Suche anspruchsvolles Jazzstück für Gitarre

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Hi,
ich will mich in einem Jahr für das Lehramtsmusikstudium bewerben, und muss dafür 2 Stücke auf der Gitarre vorspieln, da ich aber ausm metal komme weiß ich jetzt nicht was ich da am besten auswähle. Es sollte aber doch recht anspruchvoll sein da ich mit dem Stück ja beweisen muss das ich gut genug bin. Ich hoffe ihr könnt mir helfen!!!

greetz
 
Eigenschaft
 
Ich bin Schlagzeuger und deshalb kein Fachmann für Gitarre, bei Aufnahmeprüfungen generell ist es aber keine schlechte Idee und auch üblich 2 unterschiedliche Stücke zu wählen. Das kann zum einen ein langsames und ein schnelles, oder auch ein Latin-Stück sein. Das Niveau des Anspruchs kann man bei Jazzstandarts anpassen, deshalb ist es denke ich eher eine Geschmacksfrage welchen man wählt. So kann man Autumn Leaves oder irgendeinen anderen Standart natürlich in sehr einfachen oder total abgefahrenen Versionen spielen, da man ja improvisiert kommt es eher auf stilistisch passendes Spielen an (also die Metalriffs zu Hause lassen;)). Ein Freund von mir, der erfolgreich Gitarre studiert hat, hat mit mir bei meiner Abschlussprüfung an der Jazzakademie "One Finger Snap" von Herbie Hancock gespielt, und er fand das Stück schwer auf recht hohem Tempo, also währ das eventuell was für dich (steht auch im Real Book). Ein tierisch gutes gitarrenlastiges Jazz-Album ist Extrapolation von John McLaughlin, aber ob das für den normalsterblichen Gitarristen machbar ist kann ich nicht beurteilen. Viel Erfolg wünsch ich dir in jedem Fall.
 
Hallo,

da du erstens aus dem Metal kommst und zweitens dich für ein Lehramtsstudium bewirbst empfehle ich dir einen mittleren bis einfachen song zu machen. Lieber hier etwas einfacheres und dafür gut. Wenn du jetzt sagen wir mal das John McLaughlin Stück spielst, es aber vom Feeling her überhaupt garnicht passt und auch unsauber gespielt ist dann bringt es dir überhaupt garnichts. Die Leute wollen kein Griffbrett Gewichse hören sondern, dass du die Musik verstanden hast. Du musst dir zudem überlegen wie du dich begleiten lässt. Nicht immer hast du eine ganze Band. Da solltest du entweder nur für einen Pianisten etwas arrangiert haben oder eine Backing CD am Start. Aber das kommt auf die Uni an. Informieren lohnt sich.

Natürlich sollte man auch die total "abgelutschten" Stücke lieber meiden. Also sowas wie Blue Bossa vielleicht dann lieber doch nicht mehr.

Ich weiß jetzt natürlich nicht wie gut du bist, aber ich hab es im Urin, dass du dir diesen Rat evtl sehr zu Herzen nehmen solltest. Bitte nichts persönlich nehmen oder so. Ich stütze einfach meinen Rat auf das was ich von dir weiß und auf die Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe. Es sind nur Vermutungen und keine Vorurteile die ich dir entgegenbringe.
 
Hey,
danke schon mal für die tipps!!! Aber zu den Bedenken von Wiesenforce, ansprucholl ist ja relativ, wenn ich mit nummern da ankommen würde, die kaum ein Mensch spieln kann, selbst wenn ich sie spieln könnte, was jetzt mal dahin gestellt sei dann würde ich davon auch ned mehr haben als von einem weniger anspruchvollem, aber wenn das Stück zu leicht is brauch ich mir die Mühe es zu lernen auch ned machn. FAZIT: es muss angemessen sein. Aber ich habe jetzt ein Jahr für 2 Songs ich denke das ist machbar, in der schwere des Stücks bin ich auf die Nutzer hier angewiesen mit anspruchvoll mein ich ja nicht das anspruchsvollste oder so

Danke aber schon mal für die guten Tipps:great:
 
Soll jetzt keine Grundsatzdiskussion werden ... aber es liegt doch mMn ein bisschen im WESEN des Jazz, daß die Nummer so leicht oder so schwierig wird, wie DU sie halt gestaltest !! Jazz lebt vom und mit dem jeweiligen Interpreten. Du kannst aus der - formal - leichtesten Nummer eine grandios komplexe Jazz-Nummer machen, und umgekehrt ... das liegt doch ganz an der Art und Weise der Interpretation ... ? Oder ?

LG, Thomas
 
Ohne jetzt _genau_ zu wissen wie das Niveau bei der Prüfung für Lehramt ist, würde ich sagen, das kannst du knicken. Nicht dass ich dir hier unterstelle untalentiert oder faul zu sein, aber es braucht wohl mehr als ein Jahr, um vernünftig Jazz spielen zu können, d.h. mit der richtigen Phrasierung, dem richtigen Timing, gutem Sound, ästhetisch authentischen Improvisationen usw. Die Stücke sind letztendlich wurst, sowas wie Autumn Leaves sollte man nicht spielen, aber wie turko schon schrob, kann man fast jedes Stück zu leicht oder schwer spielen, wie man will.

Kleine angemessene Auswahl

Swing:
All The Things You Are
Stella By Starlight
Have You Met Miss Jones
There Will Never Be Another You
Alone Together
Days Of Wine And Roses
How Deep Is The Ocean

Bebop:
Donna Lee
Ornithology
Scrapple From The Apple
Confirmation
Rhythm Changes (z.B. Oleo, Anthropology, Moose The Mooche)
Parker-Blues (z.B. Blues For Alice, Au Privave)

Ballad:
Autumn In New York
Darn That Dream (okay, das ist schon sehr schwer)
My Foolish Heart
In A Sentimental Mood
Virgo
Infant Eyes

Latin:
Triste
Once I Loved
Desafinado

Unter anspruchsvollen Jazzstücken versteh ich sowas wie Moment's Notice, E.S.P., Dolphin Dance oder Round Midnight. Davon solltest du die nächsten Jahre die Finger lassen.



Ich will dich keineswegs vom Wunsch Musiklehrer zu werden abhalten. Aber lass dir einfach mehr Zeit, dann wird's auch was.
 
Ohne jetzt _genau_ zu wissen wie das Niveau bei der Prüfung für Lehramt ist, würde ich sagen, das kannst du knicken. Nicht dass ich dir hier unterstelle untalentiert oder faul zu sein, aber es braucht wohl mehr als ein Jahr, um vernünftig Jazz spielen zu können, d.h. mit der richtigen Phrasierung, dem richtigen Timing, gutem Sound, ästhetisch authentischen Improvisationen usw. Die Stücke sind letztendlich wurst, sowas wie Autumn Leaves sollte man nicht spielen, aber wie turko schon schrob, kann man fast jedes Stück zu leicht oder schwer spielen, wie man will.

Kleine angemessene Auswahl

Swing:
All The Things You Are
Stella By Starlight
Have You Met Miss Jones
There Will Never Be Another You
Alone Together
Days Of Wine And Roses
How Deep Is The Ocean

Bebop:
Donna Lee
Ornithology
Scrapple From The Apple
Confirmation
Rhythm Changes (z.B. Oleo, Anthropology, Moose The Mooche)
Parker-Blues (z.B. Blues For Alice, Au Privave)

Ballad:
Autumn In New York
Darn That Dream (okay, das ist schon sehr schwer)
My Foolish Heart
In A Sentimental Mood
Virgo
Infant Eyes

Latin:
Triste
Once I Loved
Desafinado

Unter anspruchsvollen Jazzstücken versteh ich sowas wie Moment's Notice, E.S.P., Dolphin Dance oder Round Midnight. Davon solltest du die nächsten Jahre die Finger lassen.



Ich will dich keineswegs vom Wunsch Musiklehrer zu werden abhalten. Aber lass dir einfach mehr Zeit, dann wird's auch was.


Ich finde aber er kann es trotzdem probieren. Wenn er es wirklich will kann er es auch schaffen. Ich hatte mich zwar schon etwas länger vorbereitet auf mein Jazz Studium oder zumindest etwas länger schon Jazz gespielt als nur ein Jahr, aber trotzdem haben so viele Leute zu mir gesagt ich könnte es nicht schaffen und ich habe trotzdem einen Studienplatz bekommen und bei Lehramt bekommt man ja sogar noch eher etwas so weit ich weiß. Klar muss man immer mal realistisch bleiben, aber es ist nie verkehrt eine Sache anzupacken und zu schauen was daraus wird so lange man sich auch Optionen frei hält.

Das aller wichtigste ist aber deine Liebe zum Jazz. Wer dieser Musik nicht wirklich mag und auch nicht hört wird niemals vernünftig Jazz spielen. Du musst diese Musik auch mögen und hören und sehr sehr sehr viel hören. Du musst sie gerade zu verschlingen.
Es geht hier nicht darum einfach mal 2 Stücke "auswendig" zu lernen. Jazz ist eine Philosophie eine eigene Denkweise. Es geht nicht darum ein Sheet zu nehmen und irgendwelche Noten nachzuspielen. Ich glaube du solltest zuerst einfach mal anfangen den "Sinn", die erwähnte "Philosophie" von Jazz zu begreifen und dir viele große Helden anzuhören und zwar nicht nur Gitarristen.

Sidney Bechet
Louis Armstrong
Miles Davis
Charlie Parker
Dizzie Gelespie
Wes Montgomery (Four on six finde ich cool)
Charlie Christian
Duke Ellington

etc. und und und und

-wenn es nur ein muss ist, kann es nichts werden
 

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