Stimme erst nach stundenlangem Einsingen in Form/Neues Timbre entdeckt. Erfahrungen?

von musicmacher, 10.11.08.

  1. musicmacher

    musicmacher Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.11.08   #1
    Hallo, mal wieder

    Bei mir ist neulich nun endlich der Knoten geplatzt.
    Durch extremes üben war meine Stimme für 3 tage fast komplett weg. Als sie wieder kam konnte ich mein altes Timbre nur noch unter Schmerzen abrufen und es klang sehr stumpf (inzwischen ist alles wieder beim alten, wenn ich will kann ich es wieder abrufen).
    Also war ich gezwungen in dem anderen Timbre was ich schon immer hatte, aber nur einsetzte um Frank Sinatra zu imitieren oder Operngesang zu veräppeln, weiter zu üben. Dabei fiel mir dann auf, das ich beim Singen nicht heiser wurde, die Intonation auf einmal überhaupt kein Problem mehr war und ich auch mal hauchig, mal kratzig etc. singen konnte. Diese Variationen kannte ich vorher garnicht.
    Um mich kurz zu fassen: Ich habe eigentlich mein Leben lang meine Stimme beim singen verstellt, um so wie ein Tenor zu klingen, würde mich aber inzwischen als tiefen Bariton einstufen.

    Das neue Trimbre liegt so zwischen Bill Medley und Seal und ist damit wesentlich dunkler als mein altes, "künstliches" das so grob im Bereich zwischen Freddie Mercury und Stevie Wonder lag. Ganz schön Schizophren....
    Wenn ich Aufnahmen von Früher und Heute vergleiche denke ich da singen 2 unterschiedliche Personen.

    Ich hatte nun auch neulich meinen ersten Auftritt als Sänger.
    Fazit: Johlende Menge und soviele Komplimente nach dem Konzert, so das es mir fast schon auf die Nerven ging :screwy:
    Das alles wäre vor einem Jahr undenkbar gewesen da sang ich schlechter als jeder beliebige Passant von der Straße.

    Ich bin jetzt eigentlich sehr zufrieden. Ich habe ein interessantes Timbre mit Wiedererkennungswert, eine Range die mir das singen jedes Songs erlaubt (wobei I believe I can fly bei mir dann eben eine Oktave tiefer erklingt) und eine so tighte Intonation als ob die Autotune Hardware schon in meinen Kehlkopf eingebaut wäre. Und das beste ist: Ich werde vom singen nicht mehr heiser. Im Gegenteil:Wenn ich mal erkältet bin und dadurch heiser bin, vergeht die Heiserkeit durchs singen...

    Dadurch, das ich mit meinem alten Künstlichen Timbre (ich wollte immer so klingen wie Stevie Wonder) unheimlich viel Kraft aufwenden musste um überhaupt die Töne zu treffen, und meine Stimme in immer höhere Hemissphären gepresst habe, sind Range und Intonation jetzt kein Thema mehr für mich. Als der Knoten platzte gings auf einmal von 0 auf 100:rock:
    Also war zumindest nicht alles fürs Klo.

    Das dumme nur: Ich kann das alles nicht sofort abrufen.
    Das nervt mich wirklich gewaltig!

    Ich brauche im Moment wirklich entweder den absoluten Adrenalin-Kick auf der Bühne (dann gehts seltsamer Weise fast völlig ohne einsingen) oder ich muss wirklich 2 (!) Stunden lang durch alle Lagen jodeln. Dann ist alles bestens.
    Aber wenn ich einfach mal so spontan zum Mikro greifen will um etwas aufzunehmen kommt nur mist.

    Da ich mit der "neuen Stimme" gewissermaßen wieder am Anfang stehe, frage ich mich ob es zunächst normal ist, das man sich als Anfänger so lange einsingen muss und ob sich das mit der Zeit bessert.
    Oder ist das einfach Veranlagung? Gibt es nunmal Leute denen das eben so geht und man muss da dann einfach durch?
    Oder liegt es daran das ich zuviel rauche und der Belag erstmal von den Simmlippen vibriert werden muss?

    Insbesonder die Erfahrungen von Leuten, die wie ich früher mit falschem Timbre gesungen haben, würde mich interessieren.

    viele Grüße

    music
     
  2. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 10.11.08   #2
    Also dann Herzlichen Glückwunsch, du scheinst deine echte Stimme gefunden zu haben, zumal die Stimmprobleme von damals wie weggefegt zu sein scheinen. Selbstverständlich muss man erst mal lange üben bis sich der Körper an die neuen Vorgänge gewöhnt und die alten abgewöhnt hat, aber irgendwann gehts automatisch.

    Ich hatte einen ähnlichen Fall. Meine damalige Gesangslehrerin war sich ganz sicher, dass ich ein Sopran bin, dass meine echte Stimme hoch, hell und glasklar ist. Was sie darin zusätzlich bestärkt hat, war mein Stimmumfang nach oben hin. Ich konnte ein cis''' voll aussingen (*seufz* das waren noch Zeiten...), kam also höher als sie selbst, eine Sopranistin, und nach unten hin klang es mehr nach heißer Luft. Auch diese superhohe Sopranliteratur, die ich damals gesungen habe, habe ich irgendwie, wenn auch mit Anstrengung geschafft. Heute könnte ich es nicht mehr. Tatsächlich sind das Sachen, die auf einen Sopran hinweisen, aber sie hatte nicht aufgepasst, was ich da eigentlich tue. Diesen Klang den ich da erzeugt habe, entstand durch eine schwache Atemstütze und dass ich den Mund in die Breite zog und die Zunge leicht zurück fiel. Das wusste ich natürlich nicht und ich habe ihr voll und ganz vertraut. Schließlich hat meine GL Gesang studiert und ist u.a. ein Mitglied von einem Chor einer Philharmonie.

    Naja, dann kam die Geschichte mit dem Kehlkopf mit der Zunge runterdrücken. So konnte ich die hohen Töne voller machen. Was mir zu dem Zeitpunkt nicht aufgefallen ist, war dass die Artikulation in der Höhe schlechter wurde (klar, wenn die Zunge feststeckt), meine Stimme schneller müde wurde und ich nach dem Unterricht immer heiser war. Erst gegen Ende, als ich immer öfter Halsentzündungen bekam und ich sie auf meine Heiserkeit angesprochen hatte, sah sie mein Zungenproblem und gab mir eine Übung.

    Mehr wurde daraus nichts, weil ich das erste Staatsexamen von meinem Studium geschrieben hab und eine Nasennebenhöhlenentzündung, die bis in den Kehlkopf abgestiegen ist, mich völlig ko gemacht hat. Die Stimme war komplett weg, ich konnte eine Woche lang nicht sprechen. Ich habe Blut gehustet, heftige Kopfschmerzen gehabt, mir gings einfach nur dreckig. Mein HNO-Arzt hat die Nebenhöhlen aufgemacht, mir eine Antibiotikakeule gegeben, Halsschmerztabletten, Nasenspray, Kamillenasendusche und hätt mich krank geschrieben, hätte ich nicht sowieso Semesterferien gehabt. Mit Gesangsunterricht war es selbstverständlich vorbei und ich hab brav meine Klappe gehalten. Gott sei dank, blieben keine dauerhaften Schäden, die Stimmbänder sind wieder schlank, hell und glatt.

    Dann kam die lange Wiederaufbauphase. Fast einen Monat habe ich gar nicht gesungen. Drei Monate lang hab ich gesanglich nichts hingekriegt. Langsam und sachte habe ich versucht meine Stimme alleine wieder aufzubauen. Aber nach den Methoden meiner ersten GL, die mir noch sehr gut getan haben (z.B. Flankenstütze, die hatte mir jene GL abtrainiert, sie wollte mehr vordere Bauchwand). Nach nem halben Jahr seit dem Infekt, konnte ich einigermaßen wieder singen, einfache bis mittelschwere Popsongs. Dann habe ich mich während der Semesterferien in meiner Heimatstadt "vocalcoachen" lassen.

    Das erste was wir festgestellt haben war, ich bin ein Mezzo! Die GL ließ mich ein paar kleine Übungen machen, vor allem auf ng. Das letzte Mal, als ich auf ng Skalen gesungen hab, war lange lange her. Mit der Zunge auf dem Platz wo sie hingehört, erklangen Töne - wow! - das klang total anders als sonst. So warm, rund und samtig. Nichts Sopran!

    Seitdem ist der größte Knoten geplatzt. Die Stimme hält wieder länger durch, die Artikulation ist besser, ich komme tiefer und viel lockerer in den "Keller", Mitten und Tiefen haben statt heißer Luft wieder ordentlich Wumms! Ich bin mit meiner Stimme glücklich und sie fühlt sich besser an. Schluss mit dem Verstellen, nur um den Klang eines Soprans näher zu kommen. Ich singe jetzt auch tiefer und bin generell weg von der Klassik.

    Heiser bin ich nur wenn ich mich übernommen hab oder ins alte Schema falle. Bin davor also immer noch nicht gefeiht und geht noch nicht alles so ganz automatisch. Einsingen tu ich mich eigentlich immer, aber nicht stundenlang. Meine Spitzenhöhen lassen sich nicht mehr so gut abrufen. Aber das ist klar, ich muss noch viel üben. Bevor ich mich wieder in gefährliches Gewässer begebe, such ich vor Ort wieder jemanden, der mich warnt und korrigiert. Bin gerade mit einer Gesangslehrerin im Gespräch (wird wahrscheinlich jetzt meine 5te GL :rolleyes:), bin gespannt wie es wird. Diesmal gebe ich aber mehr auf mich und meine Stimme Acht.
     
  3. musicmacher

    musicmacher Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.11.08   #3
    Hallo Vali,
    vielen Dank für die ausführliche Schilderung Deiner persönlichen Erfahrungen. Wow.
    Du hast ja eine richtige Leidensgeschichte hinter Dir...
    Da habe ich ja richtig Glück gehabt.
    Ja meine Gesangslehrerin muss sich auch erstmal an mein neues Timbre gewöhnen:) Aber ich kann Ihr in meinem Fall wirklich keinen Vorwurf machen, zumal sie gemerkt hat, das ich etwas grundlegendes falsch mache, aber die Übungen haben es einfach nicht gebracht. Ich brauchte das wohl auf die harte Tour :)
    Bei mir ist es im Moment so, dass ich insbesondere im Gesangsunterricht in die alten Schemata zurückfalle....Vertraute Umgebung und Übrungen etc. Ich glaube ich muss mich echt mal wenn ich gerade in meiner normalen Stimme bin hier eine Aufnahme machen und sie ihr vorspielen, damit sie sich an den neuen Sound gewöhnt und mich korrigieren kann, wenn ich zurückfalle.

    Ich glaube die Umgewöhnung von der Du sprichst ist der springende Punkt.
    Ich muss wohl immer noch viel rumprobieren, bis ich mich in mein richtiges Timbre reinfinde. Obwohl ich schon wesentlich dunkler anfange als früher dauert es fast 2 Stunden bis ich ganz unten bin. Aber ich habe im Moment Angst das ich nun ins Gegenteil abdrifte und die stimme künstlich verdunkle, deshalb taste ich mich lieber langsam heran.
    Im moment kann ich von I believe I can fly (wohl so ziemlich das höchste im Pop für Männerstimmen) bis Old Man River alles singen (auch Timbremäßig an die Originalkünstler angelehnt).
    Irgendwo in der Mitte muss ich mich einpendeln.
    Das wird wohl einfach dauern :(

    Wie lange ist das alles jetzt bei Dir her?
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall schon einmal viel Erfolg mit der neuen GL!


    gruß

    music
     
  4. IcePrincess

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    Erstellt: 11.11.08   #4
    Ich kann das ein Stück weit auch nachvollziehen. Ich hab' meine Stimme auch jahrelang abgedunkelt - wäre am liebsten Alt gewesen und hab' mich auf einen Mezzo runtergezwungen. Witzigerweise kam bei mir die große Heiserkeit immer stärker, je länger ich Gesangsunterricht hatte, und meine Lehrerinnen eine korrekte Technik aufgebaut haben.

    Bei mir ist der Knoten geplatzt, als ich nach ein paar funktionalen Übungen (auch meine Gesangslehrerin hat sich einen Abgebrochen an das Problem zu kommen... sie wußte, da ist eins, sie wußte auch welches, aber sie wußte nicht, wie wir's weg kriegen sollen) "More than Words" im Selbststudium erarbeitet habe. Da war mir mein Stimmklang das erste mal wurscht und PLOPP! da war der Sopran, mit all der Mühelosigkeit die Vali an sich immer vermißt hat.

    Höhe? Egal. The Sky's the Limit. Die Sopranpartien aus "Cats" oder "Phantom of the Opera"? Gimme more.

    Auch ich habe am Anfang immer wieder Rückschläge erlebt und mußte mich gerade auf "More than Words" einsingen, um über diese Referenz den Ton abrufen zu können, der es sein soll.
    Vielleicht ist das ein Tipp für Dich: Ein oder zwei Referenz-Songs erarbeiten, bei denen Du besonders leicht in Dein Timbre rutschst.

    Auch etwas das helfen kann: Eine zweite Meinung. Zumindest für eine gewisse Zeit einen neuen Lehrer, der Dein "altes" Timbre nicht kennt.
     
  5. musicmacher

    musicmacher Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.08   #5
    Hallo,

    Problem dieser Art scheinen ja ziemlich weit verbreitet zu sein....:eek:
    Ja bei mir war es auch ein Song den ich im Selbststudium für den Auftritt geübt habe. Meine GL hatte da gerade Urlaub. Und dann habe ich mich ja wie schon geschrieben völlig heiser gesungen und die künstliche Stimme brach in sich zusammen.

    Ja sowas wie Referenzsongs habe ich bereits. Bei dem Song, den ich aufgeführt habe, klappts noch nicht auf Anhieb, weil ich den ja mit der "alten Stimme" angefangen habe zu üben.
    Aber ich hab da so ein paar Songs von Tunde (der Sänger von der Lighthouse-Family) und Tom Gaebel. Bei denen klappts eigentlich fast auf Anhieb, auch weil die Originalkünstler dunkler singen.
    Aber auch wenn ich gleich ins neue Timbre finde, brauche ich noch etwas Zeit bis es richtig flutscht...

    Aber das ist wohl einfach weil alles noch recht frisch ist. Als ich angefangen habe mit dem Untterricht brauchte ich auch immer ewig bis die Stimme warm wurde. Inzwischen kann ich die "alte Stimme" auf Anhieb in bestform (so weit wie ich damit halt komme) abrufen.

    Für einen 2ten GL fehlt mir leider derzeit einfach die Zeit und auch das Geld. Aber ich denke das wird sich schon geben. Wenn man sein Leben lang mit einer anderen Stimme gesungen hat, lässt sich das wohl einfach nicht über Nacht korrigieren.

    Danke für Eure Beiträge Ihr habt mir echt Mut gemacht.

    gruß

    music
     
  6. erdbeer-shisha

    erdbeer-shisha Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.08   #6
    Ich habe hier vor einiger Zeit auch einmal etwas gepostet: Ein wichtiger Knoten platzte bei mir nämlich vor rund einem halben Jahr. Das fand ich aber nicht schön, ich fand es erst grauenhaft. Obwohl bei mir dieser Knoten ermöglichte mein Register nach oben bis hin auf c"" zu strecken (mit Einordnungsproblemen hatte man bei mir glaube ich eh nie wirklich Schwierigkeiten - ich glaube, ich bin schon seeehr sopranig :D), aber ich war mit meinem Stimmklang irgendwie unzufrieden, ich konnte mich halt nicht mehr so mit ihm identifizieren, es hörte sich alles irgendwie auf einmal viel erwachsener an, ich weiss nicht, ob man nachvollziehen kann, was ich meine, aber so hab ich es damals gefühlt. Heute weiß ich, dass dieser Knoten von schon so einigen Knoten wieder ein wichtiger Schritt in der Erkundung meiner Stimme war, das meine Stimme immer mehr "Stimme" wird und nicht irgendeiner Wunschvorstellung, die unser Gehirn durchsetzen möchte. Das ist glaube ich sehr wichtig für die stimmliche Entfaltung.
    Referenz-Songs habe ich nie, aber speziell beim üben achte ich immer auf etwas und zwar auf das a". Wenn ich irgendwo bin oder stehe, erinnere ich mich immer an das a", singe es manchmal vor mich hin und versuche es so sauber wie möglich zu singen, weil dieses a" ab und zu ein bisschen rumzickt, wenn ich noch nicht richtig warm bin. Bin ich warm, zickt das a" auch nicht mehr rum und alles ist okay :).
     
  7. saxycb

    saxycb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.08   #7
    Hallo!

    Das mit dem "Schwanken zwischen zwei Timbres" und "Schwanken zwischen zwei grundverschiedenen Techniken" kenne ich auch. Für mich ist die "neue", "interessantere", "ökonomischere", "wohlklingendere"... auch nicht immer abrufbar. Noch immer nicht... leider.

    Die Idee mit dem "Referenzsong" finde ich gut. Probiere ich auch. Klappt aber nicht immer.

    Vielmehr habe ich aber "No Go"-Songs. Wenn ich die singe, bin ich sofort im "alten Schema" und finde da nicht mehr raus. Das geht dann erst wieder nach einer Weile Singpause (anfangs brauchte ich einen ganzen Tag Singpause, nachdem ich ins alte Schema geruscht war...).
    Solche "No Go"-Songs sind bei mir vorranging die, welche ich vor der neuen Timbreentdeckung ständig gesungen habe. Diese Songs habe ich mir scheinbar so eintrainiert, dass ich sie automatisch in ähnlicher Weise von mir gebe - ob ich nun will oder nicht.

    Vielleicht hilft Dir das ja auch...

    LG saxycb
     
  8. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 13.11.08   #8
    Was saxy da erwähnt ist ein Detail, dass ich genauso erlebt habe. Die No-Go-Songs, bei denen Du Dich sofort in der alten Technik festsingst.
    Das wird irgendwann wieder gehen - so viel an Trost an euch beide ;) - ich bin da nämlich inzwischen angekommen... aber für das erste Jahr oder so konnte ich mich auch innerhalb von fünf Minuten so festbelten, dass ich einen Tag gebraucht habe um wieder raus zu finden.
     
  9. musicmacher

    musicmacher Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.11.08   #9
    Hallo,
    erstmal sorry für die arg späte Antwort.
    Ich war kurzfristig weggefahren.

    Hallo Saxy, ja das hilft mir in der Tat. Genau solche Nogo-Songs scheine ich auch zu haben. Hatte gerade gestern so einen angestimmt und bin dann für den rest des Tages wieder in den alten Mist reingerutscht. War zwischendurch schon richtig verzweifelt, es klang sogar schlimmer als früher weil es weder das alte noch das neue Timbre war sondern etwas dazwischen was so garnicht ging:(
    Habe dann abends noch einmal durch die ersten Seiten eines Buches über Gesang geblättert, also sozusagen bei null angefangen und mir die absoluten Basics noch einmal verinnerlicht. Dann gings auf einmal wieder....
    Ich muss im Moment wirklich wieder wie ein Totalanfänger tierisch darauf aupassen überhaupt mit Stützte, richtigem Tonsitz und richtiger Gaumensegelstellung etc.zu singen....

    Ich habe auch noch einmal über den Tipp mit dem zweiten GL nachgedacht. Leider ist das zeitlich bei mir im Moment einfach nicht drin.


    Was ich mir jetzt überlegt habe:

    Ich besuche anfang nächsten Jahres mal so einen einwöchigen Intensivworkshop, bei dem ich mich als Anfänger vorstelle. Da mich dort ja keiner kennt und ich sozusagen Anfänger bin, kann ich mir dann einfach ohne Druck nochmal die absoluten Basics von jemanden der sich meiner Stimme unvoreingenommen nähert reinziehen.
    Und einmal eine Woche Urlaub zu nehmen und sich unter Professioneller Anleitung nur mit dem Gesang zu beschäftigen kann sicherlich auch nicht schaden.

    Jetzt nocheinmal von Null mit meiner GL von vorne anzufangen ist nach 1 1/2 Jahren einfach schier unmöglich.
    Auch bin ich nach wie vor sehr zufrieden und fühle mich sehr wohl dort. Ein Wechsel kommt für mich deshalb nicht in Frage.

    Ich kann ja einmal meine Erfahrungen hier posten, wenn ich bei dem Workshop war. Wenn es klappt, hilft es vielleicht auch den anderen hier, die sich in den Untiefen Ihrer eigenen Stimme verlohren haben :)

    viele Grüße

    music

    Edit: Habe mal eine mp3 ins hörproben-forum gestellt, wo man ganz gut hört wie ich immer noch ins alte timbre zurückfalle und die stimme ständig anders klingt. Vielleicht fällt ja jemanden noch etwas dazu ein?
     
  10. WetterEgal

    WetterEgal Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.09   #10
    Hallo Zusammen,
    ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiter helfen.
    Ich singe zur Zeit in einer Punkband. Aus song- und stiltechnischen Gründen bin ich immer höher zu singen, als es sich gut anfühlt. Die Stimme wird dünner und nicht mehr durchsetzungsfähig.
    Am Anfang unserer Band hab ich ausschließlich geschrien, ohne spezielle Technik :). Vielleicht auch, weil unsere Gesangsanlage nicht soo durchsetzungsfähig war und ich immer Vollgas geben mußte, damit man mich überhaubt hört. Ich hab dann irgendwann aufgerüstet, aber für mehr als eine DB 400 + Mischer und Mic hats erstmal nicht gereicht. Egal, besser als vorher.
    Problem: ich weiß nicht in welcher Tonlage ich mich am wohlsten fühlen soll. Wenn ich es in einer angenehmen Tonlage singe, dann klingt es mir zu tief und zu langweilig, wenn ich ich höher singe, dann hab ich das Gefühl, ich treff Töne im Unfang von ca. 3 Halbtönen.
    Ohne Band hab ich immer so Jack Johnson Sachen gedüdelt. Meine Schwester meinte, meine Stimme kläge eher nach Crash Test Dummies...
    Ich kenn auf jeden Fall das Gefühl, irgendwie in der falschen Tonlage zu sein.
    Ich hatte auch mal vor kurzem Gesangsunterricht... irgendwie wurde meine Stimme aber nicht besser. Dann kam der HNO. Kieferhöhlenentzündung und Stimmbandentzündung. Jetzt ist es einigermaßen abheheilt und ich muss zur Logopäden, weil ich eine starke Brustatmung, einen "Habit", nämlich, dass ich mich ständig räuspere und keinen Stimmbandschluss habe.
    Mach ich irgendwie alles falsch, oder hab ich nur Pech?
    Die Vergewaltigung meiner Stimme kann man sich unter www.myspace.com/themanufactures mal anhören.
    Vielleicht habt ihr ja einen Tipp, wie es sinnvoll wäre weiter zu machen...
     
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