[Review + Erfahrungsbericht] Presonus Firestudio 26x26

von Navar, 30.06.08.

  1. Navar

    Navar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.08   #1
    Vor einer Woche habe ich mein neues Firestudio bekommen und ein wenig Zeit gehabt es auszutesten, Grund genug also, einfach mal meine Erfahrungen der letzten Woche wiederzugeben. Angeschafft wurde es weniger für den Einsatz in unserem Studio, sondern für das mobile Recording bei kleinen bis mittleren Live - Jobs in Verbindung mit Digitalpulten. Dabei verwenden wir fast ausschließlich Pulte von Yamaha, das 01v96 II und ab und an ein M7.

    Gerade für das 01v96 soll das Firestudio gleich mehrere Aufgaben erfüllen, so ist geplant das Pult selber per ADAT um 8 Preamps zu erweitern (wofür momentan live die ADA8000 zum Einsatz kommen) und gleichzeitig die Pult - eigenen Kanäle an das Presonus zu schicken um alles dann ganz einfach aufnehmen zu können.

    Soviel zum Plan :-) kommen wir zur Praxis...

    Das Firestudio kommt mit allem was man braucht um direkt loslegen zu können, einzig ein BNC - Kabel für die WordClock - Sync fehlt, aber sowas hat man ja irgendwie dann doch noch rumfliegen, wenn man es auch zu hause liegen lässt, wenn man es mal braucht.

    Und dann ging der Ärger auch schon los, denn diverse Hardwarekompatibilitätsprobleme sind nicht im Handbuch dokumentiert und lassen sich nur durch Recherche auf der Presonus - Homepage (Forum gut, FAQ schlecht) herausfinden. An dieser Stelle sei gleich anzumerken, dass der deutsche Support über den offiziellen Vertrieb (https://www.musiker-board.de/vb/soundkarten-interfaces-preamps/www.hyperactive.de) allgemein als gut zu bezeichnen ist.

    Kompatibilitätsproblem Nr. 1 Firewire Chipsatz:
    - nur FW400
    - Chipsätze von Texas Instruments oder VIA gelten als zuverlässig, Chipsätze von NEC hingegen funktionieren so gut wie gar nicht.
    - keine Kombikarten USB/Firewire

    Das schließt schon mal einen Großteil an Firewire - Karten aus, von Onboard Lösungen mal ganz zu schweigen, obwohl auf dem Mainboard meines Rechner ein VIA - Chipsatz verbaut war, lief das Interface nicht stabil und brach am laufenden Band die Verbindung ab. Und da kommen wir auch zu...

    Kompatibilitätsproblem Nr. 2 Mainboard Chipsatz:
    - kein nForce 4 Chipsatz

    Nebenbei sollte man auch vermeiden eine ATI Radeon 9000 zu verwenden...

    Nach einer längeren Reise durch die Elektronikgeschäfte meiner Heimatstadt gelangte ich schließlich in den Besitz einer Firewire - Karte die ausdrücklich vom Hersteller empfohlen und auch selber eingesetzt wird. Wohlgemerkt, es war die Einzige und gebaut wird sie auch nicht mehr. Den verbauten Chipsatz habe ich auch nur dadurch herausgefunden, dass ich noch im Geschäft den Hersteller angerufen und mich 15 Minuten durchgefragt habe.

    Der eingesetzte Testrechner wurde nun von allem überflüssigen Ballast befreit um sicherzustellen, dass nichts mehr der Firewire - Karte und dem Presonus im Wege ist und siehe da... es lief und zwar stabil.

    Performance:
    Testrechner: Athlon X2 64 6000+ mit 2GB RAM und SATA - Plattensystem im RAID.
    Das Testprojekt war mit 40 Spuren noch relativ klein, aber alle Spuren waren komplett mit Kompressoren und Filtern bearbeitet, diverse Hallräume kamen auch zum Einsatz. Bei einer Buffersize von 128 und einer angezeigten Latenz von ~4.5 ms habe ich eine CPU Auslastung von etwa 15-20% gehabt bei gleichzeitiger Aufnahme von 8 Spuren. Also keinerlei Probleme. Verwendet wurde dabei die aktuelle Treiberversion von der Presonus Homepage. Ich habe auch kurz den angeblich stabil laufenden Beta - Treiber ausprobiert, bei dem mir besonders aufgefallen ist, dass die Buffersize wesentlich feiner gestaffelt werden kann, ein Release des Treibers erwarte ich also mit Spannung. Zu beachten ist hierbei, dass neben der Treiberinstallation auch immer gleich ein Firmware - Update des FS gemacht werden muss, da Treiber und Firmware aufeinander abgestimmt sind.

    Handling und Ausstattung:
    Besonders interessant ist bei der Ausstattung des FS der interne DSP Mixer, der mittels der Treiber- und Steuersoftware über den Rechner angesteuert werden kann. Dabei können bis zu 9 unterschiedliche Mixes angefertigt werden, die dabei die 8 analogen Eingänge, die ersten 8 ADAT - Eingänge, den SPDIF Eingang und 18 Rückkanäle aus der DAW berücksichtigen. Jeder Mix kann anschließend auf ein beliebiges, analoges Ausgangspaar geroutet werden, so dass bis zu 4 unterschiedliche Steromixes zur Verfügung stehen. Sämtliche Einstellung können natürlich auch als Presets gespeichert werden.
    Zusätzlich verfügt das FS noch über einen Main- sowie Phones -Out, die frei positionierbar sind. Eine frei konfigurierbare Input- und Playback - Matrix erlaubt zudem viele, weitere Routingmöglichkeiten und stellt fast optimale Abhörmöglichkeiten zur Verfügung.
    Schade eigentlich, dass in dem Mixer nicht wenigstens ein paar kleine Filter integriert sind, der eine oder andere LowCut wäre schon schön für nen Kopfhörermix, aber ob das von der Leistung des FS überhaupt noch möglich ist kann ich an dieser Stelle auch nicht sagen. Softwareseitig ließ sich dieses sicherlich noch integrieren. Es wäre noch das Sahnehäubchen :-)
    Für die Nutzung des Mixers während des Aufnahmebetriebs sollte man jedoch nicht unbedingt über den ältesten Rechner verfügen.

    Liveeinsatz:
    Tja, ich wünschte, ich könnte hier schon Samples vom Liveeinsatz des Interfaces hochladen oder etwas positives darüber berichten, aber es hat vorne und hinten nicht funktioniert. Es ließ sich einfach keine Synchronisation über ADAT zwischen dem 01v96 und dem FS herstellen. Beim Betrieb des Pults als Master mit dem Firestudio als Slave war nicht mehr als "ADAT - Sync Error" herauszukriegen. Der umgekehrte Weg mit Firestudio als Master und Pult als Slave führte zumindest schon zu einer Steuersynchronisation, so dass sich die Samplingraten entsprechend anpassten, ein Audiosignal kam trotzdem nicht an. Der nächste Versuch wird über die WordClock - Sync gehen, uns fehlte nur das passende BNC - Kabel und so schnell war auch keins aufzutreiben.

    Klangqualität:
    Sehr angetan bin ich von der Qualität der Wandler und der Preamps. Im direkten Vergleich standen hier der Behringer ADA8000, die ESI Juli@ und eine RME HDSP 9632 gegenüber, alle Audiodaten wurden in 24 Bit 44.1kHz abgehört, auf einer Syrincs M3, einer Yamaha Abhöre und einer Bose Soundanlage. Hier konnte das Firestudio ganz klar punkten, das Signal ist sehr präzise, die Preamps geben ein schönes Soundbild wieder. Einzig der Phones Ausgang fängt bei höherer Lautstärke deutlich zu rauschen an.

    Fazit:
    Das Presonus Firestudio macht Plug&Play wirklich zu Plug&Pray ... mit "mal eben anschließen und loslegen" ist es hierbei keinesfalls getan, wobei auch gesagt werden muss, dass solche Probleme durchaus auch mit anderen Interfaces auftreten können, aber trotzdem unschön sind. Aber der amerikanische Support reagierte schnell auf eine Anfrage (wenn auch nicht sonderlich hilfreich) und der deutsche Vertrieb war gut erreichbar und sehr hilfsbereit. Die internationale Presonus Community ist recht rege und das Forum durchaus auch als Hilfe zu gebrauchen.

    Von der Ausstattung und der Klangqualität konnte mich das Firestudio vollständig überzeugen und war schließlich auch ausschlaggebend dafür, dass ich das Ding nach 2 Tagen dauerinstallieren, nicht einfach zurück geschickt habe. Als es erstmal lief, lief es stabil, sauber, ohne Verbindungsunterbrechungen und machte genau das was es soll. Wenn jetzt auch noch die Verbindung zum Digipult funktioniert bin ich restlos zufrieden. Für den Preis bekommt man wirklich Leistung geboten, wenn man auch etwas mehr Kompatibilität verlangen könnte, vor allem zieht dies meiner Ansicht schon fast nach sich, die Systemvorrausetzungen im Manual dementsprechend zu erweitern.
     
  2. kb1

    kb1 HCA Recording HCA

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    Erstellt: 30.06.08   #2
    Danke für den Testbericht.

    Bezüglich FW-Karten: Bei http://www.ieee1394-produkte.de/ steht bei allen Karten der Chipsatz dabei.

    Das Profire 2626 hättest du dir auch noch als Testgerät geben lassen können. ;)
     
  3. Stifflers_mom

    Stifflers_mom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.08   #3
    tja, das Problem mit dem ADAT-Sync haben Bekannte von mir auch gehabt... Keine Chance einen Wandler mit dem Firestudio zu syncen, weder als Master noch als Slave.
    Scheint wohl ein Firmware Problem zu sein. Ich hoffe, das wird bald ausgebessert. Wie man nur sowas auf den Markt bringen kann:rolleyes:
     
  4. Navar

    Navar Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.07.08   #4
    Laut amerikanischem Support soll es definitiv mit WordClock - Sync gehen... leider werde ich es wohl erst nächste Woche testen können, weil das Pult bis dahin unterwegs ist. Es scheint, dass der ADAT - Sync (noch) nicht richtig funktioniert, ich bleib da mal weiter dran, gehör ja eher zu der nervigen Fraktion, die den Support so lange nervt bis es geht *g*.
     
  5. JackhammeR08

    JackhammeR08 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.10   #5
    Moin Moin

    Ich musste unglücklicherweise von meiner terratec FW karte auf die presonus firestudio mobile umsteigen.
    Den Universal Treiber hab ich installiert aber der computer erkennt die karte nich was ich daran sehe die led blau/rot aufblinckt.
    Ich glaube dies könte damit zusammenhängen das mein laptop nur den alten firewire slot hat....könnte ich das mit einer fw expresscard beheben?
    Und gibt es sonst noch irgendwelche sachen die ich beachten muss? Weil leider ist mein Fachenglisch nicht gut genug!

    würde mich sehr über eure hilfe freuen
     
  6. rumbaclave

    rumbaclave Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.10   #6
    Was meinst du mit "altem Firewire"? Firewire 400?

    Was soll dann das neue Firewire sein? Firewire 800?

    Daran sollte (theoretisch) nicht liegen.

    mfg
     
  7. JackhammeR08

    JackhammeR08 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.10   #7
    Ich meine den kleineren 4 poligen eingang
     
  8. Pfeife

    Pfeife Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.10   #8
    Das ist genauso FW400 wie der große 6-polige, nur daß über die kleine 4-polige Verbindung keine Versorgungsspannung übertragen wird.(da laptops i.A. mit dem Strom etwas geizig sind....)
     
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