Spieltechnik auf Synthesizer-Tastaturen

von murmichel, 20.03.17.

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  1. murmichel

    murmichel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.03.17   #1
    Ich bin zur Zeit ohne Eile auf der Suche nach einem Controller-Keyboard. Dazu habe ich mich kürzlich beim Großen M in der reichlichen Auswahl umher getastet und zu meiner Ernüchterung festgestellt, dass ich mit den Tastaturen nicht klar komme. Meine Bezugspunkt sind echte Klaviere und gute Simulationen davon (Kawai MP11). Das Controller-Keyboard soll aber gerade keine Hammermechanik haben, sondern eine leichtgängigere Tastatur.

    Ich hatte Keyboards von Akai, Arturia, Behringer, M-Audio, Nektar unter den Fingern, dazu noch Synthesizer von Moog und DSI. Grundsätzlich kommen mir überall die Tasten viel zu schnell wieder zu rück, die kleben ja praktisch an den Fingern. Bei Akkorden bleibe ich zwischen den schwarzen Tasten hängen oder nehme sie gleich mit.

    In der Hoffnung etwas zumindest anderes zu finden, habe ich mein Glück auch bei den Clonewheels versucht, an ein paar Orgeln von Hammond und Nord. Ein Gerät mit Fatar TP/8O gab es leider nicht. Bis auf den Wasserfall haben die sich zu meiner Überraschung nicht viel anders angefühlt. Ich bin sicher, dass ich Videos gesehen habe, wo Kerle mit erheblich dickeren Fingern als ich sie habe auf solchen Orgeln virtuos spielen.

    Das bringt mich zum Punkt. Vielleicht liegt es ja nicht an den Tastaturen, sondern an meiner mangelnden Übung damit und vielleicht unpassender Spieltechnik.

    Wie also spielt man auf solchen Tastaturen? Insbesondere im Vergleich zum Klavier. Kann das jemand beschreiben?

    Murmichel
     
  2. Biskaya

    Biskaya Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.10.17   #2
    Moin @murmichel

    Seltsamerweise hat sich bisher keiner gemeldet wie ich sehe.... :gruebel: Versuchen wir mal dein Problem zu ergründen; falls überhaupt noch Bedarf besteht?


    Für mich ehrlich gesagt; (Klaviatur) Tastatur ist Tastatur.....egal ob klassisches Piano, Kirchenorgel, Synthesizer oder die gemeine Tischhupe!

    Das Funktionsprinzip allerdings variiert von Instrument zu Instrument und Bedarf auch einer etwas anderen Spieltechnik. Während man bei einem echten Klavier/Piano richtiggehend in die Tasten haut, braucht es bei einem Synthie deutlich weniger Anschlag; sonst schepperts einfach zuviel mit dem Plastikgehäuse! :D
    Genauso wirkt es sich aber auch auf schnellere Spielabläufe aus, Legato, Glissando...whatever you want.... man "überfliegt" die Tasten eher als man sie richtiggehend runterdonnert! Da ist anfangs zwar etwas Übung gefragt, doch die hat man relativ schnell mal.

    In puncto Tastaturen/Klaviaturen solltest du dich mal mit dem Thema Gewichtung auseinandersetzen; welches Prinzip nun für Dich jetzt maßgebend ist musst du schon selber herausfinden, das kann dir keiner abnehmen. Geh nochmals an einem freien Tag ins nächste Fachgeschäft, mit möglichst viel Auswahl versteht sich und teste dich dort durch.....nur so findest du dein Glück!

    Es gibt u.a. folgende Mechaniken:

    - Hammermechanik (kennste ja, Klavier, Pianos etc..)
    - gewichtete Tasten, wobei noch unterschieden wird zwischen halbgewichtet und leichtgewichtet (ein guter Kompromiss zwischen Piano und normalen Keys)
    - normale Keyboard-Tastatur (Plastik, teilweise mit Anschlagsdynamik bei den besseren Modellen, fühlt sich halt billig an und hat keinen richtig fühlbaren Widerstand)

    So wie es sich für mich anhört, brauchste einfach nur 'ne gute gewichtete Tastatur...:nix:

    LG Leo


    PS: was ich noch fragen wollte; wieviel Tasten müssten demnach drauf sein? 88er kommen "meistens" mit n'er Hammermechanik daher, hat sich halt so ergeben..... s'gibt aber ein paar wenige ohne, müsste aber erst danach googlen! Alles andere drunter also 76, 61 usw. haben i.d.R. eher gewichtete...

    Eine wirklich sehr gute Tastatur in der "Zwischengrösse 76" gibt's von Kurzweil als PC3 K7; allerdings zu einem sehr saftigen Preis..... wir hatten eins (Kurzweil PC2) im letzten Studio wo ich gearbeitet habe, war immer ne Freude darauf zu spielen! Privat benutze ich momentan ein älteres Studiologic VMK88 Plus, die Tasten sind halbgewichtet und man kommt damit ganz gut zurecht; egal ob Piano, Synthie oder Orgel.
     
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  3. Selbender Sing

    Selbender Sing Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.17   #3
    Da kann ich nur beipflichten.
    Es gibt eine große Anzahl an Keyboards, sowohl im Altertum (Spinett, Clavichord, Cembalo, Celesta, Kirchenorgeln) als auch in der jüngeren Vergangenheit (Fender Rhodes, Wurlitzer Piano, Hammond Orgel, Clavinett, Synthesizer) und alle spielen sich unterschiedlich.
    Bei manchen ist der Tastentiefgang minimal, bei anderen sind die Tasten sehr kurz; der Punkt, an dem die Taste wippt ist unterschiedlich weit weg, der Auslösepunkt ist mal früher, mal später u.s.w.

    Der einzige Weg kann nur heißen. Ganz viel mit einer neuen Tastatur üben, bis man sich dran gewöhnt hat.

    Das Spielempfinden ändert sich sogar, wenn man mit derselben Tastatur andere Sounds spielt. Jeder Sound reagiert anders auf die gespielte Dynamik. Es gibt auch Sounds, die gar keine Dynamik haben (Manche Synthies und vor allem die Orgeln)

    Fakt ist aber auch, dass die Tastaturen in den letzten Jahren insgesamt schlechter geworden sind.

    Mir fällt bei vielen Tastaturen auf, dass der Wipp-punkt, über den sich die Taste dreht, teilweise so dicht am Spieler sitzt, dass man bestimmte Tonarten, bei denen man in die Tastatur reingehen muss, gar nicht mehr vernünftig spielen kann. Bei anderen fühlt es sich einfach billig an und ich vermute auch, dass bei manchen die dynamische Umsetzung nicht gelungen ist.

    Als passive Tastaturen nehme ich immer noch die alten JV80. Damit komme ich sehr gut zurecht.
    Ich quäle mich aber auch mit einem Nord Lead herum. Hammer Sound, aber viel zu kurze Tasten mit zu dichtem Wipp-Punkt. Da muss ich meine Finger mehr krümmen, um klar zu kommen.

    Ein intensives Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall, um unter den schlechten die beste Taste zu finden. Aber den Anspruch, den man an eine Klaviertastatur hat, wird man nicht befriedigt bekommen.
     
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  4. murmichel

    murmichel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.17   #4
    Der Thread-Ersteller liest noch interessiert mit ;-)

    Ich habe inzwischen ein M-Audio Code 61, weil ich das von den "schlechten" Tastaturen noch am besten fand. Eine Klaviertastatur (Kawai MP11) hatte ich ja schon vorher. Mit dem Code geht es mir explizit darum, auch auf solchen, "anderen" Tastaturen spielen zu können. Leider mache ich das zur Zeit viel zu wenig.
     
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  5. Selbender Sing

    Selbender Sing Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.10.17   #5
    Wird schon. Viel Erfolg.
     
  6. Biskaya

    Biskaya Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.10.17   #6
    Jepp.....die Code-Serie hat glaub ich ne halbgewichtete Tastatur wenn ich mich nicht irre, demnach eigentlich schon genau was verlangt wurde. Kommste gut klar damit?
    Jeder Player hat halt so seine eigene Vorstellung von Spielkomfort und -gefühl, da helfen Tipps und Vorschläge zu Produkten halt immer nur bedingt.....testen muss man schon selber ;)

    Hab damals auch hin- und her überlegt; soll ich mir tatsächlich so ne tolle Doepfer-Kiste holen oder gar was von Kurzweil....ist am Schluss doch etwas günstiger ausgefallen, die Abstriche sind minim und ne äusserst komfortable Fatar-Tastatur is ja auch mit drin.....was will man mehr? :great:
     
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