Restaurierung einer Egmond Archtop Gitarre

von moertel, 26.02.12.

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  1. moertel

    moertel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.12   #1
    Hallo Gitarrenfreunde,

    ich habe da aus der Bucht eine recht schöne, aber total kaputte Gitarre gefischt:
    _DSC0002.jpg _DSC0004.jpg _DSC0005.jpg
    und der Hals:
    _DSC0006.jpg _DSC0007.jpg _DSC0009.jpg
    Der Halsstab war gebrochen und die Mechaniken habe ich bereits abgeschraubt (liegt alles in den Plastetüten auf dem 4. Foto).

    Was ich bisher rausbekommen habe, ist dass sie vermutlich aus den 60ern stammt.

    Mein Plan:
    1. kaputten Halsstab ausbauen und neuen einbauen
    2. alles irgendwie neu lackieren - möglichst so, dass der Schriftzug und die Seriennummer erhalten bleiben
    3. Zusammenbauen und mit einem Shadow AZ48 Tonabnehmer, sowie Ebenholz Tailpiece und Pickguard versehen

    Ersteinmal könnte ich noch ein wenig Tipps und Zuspruch bekommen, wie ich das Ding restauriere. Ich hab nämlich Angst was schönes Altes zu ruinieren. Z.B. denke ich, dass ich gern ein "blaues" Sunburst machen würde, andererseits müsste ich dafür sicherlich den Schriftzug Egmond scannen und als Decal (oder wie heißt das) neu machen. Bitte um Meinungen dazu.

    Grüße

    Holger
     
  2. moertel

    moertel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.03.12   #2
    Mit einem Fön habe ich das Griffbrett abgelöst. Einfach den Leim schön heiß machen und dann mit einem Filetiermesser schön vorsichtig das Griffbrett "abgeschnitten". Das hat ziemlich gut geklappt. Um den Halsstab rauszubekommen muss allerdings noch der Holzkeil (oder wie ist der Fachausdruck für den parabelförmigen Holzspan, der dem Halsstab die Bogenform gibt?) herausgeholt werden. Das ging schwer. Mit einem Fön und viel Geduld hab ich den Anfang ganz gut hinbekommen. Immer wieder am Halsstab ziehen und mit dem Fön heiß machen. Nach ca. 10cm ist der Halsstab dann verbogen und als ich ihn denn durch den Kanal rausziehen wollte ist auch noch die Rückseite durchgebrochen.

    Aber erstmal ein paar Fotos zum Verständniss:
    _DSC0010.jpg _DSC0011.jpg _DSC0012.jpg
    Links ist die Rückseite des Halses zu sehen, nachdem ich den Durchbruch wieder verleimt und geschliffen habe.
    In der Mitte sieht man den leeren Kanal und rechts ist der neue Halsstab mit dem neuen Holzspan und unten noch dem Stück alten Holzspan zu sehen. Gesägt hab ich den Holzspan einfach mit eine kleinen Bügelsäge und so einem verdrillten Sägeblatt.

    Da der Halsstab gebrochen war habe ich mir eine neue Gewindestange M4 (Edelstahl A2) ausm Obi geholt. Die alte Kopfplatte hab ich mit der Ständerbohrmaschine freigebort und schließlich an die neue Gewindestange geschweißt. Sieht doch ganz gut aus oder?
    _DSC0014.jpg _DSC0015.jpg
     
  3. Statler

    Statler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.03.12   #3
    Wow!
    Cooles Projekt, zu dem ich leider Know-How-mäßig gar nichts beitragen kann.
    Mich würde nur interessieren: Was zahlt man denn in der Bucht für so ein "Heavy Relic";)-Schätzchen?
    Ich hab schon öfter mal was Kaputtes unter die Mouse gekriegt, das ich für ein paar Euro genommen hätte, allein ums zur not als Deko an die Wand zu hängen, war aber jedes mal wieder geschockt, wie viel Kohle dafür manchmal den Besitzer wechselt...
     
  4. moertel

    moertel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.03.12   #4
    Ich hatte einfach mal nach Archtop gitarren gesucht und dann diese gefunden, wo ausdrücklich dabeistand, das der Halsstab defekt ist. Und die Fotos ließen erkennen, dass da mehr zu tun ist, als nur neue Saiten draufzuziehen. Deshalb hat die so ca. 50EUR gekostet. Wenn du eine findest, die noch spielbar ist, dann geht die garantiert höher weg.

    Gruß Holger
     
  5. Statler

    Statler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.03.12   #5
    Na, das is ja noch ganz vernünftig!
     
  6. moertel

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    Erstellt: 30.06.15   #6
    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch keinen Schritt weiter bin als 2012. Aber mit 3 Kindern, einem Vollzeitjob und mehreren Hobbys ist irgendwie alles nicht mehr so einfach. Aber es wird schon irgendwann. Ich kämpfe im Moment mit dem Lack meines "Black Hawk" Nachbaus von Farin U. Wenn die dann in ein bis zwei Jahren fertig ist, dann kommt die Egmond dran.
     
  7. Da Prinz

    Da Prinz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.07.15   #7
    Gibt's dazu auch nen Thread? Wenn nein bitte Bilder!!!
     
  8. History

    History HCA-Gitarrengeschichte HCA

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    Erstellt: 02.07.15   #8
    ...jein;)
    für einen Sammler ginge der Preis schon in Ordnung...aber für jemand, der damit gitarre spielen möchte, ist das entschieden zu viel.l
    Mit so was habe ich (1964) mal angefangen, Neupreis DM 85, bei Lindberg gabs sie für DM79.
    Der Klang ist äußerst bescheiden.
    Vor etwa 10Jahren habe ich - aus nostalgischen Gründen:)- ein Exemplar für € 49 + Versand erstanden. Vander im Baum4.jpg WimLidoprospekt.jpg
     
  9. moertel

    moertel Threadersteller Registrierter Benutzer

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  10. History

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    Erstellt: 05.07.15   #10
    Keine Sorge, da gabs einige davon.:)
    ...naja, ein Engländer würde wahrscheinlich tiefer in die Tasche greifen - dort wurde die Gitarre unter dem Namen "Rosetti Lucky 7" vertrieben:D

    Hab da noch Bilder aus einem Lindberg-Prospekt, aus dem Korpus hat man einiges an Varianten rausgeholt LindbergBL.5_2034.JPG LindbergBL.2_2031.JPG LindbergBL.4_2033.JPG LindbergBL.5_2034.JPG
     
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