Songwriting Rap, Rhythmus usw.

von anton_egal, 19.08.20.

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  1. anton_egal

    anton_egal Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.20   #1
    Hi Leute,

    mittlerweile bin ich endlich dabei Texte zu schreiben. Wenn ich nachsinge ist das kein Problem, aber das in meinen Kopf reinzubekommen wie ich wo anfange auf einen ''leeren Trapbeat'' ist schon anders.

    Also wie ich höre besteht ein Lied oder Raptext (den ich gerade schreibe):

    Erster 4/4-Takt: bum bum k
    Zweiter 4/4-Takt: bubum bubum bubum k

    Auf bum beim ersten 4/4-Takt fange ich an also ist es quasi die 1/4 stimmts? Naja mein Kollega ist ja Rapper, er sagt die 1 und die 4 betonen. Mein Gesanglehrer sagt aber beim rap wird immer 2 und 4 betont.

    Ich kann ja schon die Takte mitzählen, aber mir ist nicht so ganz klar, wo ich anfange und was ich betone. Was die 1 und was die 2 nun ist und was ich nun wo betone. Wenn ich das weiss, weiss ich wie ich Texte schreibe.
    Bin für jede Hilfe dankbar:D:engel:
     
  2. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 19.08.20   #2
    In der Musik können sich das Spiel mehrerer Stimmen/Instrumente überlagern und dabei unterschiedlich betonen.
    So gesehen haben dann beide recht, die Fraktion TV-Publikumsklatschen (Kollega) und die Fraktion Gesangslehrer (Backbeat).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Backbeat

    Gruß Claus
     
  3. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.20   #3
    Mit Metronom üben, die meisten (digitalen) Metronome machen auf der 1 einen anderen Klick.

    Das Betonen darfst du machen wie du willst, der "Standard" für 4/4 ist Schwer-Leicht-Mittelschwer-Leicht.
    Aber ich habe den Eindruck, du versuchst gerade das, was Google ausspuckt wenn man "Rhythmus" reinklopft in Gesang umzuwandeln -
    Ein Stück wird es aber erst, wenn man eben irgendetwas zusätzlich zu einem etablierten "Puls" macht. Eine Uhr etwa macht ja einen perfekten 2/4- bzw. 2/2 Takt mit Klick-Klack-Klick-Klack-.... aber das in Reinform wird kein Mensch als Musik wahrnehmen.

    Jedenfalls, ein bisschen Grundnomenklatur wirst du dir mal zulegen müssen:
    Bum bedeutet?
    Bubum bedeutet?
    1/4 bedeutet?
    Sorry, jeder kann in seiner kleinen eigenen Welt schalten und walten wie es ihm oder ihr gefällt, aber du erwartest doch nicht ernsthaft, dass das außerhalb deines Kopfes jemand versteht.
    Bitte klarer ausdrücken lernen (das ist auch durchaus zuträglich zum weiteren einlesen zu dem Thema) oder zumindest irgendwas greifbares (bzw. hörbares) verlinken/hochladen (ist ja egal ob von dir oder irgendein YT-Beispiel mit "genau das bei 0:42-0:48 mein ich"), so ist das ein Rätselraten was da vielleicht wie gemeint sein könnte und qualifiziertes Antworten ist ein Ding der Unmöglichkeit wenn man davon ausgehen muss, dass du die allermeisten Worte nicht verstehst.

    Grüße
     
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  4. anton_egal

    anton_egal Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.20   #4
    Achso. Naja der Rapper sagt ich soll auf ''Klack'' (Glaub es wird als Schlag bezeichnet etwa so ein Klacken oder wie man das nennt) anfangen... aber ich glaube irgend wie gestern einen Raptrack gehört zuhaben, wo der Typ auf den Bass angefangen hat.

    Ich müsste quasi nur wissen wo man in der Regel anfängt und wo es nicht üblich ist anzufangen... Nur damit ich erst mal üben ohne Ende kann und erst mal in den (Zeit)Rhytmus einfühlen kann
     
  5. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.20   #5
    Hä??
    "auf den Bass angefangen hat"?
    Bis jetzt hätte man mit viel Fantasie noch versuchen können, die "Standardgeräusche" eines Metronoms in deine Ausführungen hinein zu interpretieren. Oder eines simplen Base - Snare - Base - Snare Drumrhythmuses (was jetzt schwierig wird weil ich deinen letzten Beitrag eher so lesen würde, dass die Basedrum nicht auf 1 und 3 kommt).

    Bitte lad dein Klack-Bumm-irgendwas hoch, was auch immer du uns sagen willst, so funktioniert das nicht :o
    Ich vermute, du hast irgendeinen Drumrhythmus im Kopf, aber wenn du den nicht mit uns teilst und irgendwas mit sehr kreativen Ausdrücken zusammenzimmerst wird das ziemlich schwierig werden.

    Wo du willst. Jeder, der sagt "Das muss so" verfügt über einen ziemlich beschränkten Horizont.


    Zuerst mal: Einen 4/4tel takt zählt man so:
    Eins - Zwei - Drei - Vier (in Vierteln)
    Eins - und - Zwei - und - Drei - und - Vier - und (in Achteln)

    Du kannst auf der 1 Anfangen
    Du kannst auf der 2 Anfangen
    Du kannst dazwischen auf 1und anfangen (das ist die zweite Achtelnote)
    Du kannst auf 4 oder 4und Anfangen (eher "hinten"), dann nennt man es Auftakt.
    .....
    ..

    Du fragst gerade, wo man aller Regel nach pauschal den Pinsel ansetzen sollte, wenn man ein Bild malt, Mitte, Oben, Unten oder doch besser rechts?
    Welche Antwort würdest du auf diese Frage geben? :rolleyes:


    EDIT
    Verstehe ich das richtig?
    Du hast kein konkretes Übungsstück, sondern willst quasi "improvisierend üben"?

    Ein paar gescheite Übungsstücke, die dir gefallen und von denen du - wichtig! - eine konkrete Vorstellung im Kopf hast ordentlich zu lernen ist um einiges ergiebiger als musizieren UND improvisieren gleichzeitig zu lernen.
    Das ist sonst, wie wenn ein anfangs komplett überforderter Fahranfänger zusätzlich in unbekannten Niemandsland fährt und zusätzlich zu Kupplung, Schalten, "Ahhhhh, neben dem LKW komm ich nie vorbei",.... auch noch Verkehrsschilder lesen und das Navi bedienen muss während er fährt.
    Was wird er machen?
    Vermutlich überfordert stehen bleiben.

    Grüße
     
  6. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 19.08.20   #6
    Diese Art von Regel gibt es nicht.
    Du kannst auf jeder vollen Zählzeit genauso anfangen (1,2,3,4) wie dazwischen, das wären die "und" bei 1 und 2 und 3 und 4. Es gibt übrigens noch weitere rhythmische Möglichkeiten.

    Wenn Du den Beat in dir aufgenommen hast fängst Du am besten dort an, wo Du ein gutes Gefühl hast.
    Das Ergebnis hörst du dir dann an und wenn das nicht so toll war, dann kannst Du überlegen, ob ein bisschen früher oder später anfangen besser wäre.
    Rhythmus im Rap, Hip Hop usw. kann ich nur an Beispielen konkret erklären, die Du dafür aber bereits gut kennen solltest.

    Gruß Claus
     
  7. anton_egal

    anton_egal Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.20   #7
    Danke für die schnelle Rückantwort. Wo soll das erste Wort bei einem Metronom denn drauf legen. 1 (dieses andere Klicken) oder auf die 2 (2/4)?

    Nicht ganz. Ich werde etwas zwischen dem Rappen und singen machen. Finde es so flexibler und ist mir eh lieber. Und Rhytmus ist für mich zunächst mal
    nur das Zeitgefühl und die Betonungen. Mag sein das das nicht ganz richtig ist, aber für den Anfang reicht es erst mal. Jeden Tag dazu lernen halt.
    Da gebe ich dir vollkommen Recht, aber was meinst genau mit erablierten ''Puls''?

    Dazu ist Corona nicht die beste Zeit mit 2 Meter Abstand das von seinem Musiklehrer abzuverlangen :) Sorry tatsächlich, dachte es wäre üblich das so zu bezeichnen, so eine Nomenklatur führte unser Tanzlehrer ein :D

    Mir ist aufgefallen, dass ein Rap sich so aufbaut:

    1 Zeile: 2 mal Bassschläge und 1 mal Schlagzeug. Dies soll 4/4 Entsprechen und dem so bezeichneten ''bum bum k''
    2 Zeile: 2 schnelle hintereinander kommende Bassschläge, welche 3 mal vorkommen hintereinander und anschließend ein Schlagzeug. Entspricht 4/4 und dem so bezeichneten ''bubum bubum bubum k''
    1/4 ist genau der Schlag bei mir. Aber ich glaube eine fangen auf 3/4 an, also da wo der Bass meist ist oder?
    --- Beiträge zusammengefasst, 19.08.20, Datum Originalbeitrag: 19.08.20 ---
    Super, dachte da war was mit 2 und 4 betonen. Und vor allem die neuen ''Popgesangrapper'' in den Charts betonen ja gerade etwas länger, ich meine diese ganze Autotuneleute.

    Interessant. Dann werde ich das dann auch so machen und weiterüben.
     
  8. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 19.08.20   #8
    Bitte gib doch noch einen konkreten Youtubelink als Beispiel zu dem, was Du meinst.
    Worauf es dir ankommt, kann man dann viel besser diskutieren.

    Gruß Claus
     
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  9. Palm Muter

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    Erstellt: 19.08.20   #9
    Du verstehst wohl weder mich noch den mit wesentlich mehr Wassern gewaschenen Claus::o
    Ich glaube, du hast irgend so eine fixe Idee, dass es da ein 0815-Schema gibt.
    Ich verspreche dir, dass ich egal zu welcher Musikrichtung, und mal nur auf 4/4-Takt beschränkt quasi unerschöpflich viele Beispiele für funktionierende Songs finde, die sowohl auf 1, auf 1und, auf 2,..... bis hin zur achten Achtel einsetzen.
    Ich bemühe nochmal meinen Pinselvegleich:
    --- Beiträge zusammengefasst, 19.08.20, Datum Originalbeitrag: 19.08.20 ---


    Ich hab eine Idee:
    @anton_egal
    Kannst du ein, zwei Textzeilen von dem, was du in ein Stück gießen willst zitieren?
    Ich hab heute Abend etwas Zeit, dann zeig ich dir ein paar Variationen.
    (Ich kann natürlich auch irgendwas nehmen aber so ists vermutlich zielführender)
    Dann gibt's in dem Thread auch handfeste Beispiele zum diskutieren (und erklären).

    Grüße
     
  10. anton_egal

    anton_egal Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.20   #10
    Ja das Metronom macht 2 verschiedene Geräusche. Meinte mit dem Bass einen echten Rapbeat, ich sorge selbst für Verwirrung ich weiss.
    Dazu folgender Link ein typischer Rapbeat:


    Vermutlich keinen universal beschränkten Horizont, aber bezüglich Musiktheorie schon. Heute gehört zur Musik außer Musiktheorie noch viiiiiiiiele andere Sachen dazu etwa die richtige Anwendung von 50 Effekten auf ein Lied... Da habe ich auch viel zu tun halt!

    Ja das kommt schon sehr nah dem was ich hören wollte, danke zunächst mal :D

    Stimmt auch wieder.

    EDIT:

    Doch ich habe reichlich singen geübt. Mit Autotune ist das keine große Sache mehr. Jetzt wird Zeit den Rhytmus zu kapieren und Rap zu lernen.
    Denn was habe ich davon, wenn ich perfekt Cover singen kann aber vor einem Beat einfach nur rumstehe und verzweifle und den nicht treffe.
    --- Beiträge zusammengefasst, 19.08.20, Datum Originalbeitrag: 19.08.20 ---
    Natürlich gerne, aber schicke es dir per pn
     
  11. Palm Muter

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    Erstellt: 19.08.20   #11
    Wenn du perfekte Cover singen kannst, dann triffst du auch den Beat - ich verstehe von Rap genau Nüsse aber das ist allgemein gültig^^.

    Und naja, was hat ein Kind davon, wenn es alles nachplappert, was seine Eltern sagen, auch wenn es vieles davon gar nicht versteht?
    Lediglich die Bausteine zum eigenständigen bilden von Sätzen, wer braucht die schon? :D

    Bei Musik ists nicht anders.
    Zuerst nachplappern, dann zerlegen, dann draus eigene Sätze bauen. Umgekehrt geht schwer;)

    Du scheinst recht...... "mechanisch"/"PCisch" geprägt zu sein.
    Für die allermeisten Menschen gehört zu Musik (machen) als erstes mal viiiiiiiiiiiel "heilige Schei*e das dauert mindestens 100 Jahre bis aus dem Ding die Töne so rauskommen wie ich mir das vorstelle".
    Aber mal egal, danke für die PN, ich werd mal schaun was mir alles einfällt das in einen 4/4 Takt zu gießen - man liest irgendwann des Nachts von mir.

    Grüße
     
  12. anton_egal

    anton_egal Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.20   #12
    Stimmt natürlich. Aber da sind ja die Worte beim Cover vorgegeben und vorgemacht. Bei einem Beat muss ich die passend machen, dazu ausdenken und an richtigen Stelle einsetzen.

    Hahaha wahrscheinlich könnte ich ja auch tatsächlich etwas in die ähnliche Richtung machen.
     
  13. Palm Muter

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    Erstellt: 20.08.20   #13
    [work in progress]
    ist gestern natürlich doch noch bissl was dazwischen gekommen.

    Anregeung fürn an den nächsten Mod der hier drüber liest:
    (guten morgen Claus?:rolleyes:)

    Ich bastle gerade ein paar 4/4 Takte und ein paar prinzipielle Möglichkeiten, wie man da "rhythmisch einsteigen kann" - und wenn ich nicht komplett versage wird es sicher keine nennenswerte Schöpfungshöhe erreichen, aber fürs allgemeine Verständnis sollts reichen. Jedenfalls: 4/4 Takt, zählen, einsetzen, was ist ein Auftakt, welche Worte benutze ich außer Bum und Bubum damit man weis was ich meine,.... ist das nicht im Einsteigersub wesentlich besser aufgehoben?

    Grüße
     
  14. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 20.08.20   #14
  15. Palm Muter

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    Erstellt: 20.08.20   #15
    Dachte ich auch, aber meine Idee schaut grob so aus:

    Ich hab daheim keine gescheite Aufnahmemöglichkeit und unabhängig davon deckt sich die Qualität meiner Gesangskünste mit der einer China- Markenfälschung von vor der Jahrtausenwende, aber ich kann mit GP notieren, mp3s exportieren (Der "Gesang" wird dann eben wortlos instrumentiert) und hab dann schön ein Bild mit nem Soundcloudlink drunter - so kann man auch schnell verhältnismäßig viel Inhalt produzieren.

    Und dann schematisch aufbauen:

    Das is ein 4/4 takt
    Das ist ein 4/4-Takt mit Offbeat
    Das sind mehrere 4/4 Takte...
    (mit jeweils bissl allgemeines dazu)

    Und dann Wörter in Silben zerlegen und ein paar Möglichkeiten suchen, die halbwegs passend da hinein zu kleistern.
    Und dann natürlich ein paar Zählübungen bzw. "Wie treff ich das wenn ich mich nicht an einem Playback festhalten kann"

    Das ist so allgemein und grundsätzlich das mir das Anfängersub treffender erschien - ich hoffe ich werd heut fertig, wo's besser aufgehoben ist kann man dann ja noch immer überlegen.

    Grüße
     
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  16. anton_egal

    anton_egal Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.20   #16


    Minute 2:40 kommt ein Bass. Der Bass wäre die 1 bei mir. Er fängt aber an zwischen 1 und 2 (eher wollte er vorher die 2 treffen). und hört auf mit diesem Wort ''e'' welches sich wie yeeeah anhört). Kapiere nicht ganz wo er aufhört. Weil es hört sich an, als würde er in der nächsten Zeile auf 1 (genau) anfangen.
     
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  17. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.20   #17
    Also, der Plan ist: Wir fangen bei vier Vierteln an, machen es schrittweise zu etwas, was zumindest den Anschein von Groovigkeit erweckt um mal ein paar rhythmische Grundlagen heruazukehren, teilen den Text den mir der TO hat zukommen lassen zuerst möglichst einfach auf Noten auf und spielen ein bisschen damit bis es den Anschein einer irgendwie funktionierenden Gesangslinie erweckt und was mir dazwischen so einfällt hoffentlich nicht ganz sinnlosen Kommentaren und am Ende erkläre ich dem TO, dass er nach dieser vermutlich nicht ganz weichen Lektüre keinen Deut besser geworden ist und ob er will oder nicht wohl verdammt viele Stücke wird lernen müssen :rolleyes:.
    Eine Grundvoraussetzung haben wir allerdings: Wer eine chronische Abneigung gegen Noten hat, sollte hier zum lesen aufhören.

    Als erstes brauchen wir mal einen Puls:

    Grundpuls.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/grundpuls

    Das hat an sich noch nicht soviel mit Musik zu tun, eine Maschine die in der selben Frequenz auf etwas draufschlägt produziert genau dasselbe.
    Was man aber an der Stelle dazu sagen muss:
    Ich spiele das natürlich nicht ein, sondern klopf es in ein Notensatzprogramm und lass es von einen emotionslosen Computerprogramm abspielen. Würde man die obige Zeile einem Drummer vor die Nase setzen würde er speziell die erste Note betonen, je nachdem wie genau ers nimmt die dritte etwas, alleine dadurch beginnt es schon ein bisschen wie Musik zu arbeiten.

    Ansonsten, viel gibt es hier noch nicht zu sagen. Ganz links oben steht, dass 100 Viertelnoten pro Minute gespielt werden, sprich 100bpm, also die Geschwindigkeitsangabe.
    Der fette Doppelbalken ganz rechts bedeutet, dass wir in keinem definierten Tonraum sind (wie es ein Violin- oder Bassschlüssel vorschreibt), was nichts anderes bedeutet, als dass das "Perkussionnoten" sind. Dazu später noch ein paar Worte.
    Das 4/4 sollte klar sein, ein Takt besteht aus 4 Viertelnoten.

    "1/4" bedeutet "Einvierteltakt", genauso wie "4/4" Viervierteltakt bedeutet. Punkt.
    Wenn man den Zeitpunkt meint, zu dem die erste Note in einem der obigen Takte erklingt meint, dann ist das entweder "die erste Viertel" (das wäre die Note bzw. der tatsächlich erklingende Ton) bzw. allgemein "der erste Schlag" (es kann ja dort auch eine Pause sein oder noch ein Ton vom vorherigen Takt klingen, siehe nächstes Bild) oder in kurz "auf 1". Nachher mehr dazu wenns ums zählen geht.

    Grundpuls_X.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/grundpuls-x

    Jetzt haben wir 3 neue Mitspieler, die Viertelpause am Beginn von Takt 2, eine offene HiHat am Ende von Takt 3 bzw. Anfang von 4 (muss sich keiner merken, bei Drums sind wir wie schon erwähnt in einem etwas anderen "Tonuniversum" unterwegs, wo die Noten keinen harmonischen Kontext darstellen, sondern schlicht jede Note für ein bestimmtes Teil steht, auf das ein Drummer draufhauen kann. Deswegen heißen sie nicht a,b,c,d,..g#,eb usw, sondern wirklich so, wie das jeweilige Drumteil heißt. Auch die "ge-X-te" Note, durch die sie dargestellt wird ist nur für Drummer relevant) und - das bitte merken, wird nachher wichtig - ein sogenanntes Legato , gern auch "Bindebogen" genannt, zwischen den beiden Hihat- Tönen.

    Die Viertelpause ist einfach, sie macht dasselbe wie eine Viertel, nur dass solange eben NICHTS klingt.
    Die HiHat ist deswegen da, weil ich für das Legato etwas brauche, was länger klingt als die Basedrum - weil, man kann und darf in einen 4/4-Takt ja nur genau die "Zeit" an 4 Viertelnoten hineingeben.
    Das Legato bedeutet nun, dass die HiHat obwohl "ihr" Takt aus ist trotzdem weiter klingen soll, und zwar in diesem Fall noch eine Viertel lang.

    So, jetzt wirds allmählich mal Zeit, dass das anfängt sich wie ein Rhythmus anzuhören.
    Dazu nehmen wir die sog. Snare mit ins Boot. Laut Lehrbuch ist in einem 4/4-Takt der erste Schlag schwer und der dritte mittelschwer betont. Der Einfachkeit halber setzen wir mal einfach sowohl auf 1 als auch auf 3 eine Snare:
    Beat.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/beat

    Immerhin schon das ticken einer sehr tiefen Uhr. Aber wenn man es direkt vergleicht kommt wohl kaum einer umhin festzustellen, dass sich das schon eher wie Musik anhört. Aber von dem, was man normallerweise als Schlagzeug so kennt, sind wir noch ein Stückchen weg.

    Hohlen wir unsren Freund von vorher, die HiHat, wieder ins Boot. Da beim 4/4-Takt ja offenbar die 1 zu betonen ist, klatschen wir Sie mal genau dorthin:
    Beat_Hihat.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/beat-hihat

    Jaaa, bisschen tut sich was, aber noch immer irgendwie lahm. Vor allem dieses undefinierte verklingen.
    Jetzt muss man wissen, die Hihat ist dieses "Doppelbecken", wo der Drummer normallerweise seinen Nicht-Basedrum-Fuss drauf stehen hat. Und damit kann er es auf- und zu machen. Es liegt in der Natur der Sache, dass zwei aneinander gedrückte Becken ("zu") sich gegenseitig am Schwingen hindern. Heißt: "Zu" klingt viel zarter und kürzer als das auf das wir hier haben. Und: War das Ding vorher offen und klingt noch, klingts nicht mehr ewig weiter.

    Also lassen wir unsren imaginären Drummer doch zu den drei anderen Schlägen auch auf die Hihat hauen, nur lassen wir ihn vorher vom "Öffnen"-Pedal steigen:
    Beat_Hihat_X.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/beat-hihat-x

    Schon etwas besser - aber irgendwie fressen die Snare- und Basedrum doch einiges, viel merkt man nicht von der geschlossenen Snare.
    Aber was zum Teufel ist denn mit den Noten passiert?
    Ich habe alle Viertelnoten durch jeweils eine Achtelnote und eine Achtelpause ersetzt. Denkt man an einen Drummer, der das spielt, was macht er, wenn ein Takt mit einer Viertelnote beginnt und eine weitere folgt? Er schlägt auf das entsprechende Instrument und auf Zählzeit 2 (bzw. in kurz "auf 2") wieder. Was tut er bei einer Achtelnote gefolgt von einer Achtelpause gefolgt von einer Achtelnote? Er schlägt auf das entsprechende Instrument, macht eine Achtel lang nichts und auf die nächste Achtel, die ja wieder auf den Schlag der zweiten Viertel kommt schlägt er wieder drauf. In kurz: Er tut dasselbe.

    Jetzt hat es das aber unnötig komplizierter gemacht. Allerdings brauche ich diese Achtelunterteilung für den nächsten Schritt. Wir können den Drummer ja auch wärend den Achtelpausen auf die geschlossene Hihat schlagen lassen:
    Drums_1.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/drum-1

    Hey, allmählich könnte man meinen, dass das sowas wie Musik wird.
    Aber so richtig schön treiben tuts noch nicht. @Claus hat schon den Begriff Offbeat ins Spiel gebracht.
    Wir haben jetzt ja quasi lehrbuchhaft die Anforderungen des 4/4-Takts erfüllt. Auf Schlag 1 und 3 die explosive Snare, bei 1 noch die offene Hihat dazu.

    Aber Musik wird ja eben erst interessant, wenn man das erweitert, sonst gäbe es ja genau eine perfekte Drumspur für den 4/4-Takt und alle anderen die davon abweichen wären irgendwie "schlechter". Vertauschen wir mal Base- und Snaredrum, dass die Snaredrum anfängt, ein bisschen gegen den Rhythmus zu arbeiten:
    Drums_Offbeat.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/drum-offbeat

    Ahhh, jetzt sind wir schon so ein bisschen in gewohnten Spären.


    Und noch ein paar "Tupfer" dazu:
    Drums_Finish.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/drum-finish

    So, jetzt könnte man fragen, warum starten wir nicht einfach >>hier<<, mit dem letzten Bild und dem letzten Soundcloudlink und sparen uns diesen Notenleseworkshop für Drumanfänger.
    Wer den Start dieses Threads gelesen hat, dem sind die Verständnisprobleme wohl aufgefallen. Nebst ein paar nicht so unrelevanten Infos hoffe ich mal gehts in erster Linie darum, blutige Anfänger ein wenig an die richtigen Worte zu gewöhnen. Das ist nicht als Besserwisserei zu verstehen, das macht das Unterfangen für alle Beteiligten wesentlich einfacher, wenn alle mit den selben Worten dasselbe meinen und darunter dasselbe verstehen.
    Und es geht ja um Rhythmus, das erfährt man naheliegenderweise besser über was zum anhören als man klatscht eine einzeilige Definition hin, die ohnehin jeder in 2sec googeln kann.

    Apropos:
    Ich hoffe dir ist bis hierhin klargeworden, dass diese Angabe einfach genau - nichts aussagt. Wenn man irgendwie versucht, das als Basedrumklang zu interpretieren fällt mir schon was ein, was das heißen könnte aber nichts, ehrlich nichts davon ergibt relevant mehr Sinn als die anderen Interpretationen das man zumindest vermuten kann was du meinst. Du hast ja auch 3x genau dasselbe "bubum" stehen. Versuch mal, 3x dasselbe in einen 4/4-Takt zu bringen. Ich glaube nicht, dass du Halbe-Triolen bzw. eine Unterteilung davon gemeint hast ;) (Was das ist erkläre ich an der Stelle nicht sonst werden wir nie fertig, im Gitarrensub gabs da unlängst einen großen Thread drüber : https://www.musiker-board.de/threads/triolen-und-zaehlen-gibt-es-da-uebungen.708122/ - ist aber nur eine Nebeninfo und hier nicht weiter relevant)



    Egal, kommen wir zum eigentlichen, dem Text. Vom Threadstarter hab ich folgendes bekommen:

    Dikka du musst verstehen
    My life ohne Ziele
    Schreibe einen Song Bitch
    Poste den auf Insta Bitch

    So, dass schöne ist nämlcih, ich habe keine Ahnung, um ganz ehrlich zu sein wenns um den persönlichen Geschmack geht gar eine Abneigung bezüglich der Musik, für die sich der TO interessiert, dass ist für die von ihm gestellte Frage aber total egal.
    Weil ich mache nun folgendes:

    Zerlegen in Silben:

    Di-ka du musst ver-ste-hen (7)
    My life oh-ne Zie-le (6)
    Schrei-be ein-nen Song Bitch (6)
    Po-ste den auf In-sta Bitch (7)

    Und ab jetzt sind mir die Worte mal egal :D

    Nun geben wir unsrer Drumspur unseren imaginären Sänger dazu, der ist allerdings so schlecht, dass er quasi nur den immer selben Vokal formen kann.
    Was wäre nun die naheliegenste Unterteilung, wenn wir pro Zeile auf einen 4/4-Takt kommen wollen, leider haben wir nicht genau 4 Silben für 4 Viertel oder 8 für 8 Achtel.
    Simpelste Lösung: Wir nehmen Achtel, es sind immer weniger als 8 Silben, und was übrig bleibt wird mit Pausen gefüllt:

    Roboter.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/roboter-1

    Ich hoffe, für Nicht- Notenleser ist es trotzdem halbwegs möglich, die "Noten-Worte" ein bisschen mitzulesen.

    So, wir haben ein paar neue Mitspieler.
    Erstens mal, der eingeschobene neue Takt. Der hat keine musikalische Funktion, das ist das sogenannte einzählen.
    Hat jeder bei einem Lifekonzert vermutlich schonmal gesehen, damit alle genau gleichzeitig den ersten Ton genau gleichzeitig spielen (man sagt normalerweise "gleichzeitig einsetzen"), zählt der Drummer einen Takt vor und auf 1 (ich hoffe das verstehen nun alle) des nächsten Taktes gehts synchron los. Was macht das aber nun hier, schließlich ist das eben kein Lifekonzert.
    Ganz einfach: Zum mitzählen üben. Ein Takt zum "einpendeln", einmal unser Beat alleine und dann setzt der Gesang ein.

    Dann natürlich die Singstimme. Das in den ersten beiden Takten ist eine sog. "ganze Pause", sprich diese Spur macht den gesamten Takt nichts. Und schließlich, ganz links unten wie anfangs angedroht: Ein Violinschlüssel. Man braucht für Noten nunmal eine Bezugsebene, ohne könnten das genau so gut Bassnoten sein oder zu einer fast an die obere menschliche Hörgrenze heranreichende Piccoloflöte gehören.

    Aber mal ehrlich, beim anhören denkt da jeder doch an einen Roboter.
    Das liegt ausnahmsweise nicht daran, dass das auch ein Computerprogramm (also auch so +- ein Roboter) produziert hat, nein, nichtmal in der Umgangssprache reden wir so monoton. Man denke an das Wort "Aha". Man kann das zweite A höher artikulieren als das erste. Dann hört es sich an, als hätte man gerade einen Geistesblitz gehabt. Man kann das zweite A tiefer artikulieren, dann hört es sich an, als hätte man gerade irgendwas negatives Erfahren. Wenn man sich selbst beobachtet, eigentlich läuft man die ganze Zeit ein bisschen rauf, ein bisschen runter. Wie tief verwurzelt das ist merkt man auch am instinktiven "Kindssprech", den Eltern automatisch gegenüber Babys und Kleinkindern anschlagen, bestehend aus vielen Wiederhohlungen und schönem tonalen rauf und runter: "Du-du-du-du, das is aber ein feines Flaschi, happi happi happi" (man versuche es mal so auszusprechen wie man ganz klischeehaft mit einem Kleinkind sprechen würde). Diese Fähigkeit Tonhöhen auseinanderzuhalten und ihnen Bedeutungen zuzumessen hilft uns ab dem Tag unserer Geburt, unsere Muttersprache zu lernen.


    Deswegen ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass so der TO das improvisieren würde, so er seine Stimme unter Kontrolle hat und das Timing passt, würde er es doch wohl eher so singen:
    Roboter_X.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/roboter-x

    Das ist aber noch immer ziemlich mechanisch.
    Ich erspare mir nun auch noch einen Ausflug in die weiten Sphären der Tonalität zu machen, soviel sei gesagt:
    Da nichts anderes da ist, ist der Ton C, der am Beginn jedes Taktes 2x hintereinander vorkommt das Maß aller Dinge, um den alle anderen Töne herumflattern. Nun, das ist noch immer dünn. Nachdem ich nun auch nebst meinem imaginären Drummerfreund nun auch die Herrschaft über einen imaginären @anton_egal habe :evil:, lassen wir ihn doch den Anfangston etwas variiern, ansonsten gehen wir ganz gemütlich immer nur genau einen Ton rauf oder runter, keine weiteren Sprünge, keine harmonischen Überraschungen, auf der Tastatur eines Klaviers ausgedrückt: Wir drücken eine weiße Taste 2x und gehen dann immer nur zur jeweils nächsten oder vorherigen.
    (Das macht so ziemlich jeder Mensch intuitiv, also man muss jetzt nicht versuchen, daraus eine Blattsingübung zu machen. "Nächste Note gleich" , "Nächste Note höher", "Nächste Note tiefer" mitschauen wärend man den SC-Link laufen lässt genügt völlig und wer das nicht schafft ist auch nicht so schlimm, da gehts ja in erster Linie darum, dass ich keine bessere Möglichkeit habe mir einen Sänger zu bauen;))


    Mensch1.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/mensch1


    Zufrieden bin ich noch nicht, aber irgendwo ab jetzt können wir beginnen von Musik zu sprechen.
    Und es geht ja nicht darum, daraus eine tolle Melodie zu machen, es geht ja um Rhythmik. Vielleicht kennt jemand diese schöne Veranschaulichung mit LEGO "aus 6 Steinen mit 8 Noppen entstehen 915.103.765 Kombinationsmöglichkeiten". Mit ein paar verschiedenen Tonhöhen und auch mal nur den Notenwerten Viertel, Achtel und Sechzehntel sieht es recht ähnlich aus. Heißt: Da kann man sowieso nur ein paar Einzelheiten runterbrechen.

    Sprechgesang, wie ich mir zumindest einrede soll der in der Musik des TO durchaus eine Rolle spielen, unterscheidet sich von normalen Gesang nur sehr minimal. Was aber ein wesentlicher Unterschied ist: Niemand spricht indem er sagt Halloooooooooooooooooo". Beim echtem Gesang wird jedem schnell einiges einfallen, wo ein einzelner Vokal in einem Takt beginnt und so lange gehalten und über verschiedenste Tonhöhen variiert wird, bis man meint das der Sänger eigentlich schon längst hätte tot umfallen müssen (sollte jemand tatsächlich was zum googeln brauchen, ich musste beim schreiben dieses Satzes an den Auftritt der Königin der Nacht denken).

    Sobald man das macht, was so allgemein als singen anerkannt ist kann man also das Wesen Mensch mal kurz aus dem System entkoppeln, das willkürliche Laute stets mit einer abstrakten Information und damit einer entsprechenden Artikulation verbunden sind und ihn wie ein ganz normales Musikinstrument verwenden, welches gezielt harmonisch zusammenpassende Töne erzeugen kann.
    (Anm., deswegen ist die mir schon ab und an mal untergekommene Aussage, dass Sänger keine richtigen Musiker sind weil sie kein Instrument lernen einfach komplett hirnrissig)
    (Anm.2. Mein selbstgebauter Sänger funktioniert ja nur so - er kann nur singen, aber nichts artikulieren- wäre der Text durchgehend "Aaaaaaaahhhh aaahhhh aaaahhhhh" - der Refrain von Lady in Black sozusagen - wäre es ja eine ganz brauchbare Näherung^^)

    Gut, also verunstalten wir ein paar Vokale:
    Mensch2.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/mensch2


    So, was ist hier passiert?
    Schaut man genau sieht man, dass im ersten Gesangstakt noch immer die selben Noten wie vorhin stehen.
    Allerdings hab ich das U von "du" jetzt über 2 Töne gestreckt- und damit sichs am Ende wieder ausgeht aus "ver - ste - hen" "ver - stehn" gemacht und so die zusätzlich Silbe wieder eingespart. Dann habe ich das erste Wort des nächsten Taktes in den aktuellen "vorgezogen", damit hat "Life" 2 Töne und das i wurde gestreckt und dann habe ich den Umstand genutzt, dass der zweite Takt schon von Anfang an eine Silbe weniger hatte als der erste und ihm auch noch eine gegeben - und so das ie von "Ziele" gestreckt. Da hier aber kein Tonschritt war, sondern der Ton einfach nur länger klingt als Viertel statt als Achtelnote.
    Nächster Takt (also eigentlich Nr 5 von ganz anfang an) die ersten 3 Töne gleich - nur ist der dritte verlängert und dafür der vierte zu einer Sechzehntel verkürzt. Sonst alles gleich.
    Letzter Takt anfangs diesmal nicht die bewährte Doppelachtel, das wesentlich interessantere ist das "auf". Das wurde auf "a -auf" erweitert, aber zusätzlich doppelt so schnell als Sechzehntel gespielt - Nullsummenspiel, Töne gedoppelt, doppelt so schnell gespielt, aber dadurch ist dieser schnelle Hüpfer nach oben.



    Und etwas haben wir noch, wer hat sichs gemerkt?
    Da war was mit merkt euch den Bindebogen.
    Weil, wie man im vorherigen Beispiel sieht, ich habe aus der zweiten Verszeile ein bisschen was in den vorherigen Takt geschoben :D
    Und nun kommen noch 3 Neuerungen: Diesmal beginnen wir auch den ersten Vers nicht mit dem Taktanfang, so wie es im vorigen Beispiel bei der zweiten Verszeile war und wir werden einen Takt überbinden - und brauchen dafür den entsprechenden Bindebogen. Und gemäß dem Grundsatz weniger ist mehr werden wir die die Wirkung von Pausen etwas mehr nutzen:

    Mensch3.png
    https://soundcloud.com/david-fichtenbauer/mensch3

    So- diesmal spar ich mir die genaue Ausführung was ich verändert hab. Nur Augenmerk auf 2 Sachen:
    Einmal der sogenannte Auftakt. Der Gesang setzt vor dem ersten Schlag ein.

    Und "Schreibe" wurde das "ei" quasi auf eine Viertelnote gestreckt, allerdings ist es dadurch in den vorherigen Takt geschoben worden und da war nur noch für eine Achtelnote Platz - deswegen dieser überbundene Takt.


    Und da wird nun das zählen wichtig. In dem Fall, Achtel: "Eins und Zwei und Drei und Vier und".
    Es ist schon etwas her, aber wenn ich mich an meine ersten Jahre in der Musikschule erinnere, da war verdammt viel Zählzeiten dick mit Bleistift markieren und der Lehrer hat wärend er mit dem einen Finger deinen Blick von Note zu Note dirigiert hat die ganze Zeit laut mitgezählt. Das muss man so lange Üben, bis völlig automatisch ein innerer Puls beginnt mitzulaufen -
    weil in dem konkreten Fall kann man sich gut an der Schlagzeugfigur "festhalten", aber (juhuuuu, allmählich nähern wir uns der wirklich Frage des TO) um sowas immer sicher intuitiv so zu erwischen, dass es eben eher so wie das letzte Beispeil klingt und nicht wie eines der ersten muss man üben (ist zumindest mit Instrumenten so... und wie gesagt, die einzigen Unterschiede zwischen Instrumenten und Sängern ist, dass sie einerseits Worte artikulieren können und andererseits sind sie das einzige transportable Instrument, für das es keine gepolsterten Transportkoffer gibt). Wie man an der Reihe an Beispielen sieht ist es überhaupt nicht schwer, dass etwas so prinzipiell funktioniert in dem Sinne das es sich eben nur nicht falsch anhört.

    Aber zwischen "eben nicht falsch" und "Interessant,schön,..gut" ist noch ziemlich viel Raum. Und wenn es nicht langweilig werden soll braucht man Bausteine - und die bekommt man nunmal nur, indem man neu Stücke lernt. (Lernt, nicht erfindet).
    Und dann ist mal sowas dabei. Einsatz auf "4und". Und was überbunden.
    Und mal was, was straight auf eins startet
    Wie viele Kombinationsmöglichkeiten es gibt mit dem, was ich mit den paar Sechzehntel-Spielerein angedeutet habe ist unermesslich, da sind vermutlich in den meisten Stücken jeweils ein paar neue Bausteinchen versteckt.

    Weil das Hirn ist faul. Trittst du keine neuen Wege aus (= du übst regelmäßig) nimmt es in der Regel den einfachsten - das ist gut zum Überleben, aber nicht zum kreativ sein. Du wirst sicher nicht so miserabel sein, dass du so langweilig klingst wie eines der ersten Beispiele, ich bin mir eigentlich sogar recht sicher, dass du mit etwas Engagement etwas zusammenbringst - aber dann relativ schnell stagnierst. Ich muss das nochmal zitieren:
    Von einem Cover? Nix.
    Von vielen? Viele, viele Bausteine. Weit mehr, als du selbst jemals wirst produzieren können.


    Das wirklich praktische ist ja, du brauchst es nicht notieren können, du musst es bei genügend Talent nichtmal IRGENDWIE so in Worte fassen wie ich es hier mache.
    Nebst dem allgemeinen Verständnis und dem Umstand, dass es natürlich hilft (manchen mehr, manchen weniger) sich all das auf einer abstrakten Ebene bewusst zu machen brauche ich nunmal was, an dem ich meine Worte festmachen kann, weil was passiert wenn man mit "bubum" kommuniziert sollte jetzt ja hoffentlich klar sein;).

    Aber die simple Antwort auf die Frage, wo man denn einsetzen soll, und wie man das findet:
    Lerne eine Sammlung aus Stücken, die dir gefallen. Du musst sie nichtmal soweit analysieren können, dass du gezielt suchst nach was wie "jetzt brauch ich noch X Stücke wo das vorkommt und Y mit dem und Z mit dem....", es reicht das sie dir gefallen, da ist schon genug verschiedenes enthalten. Ohne irgendeine Ahnung von deiner Musikrichtung zu haben trau ich mich viel verwetten, dass jemand, der es deiner Meinung nach voll drauf hat und voll krass die härtesten Sachen improvisieren kann und es trotzdem immer was anderes, aber trotzdem irgendwie sein Stil ist, dasss dieser jemand unter anderen verdammt viele Rapsongs in seinem Leben gelernt hat.


    Und eines noch: Ich bin nach wie vor kein Sänger, und das was ich da geschrieben hab würde für eine Klarinette genauso funktionieren wie für ein Flügelhorn wie für eine E-Gitarre.
    Es ist ja nicht auch so, dass in der Beschäftigung mit Gesang(stechniken/stilistiken) selbst nicht auch wieder eine Menge Bausteine zu hohlen sind.


    Viel Erfolg wünsche ich:)
     
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  18. Trommler53842

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    Erstellt: 21.08.20   #18
    Ein paar Stunden Unterricht bei einem Schlagzeuglehrer buchen, um die Grundlagen zu lernen würde auch helfen. :opa:
     
  19. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.20   #19
    Im wesentlichen gings ja auch darum das Bild des TOs zu zerstören, es gäbe da fixe Empfehlungen an die man sich halten könnte/sollte wo man einsetzt, indem ich irgendein Gedudel produziere und es einfach immer weiter verbiege bis irgendwo mal klar werden müsste, dass das eher soweit geht, dass man überall irgendwas passendes finden wird können und die Antwort, nach der der TO mehrfach gefragt hat einfach "gibt's nicht" ist.

    Das man da natürlich wesentlich ergiebiger unterwegs ist sobald ein Lehrer im Spiel ist bin ich der letzte, der da was anderes behauptet ^^
     
  20. anton_egal

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    Erstellt: 21.08.20   #20
    Vielen Dank dir @Palm Muter Heute erklärte mir der Kumpel etwa wie ich das machen muss, ich habe es kapiert. Ich kann jetzt den Beat treffen und die Aufnahmen klangen sofort besser. Deine Antwort ist sehr ausführlich, ich werde mir das sicher alles genauer anschauen. Und natürlich etwas davon lernen. Einige Basics kenne ich aber schon auch den Violinschlüssel sowie Noten. Allerdings reicht es mir in der Regel allein wenn ich meinen Song am Klavier spielen kann. Wie du schon sagst, es lohnt sich nicht all zu mechanisch zu werden.

    Ich werde mir ganz sicher alles sobald ich bisschen Zeit habe durchlesen, denn es ist so detalliert, dass ich offensichtlich tatsächlich viel Zeit zum Lesen investieren müsste :D Danke dafür, notfalls frage ich etwas nach oder antworte dir ausführlicher.

    Viel Erfolg auch dir :)