Beim harten Einschalten (Rechteckpuls: von 0 V auf 220 V in seeehr kurzer Zeit) bilden sich:
- Stromspitzen = noch MEHR ballernde Elektronen
- Spannungsspitzen = noch energetischere Elektronen
- in Summe noch mehr freigesetzte Metallisierung
- alles nicht gut für Lebensdauer und gleichbleibende Kennlinien (was man dann irgendwann auch hört)
Diese Effekte treten bei indirekt geheizten Verstärkerrohren nicht auf, da sich deren Emission langsam von null auf die vorgesehene erhöht. Üblicherweise innerhalb von 30 s.
Die Ablagerungen haben nichts mit Elektronen zu tun, sondern mit Ionen sowie generell Kathodenmaterial, das mit der Zeit von dort abdampft (aber das weißt du sicher schon, bei deinem zweifelsohne sehr selbstsicheren Beitrag hier).
Über den Begriff "Rechteckpuls" bei einer sinusförmigen Netzspannung mit 230 V Effektivwert und einer Scheitelspannung von ca. 320 V braucht man sich gar nicht weiter auszulassen, denn das zu beschreiben versuchte Phänomen (?) ist ebenfalls irrelevant.
Praktisch gibt es hier ein paar Dinge:
- Aus Verstärkersicht kann es zu knacken kommen, wenn man einfach ausschaltet. Falls vorhanden, Standby-Schalter beim Einschalten und Ausschalten benutzen.
-Verstärker nicht ewig auf Standby aus Bequemlichkeit vorheizen, Verschleiß und so (Google).
Aus Schaltersicht:
- Gebrauchskategorie ist wahrscheinlich nicht abgedeckt. Der Schalter kann bei den hohen Einschaltströmen verschweißen/abbrennen.
- Der Schalter ist üblicherweise für 10 A Lampenlast (siehe Gebrauchskategorie das ist KEIN TRAFO) dimensioniert und mit 16 A abgesichert, d.h. eine Überlastung ist sowohl beim Schalten als auch im Betrieb möglich, wobei das Schalten wohl das größere Problem ist.
Ich würde es nicht machen.