Stimme kräftigen?

von Satan Claus, 18.08.03.

  1. Satan Claus

    Satan Claus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.03   #1
    Hi, mal 'ne ganz dämliche Frage:
    Gibt es irgendwelche Übungen oder Tricks, um allgemein ( vor allem beim singen aber ) eine kräftigere, durchsetzungsfähigere Stimme zu bekommen?
    Jetzt keine Kommentare wie "Stimmbruch abwarten", das würde mir zu lange dauern :D
     
  2. Christoph

    Christoph Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.03   #2
    stimmen bruch ?...noch keinen gehabt ?...dann wuerd ich naemlich wirklich was warten...ansonsten sing so oft wie du kannst und zwar laut und deutlich. Aber ambesten weiss es der Gesangslehrer
     
  3. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 18.08.03   #3
    Eine kräftigere Stimme entwickelt sich mit der Zeit automatisch. Du musst wissen, dass die Töne ja nur Schwingungen der Luft sind, die durch die Arbeit deiner Stimmlippen hervorgebracht werden. Eben diese Stimmlippen sind ja erstmal nur drauf trainiert das Sprechen zu ermöglichen. Sie funktionieren wie ein kleiner Staudamm der in regelmäßigen Abständen bricht: Sie halten Luft zurück und lassen sie dann durchströmen und schließen, bis sich wieder ausreichend Druck aufgebaut hat, um dann wieder Luft durchströmen zu lassen.
    Der Druckaufbau ist das entscheidende beim Singen.
    Beim Sprechen müssen die Stimmlippen nur in kurzen Intervallen arbeiten und sind nicht richtig beantsprucht. Beim Singen hingegen benötigst du mehr Druck um einen guten, lauten Ton zu produzieren, nur sind deine Stimmlippen zunächst nicht in der Lage das zu halten. Dies hat zur Folge, dass du verschiedene andere Muskeln (die äußeren Kehlkopfmuskeln) benutzt, um die Luft weiter zu komprimieren und einen lauten Ton zu erzeugen. Das ist FALSCH!!!
    Daher auch der Rat an Christoph: Niemals versuchen krampfhaft laut zu singen und auch nicht übermäßig deutlich. Das macht man meißt nur noch in alten Gesangsstilen.
    Du solltest immer nur so laut singen wie du es einfach und locker kannst. Ebenso verhält es sich bei der Tonhöhe - niemals höher singen, als du es ohne Kraftaufwand kannst. Denn nur, wenn deine Stimmlippen die einzigen "Muskeln" im Kehlkopf sind, die sich bewegen, nur dann kann deine Stimme sich kräftigen und gleichzeit natürlich sein. Und Sie kräftigen sich nach Übung von ganz allein. Dann stellt sich auch das Vibrato von selbst ein.
    Mit Stimmbruch hat das zunächst mal gar nichts zu tun. Im Gegenteil, es ist sogar sehr gut während dessen zu singen, so dass eben der Bruch geglättet wird und sich die/der SängerIn gleich damit vertraut macht. Denn auch nach dem Stimmbruch geht die stimmliche Brillianz nicht verloren, wenn man eine gute Gesangstechnik hat. Allerdings würde ich dir dann empfehlen - ich weiß jetzt nicht ob du den Stimmbruch noch vor dir hast - in diesem Fall mit einem Gesanglehrer zu arbeiten, zur Kontrolle.

    Falls du nun schnell eine Kräftigung benötigst (zeitweise, z.B. für spezielle Passagen), dann drücke mit deinen Armen einfach in Höhe deines Zwergfells ein und versuche beim Ausatmen den Bauch etwas auszustrecken, langsam und kontinuierlich. Das ersetzt allerdings kein Training an der Stimme und schon gar nicht mit einem qualifizierten Gesangstechniklehrer.
     
  4. Satan Claus

    Satan Claus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.03   #4
    Ironie ist schön, wenn man sie versteht...:D
    Das mit dem Stimmbruch war ein Spaß :)

    Deutlich & laut singen...hmm...ja. Kann man aber irgendwas machen, um mehr Aggressivität zu bekommen?
     
  5. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 18.08.03   #5
    Was meinst du denn mit agressiver? Meinst du mehr so in Richtung "schreien" oder "rauchig herb" oder was?
    Grundsätzlich gilt aber, dass du zunächst mal eine "normale" Stimme entwickeln solltest, denn extremes Belting, und schreien sind schlecht für den Stimmapparat, wenn sie unbedacht und hauptsächlich eingesetzt werden. Du brauchst also erstmal eine sichere Grundlage.
     
  6. Satan Claus

    Satan Claus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.08.03   #6
    Mit aggressiver mein ich 'ne typische Rock-Stimme. Nicht gleich so extrem wie Joe Cocker, aber auch kein Gepiepse wie irgendwelche Pop-Sternchen.
    Eine gute Grundlage hab ich imho auch: früher 3 Jahre im Schulchor gewesen...
     
  7. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 18.08.03   #7
    Na, herzlichen Glückwunsch erstmal - also wenn du 3 Jahre Schulchor überstehst, dann schaffst du das auch im Rockbusiness. :D

    Nun, also eine Stimme wie Joe Cocker oder Ralf Richter zu kriegen ist für jemanden, der grundsätzlich nicht die Veranlagung dazu hat und keinen Bock auf Alkoholvergiftung und Kehlkopfkrebs hat unmöglich. Das heißt: eine solche Stimme müsste zum Großteil angeboren sein, wenn die Stimme ohne Schäden ausgebaut werden soll.
    Die Alternative ist eben saufen bis der Arzt kommt und soviel Rauchen biss man umkippt. Nur verursacht das Schäden, die irreparabel werden.

    Es gibt allerdings die Möglichkeit diese Art Stimme zu "simulieren", ähnlich wie ein Stimmimitator. Allerdings besteht hier die Gefahr schnell zu überpowern und so bleibende Schäden am Stimmapparat zu hinterlassen. Als zeitweiliger Effekt eingesetzt ist das aber durchaus praktikabel.
    Und zwar kannst du versuchen alles mit mehr Luft zu singen, die allerdings nicht unverbraucht ausströmen zu lassen sondern damit ein grummeln im Hals zu verursachen. Es ist also ein grummeliges Belting was du praktizieren musst. Nur musst du das auch zunächst mal üben, denn ohne Übung klingt das ertsmal wie gewollt und nicht gekonnt.

    Dennoch nochmal die Warnung: Alles was nicht deine eigene Stimme gibt und du krampfhaft hervorholen musst, ist auf Dauer schädlich und nicht mehr nur Stilmittel.
     
  8. [HW]Shadow

    [HW]Shadow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.03   #8
    Da hier jemand Ahnung zu haben scheint hab ich auch mal ne Frage.
    Wie schädlich ist Deathmetal Growlen, wenn man nicht laut growlt, es mich nicht anstrengt und keine Schmerzen davon kriege?
    Meine "Technik" (wills gar nicht so nennen, weil ich dafür viel zu schlecht bin) besteht darin den rauhen Klang durch den Schleim im Rachen mit recht wenig Luft zu erzeugen. Dazu tief "gesungen" mit der Stimme und fertig ist das Deathmetal Growling. Soweit ich weis ist das ne recht unbedenkliche Technik, aber was weis ich schon?
    Wär ein Klangbeispiel von Nöten?
    THX schonmal jedenfalls
     
  9. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 19.08.03   #9
    @[HW]Shadow

    Hallo, du brauchst nicht so bescheiden sein. Hättest ruhig einen eigenen Thread aufmachen können. ;)

    Du hast richtig erkannt, dass grundsätzlich alles für die Stimme und den Stimmapparat schlecht ist, was dir weh tut und dich anstrengt. Denn die Folge sind oft Schwellungen der Stimmlippen/-bänder und weitreichende Entzündungen im Kehlkopfbereich, die dann zu irreparablen Schäden führen können - hier ist aber wirklich schon vertäufelter Missbrauch von der Stimme zu machen. Also nicht gleich erschrecken. 8)

    Ein Soundbeispiel benötige ich, um diese Frage zu beantworten nicht, da du das gut beschrieben hast und ich mir das gut vorstellen kann, was du tust - und damit bist du nicht der erste! :)

    Ich nehme mal an, dass du nur mit diesem growlen singst. Was noch wichtig wäre zu wissen ist die Lautstärke - wobei ich annehme, dass du nicht flüsternd growlst, sondern schon mit Ton, was dann die Frage der Lauststärke schon klärt, da es grundsätzlich schlecht ist zu flüstern, weil das die Stimmbänder zu sehr anstrengt.

    Eigentlich sollte man das Growlen nur als Effekt einsetzten, weil es eben eine bewusst angestrengte Veränderung deiner Stimme ist, die dazu führt, dass dein Stimmapparat nicht mehr in 100% optimaler Singposition ist.
    Aber wenn dir dabei nichts weh tut und es dich nicht anstrengt, dann ist dagegen nichts wirkliches zu sagen. Schön wäre es zwar, wenn die Stimme hin und wieder von einem Stimmtrainer kontrolliert werden könnte, aber das ist meistens sehr unrealistisch. Was allerdings durchauch praktikabel ist, ist gutes Einsingen, wodurch du deine Stimme aufwärmst mit "normaler Stimme" und deine Kehlkopfmuskeln entspannst, um deine Stimme vorzubereiten auf die "Verrenkungen" die folgen.
     
  10. [HW]Shadow

    [HW]Shadow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.03   #10
    Die Lautstärke des Growlens schätze ich auf knapp weniger als meine normale Sprech Lautstärke, wobei die schon nicht besonders groß ist. Ich growle zwar mit Ton, aber in einem anderen Forum wurde diese Technik (oder eine ähnlche, weis nicht mehr) als "lautes Flüstern" beschrieben und ich finde es fühlt sich auch ein bisschen an wie Flüstern.
    Ich bin eigentlich kein Sänger, sondern nur Gitarrist, aber ich wollte für unsere Band als Effekt für besondere Song Parts mal was growlen, oder halt für eigene Aufnahmen unabhängig von der Band. Ist also entweder nicht so viel das ich growlen muss, oder ich kann mir genug Zeit lassen.
    Wirklich "singen" kann ich nicht, will das zwar auch ein bisschen lernen, aber das wird noch dauern.
    Vielen Dank für die Antwort :).
     
  11. Patrick Beyer

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    Erstellt: 20.08.03   #11
    Also wenn du es als Gitarrist nur zwischenzeitlich als "Hinhörer" machst, dann ist das unbedenklich. Wichtig ist eben, dass du Ton produzierst und nicht stumm flüsterst, denn dass ist Gift für die Stimme. Aber so wie du das schreibst ist das schon okidoki.
    Also viel Spaß weiterhin damit...
     
  12. Garulf

    Garulf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.03   #12
    hm najoa, erstmal dazu. ich weis nich genau was genau der ienzelne als growlen defineirt, wenn du diese enorm tiefe meisnt oke geb ich dir recht. ebi mir is das aber so (ich singe ihm stil einer mishcung von children of bodom udn späte carcass) muss ich sagen das ich sehr laut bin. wobei das auch nen guter übergang zur eigentlichen threadfrage is. bei mir war das am anfang noch so das ich echt nach 2zeilen kratzen im hals hatte udn sehr shcnell husten musste, aber na 1- 1/2monaten hat sich das echt ENORM gebessert und mitlerweile kann ich schon erstens kräftiger/kratziger/lauter "singen" und vr allem lönger udn entspannter. das is somit nur eine frage der zeit würde ich sagen
     
  13. oli

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    Erstellt: 02.11.03   #13
    @ Hallo Patrick

    Ich hätte da auch mal eine frage die vielleicht etwas komisch klingen mag :)
    Kurt Cobain scheint seine stimme doch oft arg gedrückt zuhaben, ich weis nicht genau wie er gesangstechnisch gearbeitet hat, aber liege ich recht mit der annahme dass dieses drücken die stimme dauerhaft "verändert" (ich will es nicht schädigt nennen, da diese stimme doch bei ihm sehr erwünscht war)
     
  14. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 02.11.03   #14
    Hi Olli,

    es ist richtig, dass sich die Stimme durch dauerhaftes Drücken (beim Singen) verändert, allerdings ist es hier reparabel, denn das was sich hauptsächlich verändert, ist die Art und Weise wie ich singe - ich singe dann nämlich immer mit Druck. Das hat so natürlich klangliche Auswirkungen auf die Stimme und selbst wenn ich denke ich singe ohne Druck singe ich meist mit Druck, weil ich es schon so gewöhnt bin. Aber mit Training und Kontrolle durch eine zweite Person gelingt es wieder diesen Druck abzubauen und ihn für Effekte einzusetzen!
     
  15. EmiXXX

    EmiXXX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.11.06   #15
    HI....
    Ich habe mal einen Tag wo ich eine Raue stimme habe und dann mal wieder einen als ob grad die Teletubies singen würden.... :screwy:
    Kennt jemand von euch dieses problem ?

    Ps. es hat auch nicht mit erkältung oder etc zu tun!:o
    Währ nett wenn ihr antw. würdet
    Lieben Gruß. Emilia Nirvana 4 ever !! :D
     
  16. antipasti

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    Erstellt: 05.11.06   #16
    Ironie kann nur verstanden werden, wenn man weiß, von wem sie kommt. Wärst Du 12 Jahre alt, wäre es keine Ironie :) ..

    Joe Cocker singt teilweise mit der "Taschenfaltenstimme" - wie ich vor Kurzem hier lernen durfte... ich denke, im Bereich "FAQ/Workshop" bist Du mit Deiner Frage gut bedient.

    Zu jeder Art zu singen, die mit Kraft zu hat, gehört aber als Grundlage die gleiche Technik, die mit Atmung und Stütze zu tun hat. Die Klangfarbe zu bilden mittels Mundstellung, Kehlkopfstellung, Resonanzräume nutzen usw, sollte dann erst der zweite Schritt sein.
     
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