlen Leute komplett freiwillig weil sie es gut finden. Bei der Musik kann man das ja schlecht vergleichen, wer genauso viel wie jemand anders liefert, aber mit steigender Popularität scheinen Leute deutlich höhere Summen auszugeben. Da man jedoch nicht einfach mal über Nacht bekannt wird, steckte da auch viel Arbeit vom marketing dahinter, was man so gar nicht erwarten würde.

Heute kann man wirklich sehr leicht seine Musik an den Mann bringen dank Internet mittels youtube etc.. Problem an der ganzen Sache ist: Man ist nicht allein. Früher war es vielleicht schwerer sein Zeug rauszubringen, aber du hattest weniger Konkurrenz. Das heißt, falls dich jemand fördern wollte war es doch recht gut machbar. Man darf aber nie vergessen, das da trozdem massig Arbeit drin steckt. So ziemlich jeder Profi-Gitarrist, der mich interessiert, übte 8+ Stunden am Tag. Viele hatte das auch neben Studium und Schule hinbekommen und dafür ihre ganze Freizeit aufgegeben. Erfolg ist oft nichts, das einem zu fliegt. Seidem daddy ist reicht und lässt dich mit ein paar Milliarden investieren. Da machts dann auch nichts, wenn irgendwo mal was schief geht.

So oder so ich denke wenn du was gutes hast wirst du über Youtube schnell berühmt werden können. Die ganzen youtube Gitarristen starten jetzt auch alle nacheinander durch.
 
Naja, das ging bei einigen anderen wohl deutlich schneller. David Gilmour ist Jahrgang 1946 und war beim Eintritt bei Pink Floyd 1968 22 Jahre alt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er danach noch irgendwie Unterricht genommen hat in Gesang oder Gitarre. OK, ein großer Sänger ist er nicht, aber schon ein wegweisender Gitarrist. Ich habe bisher nicht wirklich verstanden, wie das geht, als damaliger Student und Hobbymusiker innerhalb kürzester Zeit Frontman, Autor und Multimillionär einer der berühmtesten Rockbands der Geschichte zu werden. Irgendwie war früher doch wohl alles besser.

Keep on rockin`

Das ist eher ein Wahrnehmungsproblem. Man sieht meist erst den durchbruch und denkt, WOW, aus dem Nichts, was für ein Glück.

Es gibt keine Band und keinen Musiker auf der Welt, der sich nicht lange vor seinem Durchbruch den Hintern abgespielt hätte und jahrelang durch die übelsten Spelunken getingelt wäre. Und dann ist da in der Tat der Faktor "right time, right place".

Aber, wie auch immer, wenn ich mir den Weg der Beatles anschaue, ist der auch nicht kürzer gewesen als der der Rolling Stones, Queen, Motorhead, Black Sabbath, U2, Springsteen, Led Zeppelin, Pink Floyd oder jedes anderen. Dekadenunabhängig.

Man musste vor YT aber auch wahnsinning viel live spielen, um Wahrnehmung zu erzeugen. Gerne auch 5 einstündige Sets pro Abend, siebenmal die Woche. Und dann darf man nicht vergessen, dass die, die heute noch bekannt sind, lediglich die Spitze des Eisbergs sind/waren.

Selbst Led Zeppelin oder Deep Purple, die gerne als erste Castingbands hergenommen werden, kamen nicht aus dem Nichts. Das waren supergut gebuchte, hochprofessionelle Sessiongitarristen, die ihren Ruf über viele Jahre aufgebaut haben. Als Band musste vor allem Zep jahrelang gegen die Kritiker in UK anspielen und ist als Spielfeld auf die USA ausgewichen, wo sie als die am härtesten tourende (und feiernde) Band zu Weltruhm gekommen sind.

Als verbindendes Element ist dort immer absolute Hingabe, disziplin und Durchhaltewillen zu finden.
 
Naja, das ging bei einigen anderen wohl deutlich schneller. David Gilmour ist Jahrgang 1946 und war beim Eintritt bei Pink Floyd 1968 22 Jahre alt. [...] Ich habe bisher nicht wirklich verstanden, wie das geht, als damaliger Student und Hobbymusiker innerhalb kürzester Zeit Frontman, Autor und Multimillionär einer der berühmtesten Rockbands der Geschichte zu werden.
In kürzester Zeit? Wenn du meinst, er wäre 1968 schon in eine international gefeierte und erfolgreiche Band eingestiegen, dann irrst du. OK, PF gab es da schon drei Jahre, aber das war noch nicht das, was man heute unter PF versteht. Die haben '68 in schmuddeligen Clubs gespielt und keine Sau hat sich für die Jungs interessiert. Bis so richtig die Post abging, hat es nochmal fast 10 Jahre gedauert bis Mitte der 70er. Da war dann Gilmour auch schon 30, und sicherlich auch nicht sofort Multimillionär.
Mal so als Ankerpunkte: Wish you were here ist von '75 und Dark Side of the Moon von '73; the Wall von '79. Kennst du (bzw. kennt irgendjeman deiner Freunde) die Alben "Ummagumma" oder "More"? Siehst du...
Die Aussage: "So ein Weg dauert lange" (im Sinne von: länger als ein durchschnittliches Studium) ist also durchaus richtig.
 
Perspektiven als Gitarrist....
da wollte ich nochmal was nachwerfen. Ich denke man sollte hier unterscheiden zwischen:
a.; Erfolg mit der eigenen Musik und Band
b.; als gebuchter Berufsmusiker tätig sein.
Bei a muss man nichtmal sonderlich virtuos sein, oder extrem gut spielen. Man muss "nur" das richtige zur richtigen Zeit abliefern,sich gut verkaufen und das saumäßige Glück haben von den richtigen Leuten gesehen zu werden.
Das Glück hatten halt auch viele der heute berühmten Musiker, das brauchten alle.
Wenn ich da zum Bleistift an Nirvana denke, die haben echt geile Musik gemacht, aber sonderlich schwer ist das nicht. Aber es kam halt an.
Bei b stelle ich mir es auch schwer vor, es gibt viele Gitarristen und sicher auch sehr viele die wirklich gut sind. Aber wenn man für live-gigs oder für's Studio gebucht werden möchte muss man schon einiges auf dem Kasten haben.
Und vor allem spielen dann die eigenen kreativen Vorstellungen keine Rolle, wenn man für die "große Nacht das Schlagers" gebucht wird muss man halt auch das liefern was gewünscht wird.

Zu dem Thema "von der Musik leben" habe ich mich letztens mit meinem Lehrer unterhalten. Und er sagte ganz klar das es entschieden schwerer geworden ist. Es gibt weniger Auftrittsmöglichkeiten und die Bezahlung ist auch immer schlechter.
Aber sie können sich nunmal nicht mit 7 Leuten für 3h oder mehr hinstellen und dafür 1000€ bekommen. Da bleibt dann nach Steuer,Versicherungen, Reisekosten usw. kaum noch was über.
Da war es für ihn fürher entschieden leichter, mehrmals die Woche Auftritte in den Diskotheken wo zum Tanz geladen wurde. große Anlagen mit Tontechnik und die ganzen Platten gab es damals ja noch nicht in jedem Kuhdorf. Erst recht nicht mit den coolen Songs aus dem Westen.
Wenn heute Musik nur als Begleitung gebraucht wird ist es günstiger man bestellt einen DJ als ne Band. Und so rechnen halt auch viele.
 
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Irgendwie war früher doch wohl alles besser.
Ein früherer Arbeitskollege erzählte mir, wie er Mitte der 1960er mit dem Fahrrad zu seinen Gigs fuhr, nachts um 0200 nach Hause, da war er 14 oder 15 Jahre, und am nächsten Tag dann wieder die Instrumente holen musste. Der ist dann auch in einer Bank hängen geblieben. Die Zeiten waren also auch für die Hard Working Musicians nicht viel besser. Und meine Nachbarn, in deren Wäschekeller ich Mitte der 60er mich mal an die Schießbude setzen durfte, sind auch keine Profis geworden...
 
Dafür warst Du Mitte der 60er als Musiker auch der absolute Hero, was zum Teil bis in die 80er noch der Fall war. Kommt halt immer drauf an, was man daraus gemacht hat, der eine mehr, der andere weniger. Na ja, und Bänker ist ja auch nicht der schlechteste Job, oder? Zumindest Geld- und Karriere-technisch, wenn auch deutlich langweiliger und unspektakulärer als Rockstar zu werden ;)
 

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