[Review] Samson Graphite 49 - Midi Keyboard und Controller

von exoslime, 22.10.18.

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  1. exoslime

    exoslime Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 22.10.18   #1
    Liebe Musiker-Board Leser,

    Nun geht meine Midi-Keyboard Test heute in die vierte Runde und stelle ich euch daher das Samson Graphite 49 in Form dieses Kurzreviews vorstellen

    01.jpg

    Vorgeschichte:

    hier zur Übersicht die ersten Drei Teile meines Midi-Keyboard Testreihe, auf der Suche nach "dem" Midikeyboard für mich

    Acorn Masterkey 49
    Alesis Q49
    Icon Ikeyboard 5X

    Zur Wiederholung, meine Anforderungen für das Midikeyboard lauten:

    • Anzahl der Tasten: 49 Tasten Minimum - 61 Tasten Maximum
    • Gesamtbreite zwischen 80cm und 100cm maximum möglich
    • die Tiefe sollte im Optimalfall etwa 20cm betragen, wäre aber auch im „Notfall“ bis 32cm möglich
    • Sehr wichtig ist mir ein traditionelles Mod und Pitchwheel, ich möchte keine Joysticks oder irgendwelche Touchcontroller oder Slider, und wenn dann nur zusätzlich.
    • Optional wäre es toll wenn das Keyboard auch noch 4-8 zusätzliche Drehregler hat welche man in der DAW dann zu Funktionen anlernen kann (automatisches Mappen ist nicht notwendig)
    • USB Powered wäre ebenfalls toll da weniger Kabel am Schreibtisch zu verlegen sind
    • Midi In/Out nicht zwingend notwendig
    • Pads muß es nicht unbedingt haben.
    Das Samson Graphite 49 erfüllt all diese Anforderungen, ist aber aufgrund der längeren Tiefe ein kleiner Kompromiss, hat aber dafür zusätzliche Steuermöglichkeiten an Board das es für mich auch sehr attraktiv macht.

    Es ist ca 80x24cm gross, hat 49 Tasten, traditionelle Mod und Pitchwheel, eine einfache Transportsektion für die DAW-Steuerung, 9 Slider, 8 Drehregler, 16 Taster und 4 Pads und ein Display und es hat eine Aftertouch Funktionalität auf Klaviatur und den 4 Pads, das die 3 anderen bisher getesteten nicht haben.

    02.jpg

    An der Unterseite des Keyboards sind auch hier 4 Gummifüsschen angebracht die das Keyboard vor dem Verrutschen auf dem Tisch schützen.

    Es ist USB Powered, es kann aber auch per 9V Anschluss betrieben werden und besitzt einen Midi Out Anschluss und einen Anschluss für ein Sustain Pedal.

    11_Connectors.jpg

    Lieferumfang:
    • Keyboard
    • Anleitung
    • USB Kabel
    • Sofware Paket Native Instrumens Komplete Elements

    Plug & Play:

    Da das Keyboard USB-Compliant ist, benötigt es keinen Treiber bei der Installation, einfach an mit dem USB Kabel an einen USB Port angeschlossen hat Windows (Win7, 64Bit) das Keyboard sofort erkannt und einen Midi Eingang bereitgestellt, in der DAW konnte ich diesen Midieingang dann sofort auswählen und meinem virtuellen Instrument zuweisen. (achtung, mit dem Anschluss kommen 2 Midigeräte ins System, mehr dazu später)


    Spielgefühl:

    Für mich bisher das Highlight, die Tasten gehen schön weich und feinfühlig, haben aber eine gewisse "Gewichtung" und lassen sich sehr locker spielen, ich würde sagen qualiativ etw gleich auf wie das Icon Ikeyboard 5X, nur etwas leichter.

    In der Default Einstellung ist die Anschlagstärke hier eher auf der leichteren Seite angesiedelt, man muß schon recht in die Tasten langen um in Bereiche von 120 oder höher zu kommen, hier im direktvergleich kommt daher das Icon iKeyboard 5X etwas direkter rüber da die Anschlagstärken höher sind.

    Das toller aber am Samson Graphite 49 ist, das man unterschiedliche Kurven für die Anschlagstärken einstellen kann, von Soft bis Hart, Komprimiert oder Expanded, und noch einige weitere.

    Links neben der Klaviatur sind 2 schön grosse Pitch und Mod-Räder angebracht die die einen sehr guten Grip aufweisen und sich beide satt und gleichmässig drehen lassen, das gefällt mir sehr gut

    darüber 4 Taster mit denen man Transponieren und Oktaven verstellen kann

    das Gehäuse ist aus Kunststoff, macht einen sehr stabilen Eindruck und die Schwarze Oberseite hat einen schönen "gebürsteten" Look, das sehr schön aussieht.

    Leider hat das Keyboard auch seine Schattenseiten, die 7 rechten Tasten der Klaviatur gehen schwerer als die anderen und senden auch viel gerinigere Anschlagstärken durch, auch akustisch merkt man das hier an den Tasten was nicht stimmt, es scharrt etwas wenn man diese Tasten spielt, und beim 2ten Pad gibt es auch ein Problem und zwar das das Pad nach betätigen hängenbleibt und weiter Signale schickt, erst wenn man mit dem Fingernagel das Pader wieder herauszieht hört es auf.
    Wären diese beiden Probleme nicht gewesen, hätte es eine perfekten Eindruck hinterlassen.

    03.jpg


    Konfigurationspezialist:

    An diesem Keyboard kann man wirklich sehr viel einstellen
    zb:
    - das Keyboard in 4 Zonen aufteilen für Splitting oder Layering
    - die 9 Fader, 8 Endlos- Drehregler und 16 Funktionstaster können frei zugewiesen werden um damit beliebe Parameter in Software Synths und Sampler anzuestern
    - Anschlagstärke-kurven für Klaviatur und Pads
    - Oktave/Transponierung
    - Mind. und Max. Anschlagstärke
    - Midikanäle und Ports
    - Aftertouch ein und Ausschalten


    Regelmöglichkleiten:


    Das Samson Graphite 49 hat eine Vielzahl an frei konfiguriebaren Reglern an Board
    9 - Fader
    8 - gerasterte Endlosdrehregler
    16 - Funktionstasten

    05_Slider.jpg

    06_Knobs.jpg


    Alle diese können frei konfiguriert werden, zb welcher CC Wert und auf welchem Kanal
    Die Werkeinstellung ist hier so eingstellt das die Fader 1-8 auf Laustärke CC laufen, aber auf unterschiedlichen Kanälen
    Fader 1 - Kanal 1
    Fader 2 - Kanal 2
    Fader 3 - Kanal 3
    usw

    die Endlosdrehregler sind auf Stereo Pan eingstellt, und ebenso auf die Kanäle aufgegteil

    dh. wenn man sein Midi-Synth/Sampler Setup so aufgebaut hat, das man unterschiedliche Vstis auf unterschiedlichen midikanälen ansteuert, kann man die Fader und Endlosdrehregler so verwenden das man damit die jeweilige Lautstärke und Stereo Panning verändert.
    Ich hab das mal mit Native Instrumentes Kontakt ausprobiert und 8 unterschiedliche Module geladen, jeweils auf unterschiedlichen Kanäle, und das hat dann mit der Steuerung hervorragend funktioniert.

    Was man aber auch machen kann, das man jedem Regler und Fader, und auch den 16 Funktionstasten einen eigenen CC zuweisst
    zb
    Fader 1 - CC33 - Kanal 1
    Fader 2 - CC34 - Kanal 1
    Fader 3 - CC35 - Kanal 1
    Fader 4 - CC36 - Kanal 1

    Fader 5 - CC33 - Kanal 2
    Fader 6 - CC34 - Kanal 2
    Fader 7 - CC35 - Kanal 2
    Fader 7 - CC36 - Kanal 2

    damit könnte man dann mit den 8 Fadern in 2 Gruppen zb verschiedene Parameter in 2 Sample Bibliotheken oder Synths steuern. mit der Zone Splitting Funktion könnten man auf der linken Seite der Klaviatur den Synth auf Midi Kanal 1 ansteuern, und auf der rechten Seite der Klaviatur den Synth auf Midi Kanal 2, und die Pads können natürlich auch auf einem eigenen Midikanal die Signale senden.

    oder man legt alle Fader auf den Selben Kanal und
    Fader 1 - CC33 - Kanal 1
    Fader 2 - CC34 - Kanal 1
    Fader 3 - CC35 - Kanal 1
    Fader 4 - CC36 - Kanal 1
    Fader 5 - CC37 - Kanal 1
    Fader 6 - CC38 - Kanal 1
    Fader 7 - CC39 - Kanal 1
    Fader 7 - CC40 - Kanal 1

    also hier kann man total flexibel einstellen und arbeiten.
    und das selbe geht natürlich auch für die Drehregler und die Funktionstaster

    Auch sind die Funktionstaster super praktisch um hier Effekte ein oder auszuschalten, zb den Appregiator im Synth oder den Reverb Effekt und und und.

    Was mir leider gefehlt hat, war eine Einstellung der gerasterten Endlosdrehregler, diese hier arbeiten sehr feinwertig, was bedeutet, wenn man einen Parameter in der DAW von Wert 0 auf 127 bewegen will, ungefähr 7-8 den Drehregler mit der Hand drehen muß (wenn man rechnet das man grob 1/3 bis 1/4 Umdrehung mit der Hand schafft), bis man den kompletten Werte-Bereich durchhat, dh, schnell mal ein paar Werte modulieren die grosse Veränderungen benötigen geht nicht leider damit nicht, aber dafür kann man ja die Fader
    Das alles macht es zu einem sehr vielseitigen Werkzeug das unterschiedlichen Anwendungungen einsetzbar macht.

    Auch ist es zb möglich die Fader auf "Drawbar" Modus zu konfigurieren um damit eine Orgelsteuerung zu ermöglichen.

    08_Slider.jpg

    das äusserst praktisch Display:
    07_Display.jpg

    10.jpg

    09_Pads.jpg
    04_Wheels.jpg


    Fazit:

    Pro:

    - sehr angenehme Klaviatur mit für mich tollem Spielgefühl
    - macht optisch und haptisch einen wertigen und stabilen Eindruck
    - sehr viele Einstellungsmöglichkeiten, trotzem nicht sehr kompliziert und vieles selbsterklärend

    Contra:
    - Mängel bei Tasten rechts und hängendes Pad 2
    - Regelbereich der Endlosdrehregler nicht einstellbar


    Ich hoffe ihr fandet das Review zum Samson Graphite 49 interessant und hilfreich, über Kommentare, Kritik und Anregungen freue ich mich sehr.

    die Testreihe ist noch nicht zu Ende, ein Kandidat ist noch ausständig, und zwar das Nektar Impact LX49+


    lg
    exoslime
     
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  2. Hotspot

    Hotspot Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.10.18   #2
    Ich bewundere deine Ausdauer und Geduld, schöne und schön illustrierte Reviews sind es ja sowieso :great:
    Wie ich das sehe, ist das richtige Teil noch nicht dabei, oder hast du schon einen Favoriten?
    Schätze mal, der
    wird es wohl werden.
    Ich behalte das auf jeden Fall im Auge, da ich auch noch ein Teil für zuhause suche. Momentan habe ich das mobileKeys von Line6, das ist soweit ganz in Ordnung, hat nur etwas wenig Controller-Optionen. Brauch aber ohnehin noch eins, da ich das mobileKeys für die Band nehmen wollte.
     
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  3. exoslime

    exoslime Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 29.10.18   #3
    Hi Hotspot,

    Danke für deine netten Worte, sagen wir mal so, ich hatte einfach eine gute Inspiration und Schreiblaune, die aber auch sehr launisch ist und nicht immer abrufbar ist, insofern passte das hier ganz gut das ich meine Erfahrungen hier im Musikerboard teile, immer ist das eh nicht möglich.

    Mein Favorit wäre das Native Instruments A-49 gewesen, WENN sich nicht herausgestellt hätte, das es nicht Win7 kompatibel ist (genausowenig wie die neue Maschine Mikro MK3) , was es aktuell für mich auf meiner guten alten (mittlerweile 6 Jahre alten) PC Workstation nicht verwenden lässt. Klar werde ich den Rechner mal updaten, bzw eine komplett neue DAW anschaffen wenn es soweit ist, aber solange ich noch Projekte mit weit über 100 Spuren ohne Probleme mixen und bearbeiten kann und der Rechner noch läuft. stellt sich noch nicht die Frage nach einem Systemwechsel inkl OS Upgrade.

    aber soweit möchte ich vorgreifen, das Nektar Impact LX49+ habe ich behalten, auch wenn es einige Dinge hat, die mir nicht gefallen haben, hat es für mich im Gesamtpaket letztendlich am besten gepasst
     
  4. HD600

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    Erstellt: 09.11.18 um 20:03 Uhr   #4
    ups... iss schon November?... Zeit für ein neues Masterkeyboard-Review...:D
     
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  5. exoslime

    exoslime Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 09.11.18 um 20:13 Uhr   #5
    haha, ;) ja mal schauen ob es sich im November noch ausgeht :-) hab das Keyboard, dessen Review noch ausständig ist schon fleissig im Einsatz, aber in der Zwischenzeit einige andere Reviews vorbereitet und bin auch gut beschäftigt ein paar animierte Videos zu machen, wofür ich übrigens auch das Keyboard schon eingesetzt habe zur Vertonung. ein schönes Wochenende
    lg
    exoslime
     
  6. HD600

    HD600 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.18 um 20:15 Uhr   #6
    Keen Stress... :great: :D
     
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