Mahogini und Palisander sind die am haeufigsten verwendeten Korpushoelzer. Ganz allgemein gilt, dass Bauart und Bauausfuehrung mehr den Klang beeinflussen als das verwendete Holz, daher ist es schwer allgemeingueltige Aussagen zu treffen.
Mahagoni sagt man mehr Waerme und einen weicheren Klang nach, Palisander ist haerter im Klang, manchmal auch spitzer und in den Extremen ausgepraegter. Das kann - wenn alles gut zusammenspielt - in einem komplexen Klang enden, oft aber leider nicht, denn fabrikmaessige Gestellung auf CNC-Maschinen erlaubt kaum individuelle Anpassung an das Holz.
Was die Fichten fuer die Decke angeht, so ist es sehr schwer hier ohne genetische Analyse zu sagen, was was ist. Engelmann sagt man mehr dynamische Reserven nach, doch mein Gitarrenbauer sagt, das sei alles eine Sosse. Einzig italienische Alpenfichte und Adirondack seien optisch einfacher von Sitka oder Engelmann zu unterscheiden. Adi wegen der Strahlen, Alpenfichte wegen der sehr engen Ringe. Wobei sehr gute Engelmann oder Sitka, sagt er, auch da mitspielen koennen. Klanglich geben sich die "einfachen" Fichten nix, sagt er. Und da kann ich ihm nur beipflichten, die Beleistung zum Beispiel ist wichtiger als das Holz.
Wobei das natuerlich wieder sehr allgemeine Aussagen sind. Ich habe ein paar Gitarren mit Ahorn, Palisander, Mahagoni und Koa Korpussen und eine gute Palisandergitarre hat schon was. Oft aber sind gerade die "einfachen" Gitarren dann aber eher harsch im Klang und es scheint einfacher zu sein einen gut klingenden Mahagonikorpus zu bauen, als einen gut klingenden Palisanderkorpus... Hier gilt wohl, dass ausprobieren ueber studieren geht.
Was die Geiffbretter angeht, so liebe ich ein sehr hochwertiges ungetoentes Ebenholz. Palisander auf dem Griffbrett hat klanglich weniger Einfluss als zum Beispiel das Bundmaterial oder die Masse des Halses. Natuerlich ist Ebenholz schwerer als Palisander, nur nicht sooo viel, dass bei den heutigen duennen Griffbrettern da der Hahn nach kraehen wuerde. Es sei denn, man laesst bauen und nimmt extra dickes Ebenholz fuer das Griffbrett. Aber das ist dann wieder sehr Kosten treibend. Der hauptsaechliche Unterschied zwischen Palisander und Ebenholzgriffbrettern ist das Spielgefuehl. Ebenholz hat eine geschlossene, beinahe samtige Oberflaeche wogegen Palisander offenporiger und subjektiv rauer ist. Was besser ist? Geschmackssache. Ich bin ein Fan von Ebenholz, kann aber auch mit Palisander leben. Eine Zeit lang hatteich mal eine OM-Negative mit Ahorngriffbrett, das war auch sehr gut.
Der Rest... Does Bling sing? Schlussendlich ist es dann die Frage, wie weit der Hersteller beinden hoeherwertigen Modellen auch besseres Holz verbaut und bessere Arbeit leistet als bei den Billigen. Das ist wohl von Hersteller zu Hersteller verschieden.
Yamaha* sagt man nach, dass innerhalb einer Reihe (FG700-FG750 zum Beispiel) nur der Bling-Faktor sich aendert, Klang und Bespielbarkeit aber gleich bleiben und das kann ich aus eigener Erfahrung bestaetigen. Martin verwendet oft nur "schoenere" Hoelzer, klanglich aber sind andere Faktoren (wieder mal die Beleistung) wichtiger. Klar kauft das Auge mit, aber ob da jetzt eine einfaches Binding, Herringbone oder gar Abalone-Bindings verbaut wurden, das kann man nicht mehr hoeren.
Egal, was Du Dir kaufen willst, eines solltest Du immer im Hinterkopf behalten: Meinungen sind was subjektives. Jeder hat mindestens eine. Nur ist meine Meinung schlussendlich ganz genau unwichtig, denn es ist Deine Meinung, die fuer Dich zaehlt und Du solltest eigentlich so unvoreingenommen wie moeglich da reingehen. Wenn Du denkst, dass die ABC besser als die XYZ sei, weil die ja das andere Holz hat, dann wirst Du das auch hoeren. Und wenn Du glaubst, die XYZ ist besser, dann wirst Du auch das hoeren. Am Besten waere ein Blindtest, damit Du unvoreingenommen bist. Und kauf' immer genau die Gitarre, die Du angespielt hat, nicht die originalverpackte ausndem Lager, die kann (und wird) ganz anders klingen, alsmdie, die Du gespielt hast.