PRS Tremonti SE - Geringer Output der PUs?

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Hi zusammen,

der Threadtitel ist jetzt erstmal vage, aber ich kam grade auf nix anderes.
Seit letztem Wochenende bin ich Besitzer einer PRS Tremonti SE 2011er Version. Wie ich eben so bin googel ich immer den Kram den ich gekauft habe erstmal und da stolpert man zwangsläufig über Tests (Usereigene und Professionelle). Bei den Usern wurde oft gesagt die Gitarre an sich wäre toll, nur hätten die PUs geringen Output, zum Beispiel verglichen mit der USA Tremonti. Nun finde ich das sehr vage ausgedrückt, denn jeder hat da andere Vorstellungen davon. Ganz klar, die Tremonti brüllt an meinem JVM205 nicht so wie die EMGs meiner Les Paul und auch nicht so wie die aktiven Humbucker meiner Ibanez RGA, aber doch sind sie recht "heiss".

Weiss jemand wieviel Output Neck und Bridge-PU wirklich haben? Und kann man das wirklich als geringen Output bezeichnen?
 
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Weiss jemand wieviel Output Neck und Bridge-PU wirklich haben? Und kann man das wirklich als geringen Output bezeichnen?

Hi,

entgegen der landläufigen Ansicht ist der Gleichstromwiderstand in KOhm kein Maß für den Output eines PUs.

Es gibt meines Wissens auch keinen genormten Test, um andere, besser vergleichbare Zahlen zu produzieren. Dimarzio gibt wohl als einziger Hersteller) den Output in Millivolt an, wobei ich aber nicht weiß, wie der Messaufbau aussieht. Da müsste man jedenfalls immer den gleichen Typ Saite auf der gleichen Gitarre im gleichen Abstand zur Saite messen, und mit der gleichen Peripherie (Potis, Schalter). Innerhalb der Dimarzio-Linie gibt das aber mMn schon einen besseren Anhaltspunkt als der DC-Widerstand. So haben die "Air"-Versionen den gleichen DC-Wert (und die gleichen Magnete!), sind aber deutlich leiser als die jeweilige Normalausführung.

Sowohl Höreindruck als auch Messungen können also oft überraschende Ergebnisse bringen. Bei meinem Dimarzio PAF Bridge (8,6 KOhm) muss ich z.B. an meinem GP-100 das Input Gain weiter zurückschrauben als bei einem PRS Dragon II (über 13 KOhm), damit die Clip-LED nicht dauernd leuchtet. Das liegt wohl nicht zuletzt an dem explosiven Attack-Verhalten des PAF. Auch das ist "Output", aber eben nicht fett und komprimiert, sondern sozusagen auf andere Weise laut.

Richtig ist, dass die Tremonti SE auch subjektiv schwächere PUs hat als das US-Modell, aber das muss ja nicht schlechter sein. Sie sind jedenfalls heißer als die PUs einer SC245 SE, und nein, als "geringen" Output würde ich das auf keinen Fall ansehen. Die Original-Tremonti-PUs aus USA sind halt ziemliche Lötbrenner, da kommen nur wenige PUs mit. Wer das will, kann die natürlich nachrüsten, um die SE näher ans Original zu bringen. Die Konstruktion ist allerdings doch etwas anders (dünner, leichter, keine Ahorndecke), sodass man da an Grenzen stoßen wird. Was zählt, ist obs Dir gefällt. Falls nicht - hier bist Du ja schon in der richtigen Rubrik;).

Gruß, bagotrix
 
ShelbyMustangGT
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Hi,

entgegen der landläufigen Ansicht ist der Gleichstromwiderstand in KOhm kein Maß für den Output eines PUs.

Es gibt meines Wissens auch keinen genormten Test, um andere, besser vergleichbare Zahlen zu produzieren. Dimarzio gibt wohl als einziger Hersteller) den Output in Millivolt an, wobei ich aber nicht weiß, wie der Messaufbau aussieht. Da müsste man jedenfalls immer den gleichen Typ Saite auf der gleichen Gitarre im gleichen Abstand zur Saite messen, und mit der gleichen Peripherie (Potis, Schalter). Innerhalb der Dimarzio-Linie gibt das aber mMn schon einen besseren Anhaltspunkt als der DC-Widerstand. So haben die "Air"-Versionen den gleichen DC-Wert (und die gleichen Magnete!), sind aber deutlich leiser als die jeweilige Normalausführung.

Sowohl Höreindruck als auch Messungen können also oft überraschende Ergebnisse bringen. Bei meinem Dimarzio PAF Bridge (8,6 KOhm) muss ich z.B. an meinem GP-100 das Input Gain weiter zurückschrauben als bei einem PRS Dragon II (über 13 KOhm), damit die Clip-LED nicht dauernd leuchtet. Das liegt wohl nicht zuletzt an dem explosiven Attack-Verhalten des PAF. Auch das ist "Output", aber eben nicht fett und komprimiert, sondern sozusagen auf andere Weise laut.

Richtig ist, dass die Tremonti SE auch subjektiv schwächere PUs hat als das US-Modell, aber das muss ja nicht schlechter sein. Sie sind jedenfalls heißer als die PUs einer SC245 SE, und nein, als "geringen" Output würde ich das auf keinen Fall ansehen. Die Original-Tremonti-PUs aus USA sind halt ziemliche Lötbrenner, da kommen nur wenige PUs mit. Wer das will, kann die natürlich nachrüsten, um die SE näher ans Original zu bringen. Die Konstruktion ist allerdings doch etwas anders (dünner, leichter, keine Ahorndecke), sodass man da an Grenzen stoßen wird. Was zählt, ist obs Dir gefällt. Falls nicht - hier bist Du ja schon in der richtigen Rubrik;).

Gruß, bagotrix

Ein Post um halb 3 nachts, wow :D Erstmal danke für die lange Antwort :great:

Genau das habe ich mir auch gedacht, Output ist doch ein sehr vages Ding, denn fast jeder versteht darunter was anderes. Dem einen sind jene PUs viel zu kräftig, dem anderen kommen sie vor wie Vintage-PUs ;)
Ich hab in den letzten Jahren fast nur aktive PUs benutzt, wie schon geschrieben meine Ibanez RGA mit echten Kreischern und ein Zakk Wylde EMG-Set in meiner Gibson Les Paul. Das war erstmal eine mächtige Umstellung, das hätte ich nicht gedacht. Die Aktiven "kompressieren" im Vergleich zur Tremonti kräftig, um die schnellen Leads zu spielen brauch es da bei der PRS meines Erachtens erstmal ein kleines Schippchen mehr Gain und mehr Finesse und "Flutsch" in den Fingern.

Aber Hey, wenn man sich dran gewöhnt finde ich es echt fast noch geiler als mit den Aktiven, transparenter und klarer (So zumindest hören das meine Ohren). Wenn ich es beschreiben müsste fiele mir da nur das Wort "charmant" ein, fragt mich nicht wieso, ich bin Gitarrist :D

Ich fand es nur in den meisten englischsprachigen Reviews komisch, dass immer der niedrige/niedrigere (Kam beides vor) bemängelt wurde, und ich das aber gar nicht so empfinde.
Getauscht wird eher nicht, zusammen mit meinem Marshall verträgt sich die ganze Sache nämlich sehr gut.

Grüße,
Shelby
 

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