Wandern wir ein paar Jahrzehnte zurück in der Gitarrengeschichte - damals wurde einfach probiert, Gitarren lauter zu machen - irgendwann wurden dann die magnetischen Tonabnehmer erfunden und auf eine (akustische) Gitarre geschraubt. Das sind die heute sogenannten vollakustischen E-Gitarren. Diese Gitarren hatten den Nachteil, dass wenn man den Verstärker zu weit aufdrehte, der Korpus (die Decke) der Gitarre angefangen hat mitzuschwingen und so auch die Saiten. So eine Art Teufelskreis *lol* Saiten schwingen, Verstärker verstärkt die Schwingung und die Gitarre schwingt dazu, diese Schwingung wird abgenommen und verstärkt - Feedback eben.
Dann kam eine Person namens Les Paul (Lester Polfus) und hat sich eine Gitarre aus einem massiven Holzblock bauen lassen, damit der Korpus nimmer so einfach mitschwingen kann. Das Feedbackproblem war gelöst, aber die Gitarre hatte ein komplett anderes Verhalten, was Schwingung und Klang anging. Entsprechend kam nicht allzuviel später dann das Mittelding zwischen vollakustischer und massiver E-Gitarre: Die Semiakustische. Hier ist ein massiver Block in der Mitte, der den Korpus vor zu intensivem Mitschwingen schützt, aber dennoch sind "akustische" Klangräume vorhanden, die das Schwingungsverhalten wieder in Richtung akustischer Gitarre bringen. Klanglich, optisch und funktionell also ein in gewisser Weise gut gelungener Kompromiss.
Auch vollakustische E-Gitarren (ohne Sustainblock) wurden etwas verändert, indem die meisten einfach eine deutlich dickere Decke bekommen haben, was dann klanglich und funktionell zwischen semiakustischer und ursprünglicher vollakustischer E-Gitarre liegt. (Rein akustisch gespielt ist sie aber entsprechend deutlich leiser als eine ursprüngliche Vollakustik).
Kurz:
Man KANN auch verzerrt (ganz leicht angezerrt sollte kein Problem sein) spielen, wenn man eine Gitarre ohne Sustainblock hat, aber es wird doch deutlich schwieriger.