Selbstverständnis und Außenwahrnehmung von VolksmusikErN

von klangschale, 30.03.17.

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  1. ThB_

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    Erstellt: 03.04.17   #21
    Ich versuche mal, das so aufzudröseln, wie ich es wahrnehme.
    Aus meiner Sicht lässt sich "die Szene" grob in drei Richtungen unterteilen.

    1. Alles was sich etwa mit dem Begriff "volkstümliche Musik/volkstümlicher Schlager" und Verwandtes überschreiben ließe
      Hier geht es im wesentlichen nicht um die Bewahrung einer (lebendigen oder nicht mehr lebendigen) Tradition, nicht primär um Weiterentwicklung, sondern um kommerzielle Verwertbarkeit. Es wird gespielt, was dem Konsumenten gefällt.
      Diese Richtung wird öffentlich relativ stark wahrgenommen.

    2. Alles, was sich etwa mit dem Begriff "Volkstanz- und Volksmusikpflege" überschreiben ließe
      Hier geht es im wesentlichen um die Bewahrung von Tradition. Der Anknüpfungspunkt (was ist die zu wahrende Tradition und was nicht?) ist dabei oft relativ willkürlich gewählt. Beispielsweise beziehen sich Musik und Tanz in Süddeutschland im wesentlichen auf Quellen erst etwa ab Mitte des 19. Jh., der Tanz z.B. in Norddeutschland im wesentlichen auf Quellen der Jugendmusikbewegung Anfang des 20. Jh.. Davon Abweichendes wird tendenziell eher als "nicht traditionell" abgelehnt.
      Musik und Tanz werden als stark regional gebunden und identitätsstiftend verstanden.
      Gelernt und musiziert wird überwiegend nach Noten. Das Repertoire umfasst Tanzmusik, Lieder und "reine Spielstücke".
      Tänze werden durch feste Tanzgruppen mit fester Kleiderordnung auf Bühnen vorgeführt, oft auch ohne Livemusik.
      Diese Richtung wird öffentlich wahrgenommen, ist teilweise institutionalisiert und wird v.a. in Süddeutschland staatlich gefördert.
      ---------------------------------------------
      nachträgliche Ergänzung:
      Tanz umfasst auch hier mehr, als nur die Bühnendarbietungen. Beispiele sind z.B. Kathreintanz, Kirchweih u.a., wo auch jeder tanzen und nicht nur zuschauen darf.
      Traditionspflege findet nicht nur innerhalb der Interessenvereine statt, sondern auch öffentlichkeitswirksam z.B. durch die Aktion "Musikantenfreundliches Wirtshaus".

    3. Alles, was sich vielleicht mit "Tradition entwickeln" überschreiben ließe
      Hier geht es im Wesentlichen um „Entwicklung“. Das Fehlen einer kontinuierlichen Musizier- und Tanztradition zumindest in großen Teilen des deutschsprachigen Raumes wird akzeptiert. Es gibt daher eigentlich auch keinen Anspruch auf „Authentizität“ hinsichtlich der stilistischen Ausführung von Musik und Tanz. Im Mittelpunkt des Interesses steht das gemeinsame Musizieren und Tanzen. Tanzen ohne Livemusik ist ausgeschlossen, Musizieren ohne Tanzen ist nur die halbe Freude.
      Das musikalische Repertoire umfasst entsprechend nahezu ausschließlich Tanzmusik. Dabei gibt es keine Einschränkung der Entstehungszeit der Stücke, den Hauptanteil bilden derzeit Stücke des 18./19. Jh. und Neukompositionen. Gegenwärtig liegt ein Schwerpunkt auf der Suche nach geeignetem Repertoire in alten Tanzmusikhandschriften aus dem deutschsprachigen Raum. Die regionale Herkunft der Stücke spielt eine eher untergeordnete Rolle.
      Die Spielstilistik entwickelt sich aus den (Vor-)Erfahrungen der Musiker und oft aus dem intendierten Tanz. Wichtige stilistische Einflüsse kommen aus dem Balfolk, aus den heute in Schweden anzutreffenden Spielstilistiken, aber auch aus der oben beschriebenen sehr traditionell orientierten Spielweise.
      Für die Tanzstilistik ist es ähnlich, mit der eigenen Erfahrung wird getanzt was man hört. So kommt es regelmäßig vor, dass zu einem Stück gleichzeitig verschiedene Tänze getanzt werden.
      Gelernt und musiziert wird überwiegend nach Gehör und ohne Noten.
      Diese Richtung wird öffentlich nahezu nicht wahrgenommen.
    Die Grenzen zwischen diesen Strömungen sind natürlich fließend.
     
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  2. Puckiliese

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    Erstellt: 03.04.17   #22
    Erst mal ein herzliches Willkommen hier von meiner Seite!
    Zum Thema "Biermösl-Blosn": die Gebrüder Well haben vor Jahren schon das Feuer an ihre Kinder weitergereicht. Die Gruppe hat sich mittlerweile aufgelöst. Ich kann mich noch an die ersten Auftritte in den 80er Jahren erinnern, das waren für uns im Publikum wirklich schöne Abende, bei denen kein Auge vor Lachen trocken blieb. Der weibliche Ableger der Well-Familie tourt sei über 30 Jahren durch die Lande.
    Zu beobachten ist eine jüngere Generation, die das Feuer weiterträgt...

    Hier mal einige aktuelle Beispiele von der Brass-Wiesn in Eching bei München, bei der ca. 6000 Zuhörer im Jahr 2016 teilnahmen:




    Dann im Innkreis das Arco Festival (der Ort heißt tatsächlich "Ort", mit weit über 40.000 Besuchern 2016. Hier eine Zusammenfassung des "Woodstocks der Blasmusik":

    Aktuelles für Sommer 2017: http://www.woodstockderblasmusik.at/

    Musik lebt von der Begeisterung der Musiker und der Zuhörenden. Da stimme ich Dir auch zu. Und das können wir anhand der gezeigten Videos deutlich erkennen, wie Begeisterung überspringen kann.

    Es gibt viel Material in Archiven, und gerade bei uns im weiß-blau karierten Weißwurschtland kann ich den bayerischen Landesverein für Heimatpflege im Bereich der Publikationen dem Interessierten sehr ans Herz legen.
    http://www.heimat-bayern.de/index.php/zeige/index/id/69
    Ich habe hier bereits mehrfach zugegriffen (Notenbücher und Cd´s).
    Auch Brauchtums- und Musikveranstaltungen gibt es in einer guten Auswahl:
    http://www.heimat-bayern.de/index.php/zeige/index/id/81

    Es lohnt sich, die Seiten einfach mal zu durchstöbern. Und - ich bekomme keine Provision, bin mit dem Verein nicht "verbandelt" etc. ;)

    Begeisterung für die "gelebte Volksmusik" ist da. Verbunden in diesem Kontext sind weitere Fragen, um das Selbstverständnis und die Außenwahrnehmung der Volksmusik(er) zu erforschen.

    Handelt es sich hier nur um eine Randerscheinung unter der Masse von Musik-/Stilrichtungen?
    Ist das nur eine Modeerscheinung?
    Oder haben wir es mittlerweile geschafft, zu unserer Kultur, unserem Liedgut und unserer Tradition zu stehen, ohne gleich politisch in eine Ecke gedrängt zu werden?

    Wenn der letzte Punkt zutreffen sollte, dann wäre dies vielleicht ein Zeichen dafür, das wir unsere Traumata der Kriegs- und Nachkriegsgeneration langsam überwunden haben...
     
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  3. Puckiliese

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    Erstellt: 03.04.17   #23
    Danke, @ThB_ für diese sehr ausführliche, wissenschaftlich anmutende Gliederung. Ich finde sie überaus exzellent!

    Zu „Volkstanz- und Volksmusikpflege“ möchte ich noch darauf verweisen, dass die Bewahrung der Tradition meist von oben, von den „Regierenden“ vorgegeben , also tatsächlich sehr willkürlich ausgewählt wurde.

    Beispielhaft bei uns im Bayerischen Raum wird Herzog Max von Bayern (Herzog Maximilian Joseph in Bayern, * 1808, + 1888) ständig zitiert. Auch die Institutionalisierung der Brauchtumspflege stammt aus dieser Zeit.
    Herzog Max war ein Liebhaber von ländlichen und älplerischen Gegenden, ihm gefiel das Landleben. Der „Zithermaxl“, wie er im Volksmund heute noch aufgrund seines geliebten Zitherspiels genannt wird, soll sich ja um die Bewahrung der Musik gekümmert haben, indem er auf dem Lande Volkslieder und Volksweisen sammeln ließ. Angeblich komponierte er auch zahlreiche Lieder selbst.
    Diese bisher dem niedrigen Volk vorbehaltenen Musik- und Sangesstücke wurden bald in adeligen und bürgerlichen Kreisen bekannt, beliebt und begehrt.

    Viele seiner (angeblichen?) Kompositionen werden heute noch von zahlreichen Volksmusikanten gespielt.
    Unter seiner Ägide entschleunigte man die Polka, es bildete sich ein eigener Melodietyp heraus. (Münchner oder Bayrisch-Polka).
    [Leider ist aus der Zeit davor wenig Notenmaterial erhalten. Jedoch gehe ich davon aus, dass die Musik des einfachen Volkes sich etwas anders anhörte, schneller war, nicht so „gefällig“ klang und den heutigen skandinavischen und/oder osteuropäischen Tunes ähnlich war.]

    Diese Volksmusikpflege wurde von den Herrschenden politisch institutionalisiert. Hierzu fand ich vor einiger Zeit einen interessanten Artikel in Zusammenhang mit der Forschung von Prof. Hartmut Schick, Ludwig-Maximilians-Universität München: Hauptperson: König Maximilian II von Bayern.
    Hier ein Auszug / Zitat aus der Süddeuschen Zeitung:

    Interessant an diesem Monarchen sind vor allem die Facetten, die mancher Autor noch an ihm entdeckt... - und aufgehört mit einem trotz seiner hohen Wissenschaftlichkeit erheiternden Beitrag von Hartmut Schick. Der Münchner Musikwissenschaftler nimmt "Musikalische Impulse eines unmusikalischen Königs" unter die Lupe. Max II., der Sohn von Ludwig I. und Vater Ludwigs II., regierte von 1848 bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 1864. Er gilt als der am wenigsten kunstbeflissene dieser drei bayerischen Könige. So unmusikalisch er war, so geschickt wusste er aber die Musik für seine Propaganda einzusetzen.
    Maximilian tat sich als großer Bayerntümler hervor: Auf seine Initiativen geht die Trachtenkultur ebenso zurück wie die Volksmusikpflege. Wie nun aber Hartmut Schick feststellt, stammte ein Teil Volksmusik schon damals aus der Retorte - wie die seichten Weisen, mit denen sich heute samstagabends unter dem Label Volksmusik das Fernsehpublikum bedudeln lässt. Viel von dem, was Max seinen Bayern in gedruckten Heften als herkömmliche, tief in der Volksseele wurzelnde Musik zum Singen verteilen ließ, war in Wahrheit frisch komponiert und gedichtet. Sein Wittelsbacher-Verwandter Herzog Max in Bayern, der als Zithermaxl in die Geschichte einging, hatte eine Reihe von volkstümlichen Liedern geschaffen - Jodler inklusive.
    Tradition war immer schon das, was ein Staatsoberhaupt zur Tradition erklärte. Folklore war Mittel zum Zweck - und der lautete Corporate Identity. Überall auf dem Land waren unliebsame Moden aufgekommen, die nicht zur weißblauen Staatsharmonie passen wollten. Die Schuld daran gaben Max' musikalische Berater den Postillionen, die Donizetti-Arien schmetterten, wenn sie durch die Dörfer zogen. Belcanto statt Hollareiduljö und Hmtata - König Maximilian ließ sich zu einem leitkulturellen Gegenprogramm überreden und oktroyierte ganzen Landstrichen Liedgut, das dort völlig unbekannt war. Auch die Militärkapellen, bei denen sich zum Leidwesen der Hofschranzen neben italienische Melodien "parfümierte Polka's und Mazurka's" ins Repertoire geschlichen hatten, mussten sich nun von der "modischen Kunstmusik" verabschieden und Märsche schmettern, die klanglich "dem nationalen Charakter des Heeres" entsprachen...


    Quelle:
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/bayerische-koenige-musik-mit-max-1.2928572

    Für weitere Lektüre und Recherche.
    Publikation:http://histbav.hypotheses.org/5074
    Hartmut Schick, Musikalische Impulse eines unmusikalischen Königs. Maximilian II. das Volkslied und die Tonkunst, S. 819-832.


    Tradition entwickeln“
    Die von Dir erwähnte Musizier- und Tanztradition wurde geschichtlich betrachtet „von oben herab“ unterbrochen. Ich verweise dazu historisch auf die Herren aus dem Hause Wittelsbach sowie auf die bereits in diesem Faden erwähnte nationalsozialistische Zeit und ihrem „Bruch“ mit der Volksmusik.

    (Ein Herrscher, der als Förderer des heimischen Brauchtums und Liedgutes gilt, wird vom Volk eher akzeptiert und respektiert. Ich verweise dazu auf Prof. Schick und „Corporate Identity“, siehe den zitierten Artikel.)

    Die stilistische Ausführung von Musik und Tanz ändert sich im Laufe der Zeit, es finden Adaptionen aus anderen Musikrichtungen und Kulturkreisen statt, die unmerklich einfließen und die Musik ändern. Damit haben wir bereits eine Entwicklung der Tradition erreicht.
    Tradition entwickeln ist ein kontinuierlicher Prozeß, der vom (gemeinen) Volk getragen wird. Bei unserem Beispiel der Volksmusik wird das gesammelte musikalische Können einer definierten Volksgruppe von Generation zu Generation weitergegeben und innerhalb eines bestimmten Rahmens im Zeitablauf modifiziert und geändert.
    Im Bereich der Volkstänze wird das „Brauchtum“ (die althergebrachten Tanzschritte) durch Neuerungen aufgebessert. Ideen werden eingebracht etc.

    Hoffen wir, dass die Entwicklung der Tradition weiterhin Früchte trägt.
     
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  4. Torquemada

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    Erstellt: 04.04.17   #24
    Ich weiß nicht ganz, was Volksmusik ist. Ich würde denken, dass das als Gegenbegriff zur Kunstmusik gewählt wurde. Demnach wäre Volksmusik heute Rockmusik, Punk, Schlager usw., das, was halt so Leute machen und hören.
     
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  5. ThB_

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    Erstellt: 04.04.17   #25
    Ich hab mit diesem Begriff auch so meine Probleme und finde ihn ehrlich gesagt unsinnig. Was hat denn Volk mit Musik zu tun? Und wenn es eine Abgrenzung sein soll, wer gehört dann nicht zum Volk? Als Gegenbegriff zu Kunstmusik - funktioniert für mich auch nicht. Ich kann mir keine Musik vorstellen, die sich nicht mal jemand ausgedacht hat und sie explizit so haben wollte. Es gibt sicher Musik, die sich durch lange orale Überlieferung nach und nach immer mehr verändert, so dass sie immer mehr von der Ausgangskomposition abweicht. Den anfang bildet aber eine Komposition - also Kunstmusik.

    ... und Oper und Musical und, und, und. Machen alles Leute und hören alles Leute. Setzt man den Maßstab quantitativ an, also sagt man z.B. die Mehrheit der Bevölkerung muss etwas kennen und irgendwie machen können (singen, pfeifen, spielen) damit es Volksmusik ist, kommt man bei dem differentierten Musikgeschmack heutzutage m.E. auch nicht weiter.
     
  6. Puckiliese

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    Erstellt: 05.04.17   #26
    Hervorhebungen in Fettdruck im Zitat von mir!

    @ThB_ , vielleicht kannst Du mir hier freundlicherweise mit einer Erläuterung Deiner Ausführungen auf die Sprünge helfen. Danke.
    Den Zusammenhang von Deinen beiden Aussagen # 21 und # 25 verstehe ich nicht.

    In Post # 21 gliederst Du die "Szene" in drei Kategorien auf, alles fein durchdacht sowie definiert und erläutert, nachträglich noch mit Ergänzungen bzw. Beispielen versehen.

    Einige Posts weiter # 25 kommt von Dir die Aussage, dass Du mit dem Begriff Deine Probleme hast und ihn unsinnig findest.

    Ein Widerspruch für mich.
    An einem Tag eine gute Gliederung und Definition der Volksmusik-Szene, am nächsten Tag alles unsinnig???
     
  7. Torquemada

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    Erstellt: 05.04.17   #27
    @Puckiliese :

    Ich denke, ThB hat oben in Beitrag Nr. 21 das dargestellt, was sich selber mit dem Begriff Volksmusik bezeichnet (und oft auch damit bezeichnet wird). Das sind in der Tat drei ziemlich gut gegeneinander abgegrenzte Personenkreise und Musizierkontexte, und die Beschreibung der drei Gruppen erscheint mir einigermaßen realistisch.

    In Beitrag Nr. 25 hat ThB meine Rummaulerei zum Ausgangspunkt für eine kleine Begriffskritik genommen, der ich übrigens nicht zustimme. Zum Beispiel ging es mir gar nicht darum, ob Volksmusik nun Komponisten hat oder nicht. Wenn man akzeptiert, dass die ganzen Rockmusikcoverbands eben Volksmusik machen, dann muss man auch nicht diskutieren, ob solche Musik nun Komponisten hat oder nicht.

    Ich habe mal den ganzen Band 3 der Dahlhoff-Hefte übertragen und durchgespielt. Dabei wird deutlich, dass das zumindest zum Teil Stücke klassischer Musik sind, die aber eben bastardisiert sind: Die Taktzahlen der Teile sind nicht mehr klassisch, sondern teilweise erweitert und teilweise geschrumpft; in der Begleitung finden sich parallele Quinten und ähnliche Satzfehler usw. Ein gutes Beispiel ist das Andante auf den Seiten 55 und 56 im 3. Dahlhoffband. Das ist ganz deutlich eine zerspielte Version der Réjouissance aus Händels Feuerwerksmusik.
     
  8. ThB_

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    Erstellt: 05.04.17   #28
    Ich sehe und akzeptiere, das der Begriff Volksmusik verwendet wird. Sowohl innerhalb, als auch außerhalb "der Szene". Trotzdem finde ich ihn nicht gut und verwende ihn auch selbst für mein Tun eigentlich nicht. In der von mir in #21 beschriebenen 3. Strömung wird der Begriff zumindest wesentlich seltener benutzt, als in den anderen beiden.

    Ich beschäftige mich nur sehr am Rande mit diesen theoretischen Dingen. Wenn ich das richtig verstehe, ist der Begriff der Volksmusik Ende des 18./Anfang des 19. Jh. als identitätsstiftendes Konstrukt und zur Abgrenzung nach außen (gegen andere Nationen/Kulturen) "geschaffen" worden. Er bewirkt, dass Unterschiede nach außen und Gemeinsamkeit im Inneren betont, Gemeinsamkeit nach außen und Unterschiede im Inneren dagegen weniger wahrgenommen bzw. sogar weniger zugelassen werden. Das finde ich nicht gut. Aber korrigiert mich, wenn ihr da genauere Kenntnisse habt.
    An dem Begriff Volksmusik hängen aus meiner Sicht darüber hinaus zu viele unterschiedliche Klischees bzw. Definitionen, die dazu führen, dass Leute, die miteinander über Volksmusik reden, stundenlang aneinander vorbeireden können und das im schlimmsten Fall nicht mal bemerken. Beispiele: VM als: Abgrenzung zur Kunstmusik, Musik der ländlich-bäurischen Schichten, Musik des einfachen Volkes, ausschließlich oral tradierte Musik, Musik, die "alle" kennen, können und lieben (also im Inneren, die anderen da draußen natürlich nicht) usw..
    Abgesehen davon, dass Missverständnisse vorprogrammiert sind, sind für mich diese Definitionen/Klischees überwiegend fragwürdig.
    Ich will das hier gar nicht weiter breitwalzen, es passt ja nicht so richtig zum eigentlichen Thema des Threads.


    Und, ist oder war Dahlhoff Volksmusik für dich? Für mich ist nicht wichtig, in welche Schublade man diese Musik packt.
    Mich interessiert sehr, was du zu Band 3 rausgefunden hast - ich schreib dir mal ne PN dazu.
     
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  9. Puckiliese

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    Erstellt: 06.04.17   #29
    @Torquemada , Danke für Deine ergänzende Ausführung zum Thema.
    @ThB_ , herzlichen Dank für Deine erläuternde Ausführung, die mir Klarheit verschafft hat. :great:

    Soweit mir bekannt ist, wurde der Begriff "Volksmusik" von Herder geprägt, um die deutschsprachige Musik im aufkeimenden Zeitalter des Nationalitätsbewußtseins abzugrenzen. Weiteres kann jeder Interessierte selbst nachlesen...

    Etymologisch betrachtet stammt "Volk" und "Folk" aus der gleichen alt- bzw. mittelhochdeutschen Wurzel.
    Daraus könnte ich schlußfolgern, dass Volksmusik gleich Folkmusik ist. ;)

    Fakt ist, dass die Musik in "Schubladen", "Genres", oder wie auch immer eingeteilt wird, damit asoziiert sind einfach Klischees.
    Ob wir nun mit dem Begriff "Volksmusik" einverstanden sind oder nicht, wird nichts an der Tatsache ändern, dass diese Unterteilung weiterhin Bestand haben wird.

    Wichtig ist doch die Freude an der Musik als verbindendes Element zwischen Menschen und Kulturen. Und das sollten wir weiterhin betonen und musikalisch leben!:)
     
  10. ThB_

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    Erstellt: 06.04.17   #30
    Die Verbindung "Verschwinden/Sterben der deutschen Volksmusik" - "Nazizeit" wird in nahezu jedem Gespräch über "deutsche Volksmusik heute" als Ursache für den heutigen Zustand angeführt. Diesen Punkt aus dem Anfangsbeitrag #1 zu diesem Thema von @klangschale würde ich gerne genauer beleuchten, da er mir nicht wirklich klar ist.
    Was genau ist es, was die Nazis mit der Volksmusik gemacht haben?
    Und vor allem: worin besteht der Unterschied zur deutschen Klassik, Barockmusik etc., zum deutschen Schlager, zum deutschen Film? Die sind durch die Nazizeit ganz offensichtlich deutlich weniger beschädigt. Selbst bekennender Wagner-Fan zu sein ist nahezu kein Problem. Und der ist ja nun wirklich von den Nazis gezielt benutzt worden und darüber hinaus eine zumindest ambivalente Figur. Propaganda-Heile-Welt-Durchhalte-Filme wie Münchhausen, Quax der Bruchpilot, Die Feuerzangenbowle u.a. wurden/werden nahezu kritiklos weiter gezeigt und geliebt.
    Was ist also in Bezug auf Volksmusik eigentlich anders?
     
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  11. Torquemada

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    Erstellt: 06.04.17   #31
    Nichts. Der Bezug auf die Nazis ist Blabla.
     
  12. klangschale

    klangschale Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.17   #32
    Also, ich hab dafür keinen Beleg, kein Beispiel und auch keine Volks-, Musik- oder Geschichtswissenschaftliche Arbeit darüber gelesen, nur immer wieder sowas in der Art gehört, die Nazis hätten Volkslieder instrumentalisiert, um sowas wie eine nationale Identität zu stützen um "das Volk" hinter sich zu einen*.
    Vielleicht muss man sich sogar eher fragen, warum, zumindest in unserer Gegend bei den Blaskapellen die Marschmusik so popülär ist:evil:und /oder woher sonst das schlechte Image der Volksmusik, was das immer auch genau sein mag, kommt und warum das denn so ist, dass man immer hört, dass die Nazis sie missbraucht hätten. Auch Zupfgeigenhansel konnten, soweit ich mich erinnere, nicht unverkrampft Volkslieder singen, zumindest in der Ansage dazu musste irgendwas "linkes" gesagt werden.


    *vielleicht das das ja so ein ähnlicher Gedankengang wie, dass "die Hippies" immer dran schuld sind, wenn es heute wieder mal eine Misere im Bildungs- oder Erziehungssektor gibt

    und Blasmusikkapellenmusikanten, fallt jetzt nicht über mich her, ich weiß ja, dass böhmische Märsche zur süddeutschen Kultur gehören;)
     
  13. folky Tom

    folky Tom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.17   #33
    Wenn Blaskapellen ursprünglich meist bei Festumzügen o. ä. im Einsatz waren wäre das nicht verwunderlich. Kommt ja auch darauf an, welche Art von Blaskapelle. Eine typische Tanzlmusi hat wahrscheinlich ein anderes Repertoire als eine Stadtkapelle, die vielleicht ihre Ursprünge in einer Militärkapelle hatte.

    Ich zumindest habe einige Laien-Stubenmusiken gehört (und auch in einer gespielt), die ihr Repertoire überwiegend langsam und andächtig spielen, z. T. sicher wegen mangelnden Könnens. Kurz und gut, wenn ursprüngliche Tanzmusik so gespielt wird, dass nichts an deren Charakter erinnert und einfach viel zu langsam und nicht schmissig genug ist - laangweilig. Das war bei mir der Grund, dass ich lange Zeit nichts mehr davon hören wollte.

    Das Argument mit den Nazis habe ich auch schon oft gehört. Richtige Belege dafür kenne ich nicht. Vielleicht ist es aber so, dass nach dem zweiten Weltkrieg sich Musiker dann eher an den neuen und daher coolen Rhythmen des amerikanischen Jazz orientierten. Es gab ja in der amerikanischen Besatzungszone den Soldatensender AFN. Und für gute Musiker, die bezahlte Auftritte wollten gab es wahrscheinlich eher Gelegenheit für "Amis" zu spielen.
     
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  14. saitentsauber

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    Erstellt: 09.04.17   #34
    Was schon auffällt, sind die Versuche, Alternativen zum als unbefriedigend empfundenen Wort "Volksmusik" zu finden. Es gab da (mindestens) mal was mit Polk, natürlich den deutschen Folk und - auf einer der hier verlinkten Websiten gefunden - Volxmusik. Warum diese Versuche?

    Vielleicht deshalb, weil diese Definition vor allem insofern unbefriedigend ist, als es so viele Leute gibt, die nichts machen - der Annahme nach viel mehr Leute als früher oder anderswo. ich habe oben zwei "ostdeutsche" Beispiele verlinkt, die etwa zwei Generationen auseinander liegen und sich u.A. in Bezug auf das Mitsingverhalten enorm unterscheiden (nur um zu verdeutlichen, was gemeint ist; mir ist nicht ganz klar, ob bzw. inwieweit sich das Publikum vergleichen lässt).

    Sie haben vor allem einen Teil "ausgeblendet", wenn wir uns mal einig sind, dass auch Lieder zur Volksmusik gehören (können). Während ein Teil der Tradition weitergeführt wurde, wurde ein anderer gekappt; bei der Wiederaufnahme wurde viel auf W. Steinitz und P. Rohland zurückgegriffen, die vermutlich im Regal der meisten Gruppen und InterpretInnen standen, die sich etwa ab den 60ern aktiv mit deutschen Volksliedern beschäftigt haben.

    Ein Beispiel:

     
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  15. klangschale

    klangschale Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.04.17   #35
    Es gibt übrigens "neuen Stoff"
     
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  16. Puckiliese

    Puckiliese Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.04.17   #36
    Es gibt sehr wohl wissenschaftliche Arbeiten über die Volksmusik in der Nationalsozialistischen Zeit und der damit verbundenen Folgen:
    ich stelle nur einige meiner Suchergebnisse vor. Der geneigte Leser kann sich bei Interesse ausreichend informieren.

    Im Nachbarland Österreich hat Herr Prof. Dr. Thomas Nußbaumer hierzu geforscht und publiziert. Themenschwerpunkt ist Tirol und Vorarlberg, dürfte aber in anderen Gegenden des Reiches ähnlich gewesen sein:
    Seite 42 - 64 über nachfolgenden Link abrufbar.
    https://www.uibk.ac.at/geschichte-e...haftliches_jahrbuch_tlm_2013_musik_und_ns.pdf

    Volkslied und Volksmusik wurden in dieser Zeit instrumentalisiert, nach 1945 wandten sich viele (vielleicht auch unbewußt) von dieser erfolgten Indoktrinierung ab:
    http://www.salzburgervolksliedwerk.at/forschung/symposien/volksmusik-in-der-ns-zeit-und-danach-2015/
    http://www.salzburgervolksliedwerk....sikerziehung-im-nationalsozialismus/?type=100

    Eine Dissertation zum Thema "Der Zugriff der NSDAP auf die Musik" von Herrn Sieb:
    https://repositorium.uni-osnabrueck...:de:gbv:700-2007091013/2/E-Diss699_Thesis.pdf

    Weitere wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Zeitabschnitt gibt es aus der Schweiz von Frau Karoline Oehme-Jüngling, Dissertation an der Universität Basel: "Volksmusik in der Schweiz: kulturelle Praxis und gesellschaftlicher Diskurs", Seite 71 und 72

    ************

    Kurzer Abriß über nichtwissenschaftliche Artikel, die auf weitere Quellen verweisen:

    Ein Artikel in der "ZEIT" geht auf die Problematik Volkslied ein:
    http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-03/volkslieder-ns-zeit

    Volksmusikpflege in Bayern während des Nationalsozialismus, entsprechender Abschnitt:
    https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Volksmusikpflege

    Deutschlandfunk:
    http://www.deutschlandfunk.de/heima...ltureller.1148.de.html?dram:article_id=330046


















    Weitere Stellen zur eigenen Nachlese bei Interesse:
    http://www.deutschlandfunk.de/heima...ltureller.1148.de.html?dram:article_id=330046
     
  17. Torquemada

    Torquemada Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.04.17   #37
    1. Welche "erfolgte Indoktrinierung" meinst du und was hat sie mit der von dir vorher postulierten Instrumentalisierung von Volksmusik zu tun?

    2. Natürlich wandte man sich nach der Besetzung von der nationalsozialistischen Indoktrinierung ab. Nach dem Zusammenbruch war’s ja eher hinderlich, noch offen Nationalsozialist zu sein.

    3. Die Quelle die du da anführst behauptet allerdings eine Kontinuität in der Musikausübung vor, während und nach der nationalsozialistischen Periode:

    Ich denke, die "Volksmusik" verschwand mit dem Generationswechsel, der erst einige Jahre später eintrat, weil da eben Amimusik und ein anderes Klangideal große Mode wurde und dank Radio- und Fernsehtechnik auch sehr schnell überall hin ausstrahlte. Das mit den "Nazis" ist nur nachgeschobene Selbstrechtfertigung.
     
  18. Puckiliese

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    Erstellt: 14.04.17   #38
    Zu 1: Mit der erfolgten "Indoktrinierung" meine ich die "Erziehung, Gehirnwäsche, Manipulation..." des allgemeinen Volkes während der Zeit von 1933 bis 1945.
    Du darfst dabei nicht vergessen, dass auch bereits Jahrzehnte vorher während der Preussischen Zeit - allein durch die elterliche und schulische Erziehung - ein gewisser "Drill" mit "Zucht und Ordnung" herrschte und dadurch die nationalsozialistische Ideologie (zumeist) auf fruchtbaren Boden fiel.
    Volksmusik wurde im Sinne der nationalsozialistischen Lehre eingesetzt. Gerade bei der Hitlerjugend (HJ) und beim Bund deutscher Mädel (BDM) erklangen Volksweisen, oft mit damals veränderten Texten hinterlegt.
    Die Musik des Volkes wurde zum Propagandamittel umfunktioniert.

    Zu 2: Das Volk wandte sich von der NS-Ideologie ab. Bestimmt haben dazu auch die Bemühungen der Allierten Rechnung getragen. Interessant finde ich Dein Wort "offen..." in Deiner These. Es ist hinreichend belegt und wissenschaftlich erforscht (obwohl es lange ein Tabuthema war), dass Funktionäre auf ihren Posten blieben...

    Zu 3: Du zitierst Wolfgang Dreier-Andres. Hier geht es um die Volksmusiksammlung und -pflege in Österreich. Diese begann bereits im 19. Jahrhundert (siehe mein Post dazu zum Thema Bayern und Volksmusik unter Herzog Max....) und wurde einfach fortgesetzt.
    Aus obigem Link zitiert:
    Mitunter stellte man Weichen, die das Regime überdauern sollten: Vielfach treffen wir vor, während und nach der NS-Zeit auf dieselben Personen und Lieder, teils auf dieselben Begrifflichkeiten, Bedürfnisse und Aussagen. Diese Kontinuitäten und ihre zeitlichen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge sind das Kernthema des Vortrags.

    ---------

    Ich gehe davon aus, dass Volksmusikpfleger - egal unter welchen politischen Vorzeichen - ihre Aufgabe großteils als Lebensaufgabe sehen und der Nachwelt einen Fundus an Volksgut bewahren und hinterlassen wollen. Dies ist in meinen Augen kein Widerspruch.
    Ähnliches haben wir in Bayern. Siehe mein Link zur Heimatpflege.

    Ein weiteres Beispiel ist der aus Bruneck im heutigen Südtirol stammende Hannes Mahrenberger.
    http://www.78erplatten.at/mahrenberger.html
    Bei Akkordeonisten dürfte das Büchlein "Alpenkranz in Lied und Tanz" bekannt sein. Neben der Sammlung von Liedern und Volksweisen, die er nach Gebieten ordnete, widmete sich Dr. med. Mahrenberger der Beschreibung der verschiedenen Volkstanzgattungen, arbeitete gebietsübergreifende Gemeinsamkeiten heraus... Insgesamt ein beeindruckendes Werk.


    Dass die "Amimusik" Mode wurde, sei unbestritten. Jedoch wurden die deutschen Rundfunkanstalten im Westteil der Bundesrepublik nach 1945 von den Aliierten (Westmächte) kontrolliert und es durfte nur gespielt werden, was vorher von den eingesetzten Kommissionären für gut geheißen wurde. (Deswegen die Form der öffentlich-rechtlichen Anstalt und keines Staatssenders).
    Ähnliches galt für schriftliche Publikationen.

    Genug der Ausführungen nun am Karfreitag. Ich höre gerade - dem Festtage angemessen - die Matthäuspassion von J.S. Bach.

    Und vielleicht schaffen wir es ja, wieder den Bogen zum Kernthema "Selbstverständnis und Außenwahrnehmung von VolksmusikErn" zu schlagen nach diesem doch recht umfangreichen historischen Diskurs.

    Euch allen wünsche ich schöne Osterfeiertage!
     
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  19. Torquemada

    Torquemada Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.17   #39
    So ein Unsinn.

    Bitte, das ist doch allzu simplizistisch

    "Musik des Volkes" -- Musik des Volkes heute sind Helene Fischer, die Toten Hosen & Vivaldi, Ed Sheeran & Burak Yeeter. Was soll denn das sein, "Musik des Volkes"?
     
  20. Puckiliese

    Puckiliese Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.17   #40
    Ist das alles (an Argumenten), was Du dazu zu schreiben hast?

    Ich wünsche Dir und allen Mitlesern frohe Osternfeiertage.
     
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