Schnarren E-Bass

von thomult, 11.01.17.

  1. thomult

    thomult Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.17   #1
    Hallo liebe Bassisten,
    ich, Gitarrist, brauche mal euren Rat.
    Mein Bassist spielt einen Musiman Stingray Bass und gerade bei Aufnahmen im Proberaum oder auch Live per DI-Abnahme direkt vom Bass
    ist ein Schnarren zu hören. Nicht bei jedem Ton aber es nervt.
    Ich habe mir den Bass schon öfter vorgenommen und Saitenlage, Halskrümmung usw. kontrolliert bzw eingestellt. Bei mäßigem Spiel schnarrt da auch nix aber er langt wohl dermaßen rein
    das es ab und zu schnarrt. Seine Spielweise wird er wohl nicht mehr ändern. Zu alt .
    Er spielt einen 105er Satz.
    Würde es vielleicht was bringen einen stärkeren Satz aufzuziehen damit die Saiten nicht mehr so stark auslenken?
    Ich bin für jeden Input dankbar.
    Gruß
    Thomas
     
  2. Tornadone

    Tornadone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.17   #2
    Hi Thomas,

    das selbe Problem habe/hatte ich auch. Und seit ich einen feinzeichnenden Amp habe hört man das Schnarren ganz deutlich. Das nennt man Fretbuzz und so manch einer will das sogar haben.
    Da hilft leider nur die Spieltechnik zu ändern oder konsequent die Saitenlage rauf zu schrauben.
    Spieltechnisch muss es übrigens nicht sein, dass dein Kollege zu hart reinlangt. Es kann auch sein, dass er beim Spiel die Saiten nicht parallel zum Griffbrett "schnalzen" lässt, sondern mehr oder weniger senkrecht dazu. Passiert gerade beim Fingerspiel gerne mal zu stark. Das erhöht den Fretbuzz natürlich auch.
    Du kannst auch versuchen dem Kollegen genug Lautstärke zu verpassen und dann hoffen, dass er automatisch sanfter (leiser) spielt.

    Grüße

    Roman
     
  3. thomult

    thomult Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.17   #3
    Hallo Roman,
    vielen Dank für deine Antwort.
    Du hast Recht er spielt mit den Fingern, allerdings habe ich das mit dem waagerecht und senkrecht noch nicht verstanden, vielleicht kannst
    du mir das noch mal erläutern.
    Die Idee mit den stärkeren Saiten würde nichts bringen? Eine stärkere Saite müsste doch bei gleicher Stimmung straffer sein und weniger
    auslenken.
    Das mit der höheren Lautstärke hatte ich auch schon im Kopf, kann aber auch nach hinten losgehen:-)
    Grüße
    Thomas
     
  4. Tornadone

    Tornadone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.17   #4
    Also das mit den stärkeren Saiten kann man durchaus auch ausprobieren. Könnte auch helfen.

    Das mit dem waagerecht und senkrecht meinte ich so, dass im Optimalfall die Auslenkung der Saite (die schwingt ja vereinfacht auf einer Ebene hin und her) nicht auf das Griffbrett zu und vom Griffbrett weg (Ebene senkrecht auf das Griffbrett) stattfindet, sondern die Saite am Griffbrett entlang (Ebene von Griffbrettkante zu Griffbrettkante) schwingt. Ich weiß jetzt auch nicht wie ich das besser erklären sollte. Die Auslenkung findet im zweiten Fall also garnicht erst in Richtung Bundstäbchen statt, sondern die Saite schwingt am Bundstäbchen vorbei. Das ist aber ne Techniksache der Anschlaghand. Ganz optimal wird man das wohl nie hinbekommen und die Saite schwingt immer mehr oder weniger schräg. Aber mit ein wenig Übung bekommt man das auf jeden Fall besser hin. Ich selber bin grad dabei mir das beizubiegen. Der Fehler ist die Saite beim Zupfen nur mit der Fingerkuppe in Richtung Body nach unten zu drücken und dann hochschnalzen zu lassen. Mit etwas gekrümmten Fingern und mehr zupfender Bewegung geht das sauberer.
    Du kannst ihn auch mal mit Plektrum spielen lassen. Der Gesamtklang ändert sich zwar, aber die Saiten werden hier zwangsläufig parallel zum Griffbrett angeschlagen.
    Mit der Lautstärke haste recht. Das kann wirklich nach hinten los gehen. Aber die Erfahrung zeigt, dass man sich nur gut hören muss. Dann wird auch sanfter gespielt. Der Tod der Spieltechnik ist ein zu schwachbrüstiger Amp im Bandkontext. Wenn man immer nur reinlangen muss wie Hulle damit man sich überhaupt hört, kann man keine vernünftige Spieltechnik entwickeln.

    Grüße

    Roman
     
  5. basshenning

    basshenning Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.17   #5
    Saitenzug hat nicht unbedingt etwas mit der Saitenstärke und der Schwing-Weite der Saite zu tun. Als Beispiel: LaBella Flatwounds mit 104er E-Saite sind um einiges steifer, als eine 105er RotoSound RB45...

    Wie hast du denn die Saitenlage "kontrolliert"? Was ist dein "so muss das sein" ? Was sagt dein Bassist zu dem Sound, der dich stört - mag er es so?

    Es gibt kein Patentrezept, wie man die Saitenlage eines Basses einzustellen hat. Das ist individuelle Geschmacksache.
    Generell gilt aber:
    Je niedriger die Saitenlage, desto leichter lässt es sich greifen. Beim Anschlag kann es aber Nebengeräusche (Fretbuzz) produzieren, die gewollt oder ungewollt sein können. Man kann natürlich sanfter anschlagen, das hat aber auch Auswirkung auf den Sound: Er wird auch sanfter, manche würden auch "dünner", oder "zahm" sagen wollen.
    Schraubt man die Saitenlage höher, so braucht man etwas mehr Kraft beim Greifen. Dafür kann man die Saite stärker anschlagen, wodurch sie freier schwingt und auch voller klingt. Ungewollte Nebengeräusche auf dem Griffbrett kann man so vermeiden.

    Achtung: Gleichzeitig entfernt man die Saite auch weiter vom Pickup, wenn man sie höher einstellt. Das könnte deinem Bassisten natürlich auch vom Sound her nicht gefallen. Wenn ihn das etwas schwerere Greifen nicht stört, so vielleicht dann doch dies, denn der vollere klang der freier schwingenden Saite muss ja vom Pickup auch erfasst und übertragen werden. Daher empfiehlt es sich, wenn das Greifgefühl bei höherer Saitenlage an sich als stimmig empfunden wird, den Pickup (die Pickups) entsprechend auch höher zu schrauben und näher an die Saiten zu bringen.

    Und dann kann es ja auch noch sein, dass die Nebengeräusche nur bei einzelnen Tönen auftreten. Da könnte man bei einem älteren bzw. viel gespielten Instrument vermuten, dass vielleicht der Sattel etwas zu tief gekerbt ist, oder dass die Bünde mal wieder überarbeitet werden sollten, oder, dass die entsprechende Saite nicht vernünftig im Sattel liegt. Letzteres kann man umgehen, wenn man generell 3 bis 4 Umwicklungen der Saite an der Mechanik hat und zwischen Sattel und Mechanik die Saite noch einmal sanft in Richtung Kopfplatte presst.

    Was ich eher für unwahrscheinlich halte, weil ich es in meiner Zeit als Hobbybasser (21 Jahre) selber noch nie gesehen, aber in den Basscommunities immerhin schon ein, zwei Mal gelesen habe, ist, dass der Hals in sich verdreht sein könnte. Das würde ich aber, wie gesagt, eher als unwahrscheinlich abtun, gerade bei einem Stingray oder Precisionbass.
     
  6. Tornadone

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    Erstellt: 12.01.17   #6
    Das Problem bei höherer Saitenlage und weiter rausgeschraubtem Pickup kann dann allerdings sein, dass die Saite beim Spiel in höheren Lagen auf den Pickup schlägt weil das Griffbrett relativ zum PU ja jetzt weiter "unten" ist.

    Insgesamt ist das echt ein sehr komlexes Thema und sehr individuell. Ich denke da muss dein Bassist selber ran und sowohl Instrument als auch Spieltechnik optimieren. Ich denke nicht, das du das in den Griff bekommst, wenn du ihm irgendwas vorsetzt und dann meinst es ist jetzt weg.

    Komisch finde ich, dass du den Bass einstellst und nicht er selber.....
     
  7. thomult

    thomult Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.17   #7
    Hallo,
    warum macht er das nicht selber?
    Weil er alle technischen Sachen vollkommen ignoriert und einfach seit 30 Jahren seinen Bass spielt.
    Kann man doof finden, auf der anderen Seite könnten sich viele "Musiker" da auch mal ne Scheibe von abschneiden.
    Die Tipps sind auf jeden Fall gut, vielen Dank dafür.
    Ich denke das Problem liegt tatsächlich in der Art des Zupfens in Kombination schwachbrüstiger Amp.
    Er spielt die Bassversion des 1959 Marshall mit 100 W an Ampeg 4x10.
    Ich werde ihn bei der nächsten Probe mal Unterstützung durch die Subs unserer PA geben, dann hat er untenrum schon mal mehr Schub,
    vielleicht entspannt er sich dann ja ein bisschen.:-)
    Gruß
    Thomas
     
  8. basshenning

    basshenning Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.17   #8
    Ich denke, es ist selbstverständlich, dass man nicht kopflos alles hoch oder runter schraubt.

    Die Einstellung eines Basses ist immer ein Kompromiss!
     
  9. Metal Golem

    Metal Golem Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.17   #9
    Neben den bisher genannten Sachen, würde ich noch eine weitere mögliche Ursache für das Schnarren einwerfen wollen, die in meinem Fall die Ursache war: Die Nuten (mit einem "t" ;-)) im Sattel waren zu tief eingeschnitten. Dadurch hatte ich vor allem an bestimmten Bünden ein Schnarren, dass sich durch andere Einstellungen reduzieren, aber nie komplett beseitigen lies. Erst der Gitarrenbauer hat die Ursache festgestellt und nach ausgetauschtem Sattel war sie dann auch behoben. Seitdem habe ich kein Schnarren mehr.
     
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