Streicher werden im Erwachsenenalter

von Freilandrose, 26.02.16.

  1. Freilandrose

    Freilandrose Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.16   #1
    Hallo zusammen,

    Vielleicht sind ja außer tupian und meiner Wenigkeit noch mehr Mutige da, die sich im Erwachsenenalter noch auf den Weg machen, das Streichen zu lernen. Und vielleicht haben manche ja auch Lust sich hier auszutauschen.

    Ich fange gleich an:
    Ich habe im Oktober 2015 mit der Bratsche begonnen und bin (eigentlich) positiv überrascht, dass ich über die ersten Kratztöne schon hinaus bin und mich schon mit Lagenwechseln und Vibrato herumschlage. Zum anderen finde ich es aber auch frustrierend, dass es nicht so gut klappt wie ich es mir wünsche.
    Technik übe ich jetzt mit Dancla-Etüden.

    An der Tonqualität arbeite ich zur Zeit am besten mit Popsongs (playalong), da stelle ich mir vor, die Lieder zu singen und das hilft irgendwie. Geht besser als bei klassischen Stücken und vor allem besser als beim unbegleiteten Üben.

    Es gibt ja auch Playalong-CDs für klassische Musik. Kennt jemand da was gutes, machbares?
    --- Beiträge zusammengefasst, 26.02.16 ---
    Ich füge mal tupians Beitrag hier ein...

    Ich kriege bisher nur auf einzelnen Saiten ein iuiuiui hin, sobald ich das im Spielfluss versuche, geht gar nichts. Außerdem ist es noch mehr Sirene als Vibrato. Habe auf diversen Youtube-Videos gehört, das sei erstmal ok...
    Irgendwie bin ich in der linken Hand einfach nicht locker genug. Hab jetzt mal etwas an der Stütze geschraubt, jetzt ist es etwas angenehmer. Hm...
     
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  2. tupian

    tupian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.16   #2
    Naja, wenn ich bei einem Stück mit dem vibrato anfange, kann ich das nicht mehr "Spielfluss" nennen!!
    Da spiele ich Ton für Ton für Ton (Intonation ade...), um erst mal die Bewegung hinzukriegen.
    Und wenn ich all meine Varianten durch habe, kann ich im Lied - unkoordiniert und wirklich nicht schön - aber immerhin mal vom Bewegungsablauf her vibrieren.
    Und dann übe ich es besagte Eintausendmal :D

    Ja, und zu mir und meiner Bratsche:
    Ich habe letztes Jahr im September mit der Bratsche angefangen - eine 3/4 übrigens, eine 4/4 wäre mir irgendwie doch zu groß.
    In der ersten und dritten Lage bin ich schon ganz gut dabei, zumindest in den Übungen und Etüden.
    Bei den Liedern beschränke ich mich erst mal auf die erste Lage, das ist schon gruselig genug ;)
    Der Vibrato funktioniert von der Technik her ein wenig, in den Liedern kaum. Aber in den Liedern habe ich auch erst kürzlich damit angefangen....
    Ansonsten ist mein großer Kampf der Bogen: Saitenwechsel, streichen ohne irgendwelche Kratz-, Pfeif- oder Quitschgeräusche - die Extras wie Staccato usw lasse ich hier mal ganz außen vor :o

    Tja, man tut was man kann und im Großen und Ganzen bin ich schon zufrieden.

    Ich freue mich über weitere Mitstreiter, das macht es doch irgendwie noch motivierender und auch unterhaltsamer, wenn man immer wieder merkt, dass man mit den Problemen nicht allein dasteht :weird:

    LG Petra
     
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  3. Freilandrose

    Freilandrose Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.16   #3
    Ja... Ich bin schon froh, wenn bei einem ganzen Stück immer nur die Saite klingt, die ich gerade streichen will.

    Ich finde echt, dass streichen eine ganz andere Hausnummer ist im Vergleich zu den anderen Instrumenten, die ich gelernt hab (Block- und Querflöte, Heimorgel, Gitarre, Heimorgel, etwas Klavier und Grundzüge beim Saxophon).
    So viel Koordination hab ich bei nichts anderem gebraucht.

    Aber den grauen Zellen tut es gut :) Manchmal kann ich fast die Synapsen klicken hören ;)
     
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  4. Freilandrose

    Freilandrose Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.16   #4
    Ich glaube, ich bin einen Schritt weiter, Hurra.

    Zunächst mache ich jeden Tag dauernd Lockerungsübungen für die linke Hand. Auf dem Klo, im Bus, wenn wir sonstwie langweilig ist...

    Dann übe ich u. a. gerade "Learn to be lonely", das ist angeblich aus dem Phantom der Oper. (Ich kannte es aber nicht. Ist vielleicht aus einer späteren Version?)
    Dazu habe ich auch eine Playback-Cd. Geschickterweise ist das fast nur auf der G- und D-Saite.
    Damit hab ich zunächst ohne Vibrato die Bogenhand geübt und den Klang hervorgebracht , der meiner Vorstellung näher kommt.
    Dann habe ich versucht, auf den langen Tönen ein bisschen zu vibrieren, bzw. die "Sirenen zu machen. Und plötzlich ist ein Knoten geplatzt, und eine Art Vibrato war da.
    Ich habe es dann noch eine ganze Weile mit und ohne Vibrato und mit und ohne Begleitung versucht.
    Eine Idee ist jetzt da, allerdings habe ich jetzt Muskelkater im linken Oberarm. Ich glaub ich bin noch zu verkrampft. Außerdem weiß ich noch nicht, wie ich auf Dauer das Instrument davon abhalten kann, mitzuwackeln.
    Wenn ich etwas ermüdet bin, dann drückt meine linke Hand nämlich die Bratsche gegen mein Schlüsselbein.
    Geht das mit der Zeit weg? Oder mach ich noch was essentielles falsch?
    Ich frage natürlich auch meine Lehrerin :)
     
  5. McMicro

    McMicro Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.16   #5
    Hallo zusammen,

    schöner Thread, nachdem ich bisher nur stummer Mitleser war, oute ich mich hier auch mal.
    Im September habe ich begonnen erstmal mir selbst das Notenlesen und ein wenig Musiktheorie beizubringen. Meine musikalische Vorbildung beschränkte sich auf ein Jahr Chorgesang in der Grundschule, was doch schon 21 Jahre her ist. Im Oktober durfte ich dann endlich mein Instrument mit nach Hause nehmen und habe erstmal autodidaktisch angefangen Geige zu lernen. Mein Ziel war es zu Weihnachten meine Familie zu überraschen. Mit viiiiiel Ausdauer beim Üben und einigen guten Youtube-Videos habe ich es auch tatsächlich geschafft, zusammen mit meiner Lebensgefährtin an der Gitarre, drei einfache Weihnachtslieder zusammenzustöpseln. Es war ein Haufen Arbeit, aber ich kann es jedem, egal welchen Alters, empfehlen anzufangen.

    Nach Weihnachten hatte ich eine kleinen Durchhänger weil ich kein Ziel mehr hatte und nur noch planlos rumgefiedelt habe. Aber nach langer Suche hat sich doch jemand gefunden, der mir so ein paar Dinge zeigt. Wenn sie auch keine "Lehrerin" ist, so zeigt sie mir doch so einiges und hilft mir meine antrainierten "so-macht-man-das-aber-nicht"-Fehlhaltungen wieder auszubügeln ;)
    Mittlerweile zähle ich die Minuten bis ich wieder an mein Instrument kann, übe täglich (alle zwei Wochen mit Lehrerin) und einmal die Woche mit einer Kollegin, die im Januar angefangen hat Flöte zu spielen. Wir quietschen fröhlich um die Wette aber die Fortschritte sind durchaus hörbar.

    Vibrato ist das nächste was ich lernen möchte, traue mich aber aufgrund der gruseligen Töne, die ich bisher zu Stande bringen konnte noch nicht so richtig.
    An Notenmaterial kann ich von die Serie "Pop for Violin" von Schott empfehlen. Auf den CD's ist jeweils das komplette Stück und eine Playalong-Version zu hören.

    Viel Spaß euch allen beim Üben

    Chris
     
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  6. cello und bass

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    Erstellt: 28.02.16   #6
    Hi Chris,

    willkommen hier in unsere ruhigen, beschaulichen Streicherecke ;)

    Danke, dass du uns teilhaben lässt an
    :great: so was zu lesen :) Musik - insbesondere zu mehreren - macht so viel Freude!

    Deinen Entschluss,dir was zeigen zu lassen, halte ich für super. Das hilft auf jeden Fall!

    Greeets
    Cello
     
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  7. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service HCA

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    Erstellt: 28.02.16   #7
    Hey Freilandrose,

    lass die Bratsche beim Vibrato ruhig mitwackeln. Das mildert sich ab im Lauf der Zeit, weil du dann
    ergonomischer spielen wirst. -> keine Energie in unnötige Bewegungen.
    Sofern du auf deine Technik ein aufmerksames Auge behältst, wird das auch was.
    Ansonsten sagt dir das ein Geigen/Bratschenlehrer ziemlich direkt (..wenn er gut ist..).

    Das Sclüsselbein:
    Eventuell könnte eine ander Schulterstützenposition hier Abhilfe leisten.
    Solche Veränderungen sind komplex .. der Kinnhalter ist auch oft mit von der Partie..

    Ich kann nur raten: aufmerksam beobachten: was, wann, wie, wo?
    ..und daraus mögliche Ursachen abzuleiten.
    Du bist der Forscher.
    Eine Frage in dieser Richtung kann dir keiner beantworten, weil er den exakten "Versuchsaufbau" nicht kennt.

    cheers, fiddle
     
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  8. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 28.02.16   #8
    :great: sic. Nur jemand, der dich genau beim Bratschen beobachtet - z.B. ein Lehrer...

    (und nein, ich bin KEIN Instrumentallehrer! ;))
     
  9. Freilandrose

    Freilandrose Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.16   #9
    An der Stütze hab ich die Tage in der Tat auch geschraubt. Ich zeig es morgen nochmal der Lehrerin. Mal sehen, was sie dazu meint. Der Kinnhalter ist aber fest - den kann man nur beim Geigenbauer tauschen lassen, oder?

    Danke für die Tipps!
     
  10. Babsbara

    Babsbara Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.16   #10
    Dann kommt jetzt mal zu den Bratschen der Versuch, demnächst ein Cello zu bespielen.

    Ich (52) habe vor etwa 7 Jahren schon mit Klavier begonnen, dann so 18 Monate eine Querflöte bespielt, die mir aber, obwohl ich eine meiner Meinung nach auch sehr gute Lehrerin hatte, irgendwann vor allem Schmerzen bereitet hat. Aber ein zweites Instrument neben dem Klavier hat mir trotz der vielen Arbeit doch enorm viel Freude gemacht, vor allem auch mit anderen zusammen zu spielen.

    Jetzt hab ich seit gestern ein Leihcello und in einer Woche fängt der Unterricht an. Ich merke jetzt schon, dass das eine echte Herausforderung wird, denn ich hab mal so gar keine Ahnung von dem Instrument. Zwar dachte ich, dass ich mich mit Saiten von der Gitarre her auskenne, aber weit gefehlt!

    Bis zu meinem Unterricht lese ich jetzt vor allem im Internet kreuz und quer. Habe dabei diese schöne Seite gefunden www.bogenbalance.de. Kennt ihr die?

    Ich würde mich freuen, hier von vielen erwachsenen Streichanfängern zu lesen und werde versuchen, regelmäßig ein Update zu geben, wie es mir mit dem Cello so ergehen wird :-D

    LG,
    Barbara
     
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  11. tupian

    tupian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.16   #11
    Hallo Barbara,
    schönes, dass du dich ans Cello wagst!
    Ich hatte vor meiner Bratsche ein Cello geliehen für ca 7 Wochen.
    Ich finde es ein wunderschönes Instrument! Und wünsche dir viel Spass damit!!

    @Freilandrose
    Ich habe mal gelesen, dass die Geige (oder Bratsche) vor allem so wackelt, wenn man nicht in Saitenrichtung vibriert, also längs, sondern am Anfang noch viel quer zu den Saiten mitwackelt. Und ich bilde mir ein, dass mein Gewackel aufhört, wenn ich darauf achte :D
    Aber da ich es ja selbst eigentlich auch gar nicht kann, gibt es vielleicht hierzu noch einen professionelleren ein Tipp...

    @chris
    Hi, und willkommen bei den Streicheranfängern :)
    Ich find übrigens, dass amn zumindest mit den Vorübungen für den vibrato doch ruhig anfangen kann - die brauchen ja auch recht lange, und bis es dann an den richtigen Vibrato geht, sind die Töne bestimmt schon weniger gruselig:tongue:

    Einen schönen Abend noch,
    Petra
     
  12. UnpluggedErrors

    UnpluggedErrors Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.16   #12
    Hallo

    Bin ja auch seit noch nicht einmal 2 Monaten dabei (relativ) autodidaktisch Cello zu lernen. Das ist wirklich nicht einfach, aber es geht voran. Die Seite von Bogenbalance hat mir auch bereits über die eine oder ander Klippe geholfen. Insofern ist, mit den heutzutage verfügbaren Büchern, CD's, Videos und dem Internet der Begriff autodidaktisch aber auch schon zu relativieren.....

    Bin nun auch schon bald mit dem ersten Band meiner Celloschule durch und es fesselt mich eigentlich immer mehr. Unglaublich wie man sich als Musiker, der seit zig Jahren mit anderen Instrumenten aktiv ist, über ganz einfache Melodien und relativ saubere Töne freuen kann.... :-)
     
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  13. Jonny W

    Jonny W Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.02.16   #13
    Hallo,
    wie schon anderswo erwähnt bin ich Mitte 40 und spiel seit ca. 1 Jahr Geige. (Nach 35 Jahren Akkordeon)
    Ich hab 14-tägigem Unterricht, bewußt mit klassischem Schwerpunkt. Öfter geht einfach zeitlich nicht. Dafür üb ich konsequent jeden Tag ne halbe Stunde. Ich spiel aber sehr gerne schwedische Volksmusik.
    Vibrato hab ich noch nicht angefangen, bin gerade erst beim Lagenwechsel 1.-3.-Lage.
    Dafür hab ich schon ein paar Bogentechniken beigebracht gekriegt.
    Am Bogen ist auch mein Hauptproblem. Das kost' richtig Zeit und Mühe. Hätt ich vorher nie gedacht.
    Ich freu mich aber sehr an meinen Fortschritten und seit Herbst muß ich auch nicht mehr im Keller üben :D
    Jetzt hab ich auch das Leihinstrument zurückgegeben und mir ein eigenes zugelegt.
    Auf die Idee gekommen bin ich, als mein Sohnemann Cello angefangen hat.
    Und als Eltern bekommt man bei uns in der Musikschule den Unterricht auch etwas günstiger, find ich super!
    Da gibts außer mir auch noch ein paar, deren Kinder spielen und die Eltern auch ein Instrument angefangen haben.
    Liebe Grüße,
    Jonny
     
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  14. Freilandrose

    Freilandrose Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.02.16   #14
    Petra, bei mir wackelt die Bratsche gegen das Schlüsselbein. Ich schiebe sie quasi mit der linken Hand dauernd gegen den Knochen. In Saitenrichtung. :) Mit dem Kinn gegenhalten klappt irgendwie auch nicht so gut.

    Chris und unplugged, willkommen hier :) Freue mich auf eure Berichte. Jonny natürlich auch willkommen. Irgendwie hatte ich deinen Beitrag eben nicht angezeigt bekommen.
     
  15. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service HCA

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    Erstellt: 29.02.16   #15
    So einen Kinnhalter zu wechseln ist nicht unbedingt eine technisch anspruchsvolle Geschichte.
    Sowas kann man auch als Laie ohne Probleme selber vornehmen.

    Dazu von mir gerne die nötigen Tips:
    Man benötigt einen Kinnhalterschlüssel für die sogenannten "Schlösschen".
    https://www.thomann.de/de/dick_chinrest_key_aluminium.htm
    (der ist z.B. in meiner Schublade - den kann ich nur empfehlen)

    Man muss aufpassen, daß das Ende, welches auf der Gegenseite des Schlösschens heraussteht,
    beim Drehen nicht auf dem Lack der Zarge Kratzer verursacht.

    Die Schlösschen sollten so fest angezogen werden, daß der Kinnhalter nicht bewegt werden kann.
    Per Hand einen Rutsch-Test reicht, oder einfach mal anspielen. Wenns knarzt, muß nachgezogen werden.

    Wenn eine vorherige Stütze abgenommen wird, dann hinterlassen die Kork-Polster des Kinnhalters oft
    Abdrücke auf dem Lack. Es können auch Korkstücke am Lack kleben bleiben.
    Dummerweise ist es so: je teurer ein Instrument, umso unschöner sind Abdrücke und Verklebungen.
    Solche Geschichten bitte nur von einem Geigenbauer in Ordnung bringen lassen.
    Man kann größere Korkbrösel vorsichtig mit dem Fingrnagel abknibbeln, aber sobald hier Farbe (also Lack)
    auf dem Kork mit herunter kommt, ist Schluss mit Knibbeln.

    Für das Testen unterschiedlicher Kinnhalter, sind die Abdrücke erstmal egal.
    Wenn man seinen Kinnhalter dann gefunden hat, dann kann man Abdrücke ganz entspannt auch
    später beheben lassen.

    Bratsche speziell:
    Es gibt natürlich spezielle Bratschen-Kinnhalter mit längeren Schlösschen fertig zu kaufen.
    Wenn einem dieses Sortiment zu mager ausfällt, dann kann man auch bei den Geigenkinnhaltern stöbern.
    Das sind nämlich die selben, nur die Schlösschen-Länge unterscheidet sich.

    Bratschen können sehr unterschiedliche Zargen-Höhen aufweisen.
    Dafür gibt es spezielle Schlösschen in den passenden Längen zu kaufen.
    Z.B. hier: https://www.dictum.com/de/musikinst...inde-m3-schloesschen-40-mm?ffRefKey=trt-3UPNF

    Die Schlösschenlänge ist nicht die Zargenhöhe!
    Z.B. Geige 4/4 hat 30mm (oft aber auch mal auch 31mm) Zarge und hier ein 27mm Schlösschen.
    Also 4-5mm kürzer, als die Zarge (wenn mal eine 3/4 Geige 29mm schmal ist..)

    Achtung: die Gewinde müssen übereinstimmen!

    Gewinde M3 bedeutet: metrische Gewindesteigung (1:10) mit einem Druchmesser von 3 mm.

    Nur wenn das mit den Schrauben übereinstimmt, dann funktioniert das!

    Viele chinesische Farbikate haben oft auch sehr seltsame Gewinde - da passt dann oft nix anderes.

    Man kann auch die gesamte Scrauben in einen Kinnhalter einbauen lassen.
    Is a scheiß Gefummel.. (ich mach sowas nur in Ausnahmefällen.. (also, unter vorgehaltener Waffe..))

    Mein persönlicher Tip für die Bratsche (ich komme von der Geige):
    Ich habe, aufgrund der höheren Zargenhöhe gegenüber der Geige, einen sehr flachen Kinnhalter gewählt.
    Ich finde auch, daß die Position der Kauleiste bei einer Bratsche nicht über den Saitenhalter gehört.
    Das hat was mit Spielhaltung und Winkel zum Körper zu tun - brauchen wir hier nicht austreten.
    (mein Beitrag ist eh schon wieder viel zu lang gerworden, Mist! :D)


    cheers, fiddle
     
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  16. Freilandrose

    Freilandrose Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.16   #16
    Fiddle, danke für Deine Beratung.
    Ich hab das jetzt ein paarmal durchgelesen und verstehe es nicht... Schlösschenlänge, Zargenhöhe, Gewindesteigung (!), Kinnhalterposition - vom Kinnhaltermodell haben wir ja noch gar nicht gesprochen. Woher soll ich denn wissen, welcher Kinnhalter zu meinem Kinn und meiner Bratsche passt?
    Meine Güte, das grenzt ja fast an ein Drittstudium hier ;-) dabei wollt ich doch nur den Finger auf der Saite vibrieren können *g*.

    Puh.
     
  17. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service HCA

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    Erstellt: 01.03.16   #17
    Das kann ein technisches Problem sein durch einen ungünstigen Kinnhalter/Schulterstützen-Kombination.
    Der Kinnhalter ist eine individuelle Geschichte, genauso wie die individuelle Form eines Unterkiefers,
    die Halslänge, oder die Schulterpartie eines Menschen.
    Das kann angepasst werden, aber das muß man halt ausprobieren und ist manchmal auch eine lange Suche.

    Bei einer derartig fordernden Spielhaltung, wie bei Geige und Bratsche, kenne ich persönlich heute keine
    Grenze mehr, die mich von einer Verbesserung abhalten würde.
    Ich weiß, was Profimusiker für einer Belastung ausgesetzt sind und was für Folgen durch Muskelverspannungen,
    Fehlhaltungen und Dauerbelastung entstehen können - das ist dann nicht mehr lustig, wenn es chronisch wird!

    Deshalb schreibe ich hier auch einen langen Artikel (der Vollständigkeit halber..)

    Was ist dir lieber:
    Ein Forum, in dem nur oberflächliche Halb-Antworten geboten werden, oder fundierte Fachbeiträge?

    Bei Haltungsproblemen, Anstrengungen, Verspannungen, Druckstellen grundsätzlich auch mit dem Lehrer/in
    darüber sprechen. Diese Leute sollten unbedingt etwas darüber wissen und auch eine Lösung bieten können.
    Falls nicht, dann kannst du hier im Forum auch noch ein paar Infos von praktizierenden Musikern erhalten.

    ;)

    cheers, fiddle
     
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  18. Freilandrose

    Freilandrose Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.16   #18
    Danke fiddle, ich wollte wirklich nicht undankbar sein.
    Mein Problem ist einfach, dass ich ja noch keine richtige Haltung habe, so dass ich ein Gefühl für verschiedene Kinnhalter hätte. Im ersten Moment fühlt es sich nach jeder Veränderung erstmal super an. Aber ich bin ja eben noch Anfängerin.

    Ich bin ja eben noch so verkrampft, dass ich nicht beurteilen kann, ob es nicht einfach an mir (bzw. an mangelnder Zeit) liegt und durch eine weitere Investition in Halter und Stütze auch nicht von allein besser wird.
     
  19. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service HCA

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    Erstellt: 01.03.16   #19
    Na klar!
    Unbedingt erstmal kucken, probieren und der Sache auch etwas Zeit geben.

    Falls du irgendwann den Kinhhalter wechseln willst, dann kannst du ja auch nochml nachlesen.
    Bleibt ja alles hier archiviert. :D

    cheers, fiddle
     
  20. tupian

    tupian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.16   #20
    Hallo zusammen,
    als Anfänger in Sachen Streichen und Etüden spielen hab ich eine Frage zum Tempo verschiedener Etüden.
    Ich raff' nicht so ganz, wie das gehen soll...

    Ich habe die Robert Pracht Etüden Band 1.
    Und da gibt es sooooo große Unterschiede iim Tempo, dass ich das eine recht gemächlich finde, während manches andere niemals zu schaffen zu sein scheint.
    Da die Diskrepanz so riesig ist, vermute, dass ich das falsch interpretiere.

    Also, es gibt z.B. eine Etüde in F-Dur, 4/4 Takt, und lauter Halbe- und Viertel-Noten, schön gemächlich "Moderato".
    Das schaff ich schon gnaz gut, auch inkl. der Dynamik und einem "schönen" Ton usw.

    Direkt darunter ist eine Etüde, das ist 2/4 Takt, aber jedes Viertel mit Triolen, und das ganze "Allegro Moderato".
    Durch die Triolen würde das ganze aber soooo schnell werden, dass mir ein Allegro, selbst wenn Allegro Moderato vielleicht nur 100-120 bedeutet, völlig unmachbar erscheint - es soll ja ein Heft mit Einsteiger Etüden sein!

    Ich bin also bei der einen Etüde ziemlich schnell im angegebenen Tempo dabei, bei der anderen Etüde scheint mir ein Tempo von max (!!) 80 Schlägen oder so machbar - es soll ja auch noch klingen.

    Im übrigen spiele ich die einfachere Etüde erst seit 3 oder 4 Wochen, während ich die andere seit 3 oder 4 Monaten zersäge - also bitte nicht einfach den Kommentar "mehr üben".
    Ich üb' ja schon "mehr", nur möchte ich gerne mal verstehen, ob ich die Tempoangaben richtig interpretiere oder ob bei Triolen oder bei 2/4 Takt oder so die Angaben irgendwie anders gelten.....???

    Und ja, mir ist auch klar, dass ich immer alles nur so schnell spielen kann bzw sollte, wie es gerade zu meinem Leistungsstand passt, und dass ich langsam üben soll usw....
    Wie gesagt, ich würd's einfach nur gerne verstehen!

    Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand erkllären kann, wie in der Streicherwelt die Etüden-Tempo-Angaben funktionieren :D

    LG
    Petra
     
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