PIGINI super King V - durchgehende Stimmplatten

von maj7, 26.10.08.

  1. maj7

    maj7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.08   #1
    Hallo Balgseele,

    wenn du mal ein Akkordeon weges des Basses heraushebst wie die Pigini Super King V, dann muss wohl auch was dran sein. Was meinst du denn mit "Basszungen auf durchgehenden Stimmplatten?"

    hab sie gefunden. Klingt deine auch so?

    http://www.youtube.com/watch?v=5GBTyFgwN5Y

    maj7
     
  2. Balgseele

    Balgseele Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.08   #2
    ja fast, das video zeigt die vierchörige, meine ist die 5 chörige.

    ein foto von den Basstimmstöcken

    das ist eine durchgehende Stimmplatte in der Pigini im Bass sind die zwei tiefsten Oktaven so gebaut, alle Stimmzungen je einer Oktave sind auf einer Metallplatte:
    [​IMG]
    (Hersteller: Artigiana voci, Handarbeit)
    in meinen Alben sind noch mehr Bilder
    mfg Balgseele
     
  3. Akko

    Akko Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.08   #3
    Die russischen Bajan besitzen Stimmzungen auf durchgehenden Stimmplatten. Der Ton ist damit leicht anders und auswechseln einzelner Stimmen, sofern diese brechen) ist nicht möglich.

    Gruss Akko
     
  4. Balgseele

    Balgseele Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.08   #4
    Doch ist möglich, ist im Prinzip das gleiche wie bei einer Mundharmonika!
    Der das tut muss sich aber mit der Fertigung von Stimmzungen auskennen.
    im groben folgende Schritte
    - die alte Stimmzunge entfernen, niet abschleifen und ausschlagen
    - neue Stimmzunge feilen, passend zum vorhandenen schlitz
    - neue Stimmzunge einnieten
    - Ventile wieder aufkleben
    - Stimmplatte wieder einbauen.

    mfg Balgseele

    ich geh jetzt und mach das Foto
     
  5. Musikatz

    Musikatz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.08   #5
    Hallo Balgseele

    Kannst Du uns erklären was daran besonders ist.
    Ich sehe bei dieser Konstruktion auf den ersten Blick keine Vorteile.

    Aber Nachteile gibt´s schon:
    Falls Du mal eine Stimmzunge (ein Ventil) wechseln möchtest - das ganze Ding auswachsen?
    Und die Frage: Wie ist die Luftdichtung im Innern zwischen den Stegen der Nachbarplatten?
    Kann sich da nicht Luft „querverschieben“ vom einen in den anderen Kanal.
    Fabrikneu wird das wohl sauber zugewachst oder sonstwie abgedichtet.
    Wie sieht es aber nach einer Reparatur aus?

    Ich habe beim Ersatz von Stimmplatten immer einzeln die Nachbarplatten nachgewachst,
    denn die Wachslage unten auf den Zwischenstegen ist sehr wichtig.

    Diese Art Stimmplatten-Paket gibt es heute wohl kaum noch .......

    Gruß von Musikatz
     
  6. Balgseele

    Balgseele Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.08   #6
    zu deinen Fragen:
    Die Vorteile SIEHT man nicht sondern HÖRT es. :D
    (ich versuch evtl. selbst ein mp3 davon aufzunehmen)
    Die durchgehenden Platten sind nicht aufgewachst sonder auf den Stimmstock geschraubt. Ein dünnes, passend gelochtes Leder dichtet alles zueinander und nach aussen ab.

    doch gibts schon noch, wie schon erwähnt in den russischen Bajans ;)
    ausserdem ist jede Mundharmonika so gebaut

    mfg Balgseele
     
  7. Wil_Riker

    Wil_Riker Helpful & Friendly Akkordeon-Moderator Moderator HFU

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    Erstellt: 28.10.08   #7
  8. maj7

    maj7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.08   #8
    Hallo Balgseele,

    danke für deine Mühe mit den Stimmstock-Bildern. Hat wohl was mit Physik zu tun dieses Design des Basses. Auf jeden Fall hört sich der Sound toll an.

    gruss, maj7
     
  9. maxito

    maxito Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 21.12.08   #9
    Jau!
    Eine weich gelagerte Stimmzunge verliert beim Schwingen mehr Energie an die Lagerstelle, als eine hart befestigte und kann somit mit dem gleichen Spieldruck deutlich weniger Dynamik - Lautstärke - erzeugen. (Im Buch von Gottfried Richter steht glaube ich was darüber drin, hab´s nur auf die Schnelle nicht gefunden). Einzeln aufgewachste Stimmzungenplatten sind letzlich auch mit einer zwar dünnen, aber weichen Wachsschicht am Stimmstock befestigt, was eine gewisse Dämpfung erzeugt. Nimmt man dagegen größere Platten, auf denen gleich mehrere Stimmzungen befestigt sind, so stellt diese Platte insgesamt eine größere Masse dar, die wie eine harte Lagerstelle wirkt und somit ergibt dies eine bessere Ansprache und größere Schwingungsamlitude (da auch bei wenig Spieldruck der dämpfende Einfluss einer "weichen Befestigung messbar ist). Da dies aber eine recht aufwändige Methode ist, dürfte diese Konstruktion vermutlich nur bei teuren Topakkordeons zu finden sein, bei denen es um das letzte Quäntchen Ansprechverbesserung geht.

    - Übrigens den Effekt mit der weichen und harten Anbindung kann jeder selbst mit einem Lineal ausprobieren, das er mal fest, mal locker an einem Ende auf den Tisch drückt und dann das freie Ende schwingen lässt.

    Gruß maxito
     
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