[Suche] Links zu Informationen von Filtern in Synthesizer

von GuywithBass, 04.12.19.

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  1. GuywithBass

    GuywithBass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.12.19   #1
    Hallo Gemeinde,

    den grundsätzlichen Einfluss auf ein Signal von einem High-, Low- und Bandpass sowie Notchfilter sowie die Steuerung durch die Cut-Off-Frequenzen und dem Resonanzverhalten glaube ich verstanden zu haben und konnte ich auch schon weidlich pracktisch ausprobieren.



    Es gibt dann noch 2, 4 und Multipol-Filter. Nur finde ich leider keine Informationen worin sich diese unterscheiden. Auch Bücher über Elektrotechnik geben mir keine Auskunft.

    Frage1: Was sind diese Pole und worauf bezieht sich diese Anzahl?



    Mein Model D hat einen Kaskadenfilter im MOOG-Design, der Minibrute einen Steiner Parker Filter, der Neutron von Behringer hat einen „Multi Mode Filter“ und er WASP auch seinen eigenen, und so weiter.

    Wo drin sich diese im Aufbau und Wirkung unterscheiden würde ich gerne erfahren.

    Frage2: Gibt es eine Übersicht in der die Filter für Synthesizer mit ihren Eigenschaften wenigstens teilweise aufgelistet sind?


    Für hilfreiche Antworten, sachdienliche Hinweisse und die Nennung von weiterführenden Links bin ich wie immer dankbar.

    Gruß

    GwB
     
  2. egoldstein

    egoldstein HCA Synthesizer HCA

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    Erstellt: 04.12.19   #2
    1.: Die Pole bestimmen die Flankensteilheit, es gilt: 1 Pol = 6dB/Oktave. Das heißt z.B. bei einem Lowpass-Filter: eine Oktave über der Cutoff-Frequenz wird das Signal um 6 dB abgeschwächt. Bei einem Hochpass entsprechend eine Oktave unter der Cutoff-Frequenz.
    Ein 2-Pol-Filter hat 12 dB/Oct, ein 4-Pol-Filter 24 dB/Oct, 6 Pole ergeben 36 dB/Oct und so weiter.

    Der Begriff stammt aus der Mathematik, genauer gesagt der Laplace-Transformation. Aber...das zu verstehen ist zum Spielen von Synthesizern zum Glück nicht nötig. Wenn man sich den praktischen Nutzen merkt, reicht das aus. :o

    2.: Hier gibt es einen recht umfangreichen Audiovergleich unterschiedlicher Filtertypen unterschiedlicher Synthesizer. An sich sind die meisten Filter konzeptuell nicht so unterschiedlich. Tiefpass/Hochpass/Bandpass und Flankensteilheit sind meistens auschlaggebend, der Rest ist mehr eine Frage, wie das umgesetzt wurde.

    So klingt z.B: ein Oberheim SEM-Filter anders als ein MS-20, obwohl beide 2-Pol-Lowpass-Filter besitzen. Oder ein Minimoog anders als ein Jupiter-8, obwohl beide 4-Pol-Lowpassfilter haben. Steiner Parker oder WASP klingen dann wieder etwas anders.

    Was anders ist, ist unterschiedlich. Das Resonanzverhalten kann z.B. deutlich anders sein (die TB-303 ist dafür berühmt), oder der Filter fügt Verzerrung hinzu (typisch für den Minimoog).
    Andere Schaltungen, andere Bauteile...aber nichts grundlegend Neues. :)

    "Multimode" heißt in der Regel nur, dass es unterschiedliche Filterschaltungen gibt, zwischen denen man umschalten kann. Die Bass Station 2 hat z.B. 7 verschiedene analoge Filtertypen, zwischen denen man wechseln kann. Darunter auch zwei verschiedene 4-Pol-Lowpassfilter, die auch unterschiedlich klingen.
     
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  3. GuywithBass

    GuywithBass Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.12.19   #3
    Zu Laplace-Transformation und Pole habe ich nachfolgendes gefunden.

    Aber die Erklärung von @egoldstein hilft mir aber dennoch erheblich weiter. Danke.

    Den LInk werde ich mir heute Abend gönnen. :-)
     
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  4. strogon14

    strogon14 HCA MIDI HCA

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    Erstellt: 05.12.19   #4
    Die wichtigste Eigenschaft der unterschiedlichen Filterimplementierungen ist der Klang. D.h. da muss man sich einfach viele Beispiele anhören, um zu wissen, "so klingt" ein Moog, MS-20 Filter, Roland Juno, Oberheim, Waldorf etc. Filter. Oft ist es zwar so, dass man mit einem Gerät viele Sounds eines anderen irgendwie nachstellen kann, aber die genannten Synths haben alle bestimmte "Signature"-Sounds, die mit ihnen besonders einfach gehen und / oder im Detail nicht leicht mit anderen Filtern zu kopieren sind.

    Beispiele:

    - Moog: Funky Bass, "sahnige Leads" (nein, cremig!)
    - MS-20: übersteuerte Leads mit kreischender Resonanz
    - Juno: weiche Pads mit sanften Filterhüllkurven und PWM-Sounds, oft mit zusätzlichem Highpassfiltereinsatz
    - Oberheim: sphärische Synthstrings, fetter Synthbrass
    - Waldorf: scharfe Resonanz

    Also, viele Demos / Videos im Netz von Synthesizer-Presets und / oder Songs aus der Hochzeit des jeweiligen Synths, bei denen bekannt ist, welcher Synth eingesetzt wurde, anhören. Man kann sich natürlich heutzutage auch bei Youtube stundenlange Demonstrationen anschauen, wo jemand die Filter eines bestimmten Modells genau und isoliert untersucht, aber ich finde das extrem langweilig bzw. nur im im Einzelfall und bei speziellem Bedarf anschau/-hörbar. Viel wichtiger ist, wie die Sounds im Gesamtumfeld eingesetzt werden und klingen.
     
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  5. GuywithBass

    GuywithBass Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.12.19   #5
    Der Klang ist sicherlich ein wesentlicher Aspekt, aber ich versuche mir eine Übersicht zu verschaffen die auch einen kleinen Blick in die Technik einschließt und möchte hier die Erfahrung anderer gerne nutzen. Eine Aufwendige Testreihe mit unterschiedlichen Filtern scheitert schon daran, das ich noch nicht Mal weiß welche Filter so genutzt werden. Hier erhoffe ich mir Einblick.

    Den Klang durch Demos und Videos zu erfahren ist sicherlich ein Weg, der aber etwas ungenau wird, da auch jeweils unterschiedliche Ossilatoren als Signalgeber genutzt werden, die selbst jeweils einen deutlichen Klangeinfluß haben.
     
  6. strogon14

    strogon14 HCA MIDI HCA

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    Erstellt: 05.12.19   #6
    Ein Filter kann man aber nicht unabhängig vom Input betrachten. Ein wichtige Eigenschaft des Moog-Sounds ist z.B., dass das Filter zu "heiß" angefahren wird, das heißt, der Inputlevel ist zu hoch. Und die oft reagiert die Resonanz von Filtern ganz unterschiedlich, je nachdem welches Frequenzspektrum und Amplitude das Eingangssignal hat.
     
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