Ich weiß nicht, ob du auf Begriffen herumreitest.
Ich habe nur eine Behauptung die ich mir physikalisch nicht erklären kann hinterfragt. Ich gehe nicht davon aus das ich allwissend bin - und bin lernwillig. Vielleicht übersehe ich ja was oder verstehe was falsch.
Mit zunehmendem Abstand vom Mikrofon wir die gleichbleibend laute Schallquelle mit weniger Schallpegel ankommen und daher aus dem Mikrofon weniger Signalpegel.
Ja, das gilt aber für absolut jedes Mikrofon. Die "Empfindlichkeit" besagt, welchen Schalltdruck X in welcher Spannung Y resultiert. Quasi ein fixes Übersetzungsverhältnis. Und das ändert sich erstmal nicht mit dem Abstand.
Was Du eigentlich wohl sagen willst ist, das bei gleichbleibender Lautstärke der Signalquelle, der resultierende elektrische Pegel mit zunehmendem Abstand abnimmt. Das ist natürlich korrekt. Die
Empfindlichkeit bleibt jedoch gleich. Es kommt halt weniger Schalldruck bei der Kapsel an - die diesen dann aber mit gleichbleibender Empfindlichkeit in elektrische Spannung übersetzt.
Sprich: ein Mikrofon mit geringerer Empfindlichkeit braucht eine lautere Schallquelle
oder geringeren Besprechungsabstand, um auf gleichen nominellen elektrischen Zielpegel zu kommen, als bei einem empfindlicheren Mikrofon. Es ist aber mitnichten so, das (und das hast Du insinnuiert) ein unempfindlicheres Mikrofon unerwünschten Hintergrundschall
weniger stark im Verhältnis zu dem Nutzschall aufnimmt als ein empfindlicheres Mikrofon. Beides wird gleichermaßen in elektrische Spannung übersetzt.
Letztlich bedeutet praktisch ein unempfindlicheres Mikrofon nur: mehr Input-Gain nötig um auf gleichen Pegel zu kommen, deshalb potentiell mehr Rauschen, und tendentiell pegelfester. Deshalb ist eigentlich die "signal to noise" Ratio eher schlechter.
Anders gesagt meine Kernaussage: Ein OM7 kurz vor den Mandeln hilft nullkommanix den Schlagzeuglärm weniger Stark im Gesangsmikro der Frontfrau zu haben als ein 935 im adequaten Abstand ohne Grill-Lutschen. Das Verhältnis Nutzschall zu Hintergrundmüll bleibt das gleiche. Auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält (und Deine Formulierung dieses Gerücht wieder befeuert). Entscheidend ist einzig der Schalldruckunterschied zwischen dem Nutzsignal und dem Hintergrundlärm. Habe ich zwischen Gesang und Bühnenlärm 15dB Abstand mit dem 935 werde ich die auch mit dem OM7 haben.
Nota bene: ich blende hier Nahbesprechungseffekt und Richtcharakteristik/Frequenzgang bewußt aus da es hier nur um die nominelle Empfindlichkeit geht. Diese wirken sich auf das Nutzsignal sowieso gleichermaßen wie auf den "Müll" aus.