Stimmung Hohner Tango IIm

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akkmicha
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hab ein altes Tango IIm der 50ger in recht gutem Zustand erworben. Bin es eigentlich gewohnt, 16ner und 8ter Töne nahe am zugehörigen Ton mit kaum cent Abweichung zu finden und die 8ter Schwebung dann höher gestimmt
bei dieser Tango messe ich die 16ner alle ca. -+2 cent, aber die 8ter alle mit um die ca. 12 cent darunter. Die Schwebungs-Achter alle um Null cent.
da habe ich im 16+8-Register natürlich starke Schwebungen, gefällt mir nicht so. Ist dann nicht so der etwas härtere Sound.
Meine Frage: ist das von Hohner so gewollt für ein Tango-Akkordeon?
 
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maxito
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Meine Frage: ist das von Hohner so gewollt für ein Tango-Akkordeon?
das ist von Hohner nicht so gewollt gewesen ... und auch sicher nicht so gefertigt worden!

Die übliche Zusammensetzung war schon so dass der 8`einzeln und der 16´ passend gestimmt waren und man das Tremolo zuschalten konnte... aber nicht dass zwischen 8´und 16´´ ein Tremolo war.

altes Tango IIm der 50ger in recht gutem Zustand erworben.

Eine Tango aus den 50-ern in gutem Zustand ist ganz sicher zwischendurch mal überholt worden - und auch dabei sind die Stimmplatten neu eingewachst worden.

Vermutlich hat das der Besitzer selber gemacht...und dabei die Stimmplatten für Tremolo und 8´"normal" verwechselt... Und weil der dann vermutlich nur mit Tremolo oder vollchörig gespielt hat, ist das auch nicht aufgefallen, dass die Stimmplatten im falschen Stimmstock sitzen.
 
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akkmicha
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Danke, das wirds wohl sein. Ich überlege, die Tremoloschieber als offen auszuhängen, dann kann ich nur 16 oder 8 solo nicht spielen, was sowieso kaum gefragt ist
 
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Und wenn du die beiden 8'-Stimmstöcke vertauschst, wie tönt das dann?
 
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bei Hohner sitzen 8 und 8tremo auf beiden Seiten eines Stimmstocks
 
maxito
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Und wenn du die beiden 8'-Stimmstöcke vertauschst, wie tönt das dann?

bei Hohner sitzen 8 und 8tremo auf beiden Seiten eines Stimmstocks

So wie die Stimmstöcke belegt sind lässt sich das nur korrigieren, wenn man die 8´Platten runternimmt und wieder in der richtigen Anordnung aufwachst.

Denn 3 Chöre sitzen hier auf 3 Stimmstöcken... man muss aber beachten, dass die Halbtöne und die Ganztöne jeweils zusammengefasst sind . Und somit sind 3 Chöre Ganztöne auf 1 1/2 Stimmsstöcke und 3 Chöre Halbtöne ebenfalls auf 1 1/2 Stimmstöcke verteilt. Und die Register kann man auch nicht mal "geschwind" neu zuordnen...Und somit geht mit einfach nur vertauschen nichts. Die Platten müssen vom Stimmstock runter und ander richtigen Stelle wieder eingewachst werden.
 
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Ich häng mich mal hier dran, weil es vom Thema her gut passt. Ich habe seit ca einem halben Jahr eine überholte Hohner Tango II M und übe auch gern mit ihr. Im Diskant spiele ich gern mit 16+8 oder auch 8, aber das Tremolo hätte ich gern dezenter. Das schreit mir irgendwie zu aufdringlich schrill. Ich hatte das auch schon mal etwas runterstimmen lassen, aber ich fürchte, es wurde nicht so ganz deutlich, was ich meinte. Ich glaube, mich stört weniger die Schwebefrequenz, sondern die Klangfarbe. So als kurze Auffrischung oder mit anderen Instrumenten zusammen als Salz in der Suppe finde ich es ok, aber länger am Stück ist es mir zu heftig. Tutti finde ich da schon fast wieder angenehmer. Würdet ihr sagen, dieses Bissig scharfe gehört einfach ein bisschen zum Instrument/Modell dazu und lässt sich nicht ohne erheblichen Aufwand umoperieren? Dann würde ich mich nämlich damit anfreunden und mir irgendwann nochmal ein stilistisch anderes leisten, wenn ich wieder spieltechnisch fiter geworden bin und die Finanzen es hergeben. :) Womöglich steckt da auch was psychisches dahinter, weil ich mir als Schülerin im Internat sehr viele blöde Sprüche anhören durfte.
 
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aber das Tremolo hätte ich gern dezenter. Das schreit mir irgendwie zu aufdringlich schrill. Ich hatte das auch schon mal etwas runterstimmen lassen, aber ich fürchte, es wurde nicht so ganz deutlich, was ich meinte. Ich glaube, mich stört weniger die Schwebefrequenz, sondern die Klangfarbe. So als kurze Auffrischung oder mit anderen Instrumenten zusammen als Salz in der Suppe finde ich es ok, aber länger am Stück ist es mir zu heftig.
Tremolo ist ja immer eine sehr heftig diskutierte Sache. Dem einen kann´s nicht scharf genug sein, dem anderen fräst´s schier die Ohren ab und mag s lieber dezenter haben.

Da ich selber eine Tango habe - allerdings die große Schwester , die IIIM, die allerdings bis auf die mehr Tasten sonst identisch aufgebaut ist, kann ich mir glaube ich gut vorstellen was du für einen Klang meinst.

Die Tango ist ja mal so grundsätzlich ein eher einfaches Modell und von Haus aus nicht unbedingt "stimmgewaltig"... Und weil man wollte dass die Akkordeons gut hörbar sein sollen, auch wenn die so an sich eher leise sind, hat man da ein Tremolo reingebastelt. Tremolo ist ja im Grunde einen Verstimmung von zwei Chören gegeneinander... und Verstimmung hört man immer gut raus. Und Hohner hat bei vielen seiner Instrumente ein Tremolo verwendet das eine Verstimmung der beiden Chöre von so grob 20 Cent beträgt. Und das ist typisch für viele Hohner Instrumente. und wenn man beim Stimmen nix extra dazu ausmacht, wir das dann auch wieder in etwa hergestellt wenn das Instrument gestimmt wird.

Das mag jetzt aber halt nicht jeder .. ich z.B. mag das so auch nicht besonders. Deshalb habe ich bei der letzten Überholung das Tremolo meiner Tango komplett flach stimmen lassen. D.h. ganz ohne Tremolo! (das mag aber widerum auch nicht jeder!) Weil aber zwei Stimmzungen nie identisch schwingen, gibt das auch nicht den gleichen Ton ,wie einchörig, nur lauter, sondern eine leichte Reibung zwischen den beiden Tönen bleibt trotzdem immer, weswegen der Klang dann trotzdem anders ist als nur einchörig gespielt.

Wenn einem das typische Hohertremolo zu "scharf" ist und komplett flach auch zu wenig ( was bei den meisten der Fall sein wird) dann kann man den Tremolochor auch problemlos auf ein flacheres Tremolo umstimmen lassen. Typischerweise sind flache Tromolos im Bereich zwischen ca. 4 Cent bis ca. 10 Cent angesiedelt. Unterhalb 4 Cent ist die Gefahr groß dass sich die Chöre einkoppeln und dann unisono auf die gleiche Frequenz koppeln. Und oberhalb von ca. 12 Cent klingts schnell wieder ziemlich ähnlich wie das typische Tremolo.

Wenn man noch keinen Vergleich hat, was man wie stark haben möchte, dann kann man das bei vielen Werkstätten bei einem vor Ort Termin klären. Das läuft dann in der Regel so ab, dass man dem Fachmann erklärt was einen stört und in welche Richtung man das haben möchte. Dann stimmt der Fachmann meist ein paar Töne einer Oktave um - so dass man dann am Objekt vergleichen kann, ob der Klang in die Richtung geht die einem "vorschwebt". Das kann auch zwei drei Runden dauern. Wenn man dann ausgeknobelt hat was man haben will ( das kann dann z.B. so sein: "etwas weniger als Stimmung 1 , aber mehr als Stimmung 2...") dann hält das der Fachmann fest und stimmt dann anhand dieser Ferstlegung die restlichen Töne entsprechend um.

Theoretisch müsste man nur den Tremolochor umstimmen. Weil aber meist bei den normalen Tönen auch ein paar Ausreißer dabei sind, wird meist neben dem Tremolo umstimmen auch die restliche Stimmung kontrolliert bzw. nachgestimmt. ( bei solchen Geschichten wird dann allerdings meist der Bass nicht mitgstimmt)

Und wer Angst um seine Stimmplatten hat: Wenn der Fachmann nicht allzu grob vorgeht und die Stimmzungen entsprechend umsichtig behandelt, dann kann man diese Prozedur auch locker ein paar Mal wiederholen, ohne dass irreparabler Schaden entsteht. Die T-Mensur Stimmplatten die in der Tango verbaut sind, sind robust und vertragen einiges!
 
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Danke @maxito für deine fundierte Antwort, das hat mir schon sehr weitergeholfen. So hatte ich das noch gar nicht betrachtet, dass es Hohner dabei um akustische Durchsetzungsfähigkeit der einfacheren Modelle ging. Kann ja auch manchmal reizvoll sein. Diese Variante mit der Reibung mag ich gern, das macht die Klangfarbe wärmer. Auch interessant zu wissen, wie das bei Fachleuten normalerweise ablaufen würde und dass es prinzipiell einen Weg gäbe. Dann kann ich auch beruhigt noch ein bisschen üben, wie man zielsicher Register umschaltet und den aufregenden Effekt bewusst einsetzt. Vielleicht löst das auch schon einen Teil des Problems.
 
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So hatte ich das noch gar nicht betrachtet, dass es Hohner dabei um akustische Durchsetzungsfähigkeit der einfacheren Modelle ging
Nicht nur Hohner, sondern beim Akkordeon allgemein.

Historisch gesehen hat das Akkordeon ja meist mehrere Wirtshausmusiker ersetzt - und deren Durchsetzungsfähigkeit im Wirtshaus musste ja irgendwie kompensiert werden. Und da kam man schnell auf den Trick mit der gezielten Verstimmung. Wieviel man dann verstimmt hat, das war jeweils völlig unterschiedlich - nach Region, nach Hersteller, nach Musik (Musette) etc... und meist haben größere Hersteller sich irgendwann mal einen Standard angeeignet und den dann hausintern allgemein verwendet.

... Aber auch zeitlich gesehen ändert sich das. Heutzutage ist es nicht mehr notwendig sich gegen eine komplette Wirtshausmeute durchzusetzen, denn es gibt problemlos elektrische Verstärkung. Drum ist es heute gar nicht mehr notwenig die Instrumente auf hohe Schalleistung zu trimmen und kann sich den Luxus leisten auch klangliche Registrierungen zu wählen die zwar unverstärkt nicht mehr so durchsetzungsfähig klingen, aber vielleicht "eleganter" klingen. Und so sind vielfach eher flachere Tremolos im Trend (zumindest etwas flachere)
 
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tamaracha
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OK, das stimmt natürlich, da muss man ohne elektronische Hilfe ziemlich Gas geben. Musik als Hintergrundpegel spielt in meinem Leben kaum noch eine Rolle, deswegen hatte ich das auch gar nicht auf dem Schirm. Ich hab eine Zeit lang am Wochenende in einem bestimmten Café Klavier gespielt, um als Schülerin mein Gehalt aufzubessern. Das war i.d.R. noch keine Wirtshausmeute, aber auch schon ein ziemlicher Geräuschpegel. Die größte Meute waren Familien mit Kindern während der Adventszeit. Es hat mich da echt gejuckt, mit „In der Weihnachtsbäckerei“ dagegenzuhalten. Man hört sich da am Klavier irritierenderweise aber auch viel leiser als man unten im Gästebereich gehört wird. Tendenziell hab ich meine Lautstärke also eher unterschätzt. Deswegen bin ich dann doch lieber brav geblieben und den Eltern und auch dem Personal wurde eine Runde Zuckowski erspart. Wobei, das hätte bei der aufgepeitschten Besinnlichkeit auch nichts mehr ausgemacht.
 

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