Semihollow Ibanez AS103 oder JSM10

  • Ersteller mk_sound
  • Erstellt am
M

mk_sound

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
16.04.21
Mitglied seit
31.03.05
Beiträge
55
Kekse
5
Hallo,

ich habe eine Ibanez AS103, liebäugele aber mit einer JSM10. Kennt jemand vielleicht die beiden Gitarren und kann mir etwas zu den Unterschieden (Sound, Spielgefühl,...) sagen? Ist eine der beiden aus irgenwelchen Gründen zu bevorzugen oder gibt es irgendwelche bemerkenswerte Schwachpunkte?

Bin für jede Info dankbar.

Mit musikalischem Gruß
Martin
 
bagotrix

bagotrix

Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
18.04.21
Mitglied seit
13.08.11
Beiträge
4.720
Kekse
64.800
Ort
Kraichgau
Hi,

die JS10 konnte ich leider noch nicht selbst anspielen, die Unterschiede sind auf dem Papier allerdings minimal. Materialien, PUs und Halsdimensionen sind sich sehr ähnlich (letzterer nach den Werksangaben zu Dicke und Breite sogar gleich), die Kopfplatte (bei der JSM etwas kleiner und mMn eleganter) ist noch der offensichtlichste Unterschied. Von Sound und Spielgefühl unterschieden sich einzelne Exemplare wahrscheinlich mehr als die Modelle grundsätzlich. Das Ebenholzgriffbrett (wie bei der mir bekannten AS153) fühlt sich aber schon feiner an und ist wohl mitverantwortlich für den etwas strafferen, transparenteren Grundsound.

Bei der AS103 wurden Super 58 Custom PUs verwendet. Hier gibt es widersprüchliche Angaben, irgendwo wurde mal behauptet, die Custom hätten Ceramic-Magnete, an anderer Stelle hieß es, sie hätten AlNiCo III wie die Super 58, die in der JSM10 werkeln. Angeblich seien die Customs mit Ceramic-Magneten daran zu erkennen, dass das Cover graviert ist. Ibanez hält sich da immer sehr bedeckt, aber die Super 58 Custom sind wohl einfach günstigere chinesische Nachbauten der japanischen Super 58. Um die Verwirrung komplett zu machen, werden bei den Gitarren-Specs auf der Ibanez-Website die Super 58 Custom manchmal auch einfach als Super 58 bezeichnet... Ich möchte aber nicht ausschließen, dass der höhere Preis der JSM japanischen Original-Super 58 geschuldet ist, vielleicht legt Mr. Scofield darauf auch bei der günstigeren Version Wert. Ich persönlich empfinde die japanischen Super 58 zwar als gute PUs, würde sie aber vermutlich eh gegen welche austauschen, die mir mehr liegen - und das können durchaus auch günstige sein, also lass Dich da lieber vom persönlichen Eindruck leiten.

Die AS103 stammte mWn aus China. Bis auf den etwas klobigen, weil schon am 17. Bund liegenden Halsansatz (den alle nicht-japanischen Ibanez-Semis einschließlich der JSM10 gemeinsam haben) hat mir die auch immer gut gefallen. Die Verarbeitung war im Detail nicht immer perfekt, aber nichts, was mich besonders gestört hätte. Manche aktuelle chinesische Gitarren sind da schon eine andere Stufe, wie zB die Eastman Semis - kosten aber auch mehr.

Die JSM10 wird inzwischen allerdings in Indonesien gebaut, und in den letzten Jahren sind mir einige wirklich sehr gute Gitarren mit dieser Herkunft aufgefallen, auch bei Ibanez. Die Verarbeitung wirkt auf mich im Detail feiner, ausgereifter als noch vor ein paar Jahren. Die Fretjobs sind meistens ziemlich gut, gelegentliche Ausreißer gibts in den unteren Preisklassen natürlich immer eher. Wenn ich mir die AZ-Serie ansehe, die sich in ähnlichen Preisklasse bewegt, stehen die indonesischen den japanischen mMn kaum nach.

Einen riesigen Qualitätssprung würde ich bei Semis dieser Preisklassen trotzdem nicht erwarten, da muss man bei Ibanez mMn dann schon in Richtung MIJ gehen. Aber etwas erwachsener fühlen sich diese Mittelklasse-Modelle schon an, wie ich an der AS153 feststellen konnte, die der JS10 noch am nächsten kommt.

Wie gesagt, ich würde noch ein paar andere Hersteller in meine Überlegungen einbeziehen, denn Stanford, Eastman und D'Angelico bieten in dieser Preisklasse auch einiges, nicht zu vergessen die PRS SE Semi Hollow.

Gruß, bagotrix
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
B

Blademage

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
18.04.21
Mitglied seit
23.05.11
Beiträge
231
Kekse
250
Ort
Wien
Ich bin vor einiger Zeit vor der Wahl in dem Segment gestanden und hab mich durch einige (Vorführer, junge und ältere) vornehmlich von Ibanez durchprobiert.

Dabei ist mir ein ganz wichtiger Punkt aufgefallen: Wie wenig Unterschied doch tatsächlich ist. Eine Epiphone Dot versinkt schon beim Anblick einer AS73 vor Scham im Boden. Ab da ist es echt nur Geschmackssache und wie sich im Lauf der Wochen herausstellte - Serienstreuung und Einstellungssache. Die AS153 ist ein tolles Instrument, da fühlte sich der Hals genauso an, wie bei meiner 78er Performer:) Die JSM20 wirkte da etwas gibsoniger (klobig klingt so wenig elegant), aber auch sehr "vintage" vom Spielgefühl und irgendwie frischer im Klang.

Am Ende der Suche (wo ich auch andere Marken in der Hand hatte) stand dann für wenige Wochen eine blonde AS103 mit "Super 70s" und den Feintunern. Da ich einem Flehen, mir dafür € 300,- mehr zu geben, als ich bezahlt hatte, nicht widerstehen konnte, hab ich mir dann vorübergehend eine Harley Benton HB35 Pro zugelegt als ex-B-Stock um € 120,- (Also um knapp € 700,- reicher und keine Gitarre ärmer). Und da war ich erst entsetzt: Zwar einige Verarbeitungsmängel an den F-Löchern und am Halsübergang etwas Leimdunst im Lack, billige Potis, und naja - eher Liga einer AS53, aber hey - sie spielt sich 1A mit ordentlicher Hardware und klingt nicht schlecht - und das für € 120,-.

Wenn mir wieder eine AS103 der ersten Serie unterkommt, werde ich die aber wieder nehmen, sie gefiel mir doch besser als die neuere AS153.
Also meine Empfehlung geht an die AS103 mit den Super70s die mehr nach vintage Ibanez geklungen hat, wobei sich die AS153 mehr danach angefühlt hat.

Ich bin inzwischen aber über die AGS73 auf die neue Artist520 gekommen, da mir kleinere Bodies mehr liegen und da habe ich mich, fürchte ich, verliebt. Leider gibts noch keine Vorführer oder Rückläufer und neu ist sie es mir, da ja trotzdem im Grunde nur "eine weitere Les Paul", nicht wert^^

Ich weiss, dass ich keine große Hilfe war, die Entscheidung ist verdammt schwer. Aber vielleicht kannst Du ja auch, wie ich, einige Instrumente probieren und Dein Gefühl entscheiden lassen...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
bemoll

bemoll

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
15.04.21
Mitglied seit
28.10.14
Beiträge
543
Kekse
3.387
Ort
down by the river
Ich habe seit einiger Zeit eine JSM20 und bin sehr zufrieden. Insbesondere die Halsform liegt mir sehr, nachdem ich den einer AS93 (?) für meine Griffel als zwar okay, jedoch einen Tick zu klobig empfand. Soundmäßig bietet mir die JSM20 genau die Töne für Jazz/Blues, die ich im Kopf habe, macht immer wieder Spaß, sie in die Hand zu nehmen: für anderen Kram hab ich eine AZ24Prestige (auch ein tolles Arbeitsgerät).
Es kann übrigens durchaus sein, das die Halsformen der JSM 10 (Violinburst) und der JSM20 (black) unterschiedlich ausfallen.
HTH
 

Ähnliche Themen

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Oben