@korns children
argh... "in 10 Jahren"...

Ist schon so unfassbar genug, dass ich beim Kauf der Strat dabei war und die in drei Jahren ihr 30stes über sich ergehen lassen muss! Wobei bei Gitarren ist das ja in der Regel eher angenehm, dass sie in die Jahre kommen. Ich hab das Teil ja als 1972 Vintage gekauft. So richtig Vintage fühlte sie sich aber trotzdem erst nach etwa 10-15 Jahren an. Sie war zwar von vornherein super verarbeitet, aber trotzdem haben sich offenbar erst im Laufe der Zeit die Teile aneinander
abgeschliffen (oder so), so dass das was ich in der Hand habe sich - trotz aller Macken, Dings und Dongs - erst nach dieser Zeit wie ein homogenes Ganzes anfühlte. Kann sein, dass da auch Gewöhnung an das Instrument eine Rolle spielt. Es fühlt sich aber alles eher
rund und harmonisch an, was mir zu Anfang eigentlich nicht so vorkam. Auch der Klang scheint mir heute wesentlich runder und ausgewogener, als es mit den Neugeräten der Fall war. Quasi, als würden die Teile mit der Zeit zusammenwachsen. Mit deiner Pearl, könnte ich mir vorstellen, müsste es eigentlich ähnlich sein.
Das muss die verbaute Hardware natürlich mitmachen. Bei der SQ sind jedenfalls sämtliche verchromten Teil noch in Ordnung. Vor allem die Machine Heads sind noch einwandfrei, die Verchromung ist tadellos und nichts ist angelaufen oder korrodiert. An anderen, allerdings eher unwichtigen Stellen, kann ich schon etwas Korrosion beobachten. Letzteres hält sich allerdings in engen Grenzen.
Zum Vergleich hab ich hier noch eine Ibanez Blazer aus den späten 70ern rumliegen, die ich seinerzeit auch für so schlapp 1000,- DM aus dem Laden geschleppt habe, an der so ziemlich alles korrodiert ist, was überhaupt korrodieren kann. Vorallem der Verschleiß an den Machine Heads ist besonders nervig. Einerseits kann man die Klampfe überhaupt nicht mehr richtig Stimmen, weil die Mechaniken nicht mehr glatt laufen, sondern zu unvorhersehbaren
Ticks neigen (hörbares Knacken und die Mechanik springt quasi ein ganzes Stück in die eine oder andere Richtung) und andererseits werfen sämtliche verchromte Teile quasi Blasen, die dann mit der Zeit aufplatzen und darunter kommt dann das nackte Metall zum Vorschein und beginnt dann erst so richtig zu oxidieren.
Mit der Ibanez sind wir dann auch wieder bein Bridge-Material: Bei der ist nämlich der ganze Tremoloblock samt Sätteln aus Messing gefertigt. Das Teil hatte immer einen extrem mittenlastigen Sound, den ich eigentlich nie so richtig mochte. Keine Ahnung, warum ich das Teil damals gekauft hatte. Na ja, war meine zweite E-Gitarre, schön metallic-rot und machte optisch schon was her...

Die Mittenlastigkeit hat zwar sicherlich auch mit den PUs zu tun, die auf dem Teil verbaut waren (Humbucker im SC-Format), ich würde aber nicht ausschließen, dass auch die Bridge da einen maßgeblichen Einfluss drauf hat. Wenn ich mal Geld hab, müsste ich mir die eigentlich noch mal herrichten (lassen), so mit FR und vernünftigen PUs... Dann könnte ich mehr darüber sagen. Übersteigt aber momentan mein Budget.
Und dass die Großen im Instrumentenbau wissen, was sie tun... Davon gehe ich mal aus. Auch davon, dass die mittlerweile Rechenmodelle entwickelt haben, die ihnen erlauben, ihren Instrumenten genau den Sound zu verpassen, den sie wollen. Kann man alles simulieren.
cc