Subwoofer selbst bauen! Welcher Gehäusetyp etc.?

von Düse, 04.07.10.

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  1. Düse

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    Erstellt: 04.07.10   #1
    Hallo,

    ich habe mir bei ebay zwei Dap Audio PA-18100220JM ersteigert (ich muss sparsam sein).

    Hier die Daten der Chassis:

    chassi.jpg

    Jetzt ist meine Frage welcher Gehäusetyp ist am besten? evtl. sogar passende baupläne? Ich möchte ZWEI Lautsprecher bauen!
    Ich würde auch nicht den Aufwand scheuen ein Horn-Gehäuse zu bauen. Ich möchte das maximale an "zu beschallende" Personen herauskitzeln!

    Handwerkliche Begabung + Werkzeug ist vorhanden! ;)
     
  2. deschek

    deschek HCA PA & Mikrofone HCA

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    Erstellt: 04.07.10   #2
    Hallöchen,

    die Daten sind nicht ganz vollständig und nicht ganz konsistent, könnte aber schon passen.
    Wenn die Daten so stimmen, wäre der Treiber relativ optimal in einem BR-Gehäuse aufgehoben, etwas unter 100 Liter Innenvolumen, etwas über 40 Hertz Abstimmfrequenz. Da das scheinbar ne echte Schwerpappe ist, ist wahrscheinlich keine Trennfrequenz über 100 bis höchstens 125 Hertz sinnvoll.
    Alternativ wäre ein Hybrid-Gehäuse machbar, wird dann aber ca. doppelt so groß, für vielleicht 4-5dB mehr an maximalen Schalldruck.

    Ciao, Deschek
     
  3. Düse

    Düse Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #3
    Also für die Berechnung von einem Bassreflexgehäuse gibt es ja eine menge Freeware.

    Aber, wie sieht es mit dem Hybrid-Gehäuse aus? (das sind doch die Gehäuse mit Horn, richtig?)

    Danke schonmal! :)
     
  4. deschek

    deschek HCA PA & Mikrofone HCA

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    Erstellt: 05.07.10   #4
    Hallöchen,

    ein Hybrid ist ein Bassreflex-Gehäuse (oder Bandpass), das statt eines normalen BR-Kanals einen Hornresonator verwendet. Das eigentliche Gehäusevolumen ist also in einem ähnlichen Bereich, der Hornresonator auf eine der BR-Konstruktion ähnliche Frequenz abgestimmt...

    Du kannst mal mit der Demo von AJ-Horn rumspielen oder mit der Freeware Hornresp ( http://www.aj-systems.de/ ,
    http://www.dmcbean.bigblog.com.au/index.do )
    Bitte mache dir aber klar, dass die Simulation eiens solchen Gehäuses nicht trivial ist, vor allem, wenn du dich zusätzlich auf Daten verläßt, deren Zuverlässigkeit nicht bekannt ist. Bevor du irgendwas baust, frage hier lieber nochmal nach und lasse deine Ergebnisse verifizieren. Das gilt auch für Bassreflex. Am besten wäre es, einen geprüften nd bewährten Bauplan nachzubauen, für dieses Chassis wüsste ich aber keinen...

    Ideal wäre es, wenn du die Thiele/Small-Parameter selbst verifizierst, also nachmisst, das geht recht einfach mit Hausmitteln. Auf jeden Fall musst du aber nach dem Aufbau kontrollieren, ob die Abstimmfrequenz auch da liegt, wo sie soll. Je nach Art und Lage des Reflexkanals kann sich die Abstimmung nämlich massiv verändern - das kann man zwar schon in der Simulation versuchen zu berücksichtigen, ist aber nur bedingt zuverlässig.

    Ciao, Deschek

    PS: Ich habe mal Hybriden durchsimuliert und mir scheint, dass sich das bei diesem Chassis nicht lohnt, der Gewinn ist unverhältnismässig gering. Also würde ich das Standard-Bassreflex-Gehäuse empfehlen.
    Hängt natürlich auch davon ab, was an Programm darüber läuft (welche Musikrichtung, live oder Konserve) und wie die Bässe versorgt werden (einfache Aktivweiche oder Controller, welcher Amp?) - je nachdem könnte man auf mehr Tiefgang und weniger Max-Output oder weniger Tiefgang und mehr Max-Output abstimmen.
     
  5. Düse

    Düse Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #5
    Alles kla!

    Dann werde ich mich wohl für ein BR-Gehäuse entscheiden!
    Laufen sollen die beiden Subwoofer bei kleinen Live Veranstaltungen!

    Weil das ganze ja günstig bleiben soll, würde ich eine einfache aktivweiche nehmen!?

    Reicht sowas schon? http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=120465423205&ssPageName=STRK:MEWAX:IT EDIT: <-- das ist ne Autoweiche ne?
    :D

    Oder kann mir jemand konkret sagen was ich da (günstiges) nehmen sollte? Hab da nicht so die Ahnung ;)

    Als Amp dachte ich an einen DAP Audio Palladium 2000, 750 Watt RMS an 8 Ohm, geht das kla?



    Hier ist übrigenz die komplette PDF Datei über das Chassis: http://www.google.de/url?sa=t&source=web&cd=1&ved=0CBYQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.zomax-audio.com%2Fen%2FUploadFile%2Fspeakers%2F28-PA-18100220JM.pdf&ei=dPsxTK7lBp2dOO2JvO0B&usg=AFQjCNFhjhfmr1ko-20Kv7VLe1XPsgqTmQ&sig2=eTHQY-No05TcUyLdgpLOVA

    Wenn du mir einen konkreten Gehäuse vorschlag machen kannst, nehme ich den dankend an! Aber ich teste mal mit den Freeware Programmen :great:
     
  6. deschek

    deschek HCA PA & Mikrofone HCA

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    Erstellt: 05.07.10   #6
    Hallöchen, Düse,

    ernsthaft, wenn du dir diese Weiche kaufst, stelle ich sofort jede Hilfestellung ein...
    ...
    :p

    Nee, das Ding ist nicht brauchbar, tu dir das nicht an.
    Sowas wie mindestens Behringer CX2310 muß mindestens sein, kann ja auch gebraucht sein. Oder einer der ganz "kleinen" Digitalcontroller, z.B. von LD-systems oder der T.Racks DS 2/4...
    Alternativ wäre ein Amp möglich mit integrierter Aktivweiche, z.B. LD-Systems LDPA 1600X.

    Das Datenblatt des Gesamt-PDFs ist genauso unvollständig... Es wird beispielsweise kein MMS angegeben (Gewicht der Schwingeinheit, ich komme in der Simulation auf ca. 208gr), kein Schwingspuleninduktivität Le (ich komme auf ca. 1,35 mH) usw.

    Wie schon gesagt, machst du mit ca. 100 Liter abgestimmt auf etwas über 40 Hertz nichts verkehrt. Für tiefbasslastige Konserve könnte man bis auf 35 Hertz Abstimmfrequenz in rund 170 Liter gehen, für Live-Band aus dem eher rockigen Bereich auch auf ca. 50-55 Hertz Abstimmfrequenz in 90 Liter. Der BR-Kanal wird sicherlich in der Realität ein 20% bis ein Drittel kürzer ausfallen müssen als simulatorisch ermittelt.

    Ciao, Deschek
     
  7. Düse

    Düse Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #7
    OK! Ich besorge mir die Behringer oder die "kleine Digitale" je nach dem was Ebay wann hergibt! ;)

    Also, wenn ich das mit diesem WinISD 0.44 mache, komme ich auf 118 Liter, 46 Hz und zwei 100er Rohre - 112m lang. Zwei Rohre hab ich mir ausgesucht :D

    Die beiden sollen später für rockige sachen eingesetzt werden! Also greife ich da besser auf deine Erfahrungswerte zurück und nehme knapp unter 100 Liter und 50 Hz!? Und die Rohre dann 20% kürzer als die Software meint!

    Macht es einen Unterschied wo ich dir Rohre hinsetze? Hat die Anzahl auch Einfluss? also abgesehen vom anderen Durchmesser?

    Ein dickes Danke schön an dich! :)
     
  8. deschek

    deschek HCA PA & Mikrofone HCA

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    Erstellt: 05.07.10   #8
    Hallöchen,

    ich stelle dir nachher mal ein paar Simulationen ein...

    118Liter und 46 Hertz ist machbar, klingt höchstwahrscheinlich etwas wuchtiger als die 100L/42Hz-Abstimmung, allerdings wird das Ausschwingen etwas verschlechtert, wäre aber im Rahmen.

    Bei der Abstimmung sollte man auch mit einzbeziehen, ob die verwendete Elektronik einen Hochpass für den Sub, also einen Subsonic-filter zur Verfügung stellt. Ab etwa dem 0,7fachen der Reflexabstimmung nimmt die Auslenkung des Systems sehr stark zu, dadurch wird bei zu hoch liegender Abstimmung ohne Subsonic die Belastbarkeit reduziert.

    Wo du die Rohre hinsetzt hat entscheidenden Einfluß auf den notwendigen Korrekturfaktor der Rohrlänge. In den Ecken in Bodennähe müssen die Rohre für diesselbe Abstimmung deutlich kürzer sein als abseits der Gehäusewände...
    Die Anzahl hat prinzipiell keinen Einfluß, allerdings wird dadurch ja wieder die Lage der Rohre und damit die Länge beeinflusst.
    Wichtig ist aber die Gesamtfläche der Rohre, die in gesundem Verhältnis zur Membranfläche stehen sollte und nach der sich dann die Länge berechnet. Ein 100er-Rohr hat nur ca. 78,5cm², 2 also gerade 150cm², das sind nur etwas über 11% der Membranfläche. Vermutlich hättest du damit starke Strömungsgeräusche bei Volllast - gerade Schwerpappen mit ordentlicher Auslenkung in eher kleinen Gehäusen brauchen erfahrungsgemäß eher mehr Resonatorfläche. Daher würde ich eher 4 Rohre einplanen oder alternativ einen Kanal über die gesamte Gehäusebreite in Bodennähe, der sich konstruktiv für lau aus einem einzigen Brett integrieren läßt.

    Bei der Konstruktion bitte bedenken, dass das berechnete Volumen komplett zur Verfügung stehen muss, also die Rohre, das Chassis, Handgriffe usw. vom Volumen komplett abgezogen werden muss.

    Ciao, Deschek
     
  9. Düse

    Düse Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.10   #9
    Ja, über einen Kanal aus Holz hab ich auch schon drüber nachgedacht, aber eher aus optischen Gründen :D

    Aber es kommt ja auch wieder günstiger!

    Also ich nehm einen "Holz" Kanal! Das mit der Fläche ist da ja auch logisch, aber wie ist das da mit der länge des "holzkanals" ?

    EDIT: Ich seh gerade wenn man auf Rechteckigen Kanal umstellt, rechnet die Software das ja auch aus ;)


    Ich warte mal auf deine Vorschläge! Wie gesagt, gerne mit dem Holzkanal :)
     
  10. deschek

    deschek HCA PA & Mikrofone HCA

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    Erstellt: 05.07.10   #10
    Hallöchen, Düse,

    ok, habe jetzt mal einiges durchprobiert und halte 110Liter abgestimmt auf 42 Hertz als besten Kompromiss, schwingt sauber aus, geht ausreichend tief und hat gute Belastbarkeit.
    Die Unterschiede sowohl zu deiner Win-ISD-Abstimmung als auch zu der kleinen 100Liter/knapp über 40 Hertz-Abstimmung sind aber halbwegs homöopathisch... ;):D
    360cm² für den Kanal halte ich für gut, das entspricht einem 8cm hohen Kanal mit 45cm Breite - damit hast du bei der Gehäusebreite also auch genug Raum für Aussteifungen im Kanal. In der Simulation komme ich auf ca. 30cm Kanallänge, dank Bodennähe und Gehäusewand sind ca. 20cm Kanallänge als Anfangswert anzunehmen.

    Das Gesamtinnenvolumen der Box liegt damit bei ca. 120Litern mit allem...

    Die Simus zeigen die drei genannten Abstimmungen bei praxistypischer Bodenaufstellung, der erreichbare Maximalpegel ist konservativ berechnet mit der x-lin-Auslenkung und ohne Powercompression etc.

    Hiermit kannst du dann die Abstimmung überprüfen (ich zitiere mich mal wieder selbst... :cool:):
    Zum Testen der Abstimmung reicht Impedanzmessung (ausser PC und Freeware brauchst du nur einen Widerstand möglichst geringer Toleranz) oder einfacher mittels Frequenzgenerator den Bass Hertz für Hertz durchzusteppen - da wo die Membranauslenkung minimal und der Luftzug aus dem Kanal maximal ist, liegt deine Abstimmfrequenz.
    Eine schöne Hilfe kann da ein hölzerner Schaschlikspieß haushaltsgummigelagert als langer Zeiger an der Membran sein.
    Die Schaschlikspießmethode funktioniert nach dem langer Hebel, kurzer Hebel-Prinzip, eine kleine Bewegung wird über den Hebel in eine große Bewegung übersetzt.
    Du montierst neben dem Tieftöner oder auf seinem Montagerand ein aus Pappe oder Holz oder Blech gefomtes U als Aufhängung, spannst einen Haushaltsgummi über die beiden offenen U-enden, verdrillst den Gummi in der Mitte und steckst den Schaschlikspieß durch den Gummi, so daß er durch den Gummi mit leichtem Druck auf dem Rand der Membran aufliegt und das weitaus längere Ende auf der lautsprecherabgewandten Seite des Lautsprechers in die Luft zeigt.
    Dadurch wird aus einer Millimeterbewegung der Membran eine Zentimeterbewegung und man erkennt die Nullstelle der geringsten Membranbewegung viel besser.
    Durch den sehr leichten Druck des Gummis passiert dem Lautsprecher nichts, es besteht also keinerlei Beschädigungsgefahr.

    Verständlich?

    Die so ermittelte Abstimmfrequenz kannst du dann wieder in der Simulation verbraten, das gibt dir Aufschluß über das akustische Verhalten der gerade aktuellen Abstimmung und gibt dir ein Gefühl für die tatsächlich benötigten Längenkorrekturfaktoren...

    Der Bereich, in der die Abstimmung liegen soll, ist ja typischerweise knapp bemessen, daher reicht es diesen Bereich per Frequenzgenerator durchzuhören, über erst grobes Herantasten mit größeren Sprüngen und dann sehr selektiv jedes einzelne Hertz durchhören, kannst du deinen Aufwand stark reduzieren. Höchstens 10-12 Versuche, mehr brauchts nicht...

    Ciao, deschek

    PS: Falls du Testsignale brauchst: ich kann dir gerne Einzelsinustöne im notwendigen Frequenzbereich schicken...
     

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  11. quäli

    quäli Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.10.10   #11
    hey, ich hatte mich zufällig auch mal mit dem chassis beschäftigt, auch in der frage wie da am meisten raus zu holen ist.

    gelandet bin ich bei einer simu, die stark an den sub des mivoc- horn sets erinnert... (http://www.lautsprechershop.de/hifi/mivoc_horn.htm)

    vorab: das ist wirklich eine pegelkiste, die dir nur dort ton erzeugt, wo man ihn wirklich braucht, also nix mit tiefbass oder so geschichten, unter 50hz geht auch mit aufstellung der reflexöffnung in bodennähe (so sollte das später aufgestellt werden, dann wirds untenrum etwas lauter und damit linearer als in der simu) nicht viel.
    meine erfahrung: solang du wirklikch party damit machst, ist das genug, wenn nicht sogar gut so, denn:
    - alles was bei livemusik tiefer ist, sind eher störgeräusche ;)
    - drinnen regst du nicht so leicht die moden an, wenn der bass nicht so tief ist, es klingt also eher präziser (aber natürlich stark von den räumlichkeiten abhängig)

    ja, den rest sieht man ja in der simu, 104db @1W, (halbraum), selbst bei 500w (solang du einen hochpassfilter hast!!!) keine nennenswerte hubbelastung und eben pegel bis der arzt kommt, in gut 200l - kleiner ist kaum eine hornkonstruktion vorzustellen...

    wenn du intresse hast aus der simu nen sub zu machen, dann melde dich... wenn du natürlich am besten aufwand/bass verhältnis interessiert bist, dann bleib besser beim bassreflex... aber wenn der aufwand eine kleine, und der pegel die größte rolle spielt, dann...;)
     

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