Problem mit Multicore und Phantomspeisung

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Hallo Zusammen! Ich hoffe, ich bin hier mit dem Thema richtig.

Folgendes Problem: Wenn ich einige Geräte, die Phantompower benötigen über mein Multicore (The sssnake MC8) mit dem Mischpult (Behringer X32 Producer) verbinde, tritt bei jeder kleinsten Berührung, egal ob am eingestecken Kabel oder bloß am Gehäuse der Stagebox ein richtig lautes knacken auf. Jedoch nicht bei allen Geräten, die mit Phantomspeisung versorgt werden. Drum Overheads funktionieren problemlos, einige Gesangsmikros nicht und die aktive D.I. vom Keyboarder auch nicht. Ich hab 2 von den Multicores, bei beiden treten die Probleme auf. Mir ist durchaus bewusst, dass die Sssnake bei weitem keine Top-Geräte sind, aber als Subsnakes auf der Bühne erfüllen sie ihren Zweck, abgesehen von der genannten Problematik.
Die Frage ist jetzt, woran kann es liegen? Brauchen die Geräte, bei denen es dann zum knacken/knallen kommt mehr Strom als die anderen und das Multicore kann das dann nicht mehr sauber übertragen? Ich bin da gerade irgendwie total ratlos. Vielleicht hatte ja schonmal jemand ähnliche Probleme?


LG
Lucas
 
Eigenschaft
 
Miß mal das Core durch, ob da auch wirklich alles richtig belegt ist:
Pin 1 - Masse
Pin 2 - +
Pin 3 - -

Bei den meisten Cores in dieser Katergorie wird eine Summenmasse verwendet, d.h. alle Pin 1 sind mit allen anderen Pin 1 verbunden.
Bei einem Core mit Einzelmasse ist Pin 1 immer nur mit seinem Gegenstück auf der anderen Seite verbunden, so wie auch Pin 2 und Pin 3.

Also pieps das Core mal durch
1. Klemm an irgendeinem Anschluss Pin 1 an und prüfe, ob die anderen Anschlüsse jeweils auf Pin 1 Kontakt haben. Prüfe auch gleich, ob Pin 2 und Pin 3 frei sind. Hast du da einen Schluss, dann weißt du was Sache ist.
2. Prüfe nun jeweils Pin 2 und Pin 3 auf Durchgang an dem jeweiligen Gegenstück. Prüfe dabei auch, ob es einen Schluss auf die anderen Pins gibt und ob es einen Schluss auf andere Kanäle gibt.

Ist ein bisschen Arbeit, aber so findest du den Fehler bzw. kannst dadurch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen Fehler beim Core ausschließen.

Als nächstes müssen dann die jeweiligen Geräte getestet werden, am besten einzeln mit einer einzelnen XLR Leitung, von der du weißt dass sie in Ordnung ist.
 
Achso, habe ich vergessen zu erwähnen. Gehen besagte Geräte direkt in's Pult, gibt es keine Probleme, kein Knacken oder Knallen. Beim Öffnen des Cores konnte ich zumindest erkennen, dass jede Buchse mit einer eigenen Masse verbunden ist, also Einzelmassen.
Ich werd die cores mal durchmessen
 
Kleines Update: Durchgemessen habe ich noch nicht, dafür ist mir aber etwas anderes aufgefallen.

Viele der Kabel, die wir nutzen, haben in die Stagebox eingesteckt noch sehr viel Spiel, also würde die Verriegelung am der Buchse nur sehr wenig bewirken. Interessant, die ganz billigen sssnake Kabel sitzen vom Stecker her relativ fest in der Buche, da ist die Anfälligkeit geringer. Bei kabeln von Pronsnake mit Yongsheng Steckern oder von Cordial mit Neutriks, ist deutlich mehr spiel vorhanden, da reicht eine kleine Berührung am Stecker und es knallt. An der Aussteuerungsanzeige des Mischpults ist der Ausschalg des "knacken" gleichzusetzen mit dem, das entsteht, wenn ich das Kabel am anderen Ende an ein Mikro oder eine Stagebox anschließe.
Dass die Buchsen offensichtlich nicht die besten sind, ist ja klar. Es scheint mir, dass die Anfälligkeit deutlich höher ist, wenn Phantomstrom anliegt bzw. fließt. Möglicherweise "leiern" die Buchsen und die Verrigelung irgendwann aus, kann ich aber nur schlecht beurteilen.
Ich werde wohl mal eine ordentliche Buchse besorgen und das ganze dann nochmal testen.
 
Und wieder ein Update – nachdem ich die Stageboxen zum Großteil mit Neutrik-Buchsen ausgestattet habe, treten die Probleme tatsächlich nicht mehr auf. Die Stecker sitzen deutlich fester in der Buchse und auch kleine Berührungen an Kabel und Stecker machen keine Probleme mehr.
Ich hab zur Kontrolle auch einmal die Stecker-Seiten aufgeschraubt und musste feststellen, dass einige der Lötstellen fernab von Gut und Böse waren. Teilweise waren die Litzen nicht einmal richtig verdrillt oder verzinnt, sodass einige der Äderchen lose im Stecker hingen.
Unsere etwas ältere der Stageboxen hat an den Steckern noch eine Zugentlastung befestigt, bei der neuen Variante wurde auch hierauf verzichetet. Hat jetzt natürlich nicht direkt mit dem beschriebenen Problem zu tun, aber es war mir halt aufgefallen.
 
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Gut, dann hattest Du im wahrsten Sinne des Wortes einen Wackel-Kontakt zwischen Steckern und Buchsen ...

Jedenfalls Danke für das Update, ist hier im Forum leider nicht selbstverständlich ...
 
Gut, dann hattest Du im wahrsten Sinne des Wortes einen Wackel-Kontakt zwischen Steckern und Buchsen ...

So sieht's aus. Und aufgrund aktivierter Phantomspeisung, war das "wiedereinkoppeln" (so nenne ich es mal) dann sehr laut zu hören - das ist dann ja auch nicht besonders gut für die Speaker. Bei meinem SM58 zu Beispiel tritt sowas gar nicht auf.
Die von mir/meiner Band benötigten Phantomstrom-Kanäle haben auf jeden Fall erstmal neue Buchsen spendiert bekommen.
Mal gucken, ob ich bei allen Buchsen auf Neutrik umsteige und nach und nach auch die Stecker neu mache. Da kann man sicherlich fast ne neue, bessere Stagebox kaufen, aber jetzt habe ich ja damit angefangen :D

Ich dachte, das Update wäre ich schon schuldig :)
 
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Danke auch für den Bericht.

Mal noch eine andere Frage dazu: Wie alt ist das MuCo denn bzw. wann wurde es (neu) gekauft?
Falls das noch in der Garantiezeit liegt, dann würde ich das dem Hersteller direkt vor die Füße werfen und auch sonst sollte ein vernüftiges MuCo so seine 8-10 Jahre mindestens halten, sofern man damit sorgsam umgeht. Aber die Steckkontakte sollten schon satt sitzen und ohne Streß funktionieren.
 
Auf eins wäre noch Garantie gewesen. Was man fairerweise sagen muss, Thomann hatte mir auch angeboten, beide MuCos einzuschicken, dann hätten sie einen Blick drauf geworfen.
Aufgrund meiner Ungeduld und anstehender Gigs am Wochenende habe ich dann aber selber zum Lötkolben gegriffen und das Problem weitesgehend behoben. Thomann habe ich dennoch über die Mängel informiert.
Sorgsamer Umgang hat stets stattgefunden, die MuCos wurden auch immer in Cases transportiert. Das Problem des Knacken bestand tatsächlich schon länger, nur kam ich erst zuletzt drauf, das MuCo in Betracht zu ziehen.
Aber dennoch reden wir hier ja von knapp 40-50€ pro Stück. Dass man da irgendwo Abstriche machen muss, ist ja eigentlich klar.
 
Es hat schon seine Berechtigung daß ich immer wieder von Billig Steckern oder Buchsen abrate und stattdessen empfehle Neutrik zu verwenden.

Geiz ist geil funktioniert nun mal nicht!!!

(Nein, ich arbeite nicht für Neumann)
 
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Geiz ist geil funktioniert nun mal nicht!!!
+1

Aber dennoch reden wir hier ja von knapp 40-50€ pro Stück.
Nee, wir reden über ein Produkt, welches eine Summe x gekostet hat, welches innerhalb der Garantiezeit oder wohl schon sehr bald nach Kauf defekt war bzw. erhebliche Mängel aufwies.

Solange man das dem Hersteller nicht vor die Füsse wirft und meckert, wird dieser weiterhin so produzieren und sich damit Marktanteile sichern und sich dabei die Hände reiben.

Daher halte ich eine solche Vorgehensweise in diesem Fall für falsch. Da sollte man eher das Teil zurück schicken und ein funktionierendes MuCo anmieten und das versuchen dem Hersteller gleich mit in Rechnung zu stellen. Anders lernen die das nicht. Was meinst du was in der Industrie abgeht, wenn z.B. wegen fehlerhaften Steckverbindungen die Bänder bei BMW, Audi, Ford oder sonst wo still stehen oder es im Nachhinein zu einer großen Rückrufaktion kommt?!
 
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Geiz ist geil funktioniert nun mal nicht!!!

Bin ich mittlerweile ganz deiner Meinung. Aber ich finde, was man hat, kann man auch weiterhin verwenden - das Ziel ist in diesem Fall auf Dauer eh eine Digitale Stagebox zum X32, aber bis dahin geb ich mich mit der (jetzt modifizierten) Stagebox zufrieden. Soll natürlich keine Dauerhafte Lösung sein. Aber wie gesagt, es war noch da, es erfüllt (jetzt wieder) seinen Zweck.

yamaha4711, stimmt schon, eigentlich hast du Recht, dass sowas dann auf Kosten des Herstellers laufen sollte. Nach 3 Tagen ohne Rückmeldung kam in mir dann halt der Basteltrieb hoch, ich erkläre mich für schuldig ^^
 
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Nee, wir reden über ein Produkt, welches eine Summe x gekostet hat, welches innerhalb der Garantiezeit oder wohl schon sehr bald nach Kauf defekt war bzw. erhebliche Mängel aufwies.

Solange man das dem Hersteller nicht vor die Füsse wirft und meckert, wird dieser weiterhin so produzieren und sich damit Marktanteile sichern und sich dabei die Hände reiben.
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Der Hersteller wird weiterhin so produzieren! Er produziert z.B. 100 MuCos, von denen 40 innerhalb kurzer Zeit kaputt gehen, weitere 40 nach 2 Jahren. Die letzten 20 liegen irgendwo unbenutzt herum. Von den ersten 40 werden vielleicht 10 reklamiert, die nach 2 Jahren kaputt gehen gar nicht. Die 10 defekten MuCos werden dann ersetzt, das erhöht dann die Kosten um 10% (da ist der Prüfaufwand bei einem Markenhersteller schon höher).
Wenn man aber dadurch 50% der Herstellkosten spart ist das doch immer noch ein sehr gutes Geschäft.

Es ist offensichtlich eine Frage der persönlichen Einstellung ob man sich mit Schrott zufrieden gibt und sich freut daß es so billig war oder ob man Stück für Stück hochwertiges Equipment kauft und sich über Qualität und problemlose Funktion freut.

Mit dem Billigkram wird man nie professionell arbeiten können. Anstatt sich auf die Musik zu konzentrieren wird man immer mit den Unzulänglichkeiten der Technik konfrontiert. Da kann doch gar nichts brauchbares bei herauskommen!
 
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