Dann drück Dich mal genauer aus. Detune wurde nur als kleiner "Überziehungseffekt" eingebaut, der erst bei den letzten 10 % Kraftaufwand zusammen mit etwas Distortion Realismus simulieren soll.
Echte Akkordeonisten schimpfen darüber und streben nach Stimmstabilität. Virtuelle Akkordeonisten könnten den glattesten Frequenzverlauf haben, den man sich überhaupt vorstellen kann und sie schimpfen ebenfalls darüber und bauen Detune-Effekte. So muß man sich eben mal Gedanken machen, wie man es denn eigentlich genau haben will.
Im Moment kann man mit Pedal oder Hilfsknöpfen in einem definierten Bereich in einer festgelegten Zeit pitchen. Das ist recht statisch und trotzdem effektiv.
Man könnte die Spieltasten oder Knöpfe zuhilfe nehmen, die stufenlos beim Schließen die Tonhöhe pitchen, beim Öffnen aber eher abhängig von Balgdruck und Zugrichtung explodiert (ganz wie in echt - nicht wahr?) ABER:
Dies ist eine recht übe-intensive Angelegenheit! Bei schnellem Spiel auf einem mittleren Ton (hattest Du Blues erwähnt?) ist das kaum zu schaffen. Warum soll man also eine Sache implementieren, die technisch aufwändig ist und vom Spieler Unmögliches verlangt, wenn es ein einfaches Mittel gibt, das auch für den Spieler viel praktischer sein könnte?
Soll es unabhängig von den Knöpfen passieren, also nur am Balg hängen? Mit einstellbarem Treshold und Wertekurve? Dann pitcht Du ab Mezzoforte den Ton wie eine Banane. Das wird auch nicht alle befriedigen. Vielleicht ist ein zwischengeschaltetes Pedal die Lösung, das dem Balg mit seinem Treshold erst erlaubt zu pitchen? Oder hast Du noch eine andere Idee??? Aftertouch ... gibts schon. Volumenpedal ... kein Problem. Masterbar ... unpraktisch. Vielleicht ein Pflichtkaugummi, der rechts pitcht wenn man rechts beisst und links pitcht wenn man links beisst - druckabhängig und funkferngesteuert - versteht sich.
(Ein geschätzter französischer international tätiger Pädagoge empfahl einer Freundin letztens das Legato mit den Augenbrauen zu gestalten

. Vielleicht wäre also in dem Zusammenhang auch ein Mimiksensor denkbar, der die Augenbrauen scannt um Töne zu verbiegen.)
Nicht zuletzt kommt es auch ein bischen auf den Klang an. Das Bending klingt im Moment eh genauso künstlich wie bei jedem Keyboard. Man müßte eine komplett andere Tonerzeugung haben, in Richtung physikalisches Modell, damit auch nicht nur die Tonhöhe sondern auch die gequälte Farbe berücksichtigt wird.
Die User Scalen könnten nicht nur die Stimmung sondern auch kaputte Töne beinhalten, die einzelne Zungen einfach auslassen oder verstimmen und Lederflattern simulieren. Na gut - wer's braucht ...
Am Ende macht Dich die Parameterflut zu einem Instrumentenbauer.
Der Experte für den Luftverbrauch war übrigens nicht abwesend. Es ist schlicht eine große technische Herausforderung (und wie ich finde letztlich völlig überflüssig), einen unnötigen Luftdurchfluss zu gewährleisten, der auch noch auf Dinge reagiert, die garnicht wirklich passieren.
Ich bin sicher, die arbeiten dran - weil der Kunde es so will. Ein neues Modell wird dann teurer und schwerer, die Spielbarkeit geht in Richtung Natürlichkeit mit all den sich daraus ergebenden Vor - und Nachteilen. Es wird nicht besser, nur anders. Ich finde es gäbe Wichtigeres und auch einfacher zu Bewerkstelligendes als das.
Es ist auch nicht so, dass den Entwicklern die Fantasie fehlt. Aber man muß eben immer auch einen Blick auf den Preis und den Markt haben. Ein lästiges gesellschaftliches Phänomen, das viel Vernunft und Innovation killt.