Relation von Gear-Wünschen und Gemütszustand?

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Da bin ich nun.

Seit Jahren eifrig am Kaufen und Optimieren von "Gitarrensound-Bestandteilen".
Dabei verschiedene Combos ausprobiert und dann bei einem geblieben.
Diesen dann durch Head und Box ergänzt und von Spielen her dann fast ersetzt.
Das Ganze noch mit tollstem Modeling ergänzt.

Seit geraumer Zeit an einem Punkt der Gear-Zufriedenheit angekommen mit dem Gefühl nichts mehr zu brauchen, weil alles auf einem Top-Niveau ist, zumindest relativ gesehen.

Und so hätte es im Prinzip bis zu meinem Lebensende bleiben können... aber...
...nach einer langen Phase seelischer Angeschlagenheit und innerer Stille dann doch mal wieder den alten Combo entstaubt und gespielt. Oha... siehe da. Nicht perfekt wie die anderen Sachen aber doch so innerlich bewegend wie kein anderes Stück Gear. Ja, das bin ich!

Und jetzt?

Akzeptieren dass nicht immer die besten Dinge am besten zu einem passen und alles andere Verkaufen?
Also quasi Konzentration auf das wirklich - für einen persönlich - wesentliche oder sich doch lieber alle guten Optionen offenhalten?

Ich bin eher für Ersteres, wenn auch noch etwas unsicher.

Aber wie ist das bei euch? Kennt ihr dieses Gefühl, dass euer Gemütszustand oder Lebensumstände euch zu einem anhaltend anderen Blickwinkel geführt haben, bezogen auf euer Equipment und wie seid ihr damit umgegangen?
:hat:
 
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Das ist halt einfach menschliche Psychologie und Entwicklung. Funktioniert ja nicht nur im Gitarren-/Musik-Bereich. :)

Ich würde sagen, sich für das entscheiden, wofür die Mittel da sind und was das Bauchgefühl grad sagt. :)
 
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Hi,

Akzeptieren dass nicht immer die besten Dinge am besten zu einem passen
wir leben in einer Zeit, sagen wir mal der "Zwangsoptimierung". Nicht nur wir MusikerGitarrist/innen. Ist halt immer die Frage, was für die eigene Musik wirklich notwendig ist. Manchmal reicht eine schöne Gitarre, ein gut klingender Amp. Aber ich bin auch nicht frei davon, siehe meine 8 Gitarren. Brauch ich die, eigentlich nicht, jedenfalls nicht alle:redface:. Machen aber eben Spass. Wenn man eine schlechte Phase hinter sich hat, kann man sich auch selbst durch was Neues eine Freude machen. Man sollte es nur nicht übertreiben, mMn., lG Micky
 
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Das ist bei mir tatsächlich deutlich anders.
Ich habe relativ konkrete Vorstellungen, was ich an Gear brauche und möchte.
Im Normalfall habe ich immer Gear gekauft, wenn es einen wirklichen Anlass dazu gab.
Wir haben z.B. als Band beschlossen unser Equipment so zu gestalten, dass es sich leichter transportieren lässt. Da sind dann die 50kg Passivboxen moderneren Aktivspeakern gewichen, der Bassist hat von großem Combo auf so einen Mini-Amp gewechselt und mein Halfstack hat sich zu einem Floor-Kemper mit Mini-Effektboard gewandelt.
Ich hatte nahezu 20 Jahre lang nur eine E-Gitarre*, die ich wirklich gespielt habe, aber dadurch, dass wir nun einen eigenen ungeteilten Proberaum haben, habe ich eine zweite E-Gitarre* gesucht, die einfach im Proberaum bleiben kann und wo ich nicht traurig bin, falls sie beschädigt wird oder geklaut wird.

Im Akustikgitarrenbereich hatte ich die Situation, dass ich mein Musikstudium aufgenommen habe und dann einfach meine alte Konzertgitarre an ihre Grenzen gekommen ist und ich diese upgegradet habe.
Etc.

Also wirklich nahezu alle meine Anschaffungen hatten einen konkreten Anlass. Manche dieser Anlässe sind nicht mehr aktuell und das Equipment ist immer noch da, aber häufig einfach aus sentimentalen Gründen, aber ich bin gar kein Lustkäufer oder mir-geht-es-grad-nicht-so-ich-kauf-mir-ne-Strat-Typ. Dafür bin ich zu pragmatisch.
 
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Wenn einen Musik innerlich bewegt, ist das gut und tut das gut.
Dann genieße den Moment und freue dich daran, egal ob es die letzte Klampfe mit nem schlechten Amp, oder das genialste Gear ist.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man immer mal wieder auf Entdeckungsreise ist und sich für "anderes", oder "altes" begeistern kann und darf.
Das Ganze ist oft kein "entweder/oder", sondern ein "im Moment".
Freu dich, dass du eine Auswahl von "puristisch" bis "ausgeklügelt" dein Eigen nennen darfst und alles seine Momente hat.
Ich spiele gerne meine A-Gitarren, meine Geigen, meine E-Gitarren, Bass, Cajon und singe gern und kann davon maximal zwei Dinge gleichzeitig.
Ich freue mich dabei an fein abgestimmtem Sound, aber auch an ganz einfachem, puristischem und unperfekten.
Wichtig ist die Musik, deren Erleben und das Aufgehen in ihr.
Kopf aus, Optimieren aus, Musik an.
 
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Ich kaufe inzwischen seit über 40 Jahren und konnte mich noch nie von etwas trennen. Wobei, doch, einen alten Bassverstärker habe ich mal meinem Neffen geschenkt. Unglaublich, wie sehr ich den in den letzten Jahren vermisst habe. Ich spiele doch kaum Bass und trotzdem habe ich Ersatz dafür angeschafft …

Da ich mit meiner Musik kein Geld verdienen muss und in der Regel damit auch nicht mehr vor die Tür gehe, fällt es mir relativ einfach, die selbst gesetzten Obergrenzen einzuhalten. Einige Male habe ich auch darüber nachgedacht, den Bestand auszudünnen und mir ein richtig teures Instrument zu kaufen. Ich stand auch schon mal in einem Musikgeschäft und hatte mich in eine viele tausend Euro teure Lakewood verliebt. Aber obwohl ich das Geld dafür in der Tasche hatte, blieb sie im Geschäft, denn ich weiß, dass ich das Potenzial vermutlich nie ausschöpfen könnte, und dazu wäre ein solches Instrument bei mir eine reine Verschwendung. 😁
 
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und dazu wäre ein solches Instrument bei mir eine reine Verschwendung. 😁
...oder eben auch nicht..."Inspiration" ist eben die Tatsache um die sich Musik dreht...-wie jede Kunst...und die kann irgendwoher kommen ;)
 
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  • #10
Ich habe vor 50 Jahre wahrscheinlich nach einer Jugendfreizeit mit dem Gitarrenspielen begonnen. Bezahlt von meinen Eltern also zuerst mal klassische Gitarre gelernt auf einer günstigen Yamaha*, bis zu meinem 18 Geburtstag hatte ich dann noch eine 6 und eine 12 saitige Westerngitarre von Yamaha. Dann kam Ausbildung, Familie, Selbstständigkeit und eine fortlaufende Weiterbildung. Dann vor ca. 15 Jahren das erste Mal bei Thomann* gewesen. Ab da gab es viele Anschaffungen, auch einiges wurde gebraucht besorgt, ein Gr0ßteil wurde auch wieder verkauft oder wartet noch darauf.
Was ist geblieben?
Ein Großteil meiner Anfangsgitarren, sentimentale Gründe in der Masse aber überschaubar, die beiden Westerngitarren.
Alle anderen Anschaffungen dienten mir herauszufinden was für mich klingt und gut in der Hand liegt. Es waren einige Pedals, Gitarren und Amps.

Heute spiele ich immer noch meistens akustisch auf einen meiner Steelstrings, angefangen bei einer Reiseklampfe made in Asia für kleines Geld aber tolle Martinkopie, und zu Hause auch dann in Abstufungen bis zu hochwertigen Gitarren.

Bei meinen E-Gitarren ist das ähnlich, geblieben sind sowohl Fender* aus der Squire Serie wie auch die Originalen, es hängt auch eine geliebte HB dazwischen .

Abgeben möchte ich heute keine mehr den je nach Lust und Laune
Spiele ich doch fast alles in einer losen Reihenfolge immer noch.

Die wirklich zur Findung meines heutigen Wohlbefinden gebliebenen Gitarren Amps und Gitarren dürfen bleiben.

Klar gibt es Stimmungsschwankungen zwischen weniger reicht auch un d was würde ich nochmal gerne mein eigen nennen.

Aber nach einigen Recherchen und Überlegungen ist das erste Gas oder auch Trennungswunsch verflogen.
Bis auf wenige Jams, spiele ich nur für mich.

Gruß
Der Newcomer II
 
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  • #11
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  • #12
Dann ist der Amp der Beste.
..ist aber dann auch Geschmacksache. Auf jedem Fall, punktuell gesehen, ja! Dennoch, andere Amps sind leichter zu bändigen beim Spielen und liefern auch in anderen Bereichen sehr gut.

Der Unterschied liegt darin, dass der eine Amp mich gefühlsmäßig beim Spielen am meisten Bewegt und inspiriert, während andere Amps für bestimmte vorgegebenen Zwecke besser liefern.

Da ich ja meist für mich frei spielen kann, spricht mich das besonders an.
 
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  • #13
Das Thema hat eine IMO ziemlich „ernste“ Seite, aber auch eine typische Biergarten/Schmunzel Seite.
Es geht hier ja letztlich um ein Luxus Problem.
Ob eine Stimmung, Mood, GAS, oder was auch immer, dazu führt, sich Gear zuzulegen, das eigentlich „nice to have“ ist, spielt IMO idR keine große Rolle.
Warum? Weil ich es kann!
Da kann man schmunzeln oder selbstkritisch irgendwann hinterfragen, ob das wirklich notwendig/sinnhaft war.
Ein anderer Zungenschlag kommt hier herein, wenn eine Stimmung dazu führt, Gear anzuschaffen, weil man frustriert, unglücklich, einem langweilig,…. ist.
Da wird leicht aus „Weil ich es kann!“, „Weil ich es muss!“.
An dem Punkt, sollte man genau reflektieren, denn da wird aus „ …hach, Nobodys Perfect!“ etwas Pathologisches.
… und die Dunkelziffer ist hier IMO groß….
 
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  • #14
Also ich weiß nicht, wie es bei Euch ist, aber bei mir ist inzwischen der begrenzte Platz in meinem Haus das Limit, das mich schon öfter von Neuanschaffungen abgehalten hat, bzw. was mich ein wenig dazu zwingt, über Neuanschaffungen etwas gründlicher nachzudenken.
Dazu kommt die Erkenntnis, dass jedes neue Instrument irgendwann einmal etwas Pflege oder mindestens neue Saiten benötigt. Bis ich in einigen Jahren in Rente bin, muss ich noch einen Liefervertrag mit einem Saiten-Lieferanten aushandeln und nach einer Pflegekraft für meine Gitarren Ausschau halten. Gibts die eigentlich auf Krankenkasse, wenn man irgendwann zu zitterig ist, selber die Saiten zu wechseln? 😁
 
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  • #15
Ich habe auch immer nur gekauft, wenn ich was "tatsächlich" brauchte. Alles, was ich für die Musik angeschafft habe, hatte einen enormen Grenznutzen! Das ist der wichtigste Begriff für meine Wünsche.

Ich kannte auch mal eine recht hübsche Dame, die hatte Stimmungsschwankungen, von Tag zu Tag. Ich bin stabiler gestrickt. Meine Stimmung verändert sich im 7-Jahre-Rhythmus der Lebensphasen.

Einige Dinge/Verstärker werde ich nie mehr nutzen. Die könnten weg. Aber verschafft mir der Anblick der weißen Wand mehr Lebensfreude? Oder doch nur die visuelle Bestätigung der Binsenweisheit, "Du bist ein alter Sack".

Was hat für mich enormen Grenznutzen? Die Schlafüberwachungsfunktion meiner Garmin-Uhr, die auch die Schritte zählt. Eine neue DAW für das Recording der nächsten 3 Songs? Eine elektrische 12-Saiter, die ich sowieso nie aufdrehen kann?
Ein Gerät verkaufen? Was wäre der Grenznutzen dieser 100€ in bar, gemessen am Risiko, sich Ärger mit Unbekannten einzuhandeln?
Ich habe zig Saitensätze, die ich nicht aufziehe. Ich bin mit dem Klang der alten Saiten vertraut und total zufrieden.
 
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  • #16
Die Vernunft siegt bei mir schon seit längerer Zeit über GAS ... aber die Tafel Schokolade, die ich nicht mehr kaufe, seit Schokolade so unverschämt teuer geworden ist und die mich ganz zufrieden machen würde, die fehlt mir halt schon 😭
 
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  • #17
Ich klammere die seelische Komponente mal bewusst aus – das ist ein ernstes und sehr individuelles Thema. Aber ganz nüchtern betrachtet: Es ist völlig normal, dass man sich verändert. Und mit einem selbst verändern sich eben auch die Bedürfnisse oder auch die Umstände (Band, Wohnsituation, etc.)

Ich unterscheide inzwischen radikal zwischen zwei Kategorien:

1. Persönliche Dinge, die nicht ersetzbar sind.
2. Werkzeuge, die man jederzeit wiederbeschaffen kann.


Meine Gitarren gehören normalerweise zur ersten Kategorie. Ich habe vor zehn Jahren zwei verkauft – bei den ich es inzwischen stark bereue. Das waren keine „Gegenstände“, das waren Kapitel meines Lebens.

Anderes Equipment ist für mich eher Werkzeug. Ein Quad Cortex ist für mich kein emotionaler Anker. Den kann ich verkaufen und morgen wieder kaufen. Das ist Technik, kein Teil meiner Geschichte.

Das wäre also mein erster Prüfstein: Ist es Erinnerung – oder ist es Werkzeug?

Der zweite Punkt ist ganz banal: Platz und Geld.
Stört es mich, wenn etwas ungenutzt herumsteht? Fühlt es sich nach Ballast an? Dann weg damit. Besitz sollte nicht drücken.
Wenn es mich nicht stört, besteht auch kein Handlungsdruck. Dann kann man in Ruhe überlegen, ob man ungenutztes Gear gegen etwas tauscht, das gerade mehr inspiriert. Aber eben ohne Zwang.

Und noch etwas: Zeug kann mental belasten.
Ich hatte eine Phase, da fühlte ich mich von meinem Kram regelrecht erschlagen. Ich habe radikal ausgemistet – nicht nur Musikzeug – und dieses minimalistische Gefühl sehr genossen.
Heute habe ich wieder mehr. Aber ich achte darauf, dass alles seinen Platz hat. Nichts stapelt sich sinnlos. Nichts erdrückt mich.


Am Ende ist es ziemlich simpel:
Besitz soll dich inspirieren – nicht verwalten.
 
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  • #18
Ich habe irgendwann festgestellt, dass mein gesamtes "Material" längst gut genug ist, für das, was ich persönlich so brauche.
Fragt besser nicht, was ich zwischendurch alles gekauft, ausprobiert und verkauft habe.

Das war auch in den letzten 20 Jahren schon so, bzw. eigentlich auch schon vor über 40 Jahren, als ich z.B. mal einen Fender Twin, oder einen Princeton spielte. Gib mir heute einen Priceton, meinen Boost und ein oder zwei Zerren und dann kann ich da heute viel Spaß mit haben.

Ich konnte damals mit dem Zeug einfach nicht umgehen und auch nicht wirklich allzu dolle spielen. Das war schon alles recht armselig.

Aber wie ist das bei euch? Kennt ihr dieses Gefühl, dass euer Gemütszustand oder Lebensumstände euch zu einem anhaltend anderen Blickwinkel geführt haben, bezogen auf euer Equipment und wie seid ihr damit umgegangen?
:hat:
Der Gemütszustand?
Das war sicherlich schon immer mal auch ein Faktor. Ich "belohne mich" mit einem netten Spielzeug, ich kaufe mich glücklich, dass war auch immer mal dabei.

Mein Blickwinkel hat sich aber eher dahingehend verändert, dass ich es in den letzten 10 Jahren häufiger mal mit Profis zu tun hatte, bei denen die Musik selbst ganz klar im Vordergrund steht. Außerdem habe ich allgemein ein bisschen darüber nachgedacht, wie ich eigentlich heute grundsätzlich so eben möchte und was mir da wichtig ist.

Equipment, zumindest in dem Umfang der letzten 10 oder 15 Jahre, hat da keine so hohe Priorität mehr, auch wenn ich vielleicht gelegentlich mal eine Gitarre gegen eine Andere tausche.

Gib guten Musikern irgendwas von meinem Kram und die klingen erstmal garantiert gut damit. Auch das konnte ich schon erleben und das kann sehr ernüchternd sein. ;-) Da bekommst du deine Gitarre, mit der du sebst vielleicht schon wieder ein bisschen haderst, mit den Worten zurück: "Was willst du eigentlich, die ist doch astrein."

Sicher, die haben auch so ihre Vorlieben und spielen das, was für sie gut passt. Natürlich auch schon mal recht schicke Sachen, aber die haben oft einfach ganz andere Prioritäten. Die haben eher Spaß, weil sie vielleicht einen schönen Song geschrieben haben.

Ich habe mittlerweile mehr Zeit für mich und ich will in erster Linie Gitarre spielen und Musik machen. Erst gestern habe ich noch durch meine Fotomediathek gescrollt und bereits dabei fünf liebe Menschen aus meinem musikalischen Umfeld gesehen, die bereits nicht mehr unter uns weilen. Unsere Zeit ist halt begrenzt.

Insgesamt habe einiges für mich vereinfacht und reduziert, wobei so ein Modeler heute zum Beispiel ja wiederum auch wirklich alles kann. Da sollte man sich dann auch nicht zu sehr darin verlieren. Kann ich aber auch schon mal ganz gut. ;-)

Die Frage ist halt am Ende für mich: Was will ich sein? Der "Experte" für Gitarren und sonstiges Equipment, oder jemand, der Musik macht.

Ich beschäftige mich heute auch ganz gern mal mit ein bisschen mehr mit Musiktheorie und habe mir vorgenommen aus meinem Zeug einfach so viel herauszuholen, wie ich es denn vermag.

Es macht mir heute auch wirklich Spaß einfach mal mit einem einzigen Sound und nur der Gitarre selbst zu erforschen, was da alles so geht und mich wirklich mehr damit zu beschäftigen, was ich damit musikalisch so anstellen kann.

Zuletzt habe ich mir zwar so eine komplette ToneX Umgebung gekauft und das Zeug wird auch wirklich intensiv und meist auch täglich genutzt. (Software/Interface/Monitore und der Hardware-Modeler plus das Cab). Dafür habe ich aber andere Teile ausgemustert.

Dazu habe ich einen netten Röhrenamp plus diverse Pedal behalten und einen "digitalen" Amp, aber mit Endstufe und einer größeren 2x12.

Wenn ich trotzdem beschissen klinge, dann liegt es garantiert nicht am Equipment. :whistle:
 
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  • #19
Musik hat ja auch was mit "Spielen" zu tun. Dazu braucht es Spieltrieb. Der Charakterzug der Persönlichkeitsstruktur hierzu ist Neugierde.
Hinter der Neugierde verbirgt sich Jugendlichkeit im besten Sinne.
Spielen hält jung.

Ich habe im Februar '25 meine zwei 4-Tracker von Tascam mit unbezahlbar viel Zeit, Lernen und Mühe repariert. Was für ein geiler Sound - wenn es nicht diese kaputten Bänder gebe. Ich habe gespielt, mich "fortgebildet", ohne YT hätte ich es nicht vermocht.
Die Geräte laufen! Ich habe sie dennoch nicht eine Minute fürs Recording genutzt!
Die Optionen in meinem Musikzimmer sind endlos, ein Spielzimmer.

Gut, dass ich weiß, dass "Optionen" nur ein anderes Wort für "Selbstsabotage" sind. Weil ich das Wesentliche beherrsche, habe ich auch Zeit für Spielereien.
Eine Aussage von @milamber möchte ich verschärfen: "Besitz soll dich inspirieren - nicht versklaven".
 
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  • #20
Ich kenne das Grundphänomen, aber aus einer leicht anderen Perspektive - je weniger ich Gitarre spiele, sei es, weil mir die Zeit fehlt, weil mir auch über einen längeren Zeitraum die Inspiration fehlt (u.a. auch, weil die Stimmung vielleicht mal nicht besonders gut ist - "seelische Angeschlagenheit" finde ich einen schönen Begriff), oder weil es mal vorübergehend drängendere Probleme gibt, desto mehr interessiere ich mich für Gear. Auf die Spitze getrieben: Wenn mir der seelische Ausgleich durch die Musik an sich, durch das Spielen fehlt, versuche ich, das Loch mit Gear zu stopfen. Zum Glück ist das immer nur vorübergehend und endet auch äußerst selten in Käufen :D Mit meinen vier ordentlichen Gitarren bin ich mehr als zufrieden und die liefern mir auch alles, was ich brauche, und mein heimisches Pedalboard ist jetzt schon wirklich lange völlig unverändert. Neuanschaffungen in letzter Zeit waren tatsächlich immer nur Werkzeuge, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, und da das auch jedes mal gelungen ist und zur Zeit viel spiele, v.a. mit der Band und mit dem Fokus auf eigene Musik, habe ich aktuell gar kein GAS.
Sicher gibt es Träume ("irgendwann mal ne richtig gute Strat!"), aber das hat mit GAS nichts zu tun. Ich bin zufrieden, ich habe die Werkzeuge, die ich für meine Musik brauche. Ich hoffe (v.a. für meine Frau :D), dass das erst mal so bleibt.
 
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