[Review] Ibanez PF1512 NT

von mjmueller, 27.05.18.

  1. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.18   #1
    Hallo Zusammen!

    völlig unerwartet kam in mir das Verlangen auf, eine 12-Saiter-Dreadnought für Aufnahmen dringend zu benötigen, aber 1000 EUR wollte ich dafür nicht ausgeben. Zumal ich weiß, dass die Gitarre nicht sooo unglaublich oft zum Einsatz kommen wird und ich auch durchaus positive Erfahrungen mit sehr günstigen Gitarren gemacht habe (aber auch nicht so gute).

    Was ich auf keinen Fall wollte waren Tonabnehmer und Cutaway. Brauche ich nicht und sorgt mMn in der unteren Preisklasse nur für "Sparen am falschen Ende".
    Meine Wahl fiel auf eine Ibanez PF1512 NT
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    Ziemlich neugierig, was mich für den Preis von 179 Euro erwartet, kam die Gitarre bei mir an. Ausgepackt und erst mal echt beeindruckt :eek:
    Kein Schnickschnack und Firlefanz, sondern eine schlichte, gut proportionierte Gitarre mit passendem Binding.
    Im Karton dabei eine Ersatzbrücke (aus vermutlich Nandu*) und ein Schlüssel für den Spannstab sowie eine Anleitung.

    Ich sehe keine Verarbeitungsfehler, Bünde stehen nicht über und auf Anhieb liegt die Gitarre sehr gut in meinen Händen.
    Das hat sicher damit zu tun, dass die Maße mir sehr entgegen kommen.
    Der schlanke Mahagoni-Hals mit 650mm Mensur und Palisandergriffbrett* ist im 1. Bund 45mm breit und im 14. Bund 57mm - also keine Umgewöhnung von der 6-Saiter.
    Auch der wenig ausladende Body mit Fichtendecke (natürlich nicht massiv) und Mahagonizargen und -rücken macht das Spielen leicht.

    Die 12 Saiten werden mit Die-Cast-Mechaniken in Chrome in Stimmung gebracht. Und nachdem ich nun die Saiten auch etwas eingespielt habe, bleibt die Stimmung auch recht gut erhalten (nicht ganz perfekt).
    Die Mechaniken lassen sich gut drehen, keine Fehler oder so und bringen die Saiten präzise in Stimmung.

    Die Saitenlage ist ab Werk völlig in Ordnung für meine Ansprüche. Das macht schon mal alles einen guten ersten Eindruck.
    Ein nettes Detail: Auch an der Halsseite des Korpus' findet sich ein Gurtpin - da wurde mitgedacht.
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    Erwartungsgemäß ist die Gitarre aber auch leicht kopflastig.

    Der entscheidende Punkt ist ja aber der Klang!
    Wie klingt sie also? So, wie erhofft :)
    Eher mittig, wenig Basspfund, leicht bedeckte crispe Höhen und dieser spezielle 12-Saiter-Sound ist auch da.
    Mit der Gitarre will ich ja nicht mit Soli brillieren, sondern die 6-Saiter ergänzen beim Strumming. Und das kann ich mir sehr gut vorstellen mit der PF1512.
    Aber hört selbst:
    Bis 0:15 nur die PF1512, dann immer eine Yamaha FG700 auf der linken Seite und die PF1512 auf der rechten Seite.
    https://soundcloud.com/mjmueler/a-nice-pair
    Zunächst nur die Gitarren, dann beide im "Bandkontext". Die Gitarren habe ich mit einem AKG C414 XLS in Kugelcharakteristik aufgenommen. Mit exakt demselben Abstand und der Position. Beide Spuren habe ich dann auf -6dB normalisiert und ein wenig Raum draufgelegt. Das wars, keine weitere Bearbeitung oder Eingriffe.

    Fazit (ganz subjektiv natürlich):
    Eine schöne, erstaunlich gut verarbeitete und gut bespielbare 12-Saiter-Western ohne Schnickschnack zum Schnäppchenpreis aus China. Im Klang sind Abstriche zu machen - ja, irgendwo muss sich der Preis bemerkbar machen, aber keine Abstiche die weh tun. Zumindest mir nicht. Für meinen Einsatzzweck vollkommen okay.
    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Kommentare, Ergänzungen, Schmähungen sind natürlich wie immer gerne gesehen :hat:

    *Auf der Ibanezseite steht unter Fretboard: Nandu Wood - nie gehört und ich konnte auch nur sehr spärlich Infos dazu finden. Palisander scheint mir hier richtig. Die Brücke könnte dieses Nandu sein und auch der Satttel
     
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  2. rw

    rw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.18   #2
    Nanu, kann's Ibanez wieder? In letzter Zeit häufen sich ja die positiven Berichte, wäre schön. Aber weshalb auch nicht, nachdem ich heute bei einer TV-live-Produktion eine Harley-Benton im Einsatz gesehen habe.
     
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