Ringfinger versetzen gelingt nur schwer

  • Ersteller Saitenpicker
  • Erstellt am
S
Saitenpicker
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
16.12.19
Registriert
29.07.17
Beiträge
148
Kekse
0
---------------------------------------------------------------------
-----------------------------------7(3)--------------------------7(3)
----5(1)--6(2)---8(4)----------------------------------------------
----------------------------------------------------------------------
-----------------------------7(3)-------------------7(3)-----------
---------------------------------------------------------------------


Hallo ich versuche mich gerade an folgender Übung die Finger 1,2 und 4 bleiben auf der g Saite liegen.
Nur der Finger 3 (Ringfinger) wird versetzt. Es fällt mir unglaublich schwer ihn überhaupt einzeln zu bewegen ohne die anderen Finger zu versetzen, ist das normal oder irgendein physiologisches Problem?
 
Eigenschaft
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese Frage ist auf diese Entfernung schwer zu beantworten. Wie lange Spielst du denn schon? Hattest du Unfälle oder Krankheiten in der Vergangenheit an den Händen oder Finger?
Wie alt bist du überhaupt?

Das Zauberwort hier heisst: "Üben, üben, üben"
Mit der Zeit gewöhnen sich deine Finger daran und die Bewegungen fallen immer Leichter. Du wirst das bald selber merken. Es geht tatsächlich schneller als mann denkt.
Sonnst gibt es noch dieses Hilfsmittel:



Damit lässt sich die Fingerfertigkeit Trainieren und die Muskeln aufbauen.
Ideales Tool zum üben.
Im Zug, Tram, Business Meeting, Feierabend Bier, Glotzegucken, Freundin Knallen, usw...
Vielleicht hilft dir das etwas um schneller zum erfolg zu kommen.
Aber denk daran: Ohne Fleiß kein Preis.

Hoffe das hilft dir etwas.

Gruss Cedy
 
Zuletzt bearbeitet:
Anatomisch hängen der Ringfinger und der kleine Finger sozusagen mehr oder weniger zusammen. Das hat mit den Sehnen zu tun, die von den kleinen Fingerbeugern, die in der Innenseite der Hand liegen, zu den Fingerknochen laufen. Speziell bei diesen beiden Fingern können die betreffenden Sehnen sehr stark verbunden/verwachsen sein, aber auch nur gering oder sogar gar nicht. Das ist individuell sehr verschieden und so finden sich in der Abhängigkeit/Unabhängigkeit der Bewegung dieser beiden Finger Varietäten, die von völlig unabhängig bis stark verbunden und dann nur gemeinsam zu bewegen reicht.

Wenn bei dir die Verbindung sehr stark ist, dann wirst du den Ringfinger nicht bzw. nur sehr mühsam eigenständig bewegen können, wenn du den kleinen Finger fest aufsetzt.
Mit einfach mehr Üben lässt sich in dem Fall das Problem leider nicht beheben, man kann nicht gegen seine Anatomie üben!

Was man machen kann, ist, mit möglichst geringem Druck beim kleinen Finger zu spielen um den Ringfinger nicht noch mehr zu fesseln. Es geht darum, die größtmögliche Freiheit in der Spieltechnik zu erlangen was nur mit der geringstmöglichen Kraft erreichbar ist.
Krafttraining, speziell der Fingermuskeln ist da nur kontraproduktiv, weil man eher noch fester wird.

Ansonsten helfen Fingersätze, bei denen möglichst selten der kleine Finger fest gesetzt wird.
Profis wird in seltenen Fällen schon mal zu einer Operation geraten, bei der die enge Verbindung der Sehnen partiell aufgetrennt wird. Obwohl es sich faktisch dabei nur um einen kleinen Eingriff handelt, will ich hier aber auf keinen Fall dazu raten.
 
Möglicherweise interpretiere ich deine Tabulatur nicht richtig. Die erste Zahl ist der Bund, die Zahl in Klammern der Finger? Demach versuchst du, Mittelfinger im siebenten und kleinen Finger im achten Bund liegen zu lassen und mit dem Ringfinger im fünften Bund zu greifen, wo sich bereits der Zeigefinger befindet? Wie soll das gehen, und wo liegt der Sinn?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Die Tabulatur ist vermutlich falsch vom Fingersatz. Bzw... das ist unmöglich. Ich würds mit einem Barrée im 5. Bund spielen, also Barrée mit dem Zeigefinger, Finger 3 (Ring) auf 7.tem und Finger 4 (kleiner Finger) auf 8.tem Bund. Eigentlich eine ziemlich entspannte Haltung.

Kann aber auch sein, dass das eine Übung in Fingerbeweglichkeit werden soll.
 
Sorry, der Tabulator war falsch, ich habe ihn korrigiert. Es ist eine Übung zur Fingerbeweglichkeit (in Klammern der Fingersatz). Es geht darum den Ringfinger unabhängig von den anderen zu bewegen.
 
Dann ist es klar. Tja, das kann ein wenig dauern. Die Unabhängigkeit der Finger stellt sich nicht von alleine ein, dein motorisches Gedächntis folgt dem Muskelgedächtnis und das heißt: Übung.

Falls es Dir jetzt noch sehr schwerfällt, würde ich mit dem Ringfinger erst einmal nur die benachbarten Saiten nach unten angehen. Für die Unabhängigkeit reicht das. Bei Schmerzen oder Unwohlsein sofort aufhören sonst holst Du dir eine Sehnenentzündung. Wenn das geht, dann weiter nach oben zur hohen E-Saite.
 
Also, ich spiele ja schon eine Weile, habe mich in der Zeit allerdings kaum mit Spieltechnik beschäftigt. Deshalb wundert mich ja das es so überhaupt nicht geht. Meint ihr denn wenn ich diese Übung jetzt mal für ein paar Monate täglich mache lässt sich eine signifikante Verbesserung erreichen? Oder ist es wirklich ein ausschließlich anatomisches Problem?
 
Ok, jetzt sieht das schon anders aus. :)

Ich hab das gerade mal probiert. Bislang habe ich so eine Übung noch nicht gemacht, aber es fällt mir leicht, sie auszuführen. Ich wüsste aber nicht, warum ich es tun sollte. Soll heißen: Offenbar kann man auch auf anderem Weg diese Beweglichkeit der Finger erlangen, z.B. indem man etwas auf der Gitarre spielt, was auch musikalisch verwertbar ist. Möglich, dass einem solche Übungen helfen, doch essentiell sind sie wohl nicht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
So, wie ich das verstehe, braucht ja ersma nur der Ringfinger zu wandern, während der kleine Finger fest auf der g.Saite ruht. Damit würde ich anfangen, und erst dann, wenn das zügig geht, die beiden anderen Finger ins Spiel bringen - immer nach dem Motto, dass möglichst wenig Hindernisse auf einmal angegangen werden sollten.
 
Es ist ein anatomisches Problem, bzw. eines mangelnder Gewöhnung. In den Spagat kommt ja auch nicht jeder sofort.
Hier würde ich nicht mehr als 5-10 Minuten Übung am Tag ansetzen in zwei Einheiten verteilt (Verletzungsgefahr). Es ist schon eine extreme Übung für offensichtlich Ungewöhnte, gerade wenns Richtung hohe e-Saite geht.
Zwischendurch auch mal einen Tag oder zwei Pause machen. Du wirst feststellen dass es zunehmend leichter geht. Dauer rund 4 Wochen bis es gut läuft, schätze ich.
Hauptsächlich, wie schon Dietlaib anmerkte, musikalisch "Verwertbares" spielen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
man kann nicht gegen seine Anatomie üben

Diese Aussage find ich nicht ganz Korrekt. Eine kleine Geschichte als Beispiel:

Ich hatte mit 16 einen Motorrad Unfall. Damals spielte ich schon 4 Jahre Gitarre.
Ich brach mir den Mittelhandknochen und beschädigte die Bänder und Sehnen am Kleinen Fingergrundgelenk.
Am Finger zu Operieren ist immer schwierig da es sich um ein Anatomisch, sehr komplexes Gebilde handelt.
Die Operation zur Rettung meiner Finger ist leider nicht ganz geglückt. Die Bänder verhärteten sich und der
Finger steht nun etwa 3 mm vom Handballen ab, mit deutlich sichtbarer Delle am Verbindungsstück. Ich kann ihn sogar etwas aus der Hand herausziehen. Toller Partygag. :ugly::ugly:
Der Arzt meinte dass die Fingerfertigkeit nie mehr zurückkommen würde, und ich auch nicht mehr in der Lage währe so Gitarre spielen zu können wie vorher.
Diese Aussage habe ich aber schnell beiseite gelegt und geübt was das Zeug hält. Heute (15 Jahre später) spiele ich ganz normal Gitarre als wäre nie etwas mit meinem Finger gewesen.

Etwas ähnliches hat sich 6 Jahre später am Rechten Zeigefinger wiederholt.
Kurz: Arbeitsunfall, Sehne durchtrennt, wieder genäht, 6 Monate Bewegungsübungen gemacht, 2 Jahre Schwierigkeiten gehabt, Heute wieder alles Normal.

Fazit.
@Saitenpicker lass dich nicht entmutigen. Mach deine Übungen wie es schon ein paar andere beschrieben haben. (Langsam, konstant und ohne schmerzen)
Sei geduldig und du wirst schnell merken dass es immer leichter fallen wird.
Viel Spass beim üben :great::great::great:

Gruss Cedy
 
Diese Aussage find ich nicht ganz Korrekt. Eine kleine Geschichte als Beispiel:
Bei der Aussage, dass man nicht gegen seine Anatomie üben kann, bleibe ich dennoch. Du hast nicht gegen deine Anatomie geübt, die sich durch die Unfälle etwas geändert hat, sondern gegen die - falsche - Prognose des Arztes.
Glückwunsch von mir und ich freue mich, dass Du deine Spielfähigkeit wieder erlangt hast!
Im Prinzip hast Du genau das gemacht, was jede gute Physiotherapie macht, wenn sie z.B. nach einer Eingipsung die danach zunächst oft erheblich eingeschränkte Beweglichkeit des Patienten wieder herstellen möchte. Mit den Übungen wird die Beweglichkeit durch Dehnen u.a.m. wieder soweit wie möglich zurück gebracht. Aber auch dort kann man nicht über die von der Anatomie vorgegebenen Grenzen hinaus gehen und man macht das auch nicht, denn dann würde man riskieren, das Gewebe zu verletzen. Möglicherweise ist die Beweglichkeit deines kleinen Fingers in seinem Grundgelenk sogar jetzt größer als vor dem Unfall (er wäre dann "hypermobil"). Die Tatsache, dass Du ihn etwas heraus ziehen kannst, spricht dafür. Wobei man bei solchen Instabilitäten dennoch aufpassen muss, das Gewebe auf Dauer nicht zu überlasten, da jetzt nur die Sehnen für die Stabilität sorgen müssen, die vorher die Gelenkkapsel selber hergestellt hat. So wie es aussieht, hast Du das aber im Griff.

Generell kann man mit gutem Üben - ohne Über-Kraft und Verspannungen! - seine Beweglichkeit steigern, d.h. die Möglichkeiten die die eigene Anatomie und Physiologie vorgibt, bis an die physiologisch noch gesunden Grenzen ausloten und insofern ausweiten, als unsere Alltagsbewegungen im Vergleich zum Spielen eines Instrumentes diese Grenzen normalerweise nicht ausnutzen und wir stattdessen durch unsere alltägliche Motorik insbesondere der Hände und Finger eher etwas steif werden. Dagegen müssen wir ja mit Üben, speziell technischen Übungen stets gegen angehen.

Man findet nun aber praktisch für jedes Instrument Technik-Übungen, die von Musikern entwickelt wurden, die über eine besonders ausgeprägte und freie Handmotorik verfügen. Diese können diese komplizierten Bewegungsabläufe dann selber mit großer Leichtigkeit spielen. Für andere, deren Handmotorik im Vergleich in anatomischer Hinsicht eingeschränkt ist, sind diese Übungen nicht nur eine Qual, sondern schlimmstenfalls äußerst kontraproduktiv, indem, zumal bei übertriebenem Üben, sogar Schäden und entzündliche Prozesse an den Geweben entstehen können.

Wer also merkt, dass er an seine anatomischen Grenzen stößt, sollte aufpassen und spätestens, wenn Schmerzen auftreten, mit diesen Übungen aufhören.
Wie andere schon angemerkt haben, sind solche Übungen oft schlicht obsolet:

... z.B. indem man etwas auf der Gitarre spielt, was auch musikalisch verwertbar ist. Möglich, dass einem solche Übungen helfen, doch essentiell sind sie wohl nicht.
Sehe ich auch so. Man soll seine Stücke, seine Musik üben und man kann mit etwas Kreativität und Phantasie aus den schweren Stellen der Stücke sich selber passende Übungen basteln.
Möglicherweise wird man auch feststellen, dass man für seine Musik diese überdurchschnittliche Mobilität in den Fingern gar nicht braucht. Dann kann man sich die Zeit sparen, diese Übungen zu machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
So, hab mir jetzt mal die Übung angeschaut und nachgespielt. Ist an sich überhaupt kein Problem, den Ringfinger hier individuell zu bewegen. Ist also Übungssache. Aber ich sehe keinen Sinn darin, Zeige und Mittelfinger liegen zu lassen, da ja nur der 8. Bund, also der kleine Finger auf der G-Saite tönt. Kann mich auch in meinen vier Jahren Unterricht in klassischer Gitarre an keine ähnliche Übung erinnern - wenn ein Finger nicht gebraucht wird, dann braucht er auch nicht auf der Saite liegen (Ausnahmen bestätigen die Regel - paar Stücke waren da schon, wo ein Finger liegengeblieben ist, aber da war es dem Stück geschuldet, weil dieser Ton immer wieder kam).
 
@Saitenpicker: sehe das wie @stoffl.s + @Dietlaib

Deine Übung erhebt, die grundsätzlich wichtige Fingerunabhängigkeit in der Greifhand zum Selbstzweck:
Das ist eine Figur, die man so als Fingersatz nicht spielen würde, weil sie EINFACHER zu spielen ist. Und das ist für mich immer der Maßstab was man bei den Fingersätzen, die man verwendet, auch anstreben sollte. Auf Einfachheit bedacht, sollte Deine Figur, anstelle 7(3)/A-Saite + 7(3)H-Saite im Wechsel, 7(2)/A-Saite + 7/(3)-H-Saite gespielt werden.

Eine ganz andere Frage ist auch, zu welcher Akkordprogression eine derartige Figur überhaupt muskalisch passen sollte ...
Da tue ich mich, zumindestens was normale U-Musik angeht, schwer, mir was passendes vorzustellen ...

Es geistern einige derartiger Fingerübungen rum, die aus meiner Sicht alle ein grundsätzliches Problem aufweisen: es fehlt der Bezug zu einer musikalischen Akkordfolge und damit die Sicherheit, dass diese Figuar auch praxisrelevant ist.

Ein Beispiel ist da für mich die "Spinnenübung": Habe in vielen Jahren nur ganz wenige Songs gespielt, wo 4 chromatische Töne in einer Abfolge gefragt waren.
Musikalischer kann man die Unabhängigkeit der 4 Finger der Greifhand im Rahmen einer DUR-Tonleiter mittels 3-notes-per-string viel praxisnaher üben.

Aber jetzt mache ich natürlich ein großes Fass auf und vermutlich steinigen mich jetzt gleiche alle Spinnenüber der Nation :D

Grüße aus Franken - wolbai
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben