Sammelthread Kirchenorgel

Danke schon mal für die Erläuterungen und Links, Effjott! Ich werde mich mal reinlesen.
 
Das ist ja sehr schön hier einen Orgelthread zu haben!
Eine sehr sehr schöne Orgel, die eine Besichtigung wert ist ist die 1999 gebaute Rieger-Orgel in Vierzehnheiligen. Dort habe ich immer Unterricht. Ein wahrhaftig tolles Instrument. Letzte Woche hat Olivier Latry (Organist Notre Dame) ein Konzert gegeben. Einfach nur der Wahnsinn.
Ich habe die C-Prüfung vor kurzem abgeschlossen (hatten heute Zeugnisübergabe :D ) und nach meinem Abi, welches ich dieses Jahr mache habe ich vor katholische Kirchenmusik zu studieren.

Hier ein Link zur Orgel in Vierzehnheiligen:
http://www.vierzehnheiligen.de/de/geschichte/geschichte_der_orgel.php

Viele Grüße
Tom
 
Glückwunsch zur C-Prüfung. Die Orgel ist auch herrlich. Ich müsst da mal eine Privat-CD-Aufnahme machen...
 
Vielen Dank :)
Ich habe zu Hause Aufnahmen von meinem Lehrer, dem Herrn Hagel. Echt klasse!
 
Gratuliere ebenfalls zur bestandenen C-Prüfung :great: , das ist doch schon ein prima Schritt in Richtung Musikstudium.

Ja, die Orgel macht Appetit ;) , sogar im Pedal mit einem 32' ausgestattet.

Mich würde mal interessieren, was Du bei der praktischen Prüfung vorgespielt hast.
 
Dankeschön:)
Die 32' Kontrabombarde is fein :)

Zur Praktischen Prüfung hab ich gespielt:

Orgelliteratur:
- Jean Langlais: Hymne d'action de grâces "Te deum"
- Alexandre Guilmant: Grande Choeur
- von irgendnem Homilius irgendne Triosonate :D --> Wollte an dieser Stelle eigentlich nen Bach spielen, aber das Stück war dann Pflichtstück in meinem Musik-LK und anspruchsvoll genug für die C-Prüfung.

und dann eben noch Liturgisches Orgelspiel. Da hat man paar Wochen vorher nen Gottesdienstablauf bekommen und Vor/Nach/Zwischenspiele oder Meditationen dazu gespielt...
 
Ich muß gestehen, ein 32-Fuß ist schon was feines und da ich hier Kontrabaß 32 und Bombarde 32 habe... es hat was richtig gravitätisches und ich mag es nimmer missen.
 
DieÄrzte-Fan;4135780 schrieb:
- Alexandre Guilmant: Grande Choeur

Ist das nicht nach einem Thema von Händel komponiert?
 
DieÄrzte-Fan;4129055 schrieb:
... nach meinem Abi, welches ich dieses Jahr mache habe ich vor katholische Kirchenmusik zu studieren.
Tom

@Tom, Du kennst hoffentlich die mageren Berufsaussichten (Kirchenschließungen und mangelndes Interesse der einstellenden Gremien führen zu Stellenstreichungen und -reduzierungen), den grundsätzlich erbärmlichen Verdienst nach langem Studium und die äußerst dürftige Stellung in jedweder Kirchenhierachie?

Kirchenmusik studieren ist klasse, aber informiere Dich zur Sicherheit auch über das sehr verwandte Schulmusikstudium. Wer beide Abschlüsse macht, ist flexibler. Ich kenne zu viele Kirchenmusikabsolventen, die heute beruflich ganz was anderes machen (müssen).
 
Jop, hatte ich vielleicht vergessen zu schreiben. Wenn dann, dann studiere ich Musik auf Lehramt zusätzlich. Da braucht man einfach ein zweites Standbein :p
 
Es ist ja längst auch nicht mehr so, dass die Orgel ausschließlich in Diensten der Kirchenmusik steht, wie es früher mal der Fall war.
Schon in der Romantik wurde das Instrument von wichtigen Komponisten mit Kompositionen bedacht, die nicht der liturgischen Kirchenmusik zuzuordnen sind.
F. Mendelssohn-Bartholdy, M. Reger haben beispielsweise große Werke für die Orgel komponiert, die nicht in den Rahmen des gottesdienstlichen Orgelspiels passen.
Ebenso angelegt sind die großen Orgelwerke von Widor, Langlais oder Franck etc.
Neue Musik und experimentelle Werke von O. Messiaen, G. Ligeti oder M. Kagel sind für Pfeifenorgel komponiert

Bachsche Toccaten Präludien und Fugen sind natürlich ausschließlich für den Gottesdienst gedacht :p
Die großen freien Werke von Bach sind sicherlich nie bis kaum im Gottesdienst gespielt worden und auch nicht dafür gedacht. Buxtehude hat die abendmusiken eingeführt und auch für Reisende Kaufleute (Lübeck war damals sehr reich) Konzerte gegeben.
Welche Orgel sehr toll ist, ist die neue der Marktkirche Hannover, von Firma Goll, hatte da bis vor kurzem 1,5 Jahre Unterricht beim Stadtkantor.
 
Zwischendurch mal was Kurioses:
Ich glaube, der Organist auf dieser Aufnahme von Händels "Messias" braucht kein zweites mal den Chor begleiten :):

 
Muhahahahaha, wie böse. Alles so schön und dann den Schluß sauber verpatzt. Das schaffe ich ja nicht mal, wenn ich voll wie ein Haus bin. :D
 
Ein Fehler kann dem besten Organisten passieren. Ich erinnere mich an die Libori-Vesper vor zwei Jahren. Dort werden abwechselt zwischen Gemeinde und Chor lat. Psalmen gesungen. Das Volk singt den normalen Psalmton, während der Chor 5-stimmige Falsibordonisätze singt. Bei einem Vers haut der Organist zu Beginn einen G-moll Akkord rein, wo eigentlich ein G-Dur ertönen sollte. In der Folge hing der Tenor einen Halbton daneben und nach wenigen Sekunden verabschiedete deswegen sich der ganze Chorgesang.
 
Es ist aber ein Unterschied, ob ich G-Dur bzw. G-Moll spiele oder ob ich statt G-Dur erst mit A anfange, merke, daß ich falsch liege und mich auf Fis-Dur "korrigiere" um dann auf den fälschlichen Schlußakkord Cis-Dur statt D-Dur zu wechseln. Wenigstens hat er das noch gemerkt und dann auf D-Dur abgeschlossen.
 
Ogottogott, was ein Supergau! :eek:

Aber ganz so schlimm, wie Du schreibst, ist es meiner Meinung nach nicht ganz:
[...] statt G-Dur erst mit A anfange, merke, daß ich falsch liege und mich auf Fis-Dur "korrigiere" um dann auf den fälschlichen Schlußakkord Cis-Dur statt D-Dur zu wechseln. Wenigstens hat er das noch gemerkt und dann auf D-Dur abgeschlossen.

Ich behaupte mal, es müßte nicht mit G-Dur anfangen, sondern mit D-Dur im Auftakt (Hal - le - lu - ja als D - G - G - D). Auch glaube ich aus dem Gemüse herauszuhören, daß er als erstes einen schönen Des-Dur (nicht A-Dur) reingestellt hat.
Man kann ihm also "nur" vorwerfen, er habe alles exakt einen halben Ton zu tief gespielt (der Fehlauslöser auf dem G in der Generalpause ist allerdings seltstam). Also komplett in Des-Dur statt D-Dur und im letzten Takt dann noch auf den richtigen Schlußakkord hochgerutscht...

Das erstaunliche Durchhaltevermögen kann ich mir nur so erklären, daß er die volle Orgeldröhnung abbekommen haben muß und leider nicht so genau hören konnte, was der Chor (evtl. weit weg am Altar) sang.

Viele Grüße
Torsten
 
Vielleicht hat er richtig gespielt, nur vergessen, den Transposer-Schalter(-1) an der Pfeifenorgel zurück auf 0 zu stellen :D.
 
Hallo Thorsten,

ich hab da jetzt nicht genau hingehört. Aber er war halt sakrisch falsch. Es kann durchaus sein, daß er zu weit weg saß, aber hatte er keine Noten? Wie dem auch sei, er dürfte einen hochroten Kopf gehabt haben.

Wie sagt mein Pfarrer immer zu seinen Ministranten: Wenn Ihr etwas falsch macht, dann macht das mit voller Überzeugung so, dann denken die Leute, das gehört so! :D
 
Vielleicht hat er richtig gespielt, nur vergessen, den Transposer-Schalter(-1) an der Pfeifenorgel zurück auf 0 zu stellen :D.
Ah, Du meinst, es war am Schluß kein "Hochrutschen", sondern eine Drehung am Transposer ;)

Weitere Möglichkeiten:
  • Orgel historisch (tiefer) gestimmt, deshalb war sein D-Dur zu tief. Am Schluß auf Es-Dur korrigiert
  • Ein Scherzkeks hat in der Pause aus den zwei Vorzeichen-Kreuzen 5 Bes gemacht ;)


Wenn Ihr etwas falsch macht, dann macht das mit voller Überzeugung so, dann denken die Leute, das gehört so! :D
Das Pedal klang aber nicht sehr überzeugt ;)

Ansonsten: Zweifellos ein verkanntes Genie, das den Polychord in der Barockmusik einführen wollte. Üblicherweise kombiniert man zwar nicht zwei Dur-Akkorde im Halbtonabstand, aber dafür sind unsere Ohren wahrscheinlich noch nicht reif. :D

Viele Grüße
Torsten
 

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