Pickup im Griffbrett

Blaz3r

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Hi an alle.
Ich hab mal ne ( auf den ersten Blick wahrscheinlich dumme) Frage:
Gibts irgendwelche Gitarrenarten, wo ein Pickup im Griffbrett sitzt?
Wäre das technisch überhaupt machbar? Man müsste den irgendwie in den Hals einbauen und dann ne dünne Schicht Irgendwas drüberlegen, damit man immernoch greifen kann.
Und wie würde der Ton sich da anhören? Wo im Griffbrett würde man den wohl einsetzen um den stärksten Kontrast zu den *normalen* Pickups hinzubekommen. Ich bin relativ neu in der wunderbaren Welt der E-Gitarre und kann da selber ned viel Spekulieren.
Oder würde da überhaupt nix gescheites bei rauskommen, weil der Ton zu verwaschen klingt oder weil es keine PUs gibt die klein genug sind?

Ich freue mich, wenn ihr euch paar Gedanken dazu macht und Erkenntnisse oder Ideen postet :great: .
PS: Ich habe nicht vor eine solche Gitarre zu bauen, ich frage nur aus reinem Interesse ;)
 
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funktioniert nur bedingt...
bzw es funktioniert nur wenn man in den unteren bünden rumschrammelt (bis zu dem bund, wo der PU ist)
Denn wenn man da mal drüber ist, nimmt der PU nicht mehr den Sound der freischwingenden Saite auf wo die anderen PUs sind, sondern den Teil der Saite (oder die Seite der Saite :D ), die über dem Griffbrett ist.
 
räänz

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ja soetwas gibt es, ist aber in erster linie dafür gedacht, einen akustiksound zu erzieln-->niedriger output

das ganze nennt sich nano mag

hier ein bild
 
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das geht noch, da der PU am Ende des Griffbrettes ist. Alles andere würde nur bedingt funktionieren ^^
 
SickSoul

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Wie schon gesagt würde der PU nur sehr bedingt funktionieren. Wenn er zB im 14ten Bund sitzt, dann kann er auch nur bis zum 12ten/13ten Bund Ton abnehmen. Einfaches experiment: Nimm dir ne Gitarre und wähl den Stegtonabnehmer und berühre die Saiten zwischen hals und Stegtonabnehmer mit einem stück Metall oder Glas und schlag eine Saite (zwischen Steg und Metall/Glas) an. Dann hörst du einen sehr hohen Ton. Wechselst du jetzt auf den Halstonabnehmer hörst du nichts mehr oder zumindest nur sehr wenig und nix, was sich nach Ton anhört. Das liegt daran, dass der Halstonabnehmer sich nun einfach nicht mehr unter dem schwingenden Teil der Saite befindet und es dort halt nichts gibt, was er in ein elektrisches Signal wandeln kann.
Generell gilt: Je näher der PU richtung Hals geht, desto wärmer/dunkler/weicher wird der Ton. Ab nem gewissen Punkt würde es aber auch einfach nur noch mulmig und schwammig klingen. Nen ähnlichen Effekt hast du, wenn du die Saiten einfach mal an ner anderen Stelle anschlägst. Schlag zum besipüiel mal direkt am Steg an (also echt 2 oder 3mm hinter den Saitenreitern), dann dort, wo du normalerweise anschlägst und dann mal über dem 12ten Bund an. Hinterm 12ten Bund (liegt genau in der Mitte der schwingenden Saite) wird der Effekt dann wieder schwächer, da du dich dann wieder auf den festen Auflagepunkt der Saite zubewegst (diesmal Sattel und nicht Steg). 5cm vor dem 12ten Bund dürfte bei einer leer gespielten Saite ziemlich genau so klingen wie 5cm hinter dem 12ten Bund.

MfG
 
DerOnkel

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Wie schon gesagt würde der PU nur sehr bedingt funktionieren.
Nein, ein elektromagnetischer Tonabnehmer funktioniert an jeder Stelle unter der schwingenden Saite. Eine Unterscheidung in bedingt und unbedingt kann nicht getroffen werden!
Wenn er zB im 14ten Bund sitzt, dann kann er auch nur bis zum 12ten/13ten Bund Ton abnehmen.
Das ist so leider auch nicht richtig. Der Tonabnehmer empfängt das gesamte Spektrum der Saitenschwingung welches an seiner Position verfügbar ist. Harmonische, die an dieser Stelle einen Schwingungsknoten aufweisen (Beispiel Neck-PU an 1/4 der Mensur unterdrückt die 4. Harmonische), sind hiervon natürlich ausgenommen.
Das liegt daran, dass der Halstonabnehmer sich nun einfach nicht mehr unter dem schwingenden Teil der Saite befindet und es dort halt nichts gibt, was er in ein elektrisches Signal wandeln kann.
Generell gilt: Je näher der PU richtung Hals geht, desto wärmer/dunkler/weicher wird der Ton.
Richtig! Dieser Effekt nimmt zu, bis die Position der halben Mensur entspricht. Danach nimmt der Effekt wieder ab. Man findet dann das gleiche Verhalten, wie bei der Bewegung in Richtung Steg.
5cm vor dem 12ten Bund dürfte bei einer leer gespielten Saite ziemlich genau so klingen wie 5cm hinter dem 12ten Bund.
Ganz genau!

Ulf
 
züborch

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bei tailor gibts eine gitarre, die hat den hals pu im hals:

T5-Features-Neck436x350.jpg
 
SickSoul

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Nein, ein elektromagnetischer Tonabnehmer funktioniert an jeder Stelle unter der schwingenden Saite. Eine Unterscheidung in bedingt und unbedingt kann nicht getroffen werden!
Wie du selbst sagst ist seine Funktion dadurch bedingt, ob sich ein schwingender Teil der Saite über ihm befindet. Wenn ich nun aber direkt auf dem Tonabnehmer greife schwingt dort nichts und wenn ich den "falschen" Teil der Saite zum schwingen bringe (Beispiel: TA im 14ten Bund, ich greife im 19ten Bund und schlage zwischen 19tem Bund und Steg an -> zwischen 14tem Bund und Sattel, wo sich der TA befindet, schwingt nix), wird er auch kein elektrisches Signal liefern. Natürlich ist er deswegen nicht defekt, aber im praktischen Sinne funktioniert er dort nur bedingt ;)
Das ist so leider auch nicht richtig. Der Tonabnehmer empfängt das gesamte Spektrum der Saitenschwingung welches an seiner Position verfügbar ist. Harmonische, die an dieser Stelle einen Schwingungsknoten aufweisen (Beispiel Neck-PU an 1/4 der Mensur unterdrückt die 4. Harmonische), sind hiervon natürlich ausgenommen.
Das Signal eines Tonabnehmers (ich beziehe mich natürlich auf unsere elektromagnetischen Tonabnehmer), der nur wenige mm vom oder direkt am Auflagepunkt der Saite montiert ist, dürfte allerdings kaum praxistauglich sein, da das verfügbare Spektrum an Saitenschwingung, das dort verfügbar ist, zu sehr großen Teilen aus sehr hohen Obertönen bestehen müsste, was einen sehr schrillen, leisen Ton ergibt.
Richtig!
[...]
Ganz genau!

Ulf
Na da hab ich jetzt aber Glück gehabt die richtigen Worte gewählt zu haben :D

MfG
 
DerOnkel

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Wie du selbst sagst...
Jo, Jo, Jo! ;)

Daß man ja auch irgendwo greifen muß und dort selbstverständlich nichts "schwingt", habe ich in meiner Begeisterung glatt übersehen. Und wenn dann ausgerechnet da der Tonabnehmer...

Du hast also sooooo recht! ;)

Ulf
 
gitarrero!

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Leider habe ich kein besseres Bild gefunden, aber bei dem Modell "Chico Hablas" von Jerry Auerswald überlappt das Griffbrettende den schräg eingebauten Hals-Single-Coil. Allerdings habe ich keine Ahnung, ob diese Lösung auch klanglich gut funktioniert...

page4_0_1.png



Auch bei Helge Engelkes Custom-Gitarre aus dem Hause Thomas Stratmann gibt es ein überlappendes Griffbrett:

NCC%20aps.jpg

ncc6.jpg


siehe auch http://www.helges-world.de/seiten/his 19.html
 
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ich schätze mal die hohen bünde kann man da nur mit dem Stegtonabnehmer (sinnvoll bzw gewöhnlich) benutzen
 

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