Proberaum nach aussen komplett Schallisolieren / Temperaturfrage ohne Heizung

von matapalo, 13.03.12.

  1. matapalo

    matapalo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.12   #1
    Hallo Zusammen,

    ich habe jetzt keinen zu meiner Frage direkt passenden Beitrag gefunden. Falls es schon einen gibt, wuerd ich mich ueber den Link dazu freuen.

    Ansonsten habe ich folgendes Problem:

    Die Band zieht um im Sommer und der neue Proberaum ist ein alter Schweinestall, der zu einem Hobbyraum umgebaut wurde.
    Der Raum hat 2 Fenster und eine Stahltuer (ala Kellerstahltür wie bei manchen Heizungsräumen z.b. wie man sie kennt).

    Nun wohnen um uns herum dann aber größtenteils ältere Leute, die komplette Stille gewohnt sind... (Das lauteste in der Straße ist der Wind ;-) )

    Deswegen müssen wir versuchen, den Proberaum so gut zu Schallisolieren wie möglich. - FALLS möglich so, dass man von aussen, wenn die Tür zu ist, garnichts hört, auch wenn geprobt wird.

    Ist das denn möglich und wie realisiert man das mit dem geringsten finanziellen Aufwand?

    Daaaann hab ich noch eine weitere im prinzip noch wichtigere Frage, weil durch die die erste Frage völlig Sinnfrei werden kann...

    In dem Raum gibt es leider keine Heizung...

    Bei entsprechender Isolierung (Lautstärkeisolierung) halten die Instrumente das aus im Winter?
    Was kann man da machen, damit die Instrumente / das Holz, die Drumfelle etc keinen schaden nehmen bei -20grad nachts ..?


    Danke im Voraus für eure Hilfe. =)
     
  2. rland

    rland Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.12   #2
    erst mal kurz und bündig:

    komplett schallisolieren ist (mit geringstem finanziellem aufwand) fast nicht möglich, aber an einem raum-im-raum kommst du nicht vorbei. dazu gibt es viele anleitungen.
    aber wenns wirklich still sein muss, und nur wenig kosten darf, dann denk mal kopfhörer an.

    und über die temperaturen musst du dir keine sorgen machen. selbst wenns draußen zweistellige minusgrade hat, wird sich die temp im raum kaum unter null bewegen. selbst wenn ist das nicht so tragisch - es darf nur nicht wieder schnell warm werden (->kondenswasser).
     
  3. matapalo

    matapalo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.12   #3
    erstmal danke für deine Antwort. =)

    naja, Temperaturmässig wäre ich mir jetzt nicht 100% sicher, dass es nicht unter Null Grad wird, weil es ja ein freistehendes Gebäude ist und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht isoliert ist.
    Wobei die Schallisolierung mit vielen Decken/Teppichen ja sicher auch einen Teil zur Wärmeisolierung beitragen wird...

    verständlicherweise sind kopfhörer keine alternative, aber das war ja sicher auch nur ein scherz ;-)

    ohje das gibt nen haufen arbeit... muss ich mir mal ueberlegen ob das sinn macht oder ein anderer proberaum zur miete bei dem die lautstaerke nicht so tragisch waere...
     
  4. ThomasT

    ThomasT HCA Akustik HCA

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    Erstellt: 13.03.12   #4
    Euer Raum ist - wenn er schallisoliert ist - automatisch nach den höchsten EU-Verordnungen wärmeisoliert!

    Kopfhörer war sicher kein Scherz, wenngleich auch ich das als ungeeignet ablehnen würde.

    Das mit der Ruhe ist ein Problem.
    Was ist es für ein Gebiet? Reines Wohngebiet? Gewerbemischgebiet? Welche Vorschriften gelten bei euch?
    Dann würde ich mir ein Schallpegelmesser kaufen, Schlagzeug aufbauen, spielen lassen und im Raum und ausserhalb messen. Jeweils dB(A) und dB(C) gewichtet (bzw. linear).

    Das Grundproblem ist, selbst wenn ihr es schafft, die 35dB(A) nachts einzuhalten hört man dennoch das dumpfe Wummern von Bass und Bassdrum. Wenn die Leute sich dadurch im Schlaf gestört fühlen, hast du dennoch eher schlechte Karten.

    Mit Decken und Teppichen wirst du genau gar nichts schallisolieren! Vergiss das!
     
  5. matapalo

    matapalo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.12   #5
    hey Thomas,

    also es ist ein reines Wohngebiet. das Gebäude ist - wie schon erwaehnt - ein zum hobbyraum umgebauter schweinestall. ich miete das dazugehörige haus, also der proberaum steht dann auf dem von mir gemieteten grundstueck... welche vorschriften es da allgemein gibt, weiss ich leider nicht.

    im prinzip ist es eh ein witz, dass man sich ueber sowas so sehr gedanken machen muss, weil wir einmal die woche proben und das montags zwischen 18 und 20:30Uhr (maximal 21uhr) - aber mein vermieter hat direkt als ich gefragt hab, ob in dem raum ne heizung ist und erwaehnt habe, dass ich in den hobbyraum den proberaum machen will gehadert und gemeint, dass ihm das nicht so recht waere, weil in der straße nur aeltere leute wohnen die sich davon nicht belaestigt fuehlen sollen... letztenendes konnte ich ihn dann schon davon ueberzeugen, dass ich das ganze so einrichte, dass die nachbarn moeglichst wenig bis garnichts davon mitbekommen... jetzt muss ich das halt irgendwie hinkriegen... =)

    ich werde verwirrter und verwirrter... in mehreren workshops habe ich jetzt gelesen, dass decken und teppiche gut den schall isolieren, du meinst jetzt wieder, dass es nicht so ist...

    wie ist es denn nun bzw. was isoliert nun den schall nach aussen am besten?

    wie hoch darf denn gesetzlich normalerweise in einem wohngebiet zu der angegebenen zeit die db-höhe sein..?

    schlagzeugmaessig habe ich gelesen, dass man ein holzbrett nehmen soll auf das man das schlagzeug drauf stellt und unter das brett tennisbaelle befestigen soll, damit so der schall der ueber den boden uebertragen wird aufgefangen wird..?

    ---------- Post hinzugefügt um 11:25:16 ---------- Letzter Beitrag war um 10:10:42 ----------

    also ich hab mir das jetzt mal so gedacht und ihr koennt mir ja mal sagen, ob das bullshit ist oder doch schon was bringt...

    Gebäudewand - Decke - Gipskartonplatte
    In die 2 Fenster -> Fenster - Decke - Girpskartonplatte - Decke - Gipskartonplatte
    An der Stahltür dafür sorgen, dass die Gummidichtungen beim verschließen ueberall greifen und von innen 2-3 Schichten Decken vor die Tür
    Boden - 3-5 Schichten Teppiche
    Decke - 1-3 Schichten Decken befestigt (oder muss da dann auch noch Gipskartonplatte ran?

    was denkt ihr bringt das lautstaerkeisolierend nach aussen?
     
  6. ThomasT

    ThomasT HCA Akustik HCA

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    Erstellt: 14.03.12   #6
    Nein das ist nicht so.
    Natürlich dämpfen diese Teile den Schall in den Höhen etwas so dass es für das ungeübte Ohr im direkte AB-Vergleich etwas gedämpfter klingt. Das was aber auch schon.
    Diese 2-3dB machen gar nichts aus, weil das Gehör adaptiert und ausserdem die Bässe und Tiefmitten das Problem sind.

    Bei uns 35 dB (A) im reinen Wohngebiet. Was oft ein Witz ist, denn Autobahn 10 km entfernt (40-50dB(A)) oder Strassenbahn (auch mal 60dB(A)) sind viel lauter ...

    Verdeutliche dir folgendes: Bei 35dB(A) haben die Bässe bei 100 Hz ca. 55dB. Schlagzeug und Bass produzieren lockern mal 110 dB. D.h. Es sind bei 100 Hz ca. um 60dB zu bedämpfen.
    60dB bedeutet ein Millionstel(!) der Schallenergie. Nur ein Millionstel darf durchgekommen. Luftschall ist Luftdruck(-schwankungen). Hält ein Teppich Luftdruck stand?
    Auch beim Tauchen nehmen wir komischerweise Stahlflaschen und keine Teppichrollen.

    Was dämmt ist Masse, Masse und Masse in Kombination mit nochmals davon entkoppelter Masse. Wobei der Luftraum mit Dämmwolle gefüllt sein kann, was zusätzlich 3-5 dB bringt. D.h. die Dämmwolle die alle zum Dämmen benutzen bringt nur 5 dB von ansgestrebten 60dB! Und nicht täuschen lassen, die 60dB im Bassbereich sind anspruchsvoll, in Mittenbereich wären das 80dB. D.h. dein Wandaufbau müsste ein Schalldämmmaß von 80dB haben! Und es muss luftdicht(!) sein. Ein Ritz von nur 1mm Breite (bei mir eine nicht richtig zu gemachte Innentür) bedeutet den Unterschied zwischen zufriedenen Nachbarn und sich beschwerenden Nachbarn!

    Was nun wirklich zu tun ist, kann man nur durch Messung rausbekommen. Ob sich die Nachbarn stören hängt primar auch vom Abstand ab. Sind die gleich daneben, gilt obiges. Sind sie 100 m entfernt, sieht es schon wieder besser aus.


    Ja. Der Schall über Boden. Das ist aber eher wichtig, wenn im selben Haus. Du hast aber wie du sagst ein extra Gebäude und hoffentlich massiven Boden. Da ist Bodenschall vernachlässigbar.
     
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  7. matapalo

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    Erstellt: 14.03.12   #7
    kann man hierzu noch was sagen?
     
  8. ThomasT

    ThomasT HCA Akustik HCA

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    Erstellt: 14.03.12   #8
    Das mit den Decken vergiss mal. Mit "Decke" meinst du so Kuscheldecken, nichts zum Abdecken, oder?
    Abgesehen, dass es vom Brandschutz semioptimal ist. Ein idealer Fussboden wäre Parkett, kein Teppich.

    Ansonsten send pix und skizze. Aus was bestehen die Wände? Massiver Stahlbeton (->gut)? Bretterbude (->schlecht)?

    Was es bringt: nichts! Die alten Leute sind in den Frequenzbereich wo eine leichte Absenkung gibt, doch eh taub ...
     
  9. matapalo

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    Erstellt: 14.03.12   #9
    die wände sind aus beton...

    aber... was bringt denn nun ueberhaupt was..???
    Ich hab jetzt viel darueber erfahren was nichts bringt.. aber was bringt denn nun was? =/

    Gipskartonplatten nix gut fuer einen "raum im raum"?
     
  10. ThomasT

    ThomasT HCA Akustik HCA

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    Erstellt: 14.03.12   #10
    Hab ich doch gesagt: massive, luftdichte Masse.

    Und dass kombiniert: zu einem Masse - Feder - Masse - System.

    Üblicher Aufbau: massive Aussenwand - Luft/Dämmwolle - Gipskarton (2 Lagig).

    Dran denken: rundherum, und rundherum heisst auch oben.
     
  11. matapalo

    matapalo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.12   #11
    ok, danke.
     
  12. ThomasT

    ThomasT HCA Akustik HCA

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    Erstellt: 14.03.12   #12
    Bevor du auch nur irgendwas baust, frag lieber hier oder in anderen Foren nach oder lass dich von jemanden beraten.
    In entusiastischem Bauen wirkungsloser Schalldämmmaßnahmen sind viele Spitze.
     
  13. MehrSchall

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    Erstellt: 13.04.12   #13
    Moin,

    ich habe jetzt gerade einen Raum im Raum fertiggestellt.
    Außen - eine ehemalige Halle einer Autobahnmeisterei, also Bretterbude mit Betonboden.
    Darin habe ich einen Rahmen aus Balken gebaut, der sich selbst trägt und fast keinen Kontakt zur umgebenden Halle hat, damit keine direkt Schalluebertragung an die Halle erfolgt.
    Somit steht ein stabiler Rahmen, den ich außen erst mal mit Spanplatten aus dem rolltreppenbau verkleidet habe. Diese Baufirmen verkaufen das gebrauchte Zeug gerne guenstig.
    Innen an die Aussenwand dann mitDachlatten eine Lattung fuer Steinwolle angebracht, die dafuer sorgt, dass zwischen Steinwolle und der nächsten schicht Spanplatten ein Luftraum entsteht.
    Da drauf dann innen eine neue Schicht Spanplatten.Diese Platten habe ich nicht auf Stoss geschraubt, sondern einander ueberlappn lassen. So entstand nach innen eine verwinkelte Oberfläeche, die bereits im Raum schon den schall "gebrochen" hat. Entstandene Löcher und Ritzen mit Steinwolle ausgestopft. Die erreichte Schalldämmung hat meine Erwartungen weit uebertroffen. Weitere solche Schichten sind dann relativ schnell erstellt.

    An Belüftung denken oder maximal 1 Stunde am Stück proben und dann lüften.

    In diesem Raum haben wir wäehrend des Baus im vergangenen Winter Getraenke gelagert. Da is nix eingefroren.

    Rockige Gruesse


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