Sound-Beschreibung

von vansie, 17.12.07.

  1. vansie

    vansie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.12.07   #1
    Hallo,
    ich weiß nich ob ich zu blöd binfür die sufu aber ich hab nix passendes gefunden,
    es wäre irgendwie ganz hilfreich wenn man mal die ganzen soundbeschreibungen der trommeln und becken auflisten und beschreiben könnte (vllt sogar mit bsp). Also, was ist z.B. sustainlastig oder trocken etc.
    Weiß nicht ob ich damit alleine dastehe aber ich kann meistens nicht so wirklich viel mit solchen ausdrücken anfangen und vllt geht es anderen ja da genauso... insofern wär es eigentlich ganz schön wenn man das alles mal zusammenfassen könnte!
    Falls es sowas schon gibt, bitte link vermerken und closen!
    MfG
     
  2. nils1

    nils1 HCA Drum-Tuning HCA

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    Erstellt: 17.12.07   #2
    Hallo, ich versuche mal einen Überblick zu geben:

    Begriffe zum Klangverhalten von Trommeln
    Jeder musikalische Ton besteht grundsätzlich aus drei Phasen: Attack, Sustain und Decay.

    Attack (Anschlag)
    Der Anschlagton des Sticks aus dem Fell und die direkt darauf folgende Einschwingphase werden mit Attack oder Anschlag bezeichnet.

    Sustain (Nachschwingen/Nachschwingzeit)
    Die Zeit, die der Ton nach dem Anschlag anhält bis er beginnt abzusterben heisst Sustain. Genau genommen gibt es bei einer Trommel keinen Sustain, weil von Beginn an die Amplitude kleiner wird. Diese Phase heißt eigentlich Decay (Niedergang). Bei Schlagzeugern hat sich allerdings der Begriff Sustain eingebürgert, obwohl er eigentlich nicht zutrifft.

    Decay
    Phase des Kleinerwerdens der Amplitude bis Null. Bei Trommlern hat sich aber die Bezeichnung Sustain für die Phase nach dem Anschlag durchgesetzt.

    (Klang-) Spektrum
    Der Klang eines Instruments besteht aus der Überlagerung vieler Schwingungen verschiedener Frequenzen (Frequenz = Anzahl der Schwingungen/Zeiteinheit).

    Resonanz
    a) Ist das Gleichschwingen von Fell und Kessel. Der Kessel wird durch das Schlagfell zu Schwingungen angeregt (erzwungene Schwingungen)
    b) Ist der Anteil der Kesselschwingung am Klangbild. Dieser ist vorwiegend abhängig von Stimmung, Fellauswahl und Kesselkonstruktion. (Mehr hierzu im Kapitel Grundlegende Stimmtechnik).

    Grundton (Pitch)
    Mit Grundton bezeichnet man die Schwingung des Instruments mit der tiefsten Frequenz. Im Klangspektrum ist der Grundton nicht der tiefste Ton, wenn es Differenztöne mit noch tieferer Frequenz gibt.

    Oberton(-Spektrum)
    Ein Oberton ist ein Ton dessen Frequenz ein rationales Vielfaches des Grundtons ist und der gemeinsam mit dem Grundton aus der selben Quelle entspringt. Jeder Oszillator, der keinen absolut reinen Sinuston erzeugt, also praktisch jedes Instrument, erzeugt eine ganze Reihe von Obertönen.

    Dämpfung
    Im Sinne einer Trommel geht Dämpfung aus Konstruktions- oder Stimmungsmerkmalen hervor, die die Schwingungsenergie des Fells durch Reibung in Wärmeenergie umsetzen. Ohne Dämpfung würde ein angeschlagenes Fell unendlich lange schwingen. Es gibt Felle, die eine „eingebaute“ Dämpfung haben, es gibt Innen- und Außendämpfer, Dämpfungsringe, Moongel und diverses andere. Auch die Luft, die den Schall aus der Schwingung verbreitet und die Bewegung des Fells auf der Gratung dämpft.

    Klangfarben und Klangcharakter beschreibende Begriffe

    Warm
    Bezeichnet einen Klang mit Oberton-Schwerpunkt im Mittenbereich.

    Offen
    Meint Klang mit hohem Anteil an hochfrequenten Obertönen.

    Resonant
    Der Kessel schwingt stark mit und hat dadurch großen Anteil am Klangbil. Die Trommel klingt dadurch meistens warm.

    Kontrolliert
    Bezeichnet einen Klang mit kurzem bis mittlerem Sustain und geringem bis mittlerem Obertonanteil.

    Fett
    Fetter Sound hat einen relativ hohen Anteil des Grundtons im Klangbild. Flach meint das selbe. Der Sound beinhaltet wenig Obertöne.

    Tot, leblos
    Meint einen Klang, in dem praktisch keine Obertöne vorhanden sind.

    Dünn
    Dünner Sound hat einen relativ geringen Anteil des Grundtons im Klangbild.

    Nass
    Wird für Snaresound gebraucht, der viel weichen Teppichanteil im Klangbild hat. Das kommt vorwiegend bei tief gestimmten Snares vor und wird durch Teppiche mit vielen Spiralen gefördert.

    Punch
    Heißt Schlagkraft oder Fausthieb und meint Durchsetzungsvermögen.

    Body
    Meint so etwas wie Klangfülle, auch Bauch genannt. Großer Anteil im tiefen und tief-mittleren Frequenzbereich.

    Kick
    Bezeichnet den hochfrequenten Anteil des Anschlags einer Bassdrum, der im Bereich zwischen 2,5-4,5KHz liegt.


    Ich hoffe, das bringt etwas Klarheit in die Sache.

    Nils
     
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  3. mrbungle

    mrbungle Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.12.07   #3
    Toll gemacht. Evtl. sollte man sowas mal pinnen.
     
  4. Beda B

    Beda B Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.12.07   #4
    Respect! :)

    Da hat wer seine Hausaufgaben aber extrem gründlich gemacht!

    Super!!! :great:

    BEDA
     
  5. vansie

    vansie Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.12.07   #5
    wow..
    danke für die schnelle antwort!
    Ich bin von vorne bis hinten bedient!
     
  6. Supermandre

    Supermandre Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.08   #6
    Sehr gut, sowas hab ich mir auch schonmal gewünscht.
    Könnte mir jemand bitte noch kurz erklären was Release bedeutet? Dann ist die Liste ziemlich komplett.
     
  7. Puncher

    Puncher Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 20.03.08   #7
    Release kenne ich eigentlich nur bei Kompressoren/Gates. Dort beschreibt es, wie schnell der Kanal wieder freigegeben wird (also Kompressor aus) wenn das Eingangssignal unter den Schwellenwert sinkt.
     
  8. Drummer Ziesi

    Drummer Ziesi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.08   #8
    Release könnte in Verbindung mit E-Drums sein, wie lange ein Soundmodul nach einem Schlag keine Signale vom selben Trigger annimmt. (Nachschwingen eines Meshheads etc.)

    Ansonsten fällt mir noch die Veröffentlichung einer CD beispielsweise ein...

    Wie dem auch sei, in Verbindung mit einer Soundbeschreibung hab ich sowas noch nie gehört..

    Gruß, Ziesi.
     
  9. Supermandre

    Supermandre Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.08   #9
    ;)
    Das könnte durchaus sein. Mir fällt auch wieder ein, wie ich auf den Begriff gekommen bin: Das Album von Simian Mobile Disco heißt nämlich "Attack Decay Sustain Release", daher dachte, dass das wohl auch zur Soundbeschreibung dazugehören könnte.

    Btw. könnte in die Übersicht vielleicht noch der Begriff "crisp" bzw. "knackig", auch wenn's doof klingt :p der fällt ja öfters mal.
     
  10. Puncher

    Puncher Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 04.04.08   #10
    Ok. Dann wird klar was gemeint ist: Wenn du bei einem Instrument einen Ton spielst, gliedert das sich in die vier genannten Phasen. Allerdings unterscheidet sich das etwas bei einer Trommel, deshalb als Vergleich auch ein klassisches Instrument (z.B. bei einer Trompete):

    Attack: Der Anschlag, d.h. bis zum ersten Lautstärke-Peak. Bei beiden Varianten gleich.
    Decay: Direkt nach dem Anschlag fällt der Sound wieder ab, bis zum:
    Sustain: Der gehaltene Ton (solange man weiter in die Trompete bläst).
    Release: Der Lautstärkeabfall (bis zur Wahrnehmungsgrenze), nachdem man den Ton nicht mehr spielt (also nicht mehr in die Trompete bläst).

    Da es bei einer Trommel keinen gehaltenen Ton gibt, sondern nach dem Anschlag der Ton länger oder kürzer wieder abklingt, nennt man diesen ganzen Bereich/diese Phase meist Sustain.

    Crisp/Knackig: Man hat einen klar definierten Ton (dazu gehört eine relativ definierte Tonhöhe, d.h. nicht zu tief von der Lage, als auch genügend Obertöne), der auch recht definiert und halbwegs schnell ausklingt. Also bei Toms z.B. relativ hoch gestimmt; Fell auf recht viel Attack und Obertöne (z.B. Ambassador) gestimmt; wenig "boomig", also auch nicht zu große Toms; sauberes aber nicht zu langes Ausklingen (evtl. mit Gates unterstützt). Dazu gehört auch etwas Spielweise, d.h. mit genügend Schmackes gespielt, dass ein entsprechender Ton überhaupt aus der Trommel kommen kann.
     
  11. nyctalus

    nyctalus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #11
    Mir is grad ne Kleinigkeit aufgefallen...


    Müsste das nicht "ganzzahliges Vielfaches" der Frequenz des Grundtons heißen?

    Oder bin ich mit meiner Definition eines Obertons damit komplett auf dem Holzweg?:er_what:

    Schließlich ist JEDE Frequenz ein rationales vielfaches JEDER anderen von null verschiedenen Frequenz... ^^
     
  12. nils1

    nils1 HCA Drum-Tuning HCA

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    Erstellt: 23.05.08   #12
    Nur bei dünnen Saiten besteht die Obertonreihe aus ganzzahligen Vielfachen des Grundtons. Diese sind eindimensional und dünn und dadurch weich im Verhältnis zu ihrer Länge.

    Sehr dicke Saiten, wie z.B. im Klavier, folgen bei ihrer Obertonreihe einem gemischten Schwingungs-Modell aus Saite und Balken. Sie sind fest im Verhältnis zu ihrer Länge.

    Membranen, wie z.B. Trommelfelle, sind zweidimensional und schwingen deshalb ganz anders als eindimensionale Oszillatoren.

    Hier hab ich mehr dazu geschrieben: https://www.musiker-board.de/vb/fel...63777-set-nach-noten-stimmen.html#post2901027

    Richtig viel Information bekommt man hier: http://www-hera-b.desy.de/people/nedden/lectures/06_07/musik/Lecture/lecture.ppt

    Nils
     
  13. nyctalus

    nyctalus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.08   #13
    Ahso...
    Akzeptiert. ;)
     
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