Posaune, Probleme mit der Höhe

von music4live, 11.10.18.

  1. music4live

    music4live Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.10.18   #1
    Hallo liebe Community!
    Vielleicht das Wichtigste zuerst: Ich habe eine festsitzende Zahnspange (seit 2 Jahren) und spiele seit 4 Jahren Posaune, davor 5 Jahre Tenorhorn
    Wie ihr wahrscheinlich meiner Überschrift schon enttnehmen könnt habe ich in letzter Zeit immer mehr Probleme mit der Höhe, obwohl ich nun schon seit gut 1 Jahr täglich mindestens 1 Stunde übe. Doch irgenwie schaffe ich es trotz dem konsequenten Üben nicht meine eher schwache Höhe zu erweitern (bis ca. a', das b' is schon nicht mehr so schön).
    Daher meine Frage an euch: Könnt ihr mir irgendwelche Tipps bzw. Erfahrungen mit Zahnspangen und zum Erweitern des Tonumfanges mitgeben/sagen sodass sich das Üben auch ein wenig auszahlt.

    Lg und besten Dank im voraus

    Ps. In gut einem halben Jahr werd ich die Spange rausbekommen: Ist danach eine Besserung in Sicht?
     
  2. tromboneslave

    tromboneslave Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.18   #2
    Hallo

    Hmmmm...

    ich bin nun alles andere als ein Spezialist für Zahnprobleme - das Thema Zahnspange hatten wir hier aber schon mehrmals.

    Wie sieht es mit der grundlegenden Ansatztechnik aus. Ich meine von hier, Probleme könnte vor allem erhöhte Mundstück -Druck
    in den höheren Lagen machen.
    Wie "drucklos" spielst Du? Vielleicht solltest Du darauf die Aufmerksamkeit richten.

    Hast Du einen Lehrer? Was sagt der?

    Allgemein ist eine gute Höhe so eine spezielle Sache - und bedarf konsequentes Training - wenn ich auch schon Leuten begegnet
    bin denen dies irgendwie auch von der Natur in die Wiege gelegt wurde.

    Mein Tipp: locker bleiben (vor allem Druck weg) und trotzdem dran bleiben.


    LG
    Bernd
     
  3. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 12.10.18   #3
    Dass dich die Zahnspange einschränkt, ist klar.
    Aber wenn trotz der Gewöhnung in den letzten beiden Jahren und dem konsequenten Üben nun eine Verschlechterung passiert ist das ein deutlicher Hinweis auf "Baustellen". Damit meine ich die Folgen von Fehlern, die unbemerkt geübt werden und bisweilen wie bei dir in Richtung Sackgasse führen.

    Deshalb ist eine Voraussage unmöglich, was nach der Zeit mit der Spange passieren wird. Manchmal verschwinden Probleme tatsächlich, weil man beim Üben unterm Strich mehr richtig als falsch macht. Manchmal passiert das leider nicht.

    Ich habe so etwas selbst erlebt. Das ist inzwischen länger her und vollzog sich über gut 4 Jahre.
    Nachdem ich bemerkte, dass ich mich verschlechtere, nahm ich mir drei Jahre lang einen sowohl qualifizierten wie letztlich hilflosen Lehrer.
    Am Ende unserer Zusammenarbeit hatte ich buchstäblich überhaupt keinen Ansatz (dafür Kieferzittern) und auch keine brauchbare Atmung mehr.

    Geholfen haben dann ein kompletter Neuaufbau der Technik durch einfache Erkenntnisse, die mich wieder in die Spur gebracht haben.
    Zentrale Aufgabe: prüfe die Parameter deines Spielens.
    Dabei kann eine fachkundige Hilfe in deiner Nähe zunächst sehr vorteilhaft sein. Letztlich geht es aber darum, dass Du dich selbst analysieren und korrigieren kannst, um deine Entwicklung voran zu bringen.
    Darum geht es konkret:
    • Wie ist bei dir der Ablauf bis zum Ton (Körperhaltung, Instrumentenhaltung, Atmung, Ansatz, Zunge...)?
    • Wie und was übst Du (Aufbau der täglichen Übungen, Übungstechniken, Übungsablauf, Rückmeldungssystem)?
    Vielleicht hast Du ja Interesse, über dein Üben unter diesen Apekten oder anderen Vorschlägen aus der Runde hier zu diskutieren.

    Gruß Claus
     
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  4. music4live

    music4live Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.18   #4
    Hallo Claus!
    Danke für deine schnelle Antwort.
    Vielleicht sage ich zuerst ein bisschen was über mich selbst: Ich habe zurzeit (seit ca 4 Wochen) keinen Lehrer mehr, da dieser in Pension ging. Jedoch bekomme ich in 2 Wochen eh schon wieder einen neuen jungen Lehrer. Doch wirklich weiterhelfen konnte mir mein alter Lehrer mit der Zahnspange auch nicht wirklich.
    Zu meinem Ansatz: Ich setze ziemlich mittig an sowohl vertikal als auch horizontal (vllt ein klein bisschen oberhalb, aber kaum merkbar), jedoch merke ich, dass sobald es in die höhere Oktave geht mein Mundstück leicht nach oben wandert (ist das schlimm). Meiner Meinung spiele ich sehr druckarm, dass heißt einen Abdruck nach dem Spielen sehe ich sowieso nie und auch sonst übe ich sehr wenig Druck aus. Ich versuche auch immer mehr, mir eine Zwerchfellatmung anzugewöhnen. Beim Üben selbst stehe ich meist aufrecht da und könnte da keine Auffälligkeiten bemerken.

    Mein Übenprogramm sieht so aus:
    15 min einspielen (Töne aushalten, Bindeübungen, Tonleiter inkl. Dreiklänge und verschiedene Variationen)
    30 min Übungen (Bindeübungen in höherer Lage (wie gesagt leider komm ich nur bis zum as'), als auch in tiefer Lage zur Entspannung, Etüden und sonstige Konzertstücke)
    15-30 min Stücke für Musikverein/Orchester (bin "leider" in meinem Verein zum 1. Posaunisten "befördert" worden, doch seit meinem letzten Zahnarztbesuch ist alles noch schlimmer geworden - mein Kiefer/Zähne mussten sich innerhalb 3 Tage um 2mm verschieben, vielleicht ist das auch der Grund für den Höhenverlust)

    wenn dann noch Zeit übrig bleibt buzze ich auch hin und wieder

    Ich hoffe du hast einen kleinen Einblick über mich bekommen und hoffe du kannst mir so ein paar wertvolle Tipps mitgeben :-)
    Lg
     
  5. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 14.10.18   #5
    Ich hoffe eigentlich mehr auf die Posaunenkollegen... :)

    Ein paar Vorschläge habe ich aber trotzdem, wenn auch ganz aus der Erfahrung auf der Trompete. Ich habe zwar eine King 4B mit Quartventil, spiele sie aber aus Zeitmangel praktisch nicht mehr.

    Zum Ansatz halte ich mich zurück, aus der Ferne lässt sich da nur das Allgemeine sagen und mit der Zahnspange liegt ja eine besondere Situation vor.
    Da kann der künftige Lehrer hoffentlich besser mit dir arbeiten.


    Welches Ziel hat dann dein Buzzing?
    Ich habe hier im Board öfter beschrieben, dass diese Technik für mich zur effektivsten Übungstechnik wurde, die ich kenne.
    Methodisch gehört die Aktivierung von Ansatz und Atmung m.E. an den Anfang des Übens, es ist nun einmal die absolute Grundlage von Allem.

    Ein guter Anfang ist das Lip Buzzing, denn das geht nur bei gestützter Atmung - wenige Minuten täglich genügen.
    Dazu stelle ich in den nächsten Tagen hier ein praktisches Beispiel (Soundcloud) samt Notation ein.

    Zum Mundstück Buzzing mit den riesigen Posaunenmundstücken kann ich mich methodisch nicht äußern, da fehlt mir jede Erfahrung.
    Was die Trompete bestrifft, mache ich fast nur das Lip Buzzing als erste Einheit der täglichen Routine.
    Das Mundstück Buzzing habe ich gemacht, als mein Atem/Ansatzsystem noch keine Balance hatte. Praktisch gesagt, wenn sich der Klang mies angehört hat und_oder ein Ton im oberen Register "eigentlich" noch erreichbar sein sollte, aber die "Tagesform" das nicht zuließ.
    Da half es sehr, wenn ich das Instrument erst einmal zu Seite legte, die Atmung mit ein paar Luftstößen aktivierte (wie beim Lachen, Husten oder dem ersten Atemstoß zum Aufblasen eines Ballons) und die entsprechende Passage ein paar Mal allein auf dem Mundstück zum Klingen brachte.


    Du weißt aber schon, dass der Begriff "Zwerchfellatmung" eigentlich keinen Sinn macht?
    Das Zwechfell ist ein kuppelförmiger Muskel, der sich abflacht, wenn er sich zusammenzieht.
    Lässt man den Vorgang natürlich geschehen, wird der Bauch von den verdrängten Eingeweiden etwas nach außen gedrückt. Zugleich werden im Brustkorb die Lungen gedehnt und in ihnen ein Unterdruck erzeugt. Dieser Unterdruck bewirkt das Einsaugen von Atemluft.
    Das Zwerchfell entspannt sich einfach, wenn die Luft ausgeatmet wird.
    Das machst Du automatisch richtig, seit Du als Baby auf die Welt gekommen bist.
    Und was genau willst Du dir da jetzt angewöhnen und wie? :D

    Es geht beim Spielen von Blechblasinstrumenten um etwas anderes, nämlich die angemessene Unterstützung der Ausatmung durch die Rumpfmuskulatur.
    Wenn Du deine Atmung in Schwung bringen willst, kannst Du ein paar Ausatemstöße machen und am Ende jeder Ausatmung bewusst einfach loslassen.
    Es ist eher ungünstig, wenn man die Einatmung schon kontrollieren will, bevor es "automatisch" richtig funktioniert.

    Das Kapitel Atmung ist schon sicher zentral, aber aufgrund von verschiedenen "Bläser-Mythen" auch ein strittiges Thema.
    Ein sehr einfaches Modell ohne medizinischen Anspruch stellt der herausragende Trompeter Christoph Moschberger in seinem Workshop vor.
    Der Nutzen besteht darin, dass man es sehr gut als Grundlage beim täglichen Üben anwenden kann.
    Wenn Du eine gute 3/4 Stunde Zeit hast, kann ich dir seinen Clip deshalb sehr empfehlen.
    https://www.facebook.com/musikhaust...berger-live-aus-treppendorf/2178670769046813/

    Deine Tonleitern und Akkordbrechungen kannst Du ebenfalls sehr gut zur Aktivierung der "richtigen" Atmung und Stütze verwenden, außerdem kann man damit auch sehr solide eine sehr gute Höhe aufbauen, wenn tägliches Buzzing und Beachten der Atemtechnik die Voraussetzungen dafür schaffen.
    Ich notiere meinen entsprechenden Vorschlag für dich angepasst und stelle dann die Noten hier als PDF ein.

    Gruß Claus
     
  6. troeter

    troeter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.18   #6
    Moin,
    das ist sehr komplex. Daher ist auf diesem Weg eine Hilfe schwierig, es gibt zu viele Detail-Rueckfragen.

    Ich finde einen youtube Beitrag von Charlie Porter sehr auf-den-Punkt. Allerdings nennt er nicht die 4. Stellschraube: Form der "Düse". Leider.
    Die Beschreibung der übrigen drei Funktionen ist aber klasse.

    Da Du anscheinend fest steckst , könnte eine "Dysfunktion" vorliegen. Also so eine Art Funktionsstörung.
    Falls Du alleine nicht weiter kommst, brauchst Du einen guten Lehrer, der sich mit Ansatz
    bzw. Funktionsstörungen beim Blech wirklich auskennt. Davon gibt es in Germany nur sehr wenige....
    Aber wenn Du das Internet gezielt durchsuchst, wirst Du bestimmt fündig. Viel Erfolg.
     
  7. LoboMix

    LoboMix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 27.10.18   #7
    Hallo @music4live, zum Thema Atmung habe ich mal einen etwas ausführlicheren Beitrag geschrieben, den ich hier der Einfachheit halber vollständig zitiere, damit ich nicht alles neu schreiben muss:

    Ich hoffe, Du kannst diesem Beitrag einige für Dich relevante Informationen entnehmen.

    Besonderes Augenmerk in Hinsicht auf eine gut ansprechende, stabile und sauber intonierte Höhe bei Bläsern, und vor allem auch den Tonumfang nach oben hin betreffend solltest Du auf die Beckenbodenspannung legen.
    Ist der Beckenboden instabil oder gar schlaff, geht ein mehr oder weniger großer Teil der Ausatem-Energie sozusagen verloren und es sind immer die hohen Lagen, die dann zuerst instabil werden bzw. wegbrechen oder eben erst gar nicht erreichbar sind.

    Viel Erfolg!
     
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