klar, so einfach ist das natürlich auch nicht. Aber man muss für eine Diskussion ja Beispiele anbringen, um einen Standpunkt klar zu machen.
Eine Druckerei ist ein Beispiel, welches einen Spezialfall darstellt. Je weiter Du dich von "Individualität" entfernst, umso einfacher kannst Du Prozesse automatisieren.
Auf Deutsch gesagt: Maschinen ersetzen Menschen. Damit kannst Du theoretisch auch eine Auslastung von 100% erreichen.
Wenn Du nun aber das Gegenteil hast, also Spezialwissen/-fertigkeiten vorhalten musst, welche nach Bedarf abgerufen werden (zu dieser Kategorie gehört praktisch
alles handwerkliche), bist Du voll und ganz von Deiner Auftragslage abhängig. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten:
* Du beschäftigst so wenig Leute, dass denen vor lauter Arbeit der Kopf raucht. Die Kunden müssen im Zweifel warten, bis sie "dran" sind.
* Du beschäftigst mehr Leute, kannst damit Spitzen abfangen, hast aber zwangsläufig auch Überkapazitäten (=Leute tun auch mal "nichts").
Der erste Fall ist aus Unternehmersicht anzustreben, aber die Angestellten werden das nicht lange mitmachen. Je kleiner eine Firma ist, um so näher wird sie
dieses "Unternehmer-Ideal" erreichen (können).
Eine Grossbude wie die CS oder UBS hat so viel Überkapazität (und MUSS diese haben!), dass man zwangsläufig Leute (mindestens zeitweise) "unterbeschäftigt".
Da die Lohnkosten schlussendlich fix sind, stellen es also keine Mehrkosten dar, wenn Leute statt 25 dann 30 Tage Ferien haben.
Wohlgemerkt: Die Spanne zwischen diesen beiden Extremen ist sehr breit! Es gibt durchaus Firmen, die vor Probleme gestellt werden, wenn die Mitarbeiter eine Woche
mehr Ferien bekommen. Aber das ist ein Problem, welches eben nur ein Teil der Firmen hat. Daraus ein "mehr Ferien ruiniert die Schweizer Wirtschaft" abzuleiten, ist
schlichtweg pervers
